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Cystinurie
Bei der Cystinurie handelt es sich um eine erbliche Stoffwechselstörung,
bei der das röhrchenförmige (tubuläre) Transportsystem für die
Aminosäuren Cystin, Lysin, Arginin und Ornithin in den den Darm
betreffenden Schleimhautzellen und den Nierentubuluszellen gestört ist.
Es findet eine übermässige Ausscheidung von Cystin über den Urin statt.
Da Cystin im Urin aufgrund seiner chemischen Struktur schlecht löslich ist, kommt es bei erkrankten Tieren zur Bildung von Cystinkristallen im Bereich Blase, Niere und Harnröhre, welche Verletzungen und Entzündungen hervorrufen.
Aus den Kristallen können sich Steine bilden, die im Lauf der Zeit so zahlreich werden können, daß sie die ganze Blase ausfüllen oder/und den Abfluss des Urins blockieren, so dass es zu einem Harnstau kommt, der im schlimmsten Fall zu einem Durchbruch der Blase führt. Dies hat den unmittelbaren Tod des Hundes zur Folge.
Eine vermehrte Cystin-Auscheidung ist immer die Folge dieser sich rezessiv vererbenden Stoffwechselstörung, wobei Rüden wesentlich stärker betroffen sind als Hündinnen, da sie über eine sehr enge und lange Harnröhre verfügen.
Bei einem gesunden Hund mit ungestörtem System werden Cystin und einige andere Aminosäuren (Arginin, Lysin und Ornithin) in der Niere nicht mit dem Harn ausgeschieden, sondern nach Filtration über die Nierenkanälchen wieder ins Blut aufgenommen.
Zeigen junge Rüden Probleme beim Harn- und/oder Kotablassen oder Blut im Urin, ist ein Verdacht auf Cystinurie angezeigt und der betroffene Hund sollte dem Tierarzt vorgestellt werden.
Dieser nimmt direkt aus der Blase (nicht schmerzhaft für den Hund) Katheterurin und schickt ihn an ein ausgewiesenes Labor zur Untersuchung. Dort werden die Werte der Aminosäuren Cystin, Ornithin, Lysin und Arginin durch den sogenannten C O L A - Test ermittelt.
Die Kosten für diesen Test belaufen sich auf rund hundert Euro und nach ca. einer Woche erhält man das Ergebnis.
Liegen die Werte ausserhalb des Normbereichs, so ist der Hund gefährdet und es muss eine Behandlung über eine Futterumstellung durchgeführt werden.
Ein an Cystinurie erkrankter Hund kann nicht geheilt werden, die Futterumstellung ist dauerhaft und er muss sein Leben lang in regelmässigen Abständen dem Tierarzt zu Krontrolluntersuchungen vogestellt werden.
Da die Anfangssymptome der einer Blasenentzündung ähneln, ist es für den Hund überlebenswichtig, die richtige Behandlung zu erfahren.
Wird der Hund fälschlicherweise auf eine Blasenentzündung behandelt, kann dies leicht und leider sehr schnell den Tod des Hundes zur Folge haben!
© Sybille Nass 2011
Cystinurie beim Kromfohrländer

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