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Janko

(Janko vom Weddern)

 

Als wir den J-Wurf vom Weddern anschauten - das Kromivirus hatte uns längst in festen Händen und kein Weg war uns zu weit, um dergleichen zu treffen - stach mir sofort der einzige hellgeborene Rüde ins Auge:

dieser Hund war so fantastisch, dass ich wusste, wenn ich einen Rüden in der Zucht einsetzen wollte, dann diesen!!!!


Er wurde nach Frankfurt verkauft und es dauerte nicht lange und seine Odysee begann. Nachdem vom Besitzer die Freundin gewechselt hatte, musste der Hund weichen - und landete wohl vorerst bei anderen Freunden. Aber auch dort konnte er nicht lange bleiben und zurück zur Züchterin wurde er wiederum an einen Schäfer vermittelt. Das scheinbare Idyll jedoch trog und abgemagert und verstört kam er wieder zurück zur Züchterin. Diese wusste um meine Begeisterung von Janko und so setzte ich mich nach ihrem Anruf in den Zug, um Janko zu uns zu holen.

Ein Bild des Jammers: aufgepäppelt, aber immer noch zaundürr, das Fell verzottelt, am Hals, wo die Kette gescheuert hatte, war kaum noch Haar, Entzündungen immer noch sichtbar. Hatte ich Janko meinem Mann in schillernden Farben geschildert, konnte er nach unserer Ankunft bei aller Liebe mein gezeichnetes Bild nicht in Einklang bringen mit dem Hund an meiner Leine.

Und leider hatte er auch noch einige Macken mitgebracht: An- und Ableinen war nicht ohne Gegenwehr möglich und auf Druck folgte sofort Angriff. Ausserdem konnte er keinerlei Schmerzenslaute von Menschen ertragen: auch hier griff er sofort an. Es ist uns noch heute schleierhaft, wie es zu solchem Verhalten kommen konnte! Aber zumindest lernten wir durch ihn rigoros die "Zähne zusammenzubeissen".


Mit viel Einfühlungsvermögen gelang es bald, Janko aus der Reserve zu locken und traute er sich anfangs abends nicht einmal ansatzweise in die Nähe eines Bettes, so schlief er kaum ein halbes Jahr später zufrieden daneben ein. Sein Fell erhielt dank entsprechender Pflege wieder Glanz und seinem rauhaarigen Fell entsprechend gezupft, konnten wir nach einem halben Jahr auf den Ausstellungen genau den Hund zeigen, wie er als Welpe versprochen hatte, sich zu entwickeln. Wir waren so stolz auf ihn!


Von seinem Besitzer hatte er einen ausgezeichneten Grundgehorsam mitgebracht, für uns galt es nur, seine Abneigung gegen grosse schwarze Rüden in den Griff zu bekommen. Auch diese Hürde wurde gemeistert und fortan konnte er wie alle anderen unserer Hunde auch, die leinen- und halsbandlose Freiheit in vollen Zügen geniessen.


Janko wurde ein angenehmer Begleiter, den im Alter die Vergangenheit einholte: mit fast vierzehn Jahren hörte er kaum mehr und auch sein Bewegungsapparat litt. Fatalerweise entwickelte er zunehmend wieder "alte" Macken und dazu gehörte, sich nicht tragen zu lassen.

Schweren Herzens mussten wir ihn einschläfern lassen, da er nicht akzeptierte, unsere Treppen im Haus hochgetragen zu werden. Und er hasste es, sich abseits der Familie zu befinden, weshalb auch ein warmes Plätzchen ebenerdig von ihm nicht angenommen wurde.


Janko war der Vater der B-, D-, E- und N-Wurfes von der Holderheide.