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Grace
September 2010
Wer uns schon besucht hat weiß, bei uns geht es ländlich-beschaulich zu...
Weder können wir hier mit donnernden LKW´s noch mit Stress und Hektik aufwarten - und so hat sich unsere Gracia zu einer echten Landpomeranze ausgewachsen.
Soweit sich Abwechslung anbietet, wird sie gnadenlos mitgenommen und so ist der Regensburger Hauptbahnhof inzwischen eine lässige Übung und auch Busfahren und Stadt hat sie dank einer Woche Urlaub bei "Romi" ohne grosses Theater gemeistert. (Romi ist da natürlich ein tolles Vorbild und Grace konnte sich dank Romi´s Souveränität gut entspannen;-)))
Heute dagegen wurde es wieder richtig spannend: Den Kindern ward ein Tagesausflug nach Eging am See versprochen, da lockt die Westernstadt "Pullman City" - und wie man dem Internet entnehmen konnte, dürfen Hunde an der Leine mitgenommen werden. Dreiviertel der Familie plus Hund (ein Zweibeiner musste zum Welpen- und Tiersitting zu Hause bleiben) wurde also ins Auto verfrachtet und pünklich um halb.neun in der Früh ging es los.
Eine gute Stunde später am Zielort angekommen, mussten die Buben sich erst einmal "warmlaufen" und machten mit Grace ein Wettrennen - da ist der rote Blitz immer sofort dabei und stets ist es das Ziel der Jungs, schneller zu sein als Grace;-)))
Legere Öffnungszeiten liessen uns schon vor zehn Uhr die "Stadt" betreten und bereits am Eingang wartete das erste Ungeheuer auf Grace: Mindestens zwanzigmal so gross, stark duftend und laut klappernd - ein Pferd!!!! Was für ein Schreck, im ersten Moment dachte sich Grace bestimmt - "das will mich fressen!"
Aber so zeigt sich Gracie gerne: erst einen Riesenschrecken bekommen und kurz danach ist alles okay. Frauchen erklärt, daß Pferde etwas ganz Tolles sind und es lächerlich ist, vor ihnen Angst zu haben. Ein paar Leckerchen tun das ihre zur Entspannung der Situation und ab diesem Zeitpunkt ignoriert Grace Pferde und tut so, als ob an denen überhaupt nichts beachtenswertes dran ist.....
Der Rundgang durch die "Mainstreet" belegt, daß hier Hunde willkommen sind und Grace lernt viele Artgenossen kennen, darunter auch welche, die sich wahrlich ihre "Brötchen selbst verdienen müssen".
Interessant, wie unterschiedlich Grace auf die Hunde reagiert. Überwiegend schnuppert sie und macht einen kurzen Kontakt, jedoch ist sie selten spielfreudig und nur einem lustigen Yorkie kann sie nicht widerstehen, da er sehr charmant zu einem Tänzchen auffordert. Ob Husky, Schäferhund, Goldie, Dackelmix - in jeder Couleur trifft man Hunde und ohne Reibereien laufen die Hunde aneinander vorbei - selbst als in der "main-street" indianische Tänze vorgeführt werden,
Hunde von vier Seiten direkt um sie herum stehen, die ungewohnte indianische Musik die Strasse erfüllt, legt sie sich nach kurzer Zeit hin und wartet geduldig auf das Weitergehen.
Der Höhepunkt dieses ungewöhnlichen "Hundetrainings" ist jedoch sicherlich der Zirkus - denn in diesen Zirkus dürfen auch die Hunde mit. Ein Zelt in der Größe dessen der Wanderzirken erwartet uns und schnell ist es mit Kindern und Erwachsenen gefüllt. Mit den Kindern hat die Mama einen Platz am Rand ergattert, ein Hund hätte zwischen den Stuhlreihen definitv keinen Platz gefunden.
Die Show beginnt, erst recht leise, denn Zirkusdirektor ist der bekannte "Kasper", der sich hinter dem Zirkusrund in seinem Marionettentheater vorstellt. Und wie im Kasperletheater üblich, werden die Kinder wortgewaltig mit "eingebaut" und so brüllt innert kurzer Zeit das ganze Zelt.
Grace steht auf, wo sie gerade noch brav gelegen, schaut einmal rundum, stellt fest, daß sich für sie nichts Interessantes tut und legt sich wieder hin.
In der ersten Nummer, ein Seiltanz, baut sich langsam Spannung auf - auch das merkt Grace und kontrolliert - um sich nach dem heftigem Beifallssturm einfach wieder hinzulegen. Das tut sich noch zweimal, bei der letzten Nummer hält sie ein Aufstehen nicht mehr für nötig, sondern bleibt einfach liegen.
Dann wird es schrecklich eng - alle Zweibeiner strömen zum Ausgang hin - aber selbst das bringt Grace nicht aus der Ruhe - und dankenswerter Weise sind um uns herum wirklich liebe Zweibeiner, die sich bemühen, auch den Vierbeiner in Kniehöhe nicht zu treten.
Ein weiterer Höhpunkt ist die "American History Show", welche ebenfalls in der Mainstreet stattfindet. Galoppierende Cowboys fegen an uns vorbei, Trapper und Goldsucher ziehen durch, selbst Bisons fehlen nicht im Programm. Das fand Grace dann doch ein bisschen heftig. Riesige braune, bepelzte Berge, die durch die Strasse laufen, müssen offensichtlich angeknurrt werden und obwohl diese Prachtexemplare viel beeindruckender sind als Pferde - wo Madame erst einmal die Rute hat hängen lassen - meint sie ausgerechnet bei diesen "wirklichen" Gegnern, man müsse mit erhobener Rute nach vorn.
Was da wohl manchmal in einem Hundehirn vorgeht??????
Auch Grace kommt dank Planwagenfahrt in den Genuss, die Westernstadt aus luftiger Höhe zu begutachten und rumpelt der Wagen auch sehr und eng ist es dazu , so versucht sie dennoch, sich abzulegen, so wenig tangiert sie auch diese neue Erfahrung.
Zur Freude der Kinder entdecken wir auf dieser Fahrt den Spielplatz und die Eisenbahn und so wird gleich nach der Planwagenfahrt der Spielplatz aufgesucht.
Der ist für Grace wenig interessant, umso mehr die Lokalität des Zuges - denn wo die Eisenbahn mit den Kindern aussenherum fährt, findet sich innen ein Gehege mit Ziegen und Hasen. Und die findet Grace ungemein spannend: am liebsten würde sie über die Gleise hopsen und das Gehege genauestens untersuchen. Geht aber nicht und da Frauchen resolut bleibt, legt sie sich resigniert hin, geduldig darauf hoffend, daß das Zugfahren den Kindern irgendwann langweilig wird....
Um 17:00 beschliessen wir dann, uns wieder auf dem Heimweg zu machen, Grace legt sich friedlich in ihre Box und lässt nichts mehr von sich hören - so ein aufregender Tag fordert eben doch seinen Tribut;-)))
©Sybille Nass, 2. September 2010
Besuch von Ulvi, Mitte September 2010, die zwei haben Spass ohne Ende!

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