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Grace
Juni 2010
...der Regen lässt wachsen - nicht nur das Gras, offensichtlich
auch "Grace";-)))
Aber Spass beiseite, in kurzer Zeit hat sich ihr "Volumen"
sichtbar verändert. Unser Kuckuckskind ist nun schon fast so groß
wie ihre Ziehmama und hin und wieder kann Grace es ja nicht lassen und
versucht doch noch einmal, an die geliebte Milchbar zu kommen. Und in
ganz seltenen Momenten gelingt ihr das auch - und es sieht wirklich
urkomisch aus, wenn ein Hundekind bei einer "Mama" trinkt,
die fast genauso gross ist wie sie selbst.....
Ansonsten ist sie eine sehr gelehrige Schülerin, sie will zwar
genau wissen, wo ihre Grenzen sind, aber die einmal gesetzten Grenzen
werden ohne Murren akzeptiert. Das bedeutet für sie zum Beispiel:
Teilen von Futter mit Geschwistern und Rudelmitgliedern ist selbstverständlich,
keine Kuschelhasen im Laufstall jagen, "Lass es" ist ein striktes
Verbot und muss eingehalten werden.
Auf der anderen Seite geniesst sie es, im Garten unermüdlich mit
der Ziehmama im Wechsel "Fangerles" oder Zerrspiele zu spielen
oder sich mit ihr wilde Jagden im Garten zu liefern. Und wenn "Mama"
nicht mehr will, dann sind immer noch Geschwister da, die man animieren
kann. Allerdings werden es in absehbarer Zeit weniger werden - ein Geschwisterchen
musste schon an neue Zweibeiner abgegeben werden und in dieser Woche
wird noch ein zweites Geschwisterchen den heimatlichen Hafen verlassen.
Geradezu vorbildlich benimmt sich Grace im Auto: Kaum in der Hundebox,
schon legt sie sich hin und ist nicht mehr zu hören - fast könnte
man sie im Auto vergessen, so still ist sie. Allerdings scheint das
in ihrem Naturell zu liegen - sind wir mit allen Welpen unterwegs und
sie muss "ihre" Box mit den Geschwistern teilen, so weiss
sie wohl erzieherisch einzuwirken, denn jammert ihr ein Welpe zu sehr
und sie möchte ihre Ruhe haben, dann wird er umgehend von ihr reglementiert.
Fast hätte ich sie auf meinen Bahntrip in die Schweiz mitgenommen,
aber sie passte nicht mehr in das Körbchen und da die Fahrkarte
schon gekauft war und bei der DB eine Kinderkarte fällig gewesen
wäre, bin ich schweren Herzens ohne sie auf Reisen gegangen.
Aber auch in der Schweiz gibt es Irish - denn mit meiner Freundin haben
wir am Samstag in ihrer Hundeschule der Welpengruppe zugesehen. Und
was kommt da auf dem Arm der Besitzerin????
Ein kleiner Irish-Rüde!!!!
Da war meine Freude aber gross. Nur nicht sehr lange, leider. Der kleine
Kerl versuchte während der ganzen Stunde immer wieder zum Ausgang
zu laufen, aber Frauchen holte ihn stets wieder zurück. Verstehen
konnten wir den kleinen Kerl kurze Zeit später sehr gut, denn als
der Welpentrainer neben uns stand, "beschwerte" sich Frauchen
über den Welpen bitterlich: "Er hört immer noch nicht
auf seinen Namen. Wenn ich ihn rufe kommt er nicht. Er läuft wahllos
zu Jedermann und Jederfrau - nur wenn ich alleine stehe, kommt er zu
mir. An der Strasse läuft er nur einen Schritt, dann setzt er sich
hin. Ich komme immer nur schrittweise in der Stadt mit ihm voran".
Ihre Frage an den Welpentrainer: "Wird das je besser?"
Der Welpentrainer fragte dann, wie lange sie den Welpen schon besitzen
würde. Die alle Anwesenden schockierende Antwort der Besitzerin
lautete: DREI TAGE !!!!!!!
Kein Wunder, daß der Kleine immer wieder versuchte wegzulaufen
- dieser Besitzerin zu entfleuchen wäre jedes Welpen Ziel gewesen......Es
nimmt niemanden Wunder, wenn ich dazu bemerke, daß sein Frauchen
die Einzige auf dem Platz war, welche mit muffigem Gesicht herumlief
- alle Anderen waren einfach nur strahlende "Endlich haben wir
unseren Welpen"-Besitzer.
Was tat uns der kleine Irish leid und wie entsetzlich unwissend und
unsensibel sind manche zukünftigen Hundebesítzer. Bleibt
für den armen Kerl zu wünschen, daß die Besitzerin der
Hundeschule treu bleibt, ist sie doch da in fähigen Händen
und hat die Möglichkeit, zu lernen und Vertrauen aufzubauen.
©Sybille Nass, 16. Juni 2010

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