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Maggie

Mischling, geb. 11.Juni 2007

Aktuell:

Maggie ist angekommen…..

….und den ersten Abend verbrachten wir gemeinsam mit ihrem nun „ehemaligen“ Besitzer in geselliger Runde – immer wieder ist es erstaunlich, wie die Zeit nur so dahinfliegt, wenn man in angeregte Gespräche vertieft ist, und natürlich: beim Lieblingsthema Hund!

Und die Antennen unserer „alten Damen“ schlugen wieder in die richtige Richtung aus:
Die gehört zu uns, das ist „die Neue“.

Und wie schon bei allen anderen „Fremdlingen“ zuvor (der letzte Zuwachs diesbezüglich war ja Sucre), war es, als könnten sie schon vorher unsere Gedanken lesen oder unsere Gespräche verfolgen: mit nicht einmal einem Schulterzucken wurde Maggie in den Kreis der „Holderheide“ aufgenommen.
Allein Tara wollte sich mit Maggie nicht abfinden und meuterte. Wie leicht liesse sich in diese Abwehrhaltung hineininterpretieren, dass sie den kommenden Wechsel wohl erahnte….
Wüssten wir nicht ganz genau, dass sich Tara ebenso schnell in ihrer neuen Heimat akklimatisierte, wie Maggie dies bei uns tat!

Am ersten Abend zeichnete sich Maggie vor allen Dingen durch „Renneritis“ aus – sie konnte nicht zur Ruhe kommen. Alles neu und dazu noch überall kleine Katzenbabys, von denen Maggie meinte, sie unbedingt pflegen und putzen zu müssen.
Interessanterweise gebot auch Katzenmama „Semiramis“ der „Neuen“ keinen Einhalt – wo sie sonst doch sehr darauf bedacht ist, ihr fremde Hunde von den Kleinen fernzuhalten. Aber offensichtlich spürte sie Maggie´s gut gemeinten Absichten sofort und akzeptierte sie kommentarlos.

Um Maggie letztendlich zu helfen, wurde sie von uns ins Platz geschickt ( ein urgemütlicher runder Korb mit Crunchie als Innenleben) und da konnte sie sich nun endlich entspannen.
Sollte man sagen „spät am Abend“ oder „in der Früh“? als Nicht-mehr –Herrchen uns verließ? Da jammerte sie nun – verständlicherweise- ihrem Herrchen hinterher.

Und konnte wieder keine Ruhe finden. Also, damit der Rest des Rudels nicht um den kurzen, aber wohlverdienten Schlaf kommt, ein weiterer Platzverweis und Maggie legt sich auf das Bett, einen tiefen Seufzer ausstoßend und schläft dann endlich ein.

Von ihr werden am Morgen zuallererst die Kinder mit großer Begeisterung begrüßt – endlich hat sie Kinder ganz für sich allein, man merkt ihr an, das findet sie oberklasse.
Der erste Gang morgens ist stets der Garten, dann ist Torsten an der Reihe, der um dreiviertelsieben los zum Schulbus muss. Und nachdem auch Konstantin startklar für den Kindergarten ist, kommt die ganze vierbeinige Rasselbande an die Leine und wir machen uns auf den Weg zum Kindergartenbus. Ist Konstantin glücklich abgeliefert, wissen die Hunde genau – jetzt kommt ihre Runde.
Eine Ecke weiter wartet Anja mit Athos auf uns und nun beginnt der gemeinsame Gang. Und Maggie mittendrin, denn wir vertrauen auf unser Rudel und Maggies Anhänglichkeit, so dass sie sich ebenfalls gleich frei ins Getümmel werfen darf. Bald stellen Maggie und Athos fest, dass man wunderbar miteinander rennen kann und legen so manchen Spurt ein. Zu schön ist es, beim Toben der Hunde zuzusehen.

Wieder zu Hause angekommen, warten die üblichen Arbeiten und dies wissend, haben sich unsere Hunde darauf längst eingestellt – nur Maggie hat noch keinen Plan und irrt etwas hilflos im Haus herum. Einen Kauknochen später ist sie zufrieden und schlummert wie die anderen Hunde friedlich in einem der Dutzenden „Hundebetten“ (was da sind Hundekörbe, Liegen, Hundeboxen, Crunchies, Hochetagen, und Sessel oder auch Stühle…) die bei uns in allen Zimmern verteilt sind.
Nachdem Maggie feststellt, dass ihr die Katzenbabys nicht weggenommen werden, sinkt ihr Aktionismus deutlich und sie begnügt sich mit weniger Kontrollen. Gustav ist ihr nächstes Familienmitglied, dem sie begegnet und Gustav, gelassen wie immer, lässt ihr Beschnuppern geduldig über sich ergehen, um sich dann zum Futter zu trollen.
Rosine allerdings stellt fest, dass man mit Maggie tatsächlich spielen kann und regt eine wilde Jagd durch die Zimmer an, und Maggie ist gleich Feuer und Flamme. Wie gemein nur, dass Rosine so viele Ecken und Kanten hat, wo man als Hund einfach nicht an sie herankommt. Und Rosine sitzt dann frech da und man sieht ihr so richtig an, wie sie Maggie die lange Nase zeigt;-)))

Beim Füttern kommt der Kromi wieder deutlich zu Tage: Ein zwei Happen, dann schauen wir doch mal, ob die anderen nicht etwas Besseres im Napf zu bieten haben. Nein??? OK, dann nehmen wir doch noch ein paar Bissen aus dem eigenen Napf – aber Maggie ist dem Fressverhalten unserer Hunde gut angepasst: Man kann fressen – aber man muss nicht……

Der Hundespielzeugkorb ist von Maggie auch schnell entdeckt und als Athos zu Besuch kommt, hat sie den idealen Sparringspartner. Mit dem sie beim nächsten Spaziergang auch unseren Samuel scheucht – was dieser ihr übel nimmt. Frauchen auch und es folgen scharfe Worte der Zurechtweisung. Aha, auch hier lässt der Kromi in ihr grüßen – kaum scharf angeblickt, fällt sie in sich zusammen. Aber die Lektion sitzt, Samuel bleibt seither unbeachtet, aber Freundschaft wird es zwischen diesen beiden nicht geben, unser Kater ist diesbezüglich sehr nachtragend.

Clickern kennt sie noch nicht, aber es macht ihr Spaß und auch das Zerlegen von gefüllten Zewa-Rollen ist ein ihr unbekanntes Gebiet. Aber das kann man alles lernen – nur die offene Treppe ins obere Stockwerk ist noch ein unüberwindliches Hindernis. Was abwärts funktioniert, sieht aufwärts einfach noch sehr bedenklich aus…..
Aber welcher Genuss wenn man oben ist, und dann im Bett schlafen darf – wahrscheinlich wundert sich Maggie über die anderen Hunde sehr, denn die dürfen das auch, tun es aber gar nicht…..
(Die haben aber dafür schon raus wie unruhig Frauchen schläft!)

Bei den Spaziergängen orientiert sich Maggie stets an Sucre und folgt ihr auf Schritt und Tritt – außer der Abstand wird ihr etwas zu weit, da dreht sie dann doch lieber ab und kommt schnell wieder zu uns zurück. Aber sie läuft bei uns mit, als hätte sie ihr Leben lang nichts anderes getan. Und genauso verhält es sich, sind wir mit dem Auto unterwegs. Mit den anderen Mädels teilt sie anstandslos die Box, springt rein und raus, und freut sich auf alles was kommt.
Besuch wird freundlich willkommen geheißen, fremde Hunde sieht sie allerdings lieber draußen – ganz klar hat sie „ihr“ Heim als solches anerkannt und möchte darin keine fremden Hunde sehen.
Da machen ihr die Zweibeiner aber deutlich klar, dass nicht ihre Entscheidung hier zählt, wer kommen darf und wer nicht – und das ist für Maggie dann auch wieder okay.
Zunehmend wird Frauchen okkupiert und am Computer liegt ihre Nase nun auf Frauchen´s Füssen und auch sonst folgt sie auf Schritt und Tritt.

Und siehe da – seit gestern können wir auch die offene Treppe heil überwinden. Noch vorsichtig zwar, aber ganz ohne Hilfe von den Zweibeinern…

Und Maggie hat sich definitv entschieden: Vor ein paar Tagen haben wir Christoph gesehen. Maggie hat ihn begrüsst, aber ist nicht von unserer Seite gewichen.

Vollständig akklimatisiert könnte man dies nennen. Oder angekommen. Was uns besser gefällt.

©Sybille Nass/anfang Dezember 2008

   
 
   
 

     

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und hier: die Vorgeschichte!

Normalerweise erzählt man eine Geschichte von Anfang an...
aber ich möchte das Schönste gleich vorweg nehmen, deswegen kommt bei dieser Geschichte der Schluss zuerst!


Maggie darf Mitte November 2008 zu uns ziehen – und dafür sind wir Christoph Kappel von ganzem Herzen dankbar.


Mit ihr bekommen wir eine Hündin, die für ein Zuchtprogramm der IGRK ausgesprochene Eignung zeigt:
Sie ist nicht reinrassig, aber ihre Ahnenreihe ist bekannt. Ihr Charakter ist tadellos und sie gleicht einem Kromfohrländer zum Verwechseln.


In Maggies Ahnenreihe finden sich sogar eigene Hunde! In sechster Generation findet sich bei ihr der von uns gehaltene und würdig mit über 15 Jahren gestorbene Kromfohrländer „Janko vom Weddern“, wobei die Mutterlinie überwiegend durch Mischlinge besetzt sind, deren Aussehen in der Regel derer von Kromfohrländern entsprach.
Die bunte Mischung wurde jedoch auch von rassereinen Hunden durchsetzt, so finden sich ein Softcoated Wheaten Terrier ebenso wie ein Chihuahua!


Eine gehörige Portion Wissen über Genetik ist natürlich vonnöten und eine glückliche Hand in der Zuchtauswahl, um das Potential gut zu nützen. Aber wie alle unsere Hunde, ist Maggie in allererster Linie und die meiste Zeit ein Familienhund – und als solche wünschen wir uns für sie eine leichte Integration und aneinander viel Freude.


Und jetzt kommen wir zum Schluss, der eigentlich ein Anfang ist...

 

Als Angelika Schneider-Müller in ihrer Funktion als Zuchtbuchführerin zur Bearbeitung unseres „hauseigenen“ Programmes „IGAZ“ meine eigenen Zuchtbuchunterlagen erhielt, hatte sie als Züchterin bereits mehrere Würfe aufgezogen und war mit dem Thema Wesen und Gesundheit der Kromfohrländer bestens vertraut.
Nachdem ihre drei Hündinnen in die Jahre gekommen waren und der Gedanke an eine neue, junge Hündin konkrete Formen annahm, stand fest, dass es eine reinrassige Kromfohrländerhündin werden sollte.
Bis - ja, bis sie anfing, die von mir gesammelten Gesundheits- bzw. Krankheitsdaten in IGAZ einzutragen. Die von mir akribisch gesammelten Aufzeichnungen und durch die Daten des RZV ergänzte Sammlung bot umfangreiches Material – mit dem für Angelika der Entschluss reifte, von der Idee einer reinrassigen Hündin Abstand zu nehmen – zu riesig erschien ihr nunmehr die Krankheitslast der Reinrassigen….
Aber als „Ursprung“ dieser Daten ist diese Sachlage auch an uns nicht „vorbeigezogen“ und sozusagen „nebenher“ betreuten wir auch Würfe mit Kromfohrländermischlingen.

Einer soll hier im Mittelpunkt stehen, und er begann vollkommen „harmlos“ als Anfrage eines Hündinnenbesitzers.
Ihm war zugetragen worden, dass wir einen Irish-Terrier -Rüden „Lurvendhalis Finnred“, genannt „Flynn“ besaßen, welcher – aber nicht nur - durch sein tolles Wesen bestach.
So stand er eines Tages vor der Tür um sich und seine „Yoko“ vorzustellen.
Nun, für eine „Mischlingszucht“ auf Halde standen unsere Rüden nie zur Verfügung, jedoch sind wir von menschlicher Seite her immer bereit, uns anzuhören, was Hündinnenbesitzer dazu veranlassst, einen Mischlingswurf aufziehen zu wollen.
Und Herr Schlenk war nur zu bereit, uns seine Geschichte zu erzählen. Und was wir zu hören bekamen , klang für uns akzeptabel: Mit seiner ersten Hündin „Moritza“ , einer Spitzhündin, hatte er in deren Lebensmitte einen einzigen Wurf, woraus er eine Hündin behalten hatte.
Diese wurde „Punkti“ genannt und durfte ebenfalls zur ähnlichen Zeit wie schon ihre Mutter einen Wurf aufziehen. Vater wurde der Deutsch-Drahthaar-Rüde „Moritz vom Drackenstein“.
Sechs Welpen fielen bei ihr , Frieda blieb am heimatlichen Herd.
Die Serie setzte sich fort, denn für Familie Schlenk war es immer wieder eine schöne Erfahrung, Mutter und Tochter zusammen zu halten und die Hunde quasi über Generationen beobachten zu können.
Frieda wurde von „Nachbar´s Arco“ gedeckt , mit deren Tochter „Yoko“ Herr Schlenk dann bei uns um einen Deckakt nachfragte – denn Erfahrung macht klug. Für Familie Schlenk war es nicht mehr akzeptabel „irgendeinen“ Rüden einzusetzen und ein va-banque-Spiel zu riskieren….
Nachdem wir abgeklärt hatten, dass bereits im Vorfeld gesichert Bewerber für die Welpen vorhanden waren, erklärten wir uns mit einem Deckeinsatz einverstanden – sind wir doch sehr „menschlich“ denkende Züchter und hatten für diesen „Generationeneinsatz“ viel Verständnis.
Der gefallene Wurf war erfreulich klein und bestand aus drei Hündinnen, Yoko´s Tochter „Flynni“ konnte bei ihrer Mutter bleiben.
Die Jahre vergingen – bis wieder ein Anruf kam: Flynni war soweit, die nächste Tochtergeneration auf die Welt zu bringen. Und nichts lag diesmal näher, als einen Kromfohrländer als Deckrüden einzusetzen.
Gesagt, getan und Flynni erwies sich nicht nur als im Wesen tolle und gelehrige Hündin, sondern auch als vorbildliche Hündin, die ihre Welpen wunderbar aufzog.
Unter drei Hündinnen konnte Familie Schlenk nun wählen und beim Namen „Kromi“ kann sich jeder denken, welche der Hündinnen wohl geblieben ist;-)))
Ein Rüde jedoch erhielt einen Platz in besonderer Umgebung – er landete sozusagen im „Filmgeschäft“, denn er kam zu Christoph Kappel, der seines Zeichens Filmtiertrainer ist.
Fredy, so heißt Flynni´s Abkömmling bei ihm, ist sicher vielen Fernsehzuschauern gut bekannt, ist er doch „Maskottchen“ der Gothaer Versicherung, aber auch Darsteller in zum Beispiel „Zwei Ärzte sind einer zuviel“…
Christoph ist voll des Lobes über Fredy: selten habe er einen Hund besessen, der so unwahrscheinlich schnell lernt, keinerlei Berührungsängste kennt und so ein Durchhaltevermögen – auch bei anstrengenden Dreh´s – zeigt.
Und: er ist der Vater „unserer“ Maggie. Unserer Maggie in Anführungszeichen, denn Maggie ist bei Christoph Kappel aufgewachsen und dort zu Hause. Beziehungsweise: sie war es.

Und dies ist das Ende der Geschichte, aber eigentlich ist es der Anfang... ;-)


©Sybille Nass / November 2008