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Ausstellung in Nürnberg
Unsere Hunde gehören definitiv zur Spezies der „Landeier“. Sie leben in wunderschöner Landschaft, geniessen es, über Felder und Wiesen zu toben, Wald gibt es ohne Ende und Autoverkehr kennen sie zwar, aber mit dem Wörtchen „Schwerlastverkehr“ wüssten sie rein gar nichts anzufangen.
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Artgenossen treffen wir hin und wieder, aber um einen geselligen Austausch zu ermöglichen, müssen die Hunde ins Auto verfrachtet werden und dann geht es ab Richtung Regensburg ins dortige Auslaufgebiet der Stadt, an den Regen.
Hier trifft sich Groß und klein, einfarbig und bunt, bärtig, langhaarig und bei gemütlichem Plausch tollen auch unsere Drei in der bunten Gruppe mit.
(Katla haben wir nur selten dabei, sie findet das in ihrem Alter reichlich überflüssig und teilt uns das auch ziemlich deutlich mit, denn sie steigt dann einfach nicht aus dem Auto aus;-))) ). |
Da wir aber als Züchter gerne wissen möchten, wie sich das Wesen unserer Hunde unter Stress zeigt, nutzen wir immer wieder gerne dazu die Möglichkeit, mit den Hunden eine Ausstellung zu besuchen.
Für „Landeier“ geradezu ideal, um zu sehen, wie sie mit einer solchen Situation fertig werden: Dutzende und Aberdutzende von Hunden, Gebell aus jeder Ecke, wahre Geruchsexplosionen für die empfindliche Hundenase und ein stundenlang andauernder gleichmässig hoherLärmpegel und Menschen, wohin man auch nur sieht.
Das Ausstellungswesen: Vor mehr als zehn Jahren für uns eine Selbstverständlichkeit, waren wir doch begeisterte und durchaus sehr erfolgreiche Aussteller mit unseren Kromfohrländern.
Schon damals haben wir das Verhalten der Hunde auf Ausstellungen gerne als Indiz für eine Wesensbeurteilung herangezogen, denn so mancher schöner Rüde schied hier bereits für uns aus, da er sich beim Richten nicht mehr anfassen liess, gar mit Angst oder Aggression reagierte und eher unangenehm auffiel.
Und so war es für uns sehr spannend, zu sehen, wie unsere „Landeier“ auf dieses, ihnen vollkommen unbekannte Umfeld, reagieren würden.
Sehr angenehm als Nicht-Aussteller: keine Hektik am Morgen, keine Hetze zum Ring, keine stundenlange Warterei, sondern gemütliches Losfahren am Morgen in aller Ruhe, gemeinsam mit Freunden, sehr entspannt mit den Hunden in die Halle, und dann Eintauchen in die ganz eigene Atmosphäre der Ausstellungen.
Heute blieben also Katla und Maggie daheim, Grace und Viva Vanilla durften mit nach Nürnberg.
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Meine beiden, Grace und Viva, fanden wahrscheinlich schon beim Aussteigen, dass hier etwas komisch ist, denn wohin der Blick auch ging, kein Grün in Sicht, dafür hinten Hunde, vorne Hunde, von recht und auch von links.
Für Mia war dies ebenfalls Neuland, nur Tara und Mandy sind solche „Hundeaufläufe“ vom Agility her gewohnt. Da die Kromfohrländer viel später als die Irish-Terrier gerichtet wurden, machte ich mich mit Grace und Viva auf zum Terrierring, während die Kromitruppe den ihrer Rasse treu blieben.
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Erfreulich viele Iren waren gemeldet, allerdings nur zwei Rüden, dafür 12 Hündinnen.
So platzierten wir uns am Ring und sahen erst einmal dem Richten der Iren zu. Was nicht ohne Unterbrechung gelang, denn Viva und Grace als Pärchen zog beachtliche Aufmerksamkeit auf sich und so wurde ich immer wieder auf die Zwei angesprochen.
Und sie haben sich toll gezeigt, die Mädels: sie lagen weitgehendst ruhig und entspannt zu meinen Füssen, nur wenn der Airdalerüde hinter ihnen wieder zu aufdringlich wurde, mussten sie den Platz wechseln und liessen das Treiben um sich herum halt „geschehen“.
Sie fanden es, glaube ich, komisch, so einen Betrieb mit soooo vielen Hunden und Menschen, liessen sich jedoch geduldig streicheln, beim Lauf durch die Industrie fanden sie die vielen Futternäpfe ausgesprochen interessant und sie waren sich nicht zu schade für einen kleinen Diebstahl in der „Trockenwarenabteilung“ – Pech nur, dass Frauchen das gesehen hatte;-)))
Geduldig haben alle Hunde gewartet, wenn die Zweibeiner ins nicht zu vermeidende Fachsimpeln verfallen sind und das Fazit der Ausstellung für unsere Hunde lautet: Alle haben erfolgreich bestanden.
Nicht ein einziges Mal zeigten sie Ängstlichkeit, sie verhielten sich absolut ruhig, ich kann mich nicht erinnern, von unseren Hunden überhaupt einen „Beller“ gehört zu haben, die vielen Hunde haben sie wenig beeindruckt und jeder, aber wirklich jeder hat sich problemlos streicheln lassen.
Besonders Viva hat mich beeindruckt, denn eine Mutter mit einem behinderten Kind fragte mich, ob das Kind (ca. 10 Jahre) Viva streicheln dürfe und da Viva sehr freundlich ist, durfte sie das natürlich.
Und selbst diese motorisch sehr ungelenken Bewegungen störten Viva nicht, im Gegenteil, sie hielt ganz, ganz still, denn das Mädchen war sehr ängstlich und vorsichtig und offensichtlich hatte sie dies gespürt, denn wer Viva kennt, weiss, dass sie der geborene „Kampfschmuser“ ist und streicheln stets stürmisch-liebevoll zu erwidern weiß.
Interessant auch die Diskussionen mit den Kromfohrländerbesitzern.
Einkreuzen ja, das ist keine neue Einsicht, auch bei den reinrassigen Kromibesitzern ist es kein Neuland mehr.
Heftig dagegen die Einstellungen zu dem, WAS eingekreuzt wird und hier geraten wir immer wieder ins Kreuzfeuer der Kritik – was sich auch wieder in Nürnberg in den Gesprächen niedergeschlagen hat.
Einkreuzen JA, aber AUF KEINEN FALL MIT MISCHLINGEN!
Das ist schon ein regelrechter Standardvorwurf, aber, im Gespräch, und daran erkennt man, wie wichtig diese persönlichen Gespräche sind, doch immer wieder zu entkräften.
Es ist ja auch paradox: auf der einen Seite das Wissen um die Problematik der Rassehundezucht mit immer mehr Züchtern, sie sich von dieser Form der Zucht mit den bekannten negativen gesundheitlichen Folgen für die Hunde abwenden, einer Rassehundezucht, in welcher immer offener über die Erbkrankheiten in den unterschiedlichsten Rassen gesprochen wird - und auf der anderen Seite Besitzer von reinrassigen Kromfohrländer, die sich FÜR das notwendige Einkreuzen aussprechen, aber ausschliesslich einen „gesunden“ Rassehund zum Einkreuzen verwenden wollen.
Gesunde und vitale Mischlinge werden regelrecht verteufelt mit dem Argument, dass man nichts über sie weiss und sie alles mögliche in die (schon kranke) Rasse der Kromfohrländer hineinbringen könnten.
Daß die bekanntermassen an Erbkrankheiten leidenden Rassehunde dies ganz sicher tun, wird offensichtlich gerne übersehen und darauf angesprochen, gerät dann doch so mancher Verfechter dieser Haltung sehr ins grübeln….
Gerne wird als weiteres Argument herangezogen, man möchte doch auf die Ausgangstiere zurückzüchten, das würde sich doch am ehesten anbieten.
Und ja – das tun wir gerne: Urpeter war ein Mischling!!!!!!
Erstaunen ist oft die erste Reaktion und prompt folgt die Zweite mit „Aber, das war doch ein Griffon“?????
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Wer sich in der Rassehundekunde auskennt, weiss, dass dies schon von den ersten Generationen an nicht sein kann und spätestens unsere eigene Rückkreuzung auf Griffon hat es bewiesen, denn noch nie hatten die Hunde von Frau Schleifenbaum solche Ohren wie unsere Viva, noch je einen Hinterhauptstachel.
Beides Merkmale, die sie bei einer ausgewiesenen Griffonabstammung hätten zeigen müssen…
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Und da wir uns als Zuchtziel einen Kromfohrländer gesetzt haben, wollen wir auch sein einzigartiges Wesen erhalten –
und das ist nicht das Wesen eines Foxterrier, viel öfter haben wir das geeignete Wesen in unseren Mischlingen für das Einkreuzprojekt gefunden: freundlich, aufmerksam, sozial sowohl gegenüber Hunden, als auch gegenüber Menschen, Großen wie Kleinen.
Und die Ergebnisse sprechen für sich, auch wenn klar ist, dass unser Weg noch ein langer sein wird:
er macht Mut und Freude und gibt uns wieder die Motivation zu einer Zucht, die wir bereits verloren glaubten….
©Sybille Nass; Januar 2012

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