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ein Netzwerk bewährt sich...

 


Es ist Sonntagvormittag und wir erwarten Besuch von Heike und Anhang.

Heike und ihr Mann sind die Besitzer von „Franka von der Holderheide“; sie waren auch Besitzer von ihrem Bruder Flori, welcher zwei Jahre zuvor über die Regenbogenbrücke gegangen war – vergiftungsbedingt.
Franka ist mit ihren vierzehn Jahren noch sehr agil und freut sich riesig, als sie uns erkennt.
Einem gemeinsamen Spaziergang mit unseren Hunden steht nichts entgegen und die Seniorin blüht regelrecht auf bei diesem Spaziergang in der Gruppe.

Wieder zu Hause angekommen, klingelt das Telefon: am Apparat ist der Besitzer von Flicflac, dem Bruder von Franka. Er ruft an, weil sie sich nach vierzehn Jahren aus persönlichen Gründen von ihrem Vierbeiner trennen müssen. Guter Rat ist teuer, aber wir versprechen eine Lösung zu finden. Heike hört dieses Gespräch mit.

Am nächsten Tag ruft sie bei uns an, bedankt sich für den wunderschönen Tag und bietet an, Flicflac zu sich zu nehmen. Ihr Argument: sie hatte schon den Bruder Flori, Franka ist einen zweiten Hund gewöhnt, Heike hat Zeit und Erfahrung für einen zweiten Hund und sie will Flicflac vor einem ungewissen Schicksal bewahren.
Wir stellen den Kontakt zwischen den Besitzern von Flicflac und Heike her und schnell ist Einigkeit erzielt: schon am nächsten Tag zieht Flicflac mit Decke und Futter in sein neues Heim.

Franka nimmt ihren Bruder von Anfang an nicht nur freundlich auf – man merkt ihr an, wie viel Gefallen sie daran findet, wieder einen Partner an ihrer Seite zu haben. Auch für Flicflac ist die Eingewöhnung so sehr viel leichter, hat er doch einen Hund, an dem er sich vorerst orientieren kann.
Eine Umstellung wird es allerdings für die neuen Besitzer: Flicflac kennt ganz andere Regeln. Heike muss erst herausfinden, was bei Flicflac funktioniert, welche Kommandos er alle kennt und welches sein Rhythmus ist.
Nachts schläft er durch (was bei den Vorbesitzern ein Problem war), dafür will er morgens sofortigen Ausgang – und bitte nicht unter einer halben Stunde - bis zu zwei Stunden möchte er gerne unterwegs sein. Die gewohnte Yogastunde von Heike, die, wie Franka weiß, stets vor dem großen Spaziergang stattfindet, muss nun ausfallen , Flicflac ist da eisern.
Auch beim Hochheben ins Auto zeigt er Angst- und Wehrverhalten. Aber mit viel Liebe und Geduld werden die kleinen Macken und Mäckchen des alten Hundes akzeptiert, behandelt und umgelenkt.

Ein Besuch bei uns nach vier Wochen zeitigt ein harmonisches Hundepaar, Flicflac ist für sein Alter ungemein vital und es ist eine Freude zu wissen, dass er eine tolle zweite Chance bekommen hat.
Und heißt es nicht: „Zufälle gibt es nicht“???? Ausgerechnet als Heike mit Anhang bei uns zu Besuch war, kam der folgenschwere Anruf.
Aber gäbe es im „Zwinger“ nicht die über Jahre und sogar über den Tod der Hunde hinaus haltenden Kontakte zu den verschiedenen Hundehaltern – so manche Vermittlung könnte ganz anders aussehen…..

2. Januar 2010
©Sybille Nass

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FlicFlac im Dezember 2009