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Sucre
Grand Basset Griffon Vendeén-Hündin, geb.
2. April 2006
gestorben im August 2011
Ein grosser Schatz ist nicht mehr -
im August 2011 erlag Sucre
ihrem Krebsleiden,
ihre neuen Besitzer mussten sie nach viel zu kurzer Zeit wieder gehen lassen.
In Viva vanilla und ihren Geschwistern wird sie weiterleben...
Ein Hundeleben wird, gemessen an einem Menschenleben,
immer zu kurz sein - ihres war viel zu kurz.
(das Bild zeigt die erste Aufnahme von ihr: "So wollen wir sie in Erinnerung behalten..")

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wie Sucre zu uns kam...

Es begann mit einer Frankreichfahrt:
Am 23.11.06, einem Mittwoch, ging es los und begann, genau besehen, recht
langweilig. Ich startete von Sulzbach um 18 Uhr und legte einen Zwischenstopp
in Abbach ein, zwecks Protokollabgabe des letzten IGRK-Treffens, ein kurzer
"Ratsch" und dann wurde es bis 0 Uhr 30 öde für mich,
denn ausser Fahren, Fahren Fahren war nichts geboten, nicht einmal Landschaft
gucken oder sonst irgendwie Abwechslung, es war nur Autobahn angesagt.
Maria stand in Erwartung, aber auch schon etwas ermüdet in den Startlöchern
für eine kleine Mitternachtssuppe ("etwas Warmes braucht der
Mensch!“), kurze Absprache wegen des morgigen Tages und dann ab
in die Kiste.
Dafür am Donnerstag um 7.30 Uhr flott aufgestanden und alles eingepackt,
um 9.30 Uhr ging es dann los Richtung Frankreich. Eine ordentliche Strecke
lag vor uns, ca. 800 km einfache Fahrt.
Der Wettergott meinte es gut, zu zweit lässt sich auch die langweiligste
Fahrt geniessen und so schwand Kilometer um Kilometer; unterbrochen nur
von den lästigen Mautstellen, die mal hier 10 Euro einforderten,
dort nur 2,80 Euro, aber auch mit über 20 Euro aufwarteten für
die Benutzung der Autobahn. Jedoch, was für ungewohnter Segen; Verkehr
wie vor 15 Jahren in Deutschland, was heisst: relativ wenig LKWs, moderater
PKW-Verkehr. Im Gegensatz zu den überfüllten deutschen Autobahnen
mit LKWs dicht an dicht eine wahre Wohltat, besser gesagt Wohlfahrt!
Curry als allergeduldigste vierbeinige Mitfahrerin lag hinten Stunde um
Stunde und als ein passender Weg ausgespäht war, konnte sie sich
leider nicht lange ihre vier Beine vertreten, ein voran liegendes Gehöft
beherbergte einen wenig symphatisch erscheinenden Schäferhund, den
zu passieren man sich dann doch nicht traute. Wieder retour, passenderweise
nun mit Schauern begleitet, wurde die Fahrt für die zwei Abenteurerinnen
doch beschwerlich, da Licht und Sicht sich nur noch zögerlich zur
Mitarbeit hinreissen liessen.
Das Abenteuer Tanken mit Gas in Frankreich erwies sich glücklicherweise
weniger spannend als erwartet, dank guter Vorbereitung von Maria, die
sich rechtzeitig mit einem Frankreich-Aufsatz ausgerüstet hatte,
denn, man kennt es ja schon von der Politik- in Frankreich gibt es nur
französiche Aufsätze, im Gegensatz zu Deutschland, wo man an
der Tankstelle alle gängigen Tankaufsätze zur Verfügung
hat. Schon beim ersten Tanken zeigten sich die Tücken der französischen
Art, ein Tankwart hatte jedoch Erbarmen, und eilte zu Hilfe, was mit grosser
Erleichterung quittiert wurde. So eine französische Tankanweisung
kann einen ja auch schon ordentlich in Bedrängnis bringen, gerade
wenn das französisch doch ziemlich eingerostet ist...Das zweite Tanken
vereiste das Auto noch ziemlich, aber danach musste es immer weniger leiden.
Man muss sich das einmal vorstellen, wir fuhren tatsächlich an den
prächtigsten Schlössern und Burgen vorbei, aber hielten eisern
nicht ein einziges Mal. Und an der Loire wimmelt es nur von schönen
Schlössern, ein echter Jammer, aber der Zeitplan war knapp als knäpper
und liess keine grossartigen Pausen zu.
Die letzten hundert Kilometer waren dann wirklich zäh. Keine Autobahn
mehr. Wieder nichts zu sehen. Im Dunklen eine unbekannte Strecke mit französischer
Verkehrsführung - da wurde Hochkonzentration gefordert. Otto hatte
dankenswerterweise den guten Michelintipp an Maria gemailt und nach Tours
eine Wegbeschreibung von ihm, die uns die Strecke vereinfachen sollte.
Trotzdem zogen sich die letzten Kilometer und wollten sich so gar nicht
dem Ziel nähern.
Zweimal musste wir wenden, fällt aber nicht unter die Kategorie verfahren,
eher unter "über´s Ziel hinausgeschossen". Dann war
es geschafft. Fast. Denn am extra hellerleuchteten Haus sind wir prompt
vorbeigefahren. Kann man uns aber nicht verübeln. Otto schrieb, das
zweite Haus ist ihres - das erste Haus lag aber im Dunkeln und konnte
als solches demzufolge auch nicht identifiziert werden...
Drinnen eine warme Stube, die allernettesten zwei Menschen (Otto und Renée),
die man sich gastfreundlicher nicht vorstellen kann und ein Rundum- Verwöhnprogramm
in punkto Essen. Frankreich eben. Da fängt man mit einem Apéritif
an, wendet sich der Vorspeise zu, dem der Hauptgang folgt. Ganz nach französischer
Manier wurden die Magenfreuden mit dem obligaten Käse beschlossen,
von mir mit bedauerndem Blick quittiert - Käse löst Migräne
aus, also heroischer Verzicht.
Eine vierbeinige Bekanntschaft lässt unser Herz allerdings höher
schlagen.

Robin erweist sich als überaus freundlicher Hausgenosse,
der sich auch nicht durch Currys heftige Abwehrhaltung aus der Ruhe bringen
lässt. Neugierig verfolgt er sie im Garten, in typischer Rüdenmanier
wird die Begrüssung der Zweibeiner hintan geschoben- um dann mit
grosser Freundlichkeit wieder wettgemacht zu werden. Geduldig lässt
sich Robin ein erstes Examinieren über sich ergehen, egal was man
mit ihm macht, er lässt sich alles gefallen. Selbst als wildfremde
Person kann man ekelhafte festsitzende Kletten seinem Haar entreissen,
er selbst versucht sie ebenfalls verbissen abzunagen.
Seine Grösse ist ideal, ebenso das Gebäude, Fehlzähne lassen
sich auch nicht feststellen. Er kann wunderbar traben, aber, wie Maria
beim abendlichen Spaziergang feststellt, er zieht sein Herrchen wie einen
Betonklotz einfach hinter sich her. Man traut so einem doch eigentlich
nicht sehr grossem Hund solch eine Kraft fast nicht zu- er kann sie jedoch
ungebremst entfalten.
Marias erste Gedanken sind: Hier ist Training angesagt.
Für beide, Herr und Hund.
Robins Geschichte ist nicht erfreulich.
Seine Herkunft liegt im Dunkeln. Man vermutet, dass er (von
einem Jäger) ausgesetzt wurde. Fast ein Jahr lang schlägt sich
Robin alleine durchs Leben. Wird immer wieder von Hundeleuten beobachtet.
Dann fängt ihn eine Familie ein und nimmt ihn zu sich. Es gibt regelmässiges
Futter. Die Familie muss sich aber wieder von Robin trennen - sie geht
nach Indien. Die Schwester der Familie nimmt Robin zusätzlich zu
ihrer eigenen Hündin auf. Es klappt nicht. Aus geschlechtsspezifischen
Gründen. Ein neuer Platz wird für Robin gesucht. Reneé
sieht in der Bäckerei den Zettel, auf dem ein Platz gesucht wird,
und nimmt ihn mit.
Otto erkennt Robins Potential und nimmt ihn zur Probe. Und behält
ihn nun. Endlich hat Robin ein endgültiges Zuhause gefunden. Er hat
es mehr als verdient. Einen Hund mit so einem umwerfenden Wesen findet
man nicht überall, dazu noch mit seiner Ausstrahlung. Könnte
wirklich auch der von Frau Schleifenbaum aufgelesene "Griffon"
sein, die Parallelen sind interessant. Robin hat deutlich kürzere
Ohren als ein Basset und sein Format stimmt für Kromfohrländer.
Schlägt man in den schlauen Hundebüchern nach, könnte man
auch einen Griffon Nivernais in Robins Ahnen vermuten. Eines ist jedoch
sicher: Er ist rundum gelungen. Vor seinem Wesen verblasst auch die schwarze
Decke, die leider von der Wurzel bis zur Spitze schwarz ist und bleibt.
Draussen ist er stets auf der Suche, er würde sicher auch seine Familie
hin und wieder mit einem Leckerbissen versorgen, allerdings musste er
dies in seinem Leben für sich selbst auch tun, und das Training wird
zeigen, wie es tatsächlich um seinen Jagdtrieb bestellt ist. Im Moment
ist er auf jeden Fall arbeitslos und Arbeit braucht er einfach. Aber die
Fachfrauen waren bei der Hand und blieben nicht untätig.
Natürlich wurden zwischendurch noch am Computer die aktuellen Bilder
von "Bianca" beguckt, aber - Liebhaberbilder eben. Bianca im
Sitzen von allen möglichen und unmöglichen Seiten, Bianca im
Liegen ganz entspannt - nur keines im Stand, wie es sich die Züchter
halt so wünschen würden. Aber wir müssen uns sowieso noch
in Geduld fassen, die Besitzer haben erst am Samstag Zeit, und so wird
noch der Freitag geplant, bevor man müde in die Kissen sinkt.
Maria ist am nächsten Morgen ko. Curry trappelte die ganze Nacht
hin und her, auf dem Boden klackten ihre Krallen so laut, dass für
sie einfach keine Ruhe zu finden war. Kaum war Curry des Platzes verwiesen,
dauerte es nicht lange, bis die Hin-und Herlauferei wieder von vorne los
ging. Mal ging vermutlich Otto an der Türe vorbei - klar, die Wiedersehensfreude
über Otto war gross- mal war es sicherlich auch Robin, der sie an
einem konstanten Schlaf hinderte, aber auch wenn Renée an der Türe
vorbeiging, dürfte dies Curry zur Freude, und damit zum an die Tür
laufen, animiert haben. Die folgenden Nächte wurde sie ergo angebunden.
Daraufhin konnten alle ruhig schlafen.
Nach einem ausgiebigen Frühstück beginnt der Freitag mit dem
Besuch des nächstgelegenen Tierheimes. Hier hatte Otto vor einer
Woche einen Rüden entdeckt, etwas gross vielleicht, aber durchaus
passend. Er ist vermittelt- kein Wunder, er war ja auch ein besonder hübscher
Kerl. Ansonsten viele traurige Hundeaugen, die einen anschauen und mehr
als deutlich sagen: "Nimm mich doch mit". Es fällt einem
schon sehr schwer einfach nur durchzugehen und diese fragenden Augen ausser
acht zu lassen. Tierheime sollte man wirklich nur aufsuchen, wenn man
bereit ist, einen Hund daraus zu erlösen.
Aber es hilft nichts, nun wird auch noch das zweite, ca. 20km weiter entfernt
gelegene Tierheim besucht. Aus der Ferne ist es nicht zu sehen. Es liegt
in einer Abbaugrube, ca. sechs Fussballfelder gross und man muss wirklich
heranfahren und anhalten, um da unten ein Tierheim überhaupt zu sehen.
Leider gerade geschlossen, was aber in Anbetracht der Lage keine Rolle
spielt. Alle Zwinger sind von oben einsehbar und der einzige interessante
Hund ist eine Spinone - viel, viel zu gross.
Nun wartet Renée mit dem Mittagessen und es geht wieder retour.
Nach dem Mittagessen bedürfen die Damen eines Mittagschlafes, aber
danach heisst es auf zum Hundetraining und Otto und Robin haben eine harte
Stunde vor sich. Otto stellt fest, dass Hundeausbildung Arbeit ist und
Robin, dass am Leinenende kein Betonklotz, sondern ein Wesen aus Fleisch
und Blut hängt.
Anschliessend geht es in einen französischen Zoomarkt- aber, welch
Entsetzen- hier hat man keine grossen Erwartungen mehr, sobald man das
Schild erkennt: der französische Ableger des deutschen Fressnapf
lässt grüssen. Spielzeuge und Zubehör aller gängigen
deutschen Marken sind führend vertreten, schön für die
deutsche Wirtschaft, enttäuschend für uns. Aber, im Gegensatz
zu den deutschen Märkten, werden hier lebende Tiere verkauft. Natürlich
werden die bellenden Vierbeiner als erstes unter die Lupe genommen: Schneller
Blick, nein, nichts passendes. Bichon frisée, Yorkies, selbstverständlich
Labis und Goldis, Tibetspaniel- und- alle zu erstaunlich hohen Preisen;
sie schwanken zwischen 790,-- und 950,-- Euro!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! Hauskatzen
waren für 90 Euro zu haben und sehr schöne silberfarbene Perser
kosteten sage und schreibe 750 Euro. Für Robin gibt es hier die Grundausstattung,
schön zu wissen, dass es ihm jetzt so gut geht.
Zuhause wieder angekommen folgt ein gemütliches Abendessen, danach
dreht Otto mit Robin noch seine Runde. Und kommt zufrieden wieder. Robin
läuft viel angenehmer an der Leine. Training erfolgreich umgesetzt.
Diesmal habe ich eine unruhige Nacht. Trotz Renées Hinweis auf
die Bettkante, habe ich eine schmerzhafte Bekanntschaft mit derselben
nicht verhindern können. Die kleinen Zehen schmerzen höllisch
und lassen keinen entspannten Schlaf aufkommen. Frei nach dem Motto, über
Nacht wird es schon besser, werden die Zehen auch medizinisch missachtet.
War keine gute Idee. tun am Morgen immer noch höllisch weh. Ha, am
Abend vorher wurde noch im Bioladen eingekauft. Auch Agriletz = grüne
Heilerde. Kommt sofort rauf. Zwei Zentimeter dick und bleibt noch zwei
Stunden bis zur Abfahrt drauf. Das Abwaschen schmerzt immer noch ordentlich,
aber es geht mit den Schuhen.
Endlich geht es auf den Weg nach Tours. Werden wir eine Hündin mitnehmen
oder nicht??? Die Spannung steigt. Die Wegbeschreibung ist deutlich und
so finden wir problemlos hin. Im Haus Gebell. Frau Gaveau öffnet
uns die Tür und wir werden begrüsst von einer wunder-wunderschönen
Griffonhündin und vollkommen missachtet von einer Petit Basset. Bianca-
ohne Zweifel. Wunderschön, aber auch ins Auge stechend gross. Es
folgt langes Gespräch mit der halben ganzen Familie, von Kinderseite
ist es ganz klar: Bianca muss in der Familie bleiben. Die Schwiegertochter
hat Angst, dass Bianca eine Reproduktionsmaschine werden soll. Der Vater
ist Vollblutjäger und will unbedingt einen brauchbaren Jagdhund.
Bianca ist überhaupt nicht brauchbar. Auf der Jagd verschwindet sie
unters Auto. Schlecht fürs Jagen....Im Haus will Herr Gaveau aber
nur zwei Hunde halten. Der Züchter von Bianca hat gerade wieder einen
Wurf, und nachdem viele französischen Griffonzüchter die Jagdeignung
garantieren, könnte er jetzt einen neuen Welpen übernehmen,
als Ersatz für Bianca. Die er uns schenken würde. In Bianca
muss man sich sofort verlieben. Sie ist zauberhaft. Draussen zeigt sie
sich überaus charmant, akzeptiert sofort, dass Curry in Ruhe gelassen
werden will und macht mit mir Kontakt. An ihr stimmt wirklich alles -
nur nicht die Grösse. Drinnen lernen wir nun auch noch die Katze
der Familie Gaveau kennen- eine Hauskatze, die sich ihr Futter bei dem
Umfang bestimmt nicht draussen verdient. Ach ja, gegenüber des Hauses
ist Kindergarten und Schule - Bianca liebt Kinder und die Kinder lieben
sie - nicht wirklich erstaunlich bei ihr.
Wir fahren nach Hause, gedrückte Stimmung, Bianca ist bei Familie
Gaveau geblieben. Wir haben Bedenkzeit vereinbart. Am Abend Anruf von
Frau Gaveau. Sie möchte unserer Entscheidung wissen, denn ihr Mann
würde Bianca am nächsten Morgen mit zur Jagd nehmen, wenn wir
sie nicht haben wollen. Schweren Herzens sagt Otto wegen der Grösse
ab.
Am Abend werden meine Zehen nocheinmal mit grüner Paste eingedeckt
und in der Nacht kommt Arnika drauf. Am nächsten Tag ist gesichert,
Autofahren funktioniert ohne Schmerzen, Paste und Arnica haben in erstaunlich
kurzer Zeit ihre volle Wirkung entfaltet. Gut, dass wir von dem grünem
Zeug einen Vorrat eingekauft haben.
Marcus wurde am Abend vorher von der Absage informiert. Am Morgen kommt
die Überlegung auf den Tisch, dass Otto von Bianca Bilder an Marcus
schicken kann, dieser diese weiterleitet und telefoniert, um wegen der
Grösse von Bianca die Meinung der zu Hause gebliebenen IGRK-Mitglieder
zu erfahren. Es ist der Gedanke nicht von der Hand zu weisen, dass es
schon extrem ärgerlich wäre, so eine weite Fahrt unternommen
zu haben, um möglicherweise zu Hause dann zu hören, dass die
Grösse nicht das Problem gewesen wäre. Nun heisst es statt wie
geplant nach dem Frühstück zu fahren, sich noch einmal zu gedulden.
Besonders die der Hausfrau wird strapaziert, weiss sie einfach nicht,
dauert es nun länger oder sollte sie ein Mittagessen vorbereiten.
Die Frage wird bald gelöst. Die Grösse wird einhellig nicht
als Problem gesehen, wenn ansonsten alles stimmt. Damit haben die Frankreichreisenden
nicht gerechnet. Nun heisst es, alle Pläne wieder umschmeissen. Otto
ist der ideale Vermittler. Frau Gaveau ist telefonisch erreichbar- ihr
Mann nicht. Sie wird ihn von der neuen Situation versuchen ins Bild zu
setzen, aber er ist sehr weit weg auf der Jagd, kann mit dem Handy schlecht
erreicht werden und nach Plan ist er auf keinen Fall vor 20.30 Uhr zu
Hause. Frühestens. Aber sie wird versuchen ihn zu erreichen. Das
Mittagessen wird von keinem Telefonanruf unterbrochen. Wird er die Hündin
uns überhaupt mitgeben, nach der gestrigen Absage? Renée findet
es schade, dass man sie gestern nicht mitgenommen hat, das Wesen sei doch
überaus überzeugend gewesen.
Grosse Überraschung am Computer. Herr Buche hat eine mail geschickt.
Mit dem Bild einer fantastisch aussehenden Hündin. Perfekt in der
Grösse und toll gezeichnet. "Axelle" ist 18 Monate alt.
Sie wird abgegeben, weil sie nicht in der Meute jagt. Aber sie jagt alleine
sehr gern. Das wars dann. Ich sehe Axelle geistig schon bei der Jagd auf
die hauseigenen Katzen. Und bei deren Ermordung. Da ist der Verzicht auf
diese Hündin keine grosse Frage.
Womit man wieder bei Bianca ist. Dann endlich nachmittags der Anruf von
Frau Gaveau. Sie hat ihren Mann erreicht, er würde uns den Hund immer
noch geben, ist aber erst um 20 Uhr zu Hause. Das dann aber dafür
sicher. Nun können Otto und Maria zu einem flotten Spaziergang aufbrechen,
ich werde solange "vorschlafen". Funktioniert aber nicht. Vermutlich
zu aufgeregt. Dafür reicht jetzt die Zeit sogar noch für einen
Angriff auf die Misteln, die der heimatlichen Weihnachtsstimmung noch
Flair
verschaffen sollen.
Renée und Otto sind besorgt, wie es mit der Heimfahrt funktioniert.
Leider hat Maria am Montagnachmittag einen Patiententermin. Und ihr Adressbuch
liegt zu Hause. Um spätestens 15.30 Uhr heisst es also in Freibug
sein. Maria kann nachts nicht fahren. Maria fährt also nach Tours
zum Abholen von Bianca, wird dann noch bis 22 Uhr fahren, dann heisst
es für mich Nachtfahrt.
Die Besichtigung am Vortag hat den Vorteil, die Adresse nicht mehr suchen
zu müssen. Alles klappt bestens. Der Sohn ist vor der Haustür,
kalt und abweisend, keine Begrüssung. Wir haben keinen Dolmetscher,
die Abholung verläuft deshalb zwangsweise kurz. Von Kindern und Schwiegerkindern
ausser dem Sohn draussen nicht zu sehen. Der Sohn kommt zum Verabschieden
doch noch ans Auto. Er weint. Allen Mitgliedern der Familie Gaveau fällt
der Abschied von Bianca offensichtlich sehr schwer.
Her Gaveau sagt uns, dass ihr Wesen für einen Griffon aussergewöhnlich
ist. Das glauben wir aufs Wort!
Die erste Stunde hechelt Bianca. Stress. Dann legt sie sich hin, schaut
aber zum Fenster heraus. Ausser Dunkel ist da nichts zu sehen. In den
Tankpausen dürfen beide Hunde hinaus- Bianca hat viel Angst vor den
dröhnenden LKWs und steigt gerne wieder ins Auto ein.
Um 4.30 Uhr ist Freiburg ereicht, eine kurze Hunderunde und dann nichts
wie ins Bett.
Um 8 Uhr beginnt der neue Tag mit einer kleinen Hunderunde, bevor dann
Hildegard (Bambus v.d.Cookie-box) vorbeischaut und gemeinsam eine grosse
Hunderunde erwandert wird. Bambus ist vorsichtig mit dem neuen Hund, aber
nicht uninteressiert. Bianca möchte eigentlich vor allen Dingen spielen...
Glücklicherweise habe ich die Achtmeter-Flexileine schon im Gepäck,
so hat Bianca genügend Freilauf, denn von der Leine losmachen ist
doch noch zu riskant, obwohl schon eine deutliche Bindung erkennbar ist.
Maria hat am späten Nachmittag einen Patiententermin und ich trete
um diese Zeit den endgültigen Heimweg an. Von Freiburg aus waren
es 1600 gefahrenen Kilometer, für Hin- und Rückfahrt kommen
von und nach Regensburg noch einmal 1000 Kilometer hinzu. Die sind abends
um 21.30 Uhr geschafft.
Katla und Nauka reagieren wie erwartet. Sie haben einen siebten Sinn für
Hunde, die bleiben und lassen Bianca vollkommen in Ruhe. Bianca wiederum
respektiert die älteren Damen sofort und ordnet sich ohne Probleme
unter. Marcus ist verblüfft, als sie aus dem Auto steigt, aber lange
kann er dem Charme von Bianca nicht widerstehen - sie strahlt so viel
Freundlichkeit aus, dass man sie sofort liebhaben muss.
Die Katzen sind irritiert und Bianca ist den Umgang von Katzen wirklich
gewöhnt, denn sie interpretiert die Abwehrhaltung der Katzen sofort
richtig und hält Abstand. Ausser von Semiramis. Da erkennt sie offensichtlich
eine Gleichgesinnte, denn mit ihr will sie unbedingt spielen. Aber noch
hat Semiramis Angst von dem eine Etage höheren Hund.
"Bianca" wird mittlerweile auch nicht mehr Bianca gerufen. Nachdem
eine Katze von uns so hiess, ist dieser Name bereits "belegt"
gewesen, und so soll der Name "Bianca" einem neuen Namen weichen.
Da Bianca einen sehr hohen Weissanteil aufweist und ausserdem aus Frankreich
stammt, finde ich schnell einen passender Namen : "sucre", französisch
für Zucker. Das passt wie massgeschneidert, denn sie ist nicht nur
sehr weiss, sondern auch wirklich zuckersüss! Interessanterweise
hört sie auf diesen Namen auf Anhieb, ganz fremd scheint er ihr nicht
wirklich zu sein...
Nach 2600 Kilometer sind wir nun um ein Familienmitglied reicher und ausserdem
haben wir neue Erfahrungen gesammelt. In Frankreich bekommen die Käufer
eines Griffons den Eigentumswechsel bestätigt, der auch eingetragen
wird.
Die Papiere zum Hund bekommt man jedoch erst, wenn der Hund
"confirmé" ist, also übersetzt, vorgestellt wurde.
(einer Zuchtkommission) Eine sehr interessante Möglichkeit, als Zuchtverband
dafür Sorge zu tragen, dass die Hunde komplett nach einem Jahr vorgestellt
werden.
Im Gegensatz zu Deutschland wird auch in den Basset-Grössenschlägen
offensichtlich nicht so stark getrennt, wie das in Deutschland üblicherweise
der Fall ist. Und die Franzosen sind leidenschaftliche Jäger, da
scheint auf der Grösse keine so starke Gewichtung zu liegen.
Die Bekanntschaft mit Robin hat gezeigt, dass er ein absolut liebenswerter
Hund ist, der wie dafür gestrickt ist, die Nachfolge der Schleifenbaumschen
Ur-Peters anzutreten und last not least, waren es wunderbare Gastgeber
in Frankreich, die uns das Wohlfühlen sehr leicht gemacht haben.
und: wir haben eine zuckersüsse Hündin, darüber
sind wir mehr als glücklich!
©Sybille Nass/lfw

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