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Abessinierzucht

 

Über lange Jahre waren wir in unserer Familie auf keinen Katzenrassentyp festgelegt – so war es für uns ganz normal, dass neben normalen Hauskatzen, bei uns auch Perserkatzen, deren Mischlinge, zwischendurch ein Faltohrkater und eine klassische Maine Coon unseren Haushalt bereicherte. Mit allen Katzen erlebten wir individuelle Freuden und lernten jede Seite und Facette unterschiedlichster Katzencharaktere kennen.
Neben den eigenen Katzen interessierten wir uns generell für Rassekatzen und wann immer in der Nähe eine Rassekatzenausstellung stattfand, waren wir eifrige Besucher. Mich lächelten die „Ragdolls“ an, mein Mann jedoch entdeckte bei einer dieser Ausstellungen spontan seine Vorliebe für Abessinier.

Wenn wir einmal die Möglichkeit haben – so endete dann auch dieser Wunsch meines Mannes in der Regel, denn stets hatten wir schon so viel Katzenbegleitung, dass der Erwerb einer anderen Rasse nie zum Diskussionsthema bei uns wurde.
Und doch greift immer wieder unverhofft das Schicksal ein und für meinen Mann wurde ein Traum wahr:
Von Christoph Kappel, Abessinierzucht „aus Abusir“, Tiertrainer und seines Zeichens sehr erfolgreicher Abessinierzüchter, erhielten wir unsere erste Abessinierin „Caracas aus Abusir“.
In unseren Haushalt eingezogen, tauften wir sie auf den Namen „Semiramis“. Und wie auch bei den Hunden, so erhielt Semiramis neben ihrem Hauptnamen unzählige Kosenamen – keine unserer bisherigen Katzen konnte auf diesen Fundus von Kosenamen je zurückblicken – ein sicheres Indiz dafür, dass unsere Abessinierin in unserem Haushalt eine ganz besondere Stellung innehatte. Und war ich selbst schon als Kind mit Katzen aufgewachsen, so lernte ich tatsächlich mit „Missy“ eine ganz neue Katze kennen. Und mit mir nicht nur mein Mann, der per se dafür schwärmen musste, auch anhand der Kinder, damals noch drei und fünf Jahre, zeichneten sich die Besonderheiten dieser Rasse ab.

Unsere zwei Buben hatten durch unseren Hauskater „Samuel“, eine Wunschkatze von Sohn Torsten und zwei Kilometer entfernt von uns aufgewachsen, sowie seinen Freund „Gustav“, ein heiliger Birmakater ähnlichen Alters, ihre ersten Erfahrungen im Umgang mit Katzen sammeln dürfen. Samuel erzog die Kinder dazu, die Körpersprache der Katzen zu verstehen und auch zu respektieren: peitschte Samuel mit dem Schwanz, drohte Verletzungsgefahr durch ausfahrende Krallen, strich er um die Beine, wollte er gestreichelt werden.
Katzen gehörten damit bei den Kindern wie unsere Hunde so selbstverständlich zur Familie, dass sie durch die Kinder keine besondere Beachtung erfuhren – wie es eben mit Kindern ist, die von Anfang mit Hunden und Katzen gross werden – es ist für sie einfach nichts Besonderes.

Das alles änderte sich schlagartig mit dem Einzug von Semiramis: vergleicht man die Bewegungen der Grosskatzen wie Puma´s mit denen der Abessinier, so drängen sich die Parallelen direkt ins Bewusstsein. Der geschmeidige Gang, das Spiel der Muskeln, die Haltung beim Putzen, die unaufdringliche aber stets präsente Eleganz in der Bewegung, das aristokratisch geschnittene Gesicht kombiniert in der „Wildfarbe“ – dies sind nicht einfach Katzen – es sind wahrhaft königliche Katzen. Abessinier eben.
Nicht so das Wesen. Hier ist nicht vornehme Zurückhaltung geboten, nein, von Anfang an herrschte eine besondere Bindung von Samtpfote zu Zweibeinern und insbesondere zu den Kindern. Semiramis liebt es, mit den Kindern zu schmusen und mit ihnen zu kuscheln. Überall lässt sie sich hinschleppen und geduldig wie ein Baby im Arm auf dem Rücken hält sie still, tragen sie die Kinder so herum. Auf einmal war es das Selbstverständlichste der Welt, dass die Kinder Semiramis ein Gutenachtküsschen entboten und sie morgens ebenso begrüsssten.


Überhaupt muss man sich nun immer von „seiner“ Katze verabschieden und es dauerte demgemäss nicht lange, bis sich Semiramis auch die skeptischsten Herzen erobert hatte mit ihrer sanften und anschmiegsamen Art.
Torsten baute eine besonders innige Beziehung zu „seiner“ Semiramis auf und beide, Torsten und Konstantin fingen an, die Katzen den Familienmitgliedern zuzuordnen: Samuel gehört der Mama, Gustav dem Papa und Semiramis gehört Torsten. Die Konsequenz für Konstantin: er braucht seine eigene Abessinierin. Und dieser Wunsch erfüllte ihm wiederum Christoph mit „Riva aus Abusir“, genannt „Rosine“. Kosename zur Zeit „Robbit“ – ohne weitere Erklärung seitens Konstantin. Und wie wenn die Katzen wüssten, welchem Kind sie gehören, schläft Rosine gerne bei Konstantin und Semiramis kuschelt überwiegend mit Torsten…..

Und wir wären ja nicht leidenschaftliche Hundezüchter und könnten Rassekatzen einfach so halten;-)))

Und so haben momentan Rosine und Semiramis eigene Kinder, Rosine zwei Jungs und ein Mädel, Semiramis zwei Mädels und drei Jungs. Bei Rosine sind alle Kleinen in wildfarben, korrekt als „ruddy“ bezeichnet gefallen und Semiramis hat neben drei ruddy-farbenen Baby´s noch zwei sorrel-farbene Katerchen geboren – der Laie würde diese Farbe als orange bezeichnen.

Und die Parallelen zu den Kromfohrländern sind bezeichnend:

Sie wollten beide nur in Anwesenheit der Familie werfen, sie maunzen so lange, bis alle um die werdenden Mütter versammelt sind, erst dann kommen die Baby´s entspannt zur Welt. Semiramis fordert gleich unseren Kromi´s auch ein, dass man neben der Wurfkiste schläft, ansonsten verlässt sie die Welpen und bettelt um menschliche Nähe.

Fazit: Nie hätten wir gedacht, dass unsere Aby´s eine derartige Bereicherung für unsere Familie sein werden und es ist für uns ein schöner Gedanke, mit diesem Zeilen vielleicht andere Familien mit Hund für diese Rasse begeistern zu können – sie sind es wert, einen besonderen Platz eingeräumt zu bekommen!

Nachbemerkung: Wir sind absolute Liebhaber dieser Rasse geworden und werden sicher immer wieder einen Wurf aufziehen. Allerdings im Familienrahmen und wir geben unsere Kätzchen deshalb besonders gerne an Familien ab. Wenn Sie also Interesse an einem Kätzchen haben, welches mit Kindern und Hunden gleichermassen aufwächst, viel Liebe erfährt und in der Aufzuchtphase reichhaltigste Erfahrungen sammeln kann, dann nehmen sie mit uns Kontakt auf – wir freuen uns darüber.
Die Kätzchen haben selbstverständlich Papiere (FIFE) und sind sowohl gechipt als auch geimpft und entwurmt.

 

©Sybille Nass, Juni 2009

 

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