Kromfohrländer

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Sucre

Grand Basset Griffon Vendeén-Hündin, geb. 2. April 2006
gestorben im August 2011

Ein grosser Schatz ist nicht mehr -
im August 2011 erlag Sucre ihrem Krebsleiden,
ihre neuen Besitzer mussten sie nach viel zu kurzer Zeit wieder gehen lassen.
In Viva vanilla und ihren Geschwistern wird sie weiterleben...

Ein Hundeleben wird, gemessen an einem Menschenleben,
immer zu kurz sein - ihres war viel zu kurz.
(das Bild zeigt die erste Aufnahme von ihr: "So wollen wir sie in Erinnerung behalten..")

 

 

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wie Sucre zu uns kam...

 

 

Es begann mit einer Frankreichfahrt:


Am 23.11.06, einem Mittwoch, ging es los und begann, genau besehen, recht langweilig. Ich startete von Sulzbach um 18 Uhr und legte einen Zwischenstopp in Abbach ein, zwecks Protokollabgabe des letzten IGRK-Treffens, ein kurzer "Ratsch" und dann wurde es bis 0 Uhr 30 öde für mich, denn ausser Fahren, Fahren Fahren war nichts geboten, nicht einmal Landschaft gucken oder sonst irgendwie Abwechslung, es war nur Autobahn angesagt.


Maria stand in Erwartung, aber auch schon etwas ermüdet in den Startlöchern für eine kleine Mitternachtssuppe ("etwas Warmes braucht der Mensch!“), kurze Absprache wegen des morgigen Tages und dann ab in die Kiste.


Dafür am Donnerstag um 7.30 Uhr flott aufgestanden und alles eingepackt, um 9.30 Uhr ging es dann los Richtung Frankreich. Eine ordentliche Strecke lag vor uns, ca. 800 km einfache Fahrt.


Der Wettergott meinte es gut, zu zweit lässt sich auch die langweiligste Fahrt geniessen und so schwand Kilometer um Kilometer; unterbrochen nur von den lästigen Mautstellen, die mal hier 10 Euro einforderten, dort nur 2,80 Euro, aber auch mit über 20 Euro aufwarteten für die Benutzung der Autobahn. Jedoch, was für ungewohnter Segen; Verkehr wie vor 15 Jahren in Deutschland, was heisst: relativ wenig LKWs, moderater PKW-Verkehr. Im Gegensatz zu den überfüllten deutschen Autobahnen mit LKWs dicht an dicht eine wahre Wohltat, besser gesagt Wohlfahrt!


Curry als allergeduldigste vierbeinige Mitfahrerin lag hinten Stunde um Stunde und als ein passender Weg ausgespäht war, konnte sie sich leider nicht lange ihre vier Beine vertreten, ein voran liegendes Gehöft beherbergte einen wenig symphatisch erscheinenden Schäferhund, den zu passieren man sich dann doch nicht traute. Wieder retour, passenderweise nun mit Schauern begleitet, wurde die Fahrt für die zwei Abenteurerinnen doch beschwerlich, da Licht und Sicht sich nur noch zögerlich zur Mitarbeit hinreissen liessen.


Das Abenteuer Tanken mit Gas in Frankreich erwies sich glücklicherweise weniger spannend als erwartet, dank guter Vorbereitung von Maria, die sich rechtzeitig mit einem Frankreich-Aufsatz ausgerüstet hatte, denn, man kennt es ja schon von der Politik- in Frankreich gibt es nur französiche Aufsätze, im Gegensatz zu Deutschland, wo man an der Tankstelle alle gängigen Tankaufsätze zur Verfügung hat. Schon beim ersten Tanken zeigten sich die Tücken der französischen Art, ein Tankwart hatte jedoch Erbarmen, und eilte zu Hilfe, was mit grosser Erleichterung quittiert wurde. So eine französische Tankanweisung kann einen ja auch schon ordentlich in Bedrängnis bringen, gerade wenn das französisch doch ziemlich eingerostet ist...Das zweite Tanken vereiste das Auto noch ziemlich, aber danach musste es immer weniger leiden.


Man muss sich das einmal vorstellen, wir fuhren tatsächlich an den prächtigsten Schlössern und Burgen vorbei, aber hielten eisern nicht ein einziges Mal. Und an der Loire wimmelt es nur von schönen Schlössern, ein echter Jammer, aber der Zeitplan war knapp als knäpper und liess keine grossartigen Pausen zu.


Die letzten hundert Kilometer waren dann wirklich zäh. Keine Autobahn mehr. Wieder nichts zu sehen. Im Dunklen eine unbekannte Strecke mit französischer Verkehrsführung - da wurde Hochkonzentration gefordert. Otto hatte dankenswerterweise den guten Michelintipp an Maria gemailt und nach Tours eine Wegbeschreibung von ihm, die uns die Strecke vereinfachen sollte. Trotzdem zogen sich die letzten Kilometer und wollten sich so gar nicht dem Ziel nähern.
Zweimal musste wir wenden, fällt aber nicht unter die Kategorie verfahren, eher unter "über´s Ziel hinausgeschossen". Dann war es geschafft. Fast. Denn am extra hellerleuchteten Haus sind wir prompt vorbeigefahren. Kann man uns aber nicht verübeln. Otto schrieb, das zweite Haus ist ihres - das erste Haus lag aber im Dunkeln und konnte als solches demzufolge auch nicht identifiziert werden...


Drinnen eine warme Stube, die allernettesten zwei Menschen (Otto und Renée), die man sich gastfreundlicher nicht vorstellen kann und ein Rundum- Verwöhnprogramm in punkto Essen. Frankreich eben. Da fängt man mit einem Apéritif an, wendet sich der Vorspeise zu, dem der Hauptgang folgt. Ganz nach französischer Manier wurden die Magenfreuden mit dem obligaten Käse beschlossen, von mir mit bedauerndem Blick quittiert - Käse löst Migräne aus, also heroischer Verzicht.


Eine vierbeinige Bekanntschaft lässt unser Herz allerdings höher schlagen.

Robin erweist sich als überaus freundlicher Hausgenosse, der sich auch nicht durch Currys heftige Abwehrhaltung aus der Ruhe bringen lässt. Neugierig verfolgt er sie im Garten, in typischer Rüdenmanier wird die Begrüssung der Zweibeiner hintan geschoben- um dann mit grosser Freundlichkeit wieder wettgemacht zu werden. Geduldig lässt sich Robin ein erstes Examinieren über sich ergehen, egal was man mit ihm macht, er lässt sich alles gefallen. Selbst als wildfremde Person kann man ekelhafte festsitzende Kletten seinem Haar entreissen, er selbst versucht sie ebenfalls verbissen abzunagen.
Seine Grösse ist ideal, ebenso das Gebäude, Fehlzähne lassen sich auch nicht feststellen. Er kann wunderbar traben, aber, wie Maria beim abendlichen Spaziergang feststellt, er zieht sein Herrchen wie einen Betonklotz einfach hinter sich her. Man traut so einem doch eigentlich nicht sehr grossem Hund solch eine Kraft fast nicht zu- er kann sie jedoch ungebremst entfalten.

Marias erste Gedanken sind: Hier ist Training angesagt. Für beide, Herr und Hund.


Robins Geschichte ist nicht erfreulich.

Seine Herkunft liegt im Dunkeln. Man vermutet, dass er (von einem Jäger) ausgesetzt wurde. Fast ein Jahr lang schlägt sich Robin alleine durchs Leben. Wird immer wieder von Hundeleuten beobachtet. Dann fängt ihn eine Familie ein und nimmt ihn zu sich. Es gibt regelmässiges Futter. Die Familie muss sich aber wieder von Robin trennen - sie geht nach Indien. Die Schwester der Familie nimmt Robin zusätzlich zu ihrer eigenen Hündin auf. Es klappt nicht. Aus geschlechtsspezifischen Gründen. Ein neuer Platz wird für Robin gesucht. Reneé sieht in der Bäckerei den Zettel, auf dem ein Platz gesucht wird, und nimmt ihn mit.
Otto erkennt Robins Potential und nimmt ihn zur Probe. Und behält ihn nun. Endlich hat Robin ein endgültiges Zuhause gefunden. Er hat es mehr als verdient. Einen Hund mit so einem umwerfenden Wesen findet man nicht überall, dazu noch mit seiner Ausstrahlung. Könnte wirklich auch der von Frau Schleifenbaum aufgelesene "Griffon" sein, die Parallelen sind interessant. Robin hat deutlich kürzere Ohren als ein Basset und sein Format stimmt für Kromfohrländer. Schlägt man in den schlauen Hundebüchern nach, könnte man auch einen Griffon Nivernais in Robins Ahnen vermuten. Eines ist jedoch sicher: Er ist rundum gelungen. Vor seinem Wesen verblasst auch die schwarze Decke, die leider von der Wurzel bis zur Spitze schwarz ist und bleibt. Draussen ist er stets auf der Suche, er würde sicher auch seine Familie hin und wieder mit einem Leckerbissen versorgen, allerdings musste er dies in seinem Leben für sich selbst auch tun, und das Training wird zeigen, wie es tatsächlich um seinen Jagdtrieb bestellt ist. Im Moment ist er auf jeden Fall arbeitslos und Arbeit braucht er einfach. Aber die Fachfrauen waren bei der Hand und blieben nicht untätig.
Natürlich wurden zwischendurch noch am Computer die aktuellen Bilder von "Bianca" beguckt, aber - Liebhaberbilder eben. Bianca im Sitzen von allen möglichen und unmöglichen Seiten, Bianca im Liegen ganz entspannt - nur keines im Stand, wie es sich die Züchter halt so wünschen würden. Aber wir müssen uns sowieso noch in Geduld fassen, die Besitzer haben erst am Samstag Zeit, und so wird noch der Freitag geplant, bevor man müde in die Kissen sinkt.
Maria ist am nächsten Morgen ko. Curry trappelte die ganze Nacht hin und her, auf dem Boden klackten ihre Krallen so laut, dass für sie einfach keine Ruhe zu finden war. Kaum war Curry des Platzes verwiesen, dauerte es nicht lange, bis die Hin-und Herlauferei wieder von vorne los ging. Mal ging vermutlich Otto an der Türe vorbei - klar, die Wiedersehensfreude über Otto war gross- mal war es sicherlich auch Robin, der sie an einem konstanten Schlaf hinderte, aber auch wenn Renée an der Türe vorbeiging, dürfte dies Curry zur Freude, und damit zum an die Tür laufen, animiert haben. Die folgenden Nächte wurde sie ergo angebunden. Daraufhin konnten alle ruhig schlafen.
Nach einem ausgiebigen Frühstück beginnt der Freitag mit dem Besuch des nächstgelegenen Tierheimes. Hier hatte Otto vor einer Woche einen Rüden entdeckt, etwas gross vielleicht, aber durchaus passend. Er ist vermittelt- kein Wunder, er war ja auch ein besonder hübscher Kerl. Ansonsten viele traurige Hundeaugen, die einen anschauen und mehr als deutlich sagen: "Nimm mich doch mit". Es fällt einem schon sehr schwer einfach nur durchzugehen und diese fragenden Augen ausser acht zu lassen. Tierheime sollte man wirklich nur aufsuchen, wenn man bereit ist, einen Hund daraus zu erlösen.
Aber es hilft nichts, nun wird auch noch das zweite, ca. 20km weiter entfernt gelegene Tierheim besucht. Aus der Ferne ist es nicht zu sehen. Es liegt in einer Abbaugrube, ca. sechs Fussballfelder gross und man muss wirklich heranfahren und anhalten, um da unten ein Tierheim überhaupt zu sehen. Leider gerade geschlossen, was aber in Anbetracht der Lage keine Rolle spielt. Alle Zwinger sind von oben einsehbar und der einzige interessante Hund ist eine Spinone - viel, viel zu gross.
Nun wartet Renée mit dem Mittagessen und es geht wieder retour.
Nach dem Mittagessen bedürfen die Damen eines Mittagschlafes, aber danach heisst es auf zum Hundetraining und Otto und Robin haben eine harte Stunde vor sich. Otto stellt fest, dass Hundeausbildung Arbeit ist und Robin, dass am Leinenende kein Betonklotz, sondern ein Wesen aus Fleisch und Blut hängt.
Anschliessend geht es in einen französischen Zoomarkt- aber, welch Entsetzen- hier hat man keine grossen Erwartungen mehr, sobald man das Schild erkennt: der französische Ableger des deutschen Fressnapf lässt grüssen. Spielzeuge und Zubehör aller gängigen deutschen Marken sind führend vertreten, schön für die deutsche Wirtschaft, enttäuschend für uns. Aber, im Gegensatz zu den deutschen Märkten, werden hier lebende Tiere verkauft. Natürlich werden die bellenden Vierbeiner als erstes unter die Lupe genommen: Schneller Blick, nein, nichts passendes. Bichon frisée, Yorkies, selbstverständlich Labis und Goldis, Tibetspaniel- und- alle zu erstaunlich hohen Preisen; sie schwanken zwischen 790,-- und 950,-- Euro!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! Hauskatzen waren für 90 Euro zu haben und sehr schöne silberfarbene Perser kosteten sage und schreibe 750 Euro. Für Robin gibt es hier die Grundausstattung, schön zu wissen, dass es ihm jetzt so gut geht.
Zuhause wieder angekommen folgt ein gemütliches Abendessen, danach dreht Otto mit Robin noch seine Runde. Und kommt zufrieden wieder. Robin läuft viel angenehmer an der Leine. Training erfolgreich umgesetzt.
Diesmal habe ich eine unruhige Nacht. Trotz Renées Hinweis auf die Bettkante, habe ich eine schmerzhafte Bekanntschaft mit derselben nicht verhindern können. Die kleinen Zehen schmerzen höllisch und lassen keinen entspannten Schlaf aufkommen. Frei nach dem Motto, über Nacht wird es schon besser, werden die Zehen auch medizinisch missachtet. War keine gute Idee. tun am Morgen immer noch höllisch weh. Ha, am Abend vorher wurde noch im Bioladen eingekauft. Auch Agriletz = grüne Heilerde. Kommt sofort rauf. Zwei Zentimeter dick und bleibt noch zwei Stunden bis zur Abfahrt drauf. Das Abwaschen schmerzt immer noch ordentlich, aber es geht mit den Schuhen.
Endlich geht es auf den Weg nach Tours. Werden wir eine Hündin mitnehmen oder nicht??? Die Spannung steigt. Die Wegbeschreibung ist deutlich und so finden wir problemlos hin. Im Haus Gebell. Frau Gaveau öffnet uns die Tür und wir werden begrüsst von einer wunder-wunderschönen Griffonhündin und vollkommen missachtet von einer Petit Basset. Bianca- ohne Zweifel. Wunderschön, aber auch ins Auge stechend gross. Es folgt langes Gespräch mit der halben ganzen Familie, von Kinderseite ist es ganz klar: Bianca muss in der Familie bleiben. Die Schwiegertochter hat Angst, dass Bianca eine Reproduktionsmaschine werden soll. Der Vater ist Vollblutjäger und will unbedingt einen brauchbaren Jagdhund. Bianca ist überhaupt nicht brauchbar. Auf der Jagd verschwindet sie unters Auto. Schlecht fürs Jagen....Im Haus will Herr Gaveau aber nur zwei Hunde halten. Der Züchter von Bianca hat gerade wieder einen Wurf, und nachdem viele französischen Griffonzüchter die Jagdeignung garantieren, könnte er jetzt einen neuen Welpen übernehmen, als Ersatz für Bianca. Die er uns schenken würde. In Bianca muss man sich sofort verlieben. Sie ist zauberhaft. Draussen zeigt sie sich überaus charmant, akzeptiert sofort, dass Curry in Ruhe gelassen werden will und macht mit mir Kontakt. An ihr stimmt wirklich alles - nur nicht die Grösse. Drinnen lernen wir nun auch noch die Katze der Familie Gaveau kennen- eine Hauskatze, die sich ihr Futter bei dem Umfang bestimmt nicht draussen verdient. Ach ja, gegenüber des Hauses ist Kindergarten und Schule - Bianca liebt Kinder und die Kinder lieben sie - nicht wirklich erstaunlich bei ihr.
Wir fahren nach Hause, gedrückte Stimmung, Bianca ist bei Familie Gaveau geblieben. Wir haben Bedenkzeit vereinbart. Am Abend Anruf von Frau Gaveau. Sie möchte unserer Entscheidung wissen, denn ihr Mann würde Bianca am nächsten Morgen mit zur Jagd nehmen, wenn wir sie nicht haben wollen. Schweren Herzens sagt Otto wegen der Grösse ab.
Am Abend werden meine Zehen nocheinmal mit grüner Paste eingedeckt und in der Nacht kommt Arnika drauf. Am nächsten Tag ist gesichert, Autofahren funktioniert ohne Schmerzen, Paste und Arnica haben in erstaunlich kurzer Zeit ihre volle Wirkung entfaltet. Gut, dass wir von dem grünem Zeug einen Vorrat eingekauft haben.
Marcus wurde am Abend vorher von der Absage informiert. Am Morgen kommt die Überlegung auf den Tisch, dass Otto von Bianca Bilder an Marcus schicken kann, dieser diese weiterleitet und telefoniert, um wegen der Grösse von Bianca die Meinung der zu Hause gebliebenen IGRK-Mitglieder zu erfahren. Es ist der Gedanke nicht von der Hand zu weisen, dass es schon extrem ärgerlich wäre, so eine weite Fahrt unternommen zu haben, um möglicherweise zu Hause dann zu hören, dass die Grösse nicht das Problem gewesen wäre. Nun heisst es statt wie geplant nach dem Frühstück zu fahren, sich noch einmal zu gedulden. Besonders die der Hausfrau wird strapaziert, weiss sie einfach nicht, dauert es nun länger oder sollte sie ein Mittagessen vorbereiten. Die Frage wird bald gelöst. Die Grösse wird einhellig nicht als Problem gesehen, wenn ansonsten alles stimmt. Damit haben die Frankreichreisenden nicht gerechnet. Nun heisst es, alle Pläne wieder umschmeissen. Otto ist der ideale Vermittler. Frau Gaveau ist telefonisch erreichbar- ihr Mann nicht. Sie wird ihn von der neuen Situation versuchen ins Bild zu setzen, aber er ist sehr weit weg auf der Jagd, kann mit dem Handy schlecht erreicht werden und nach Plan ist er auf keinen Fall vor 20.30 Uhr zu Hause. Frühestens. Aber sie wird versuchen ihn zu erreichen. Das Mittagessen wird von keinem Telefonanruf unterbrochen. Wird er die Hündin uns überhaupt mitgeben, nach der gestrigen Absage? Renée findet es schade, dass man sie gestern nicht mitgenommen hat, das Wesen sei doch überaus überzeugend gewesen.
Grosse Überraschung am Computer. Herr Buche hat eine mail geschickt. Mit dem Bild einer fantastisch aussehenden Hündin. Perfekt in der Grösse und toll gezeichnet. "Axelle" ist 18 Monate alt. Sie wird abgegeben, weil sie nicht in der Meute jagt. Aber sie jagt alleine sehr gern. Das wars dann. Ich sehe Axelle geistig schon bei der Jagd auf die hauseigenen Katzen. Und bei deren Ermordung. Da ist der Verzicht auf diese Hündin keine grosse Frage.
Womit man wieder bei Bianca ist. Dann endlich nachmittags der Anruf von Frau Gaveau. Sie hat ihren Mann erreicht, er würde uns den Hund immer noch geben, ist aber erst um 20 Uhr zu Hause. Das dann aber dafür sicher. Nun können Otto und Maria zu einem flotten Spaziergang aufbrechen, ich werde solange "vorschlafen". Funktioniert aber nicht. Vermutlich zu aufgeregt. Dafür reicht jetzt die Zeit sogar noch für einen Angriff auf die Misteln, die der heimatlichen Weihnachtsstimmung noch Flair
verschaffen sollen.
Renée und Otto sind besorgt, wie es mit der Heimfahrt funktioniert. Leider hat Maria am Montagnachmittag einen Patiententermin. Und ihr Adressbuch liegt zu Hause. Um spätestens 15.30 Uhr heisst es also in Freibug sein. Maria kann nachts nicht fahren. Maria fährt also nach Tours zum Abholen von Bianca, wird dann noch bis 22 Uhr fahren, dann heisst es für mich Nachtfahrt.
Die Besichtigung am Vortag hat den Vorteil, die Adresse nicht mehr suchen zu müssen. Alles klappt bestens. Der Sohn ist vor der Haustür, kalt und abweisend, keine Begrüssung. Wir haben keinen Dolmetscher, die Abholung verläuft deshalb zwangsweise kurz. Von Kindern und Schwiegerkindern ausser dem Sohn draussen nicht zu sehen. Der Sohn kommt zum Verabschieden doch noch ans Auto. Er weint. Allen Mitgliedern der Familie Gaveau fällt der Abschied von Bianca offensichtlich sehr schwer.
Her Gaveau sagt uns, dass ihr Wesen für einen Griffon aussergewöhnlich ist. Das glauben wir aufs Wort!
Die erste Stunde hechelt Bianca. Stress. Dann legt sie sich hin, schaut aber zum Fenster heraus. Ausser Dunkel ist da nichts zu sehen. In den Tankpausen dürfen beide Hunde hinaus- Bianca hat viel Angst vor den dröhnenden LKWs und steigt gerne wieder ins Auto ein.
Um 4.30 Uhr ist Freiburg ereicht, eine kurze Hunderunde und dann nichts wie ins Bett.
Um 8 Uhr beginnt der neue Tag mit einer kleinen Hunderunde, bevor dann Hildegard (Bambus v.d.Cookie-box) vorbeischaut und gemeinsam eine grosse Hunderunde erwandert wird. Bambus ist vorsichtig mit dem neuen Hund, aber nicht uninteressiert. Bianca möchte eigentlich vor allen Dingen spielen...
Glücklicherweise habe ich die Achtmeter-Flexileine schon im Gepäck, so hat Bianca genügend Freilauf, denn von der Leine losmachen ist doch noch zu riskant, obwohl schon eine deutliche Bindung erkennbar ist.
Maria hat am späten Nachmittag einen Patiententermin und ich trete um diese Zeit den endgültigen Heimweg an. Von Freiburg aus waren es 1600 gefahrenen Kilometer, für Hin- und Rückfahrt kommen von und nach Regensburg noch einmal 1000 Kilometer hinzu. Die sind abends um 21.30 Uhr geschafft.
Katla und Nauka reagieren wie erwartet. Sie haben einen siebten Sinn für Hunde, die bleiben und lassen Bianca vollkommen in Ruhe. Bianca wiederum respektiert die älteren Damen sofort und ordnet sich ohne Probleme unter. Marcus ist verblüfft, als sie aus dem Auto steigt, aber lange kann er dem Charme von Bianca nicht widerstehen - sie strahlt so viel Freundlichkeit aus, dass man sie sofort liebhaben muss.
Die Katzen sind irritiert und Bianca ist den Umgang von Katzen wirklich gewöhnt, denn sie interpretiert die Abwehrhaltung der Katzen sofort richtig und hält Abstand. Ausser von Semiramis. Da erkennt sie offensichtlich eine Gleichgesinnte, denn mit ihr will sie unbedingt spielen. Aber noch hat Semiramis Angst von dem eine Etage höheren Hund.
"Bianca" wird mittlerweile auch nicht mehr Bianca gerufen. Nachdem eine Katze von uns so hiess, ist dieser Name bereits "belegt" gewesen, und so soll der Name "Bianca" einem neuen Namen weichen. Da Bianca einen sehr hohen Weissanteil aufweist und ausserdem aus Frankreich stammt, finde ich schnell einen passender Namen : "sucre", französisch für Zucker. Das passt wie massgeschneidert, denn sie ist nicht nur sehr weiss, sondern auch wirklich zuckersüss! Interessanterweise hört sie auf diesen Namen auf Anhieb, ganz fremd scheint er ihr nicht wirklich zu sein...
Nach 2600 Kilometer sind wir nun um ein Familienmitglied reicher und ausserdem haben wir neue Erfahrungen gesammelt. In Frankreich bekommen die Käufer eines Griffons den Eigentumswechsel bestätigt, der auch eingetragen wird.

Die Papiere zum Hund bekommt man jedoch erst, wenn der Hund "confirmé" ist, also übersetzt, vorgestellt wurde. (einer Zuchtkommission) Eine sehr interessante Möglichkeit, als Zuchtverband dafür Sorge zu tragen, dass die Hunde komplett nach einem Jahr vorgestellt werden.


Im Gegensatz zu Deutschland wird auch in den Basset-Grössenschlägen offensichtlich nicht so stark getrennt, wie das in Deutschland üblicherweise der Fall ist. Und die Franzosen sind leidenschaftliche Jäger, da scheint auf der Grösse keine so starke Gewichtung zu liegen.


Die Bekanntschaft mit Robin hat gezeigt, dass er ein absolut liebenswerter Hund ist, der wie dafür gestrickt ist, die Nachfolge der Schleifenbaumschen Ur-Peters anzutreten und last not least, waren es wunderbare Gastgeber in Frankreich, die uns das Wohlfühlen sehr leicht gemacht haben.

und: wir haben eine zuckersüsse Hündin, darüber sind wir mehr als glücklich!

©Sybille Nass/lfw

 

   
     
 

im Februar 2008