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Kromfohrländer |
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Zwinger von der Holderheide
die Eckdaten: Sybille Nass und Marcus Schaub, mit Konstantin und Torsten, dazu Samuel, Semiramis, Rosine, Ashoka, Lucretia, 4 Hühner und 1 Hahn, und: Katla, Sucre, Maggie, wir alle zusammen sind das "Team Holderheide" wer's gerne ein wenig ausführlicher möchte, der lese weiter...
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zur Gründung der IGRK Interessengemeinschaft Rauhaarige Kromfohrländer
Wer sich dafür wirklich interessiert, möge hier weiterlesen... Als ich vor 25 Jahren meinen ersten Kromi von Frau von Westarp erworben hatte, wusste ich noch nichts von meiner immerwährenden Liebe zu speziell dieser Rasse. Ich wollte einfach nur einen Hund ausschliesslich für mich und speziell als Reitbegleithund. (Ich lebte zu diesem Zeitpunkt als Jugendliche noch zu Hause, meine Mutter hatte ihren eigenen Hund, einen Kleinspitz). Penny (Ruma vom Weddern) hat jedoch einen Grundstein für eine wirkliche Liebe zu den - und ich betone das hier bewusst- rauhaarigen Kromis gelegt. Meine Züchterin schaffte es auch, mich sowohl von einer überzeugten Anti-Ausstellerin und zuchtuninteressierten Nur-Kromfohrländerbesitzerin zu einer Ausstellerin und schlussendlich Züchterin zu reformieren. Dies gelang ihr durch Sachargumente und beispielhaftes Vorgehen in bezug auf die Zucht. Meine Penny hat insgesamt drei Würfe aufgezogen; obwohl ich mich sehr für den Nachwuchs interessierte, war das wissenschaftliche Interesse an der Rasse dazumal noch nicht geweckt. Vielmehr interessierte mich zu hören, wie es "meinen" Hunden ging und ich traf mich immer wieder einmal mit „meinen“ Kromis und deren Besitzern zu einem gemeinsamen Spaziergang. Auch dass aus der Nachzucht von Penny einige Hunde erkrankt waren, beunruhigte mich nicht wirklich; weiss doch jeder, dass es immer wieder einmal zu Erkrankungen bei Rassehunden kommen kann. Und da es sich beim Kromi nicht um eine Modehunderasse handelte, schien mir auch das Manifestieren von Erbkrankheiten zu diesem Zeitpunkt fern. Noch schienen wir eine grosse, glückliche Familie zu sein und obwohl es bereits auf den Ausstellungen bösartige Anfeindungen zwischen den Besitzern von langhaarigen (bartlos mit langem Haar) und rauhaarigen Besitzern gab, so belastete mich das nicht wirklich. Zur Information sollte an dieser Stelle jedoch für Kromfohrländerbesitzer,
die diese Rasse noch nicht so lange kennen, angemerkt sein, dass zum damaligen
Zeitpunkt (um 1980), überwiegend langhaarige Kromfohrländer
anzutreffen waren und die rauhaarigen Vertreter DEUTLICH in der Minderheit
waren.
Familie Thee erkannte mein Leid und dank ihres Engagements bekam ich durch sie eine Kromfohrländerin, die die Lücke, die Penny hinterlassen hatte, füllte. Enkeltochter "Aennchen" (Aennchen von der Blutenburg) bewies mir, dass es zwar keinen Ersatz für einen verlorenen Hund gibt, aber sie zeigte mir, dass die geschenkte Liebe von Penny durch sie weiterleben kann. Es war schnell klar, dass ich nie mehr nur einen Hunde werde haben können,
da mich der Verlust von Penny zu tief getroffen hatte. Beide verstanden sich prächtig, und mit beiden Hündinnen wurden
wir (wir, damit meine ich mich und meinen damaligen Lebensgefährten
und jetzigen Ehemann Marcus Schaub) wieder aktiv: mit Aennchen besuchten
wir Ausstellungen und mit beiden beabsichtigten wir zu züchten. Vereinstechnisch hatten wir übrigens gerade die Phase hinter uns gebracht, in der vom RZV Vorstand an alle Verlage Bilder von langhaarigen (bartlos mit langem Haar) Kromfohrländern gesandt wurden - mit der Bemerkung, dies sei der moderne Kromfohrländer, rauhaarige würden nicht mehr gezüchtet... Für meinen Mann begann seine Zuchtlaufbahn mit Aennchen und wenn es nach ihm gegangen wäre, wäre sie damals auch mit seinem ersten Wurf beendet gewesen. Ausschliesslich mein Beharren, mit dieser wundervollen Rasse weiterzumachen, hat ihn zu einem Weitermachen veranlasst. Was war bei Aennchen passiert? Sie hatte den 63. Tag der Trächtigkeit schon weit überschritten
und es zeichneten sich Probleme bei der Geburt ab. (zur Info: Pennys drei Würfe liefen unter dem Zwingernamen ihrer eigenen Züchterin) Kyra machte bei der nächsten Geburt dann wieder alles wett und bewies,
was ich meinem Mann bereits beim A-Wurf gerne vermittelt hätte:
Mit der Wahl eines neuen Vorstandes wurde eine "Rauhaar-Ära" eingeläutet, nunmehr waren auch wir aktiv durch ehrenamtliche Vereinsarbeit beteiligt. (In Kürze: Vorstandsmitglied-Schriftführerin, WUFF-Redakteurin und Zuchtwartin, mein Mann Zuchtwart.) Für die Rauhaarigen schien alles bestens, dafür lief es mit Aennchen immer schlechter. Wir diskutierten lange und ausführlich mit dem Tierarzt über die Probleme beim ersten Wurf und machten verschiedene Abklärungen; danach entschieden wir uns für einen weiteren Versuch. Unsere Gründe für einen weiteren Wurf lagen vornehmlich in dem einfach tollen Wesen von Aennchen begründet (wir haben nun über zwanzig Hunde besessen, Aennchens Wesen haben wir in dieser Form bei keinem weiteren Hund angetroffen, sie hatte ein unübertroffenes Sozialverhalten, gepaart mit enormer Souveränität; und natürlich auch in ihrem dem Standard in hohem Masse entsprechendem Typ). Wir setzten auf die Theorie des Tierarztes, dass sich ein Blutgefäss bei der ersten Geburt geöffnet hatte und zu diesem Desaster führte. Natürlich war für uns schon im Vorfeld klar, dass es keine Experimente geben wird, aber die "zweite Chance" zumindest wollten wir bei so einer tollen Hündin nutzen. So entspannt wir bei Kyras Deckakt und Geburt auch waren - bei Aennchen
wurden unsere Nerven wirklich strapaziert. Das fing beim Decken an und
endete bei der Geburt: wieder die gleichen Symptome. Diesmal sofort eine
Wehenspritze und schon nach dieser einen Spritze lag sie eine halbe Stunde
später unterm Messer. Fünf Welpen wären es gewesen, drei
davon haben überlebt. Dass Aennchen bei der OP kastriert wird, hatten
wir schon im Vorfeld abgesprochen. Es mag paradox klingen - aber natürlich behielten wir die einzige
Hündin in diesem Wurf.
Als ich Penny gekauft habe (von meinem Konfirmationsgeld übrigens)
hatte mich besonders das mangelnde Jagdverhalten (als Reitbegleithund
eine prima Voraussetzung), die mittlere Grösse und der starke Personenbezug
mit Zurückhaltung gegenüber Fremden fasziniert. Pennys Charme erlag man allerdings erst auf dem zweiten Blick und man musste sie dazu selbstverständlich kennen - vom Aussehen her allein machte dieser Hund nun einmal nicht wirklich viel her - eine hellgeborene, kurzrauhaarige Hündin mit wenig anderen Interessen als die der Besitzerin und das Mitlaufen am Pferd. Anfangs zeigte sie sich ziemlich ängstlich, nach entsprechendem Training und der Aufzucht des ersten Wurfes zeigte sie konstant steigende Souveränität. Jedoch fiel bei vielen Treffen auf, dass sich unter den geliebten Hunden viele echte Kläffer befanden und auch mit der vielgepriesenen Beisshemmung war es bei weitem nicht so gut bestellt. Das ausgeprägte Territorialverhalten bereitete besonders Rüdenbesitzern heftige Probleme und führte im Extremfall zu ziemlicher Vereinsamung, wenn nicht sogar der Hund aus diesen Gründen abgeschafft wurde. Viele Kromfohrländer duldeten es gar überhaupt nicht, angefasst
zu werden, was besonders bei Zahnkontrollen (gerade bei Ausstellungen)
zu Problemen führte. Das Wesen wurde für unsere Zucht zu einem zentralem Thema: für unsere Umwelt, die immer Menschen in der Nähe beinhaltet, wollten wir einen eher freundlichen Kromfohrländer züchten, mit genügend Selbstvertrauen, um den modernen Anforderungen an unsere heutige Umwelt gerecht zu werden. Aber es sollte sich die Gesundheit als ebenso wichtig herausstellen.
Und so machten wir die folgenreiche Bekanntschaft mit den Irish-Terriern. Folgenreich deshalb, weil uns einige Zeit später erst ein Irish-Terrier
Rüde sozusagen "ins Haus flog" (er stammte aus Finnland)
und danach eine Irishhündin unsere Hundeschar bereicherte.
Die behaltene Ciska entwickelte sich zu einer würdigen Vertreterin ihrer Mutter und nicht selten wurden wir auf unsere "Zwillinge" angesprochen. Aber nicht nur äusserlich glichen die beiden sich sehr, auch wesensmässig waren wenig Unterschiede vorhanden. Zwar hatte Ciska nicht Aennchens souveräne Führernatur, aber sie war dafür entschieden noch menschenfreundlicher als ihre Mutter, was wir hoch schätzten. Allerdings machte uns Aennchens Gesundheit immer mehr zu schaffen. Einige Zeit nach ihrem ersten Wurf konnten wir an ihr eine blutige Rutenspitze feststellen. Ehrlich gesagt, dachten wir uns zu diesem Zeitpunkt nicht viel dabei. Wir banden die Rutenspitze immer wieder ein, behandelten die "Verletzung" wie angewiesen und waren ansonsten der festen Überzeugung, dass die Ursache in ihrer wilden Begrüssung zu suchen war, bei der sie immer wieder heftig mit der Rute an die diversen Türrahmen schlug. Um mich nicht in Details zu verlieren... wir gaben eine Unsumme an Geld
für Untersuchungen und Behandlungen aus, mit dem Ergebnis, dass sie
fünfjährig unter unseren Händen wegstarb. Glücklicherweise hatten wir nach Aennchens Tod noch Ciska und unsere anderen Hunde. Kyra brachte Ende 1992 einen problemlosen D-Wurf zur Welt. Bei Gesprächen mit Kromfohrländerbesitzern und Ex-Besitzern
fingen wir an, konstant gesundheitlich relevante Punkte zu sammeln, zu
vergleichen und auszuwerten.
Die Besitzerin von "Baerli" (B-Wurf) besuchte uns- sie ist
Tierärztin und ihr fällt ein abnormes Verhalten bei Esmeralda
auf. Eine Hündin, die wir gerne behalten hätten. Uns war zum Heulen zumute. Von den drei übriggebliebenen Welpen erkrankten zwei schwer. Heute wissen wir, dass es mit diesem Wurf zum ersten akuten Ausbruch von Autoimmunerkrankungen in unserem Zwinger kam. Aber noch waren wir nicht bereit den Tatsachen in die Augen zu blicken.
Und Ciskas nächster Wurf schien unsere erste Theorie zu bestätigen, denn im F-Wurf (10/95) traten keinerlei Probleme auf. Gelernt hatten wir allerdings, bei unserer Rüdenrecherche soweit möglich und im speziellen Fall von Ciska, auf ältere Rüden zu setzen - uns schien das höhere Alter von Deckrüden immerhin die Sicherheit zu bieten, dass der Rüde selbst noch im höheren Alter gesund ist. Dennoch kann man natürlich nicht ausschliessen, dass auch solche Rüden Träger von Gendefekten sind – Gewissheit hat man leider nur durch aktiven Zuchteinsatz. Da uns mittlerweile auch "Bewegungsstörungen" bei Kromfohrländern Sorgen bereiteten, war es für uns auch ein gutes Zeichen, wenn ein älterer Rüde den Deckakt problemlos absolvierte- sprach das doch mindestens für eine funktionierende Hinterhand... Aber, ein Unglück kommt selten allein... Allein vier von fünf Geschwistern ihres eigenen, auch an Epilepsie
erkrankten Kromis waren an Epilepsie erkrankt und ihre Nachforschungen
lösten eine wahre Epilepsie-Erkrankungs-Offenlegungslawine aus.
Und warum sollten auch wir nicht davon verschont bleiben? Man muss offensichtlich, wenn man sich der Gesundheit verschrieben hat, alles auch persönlich kennenlernen.... Nach ihrem zweiten Wurf erkrankte Kyra an Epilepsie, glücklicherweise
nur an einer leichten Form, aber einer unserer Hunde aus dem Rudel griff
sie während eines Anfalls an. Von Kyras Kindern bekommen einige ebenfalls Epilepsie, aber anders als bei anderen bei den Kromfohrländern uns bekanntgewordenen Erkrankungen wird über Epilepsie im Verein ganz offiziell informiert und die Bereitschaft auch darüber zu sprechen, ist da. Unsere offensive Art, mit anderen Züchtern und Interessenten über die uns bekannten Erkrankungen zu sprechen, wird vom Verein jedoch missbilligt, gar soll es verboten werden, in Zusammenhang mit Erkrankungen das Wort Erbkrankheiten gar in den Mund zu nehmen. Der G- und I-Wurf (3/97 + 6/98) machen dann unser Leidensmass voll: Goya erkrankt nach einem Autounfall schwer - die schlummernde Autoimmunerkrankung wird ausgelöst und im I-Wurf wiederholt sich praktisch der E-Wurf. Der I-Wurf wird in grosser Hoffnung alternativ-medizinisch betreut, nachdem die konventionelle Behandlung beim E-Wurf nicht anschlug, aber alle erkrankten Welpen müssen eingeschläfert werden. Im Zusammenhang mit vielen persönlichen Recherchen und dazu abgestimmter Literatur kann man um den heissen Brei einfach nicht mehr herumreden: Die Kromfohrländer haben ganz grosse Schwierigkeiten mit Autoimmunerkrankungen. (unsere Recherchen haben zuviel an gleichen Symptomen erkrankte Hunde erbracht; auch in anderen Zwingern werden solche geboren) Wir fielen seinerzeit endgültig in ein Loch und begannen, uns konkret
mit einer anderen Hunderasse zu beschäftigen. Nur Irish alleine wollen wir nicht züchten, da besonders mir die
Sensibilität und Intelligenz der Kromis gefiel und ich gerne eine
Alternativrasse dazu gezüchtet hätte.
Nun mussten die Karten neu gemischt werden und der Besuch der Hundeausstellung
in Ingolstadt schien dafür geradezu ein Fingerzeig. Beim Durchblättern
des Kataloges fanden wir unter den Kromiausstellern eine finnische Adresse.
Samba (Kümmel von der Holderheide) trat die grosse Reise nach Finnland an, dafür bekamen wir Katla (Jazzmo Acapella) - eine Hündin mit Traum-Inzuchtkoeffizienten - und unsere neue Hoffnungsträgerin. Katla erfüllt ( und tut es noch!) alle unsere Träume: sie sprang
wildfremden Menschen auf den Schoss, war also überaus freundlich,
entwickelte sich zu einer absolut standardgerechten Kromfohrländerhündin
und hatte alle Qualitäten einer Herzensbrecherin. Natürlich gab es auch hier wieder Wermutstropfen: von Vereinsseite
wurde die Zusammenarbeit mit Finnland blockiert durch Auflagen, wie sie
nur von finnischen Hunden, jedoch NICHT von Hunden aus der Schweiz gefordert
wurden. Ist es bösartig zu vermuten, was geschehen wäre, wenn es in Finnland auch die langhaarige Varietät in der Zucht gegeben hätte???? Nun, wir besitzen zwei Hunde aus Finnland, Katla und Elgin (Minimaxin Saturnus) und haben unser Bestes getan. Übrigens, in einer Hinsicht bin ich dem Verein überaus dankbar:
ich hatte während meiner Zeit im RZV die Möglichkeit, alle menschlichen
Höhen und Tiefen kennenzulernen, dabei konnte ich viel über
mich und meine Mitmenschen lernen - ohne den Verein wäre dies nie
in dieser Form möglich gewesen! (vielleicht zu einer anderen Zeit,
in einem anderen Verein, unter anderen Umständen, was aber reine
Spekulation bedeutet...)
Bei den Irish-Terrier hatten wir die Erkrankung "Digitale Hyperkeratose" kennengelernt und unsere Forschungen bei den Kromfohrländern zeigen genau das gleiche Bild wie bei den Irish. Intensive Diskussionen bei gesprächsoffenen Irish-Züchtern bestätigen die gleiche Erkrankung, wie wohl Unterschiede festzustellen sind: Im Gegensatz zu den Irish muss kein Kromfohrländer aufgrund der Erkrankung an Digitaler Hyperkeratose (im Volksmund auch "corny feet“ – CF) eingeschläfert werden, wie es wohl in schlimmen Fällen bei den Irish vorgekommen ist. Zum Zeitpunkt unserer Anfragen wurde CF bei den Irish jedoch schon lange gezielt züchterisch bekämpft, indem bei allen Hunden, die einer Zuchtzulassung vorgeführt wurden, die Ballen geprüft wurden und die CF- Diskussion bei den Irish nicht wirklich Aktualität aufwies. Auch das bei Kromis für CF typische Persianerfell beim neugeborenen
Welpen wurde beim Irish durch ihre Züchter nicht festgestellt (meinen
Quellen war zumindest davon nichts bekannt, es handelte sich durchweg
um langjährige, erfahrende Züchter) und auch die typischen stumpfen,
wie abgehackt aussehenden Krallen, konnten beim Irish nicht wirklich bestätigt
werden. Die Folge einer solchen Diskussion war übrigens ein Anruf von Dr. Schelling aus der Schweiz bei uns privat. Er untersuchte gerade CF beim Irish-Terrier und zeigte sich interessiert, die Kromfohrländer mit ins Programm zu nehmen. Nach einem längeren Gespräch, auch hinsichtlich des Gedankens, Blutproben am Holderheidetreffen zu nehmen, besprachen wir eine Kontaktaufnahme mit dem Verein (hier Dr. Becker), da möglicherweise "nur"-Holderheidehunde und "Verwandte" zu wenig aussagekräftig wären. Und dennoch scheiterte das Projekt gerade daran, dass aufgrund der hohen Verwandtschaft aller Tiere untereinander keine verwertbaren Ergebnisse zu erzielen waren. In einem Punkt waren wir jedoch vom Ergebnis (der Irish-Studie) angetan: es untermauerte unsere These, die wir anhand unseres Datenmaterials aufgestellt hatten, dass es sich um einen autosomal-rezessiven Erbgang handeln muss. Jedoch- eine entscheidende Veränderung hatte in den Köpfen des Vereines stattgefunden! Eine Fragebogenaktion an alle Mitglieder wurde gestartet, in der die
Gesundheitsdaten abgefragt wurden.
Durch Erfahrung klüger geworden beschlossen wir ab sofort, alle unsere Hunde einer Kataraktuntersuchung zu unterziehen, damit das "finnische" Problem nicht auch noch in Deutschland Fuss fasst. „Wenn schon, denn schon!“ - das beinhaltete in Zukunft auch die Untersuchung der eigenen "deutschen" Kromis samt des avisierten Wunschrüden für die Weiterzucht der Holderheide. Tja, und was soll ich sagen? Mehr ist dazu eigentlich nicht zu sagen - ausser, dass wir ja schon vor Jahren uns versprochen hatten, nach unserem "Tief" nur solange weiterzuzüchten, wie es wirklich noch zu vertreten ist. Ein interessantes Studienobjekt bot dazu ein „Unfall“ in unserem Zwinger. Mit unserer Irish-Hündin Brandy waren wir zu einem Rüden nach Norddeutschland gefahren, (nicht verwandtes Pedigree, hervorragendes Wesen, Hund vorher selbst kennengelernt) und der Deckakt klappte, wenn auch unter Mühen. Nachdem unsere eigenen Rüden bei Brandy nichts mehr anzeigten, liessen
wir die Hunde wieder zusammen laufen. Und ich höre es noch, als sei
es erst gestern passiert: Nun wurde es spannend. Hat der Wurf nun zwei Väter oder nur einen? Brandy brachte acht Welpen zu Welt, davon waren sieben Mantelschecken. Ein Irish-Terrier und sieben Mischlinge lagen nun zusammen in einem Wurf.
Wie geht man damit um? (Welch Glück für den Käufer des einzigen Irish-Welpen, der musste nämlich auch nur den Mischlingspreis bezahlen! Wenn man bedenkt, dass man die volle Decktaxe beim Irish sofort beim Sprung bezahlt und wir keinen Unterschied in der Aufzucht von Mischlingen und Rassehunden machen, dann kann man sich sehr leicht ausrechnen, dass mit Hundezucht einfach kein Geld zu verdienen ist... vorausgesetzt, man betreibt es unter diesen Grundvoraussetzungen... dies nur als Hinweis für diejenigen, die der Meinung sind, wir verdienen unser Geld mit unserer Hundezucht). Der Gedanke des Einkreuzens war uns natürlich nicht fremd und gerade war das Buch "Hundezucht 2000" von Hellmuth Wachtel erschienen. Wir lasen es mit grossem Interesse. Das Einkreuzen eines einzelnen anderen Hundes reicht aus, um eine Rasse massgeblich zu verändern, das war für uns die Quintessenz dieses Buches; hatten wir doch schon vorher alle der angesprochenen Möglichkeiten bei den Kromfohrländern ausgeschöpft. Sei es durch den Einsatz von exotischen Rüden (was die Abstammung betrifft), den Einsatz von alten Rüden, der Einsatz ausländischer Hunde (Schweiz und Finnland ), Hunden, die im Aussehen nicht wirklich dem Standard entsprachen (zu langes Rauhaar), schlicht: wir waren mit unserem Latein am Ende und Wachtel erschien uns wie ein Geschenk des Himmels! Er offenbarte uns einen neuen gangbaren Weg. Wir informierten uns über alle offiziellen Möglichkeiten, aber es war schnell klar, dass der Verein in punkto Einkreuzen mauern würde - das ergaben vorsichtige Anfragen zum Thema Einkreuzen bei Zuchtwarten eindeutig. ("Haben wir nicht nötig" um nur ein Zitat zu nennen) Unsere Mischlingswelpen waren nun aber auch nicht "wegzudenken" und mit dem, was einem geschenkt wird, gedachten wir auch zu arbeiten. Alle Käufer zeigten sich begeistert, besonders weil die Verbindung
dieser beider Wesensarten eine wirklich gelungene Kombination geworden
schien: das Ängstliche vom Kromi wurde vom neugierigen Terrierwesen
kompensiert und die kinderliebende Natur des Irish war vordergründig.
Diese "Welpen" zu betreuen machte Freude. Etwa zeitgleich kam es kurioserweise zu einer Verbindung Kromi x (vermutlich) Tibetterrier und beide Mischlingsverbindungen konnten wir in ihrer Entwicklung vollständig verfolgen. Die F1-Generation entwickelte sich gesundheitlich gut, einzig eine der Irishmischlinge hatte Probleme mit Krallenverlust (da sind wir wieder beim Thema, man muss als Züchter wirklich alles mitmachen, auch wenn man das vielleicht gar nicht will...). Die F2-Generation trat in die Planungsphase, bei den Irish mit bislang
keinen gesundheitlichen bekannt gewordenen Katastrophen (obschon das Rüdenmachoverhalten
einen typischen Kromi erkennen lässt) dafür jedoch in der F2
Generation Kromi x TT. Falsche Hunde eingesetzt? Gerade aus dem AI-erkrankten Wurf war über die Grossmutter nichts in Richtung AI zum Zeitpunkt des Deckens bekannt, neuere Erkenntnisse relativierten dies später. So geht das, wenn man Jahre später zufällig die Besitzer eines Bruders auf der Ausstellung trifft, bei diesem Hund lag den Symptomen nach eine AI vor. Wir wissen übrigens von der Vielfalt von Autoimmunerkrankungen,
nur falls ein geneigter Leser auf den Gedanken kommt, uns darüber
aufklären zu wollen.
Ich setze mich mit der Besitzerin der Hündin und zukünftigen
Züchterin in Verbindung, um sie über die Risiken dieser Verbindung
aufzuklären. Was lese ich einige Zeit später? Die Züchterin ist der Empfehlung des Schweizer Zuchtwartes bezüglich des Rüden aus unserem Zwinger gefolgt, die Paarung wurde wie vorher geplant durchgeführt. Kein Interesse an Gesundheit seitens der Züchterin? Sie kennt mich nicht und die Empfehlung kam von Schweizer Zuchtleiter - warum sollte sie dem denn auch nicht trauen? Er ist ein offizielles Vereins-Organ mit allen daran verbundenen Erwartungen,
die sich an einen Zuchtleiter knüpfen. Natürlich können wir einen nicht in unserem Besitz stehenden
Rüden theoretisch aus der Zucht nehmen, aber auch wir verkaufen unsere
Hunde an Menschen, wohlgemerkt! Und erklären Sie bitte einem Besitzer
eines geliebten Hundes, dieser sei nicht zuchttauglich, obwohl dies vereinsseitig
ganz offiziell bestätigt wurde. Und der Tierarzt den Hund für
gesund erklärt...
Mehrere Züchter gingen zusammen das Zuchtbuch penibel durch, um noch irgendwo interessante Rüden herauszuziehen. Die Ergebnisse waren niederschmetternd. Viele alte Rüden (viel zu viele) waren erkrankt und für die Zucht dadurch nicht verwendbar. Das Machoverhalten der Rüden, oft in Kombination mit Territorialverhalten, führt vielfach zur (wenig bei dieser Problematik hilfreichen) Kastration potentiell interessanter Rüden.
Unter Berücksichtigung der Punkte Gesundheit und Wesen und den Belangen der Rauhaarzucht bleibt auch hier das Ergebnis niederschmetternd.
Auch hinter dieser Bemerkung steht jahrelange Erfahrung und ist nicht
nur eine unbedachte Äusserung. Sie erinnern sich an Kyra, unsere
Kurzhaarhündin (bartlos mit kurzem Haar)? Sie hat in unserem Zwinger
zwei Würfe hinterlassen. Fängt man an, sich mit Genetik zu beschäftigen, weitet man
sein Interesse zwangsläufig nicht nur auf die Bereiche Wesen und
Gesundheit aus, sondern beschäftigt sich auch mit der Genetik der
Varietät, die man selbst züchtet. Im praktischen Züchten bedeutet dies ganz einfach, dass der bartlose Hund nur vererbt, was er selbst im Aussehen zeigt, während der bärtige Hund als dominanter Vertreter neben seinem eigenen Aussehen andere Varietäten, nämlich bartlose in jeder Haarlänge, vererben kann. Bitte denken Sie in diesem Zusammenhang daran, dass wir Rauhaarzüchter sind und aktive Aussteller. Wie oft mussten wir uns von den Richtern vorwerfen lassen, dass wir den
Rassehundestatus überhaupt nicht verdient hätten, bei diesen
vielen Mischungen, die auf Ausstellungen gezeigt werden! Kann man es einem Richter verübeln, von den Kromis als „Mischlinge“
zu sprechen? Um es ganz klar zu verdeutlichen und jenen Stimmen zuvorzukommen, die in der Buntheit der Rasse "das Salz in der Suppe" sehen, wie es ein alter Züchter zu nennen pflegte oder die den Charme der Rasse gerade in ihrer Vielfalt erkennen wollen – Rassehundezucht ist eine eindeutig definierte Angelegenheit! Wenn die Idee einer Rasse geboren wird, beschreibt der Standard ihr Ideal
- der Standard ist das schriftliche Ergebnis einer Idee. D.h. würde jeder nach seinem Geschmack züchten (und dafür
ist der Kromfohrländer als Rasse beispielhaft), gäbe es eben
ein Sammelsurium von mehr oder weniger netten und gesunden Hunden (beim
Kromfohrländer eher weniger gesunden Hunden).
Und ist es als Züchter rauhaariger Kromfohrländer wirklich wünschenswert, dass man Interessenten keinerlei Auskunft und Sicherheit darüber geben kann, welche Varietät er als Käufer später bekommen wird? Sicherlich lieben viele später den Hund, den sie bekommen, unabhängig von ihrer Varietät. Aber in 25 Jahren Kromfohrländerzucht sind mir genügend Fälle von unglücklichen Hunden und Besitzern zu Ohren gekommen, weil sie NICHT die gewünschte Varietät erhalten haben. Und unsere sensiblen Kromfohrländer reagieren auf "nicht 100% Haben-Wollen" sehr empfindlich! Was passiert bei einer "Durchmischung der Varietäten" im Extremfall? In allen rauhaarigen Würfen fallen alle Varietäten, von kurz über rauhaarig in allen Varianten bis langhaarig (bartlos), d.h. konkret bei einer Weiterzucht in dieser Form wird sukzessive den Rauhaarigen Zuchtpotential genommen - denn interessanterweise züchten die meisten Käufer ,so sie denn züchten- in "ihrer" Sparte weiter - verständlicherweise, sie haben den Typus des Haarkleides ja liebgewonnen. Den bartlosen ist ein enormer Zugewinn an Hunden erwachsen, denn diese, unabhängig ihrer Haarlänge und "rauhaariger" Abstammung, bringen in der Weiterzucht mit bartlos angepaart, keine rauhaarigen Vertreter mehr. Wir haben uns dank unserer "Kyra" über Mischpaarungen
unterschiedlicher Varietäten ernsthaft Gedanken gemacht und sind
zu dem Ergebnis gekommen, dass diese für die rauhaarige Variante
keinerlei Vorteil bringen - ausser man will für die bartlosen Kromfohrländer
Zuarbeit leisten. Und so sehen wir uns als seriöse Züchter EINER Varietät, eben die der Rauhaarigen. Ist es wirklich so schlimm, sich einer Varietät zu widmen und sich hier ein Zuchtziel zu setzen? Am Ende unserer "Ausstellungkarriere" habe ich zufällig
den Richter getroffen, der auch schon Penny seinerzeit beurteilt hatte
und mich schon lange kannte. Er stand den Kromfohrländern sehr, sehr
kritisch gegenüber und es war mein innerer Reichsparteitag, von ihm
zu hören, dass unsere Kromfohrländer eine sichtbar positive
Entwicklung hinsichtlich Wesen und Aussehen gemacht haben. Für uns
ein persönlicher Erfolg, achteten wir doch sehr darauf, dass alle
von uns betreuten Kromfohrländer rassegerecht gepflegt und mit anfassbaren
Wesen vernünftig vorgestellt wurden.
Da aber die Kromfohrländer eine ganz besondere Rasse sind und wir um ihren Erhalt "kämpfen" wollen; nicht an einer Vereinsfront, sondern unbürokratisch und effizient etwas positives für unsere Varietät erreichen wollen, haben wir uns zu einem einschneidenden Schritt entschieden. (Schon vor Jahren postulierten wir: erst dann, wenn wir für die Rasse keinen gangbaren Weg mehr erkennen, hören wir auf. ) Noch sehen wir eine Möglichkeit- aber diese liegt für uns und unsere Mitstreiter ausserhalb des offiziellen Kromfohrländervereines. Und die Arbeit schreckt nicht wirklich ab, nehmen wir uns Frau Schleifenbaum (die ich noch persönlich kennengelernt habe, und deren Herz eindeutig für die kurzrauhaarige Variante schlug - Zitat von ihr selbst im privaten Kreis) zum Vorbild, die praktisch aus dem nichts die Rasse geschaffen hat. Warum sollte man es also nicht schaffen, aus dem vorhandenen Potential ein neues Ziel zu verwirklichen? Engagement und Wissen gehört dazu, das Eine ist Grundvoraussetzung und das Andere muss man sich erarbeiten - keine unüberwindbare Aufgabe, oder? Fünfundzwanzig Jahre Zucht-Entwicklungsgeschichte lassen sich nicht so schnell abhandeln, so soll dieser Bericht auch nur ein kurzer Abriss unserer Zwingergeschichte darstellen. So kann, wer möchte, die Geschichte der Entstehung der IGRK verstehen und nachvollziehen. Viele Fragen sind sicherlich noch offen und können gestellt werden. Mit Sicherheit wissen wir, dass in der Zucht nichts sicher ist, aber
wir sind bestrebt dazuzulernen, von Erfahrungen zu profitieren, uns ständig
weiterzubilden und auch unser Wissen weiterzugeben.
Wir beantworten auch gerne e-mails mit sachlichem Inhalt, bedenken Sie
jedoch bitte, dass wir in der Hauptsache eine 4-köpfige Familie mit
zwei aktiven Lausbuben sind, beide berufstätig sind und unser Hobby
sich sehr zeitaufwändig gestaltet. Via email ist es momentan leichter, uns zu erreichen; diese können wir auch noch spätabends beantworten. Eine Bemerkung muss ich am Schluss noch anbringen:
Die Daten werden sich aus diesen Gründen im zeitlichen Ablauf möglicherweise von den faktisch korrekten Zeitabläufen unterscheiden, was aber rein inhaltlich keine Relevanz zeigt. Sollten Sie als Leser also tatsächlich feststellen, dass eine zwingertechnische Entwicklung sich zeitlich nicht ganz mit der von der Vereinsgeschichte deckt, so werde ich das gerne korrigieren und in den richtigen zeitlichen Zusammenhang bringen. Mir ging es in dieser Zusammenstellung NICHT um eine korrekte chronologische Darstellung, sondern darum, eine ENTWICKLUNG aufzuzeigen. Mein ausgesprochen umfangreiches Kromfohrländer Archiv (über 100 Leitz-Ordner) nach den exakten Daten zu durchsuchen würde einen unverhältnismässig hohen Arbeitsaufwand bedeuten, der nicht im Verhältnis steht zu den Bedürfnissen meiner Familie (Zwei- und Vierbeiner!) © Sybille Nass/lfw, Oktober 2007
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