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Tarantella von der Holderheide

 

 

Kein Formel-1 Rennen hätte es uns spannender machen können als - unsere Tara.


Vier Würfe lang bestand für uns als Züchter immer wieder die Hoffnung, von Katla eine Hündin zur Nachzucht behalten zu können, und sich so einer unserer innigsten Wünsche erfüllen möge: eine Tochter von Katla zu besitzen, die wie Katla selbst alle unsere Wünsche in Bezug eines überzeugenden Wesens zeigt und gleichzeitig in höchstem Masse dem Standard entspricht. Keine geringen Ansprüche also……

Nach einer längeren Zuchtpause suchten wir für Katla für den letzen Deckakt den Rüden besonders sorgfältig aus: Die „Nicht-Verwandschaft“ sollte passen, aber auch das Wesen sollte unseren Ansprüchen genügen: ein Rüde ohne Machoallüren und so wenig Territorialverhalten wie möglich. rauhaarig natürlich und für Katla passend, mit aufgebrochener Scheckung als „unwichtigstes“ Kriterium , aber durchaus beachtenswertes, denn Katla mit Mantelscheckung benötigt zum Erhalt der aufgebrochenen Scheckung einen entsprechend gescheckten Paarungspartner.

Fündig wurden wir mit einem Rüden aus der eigenen Zucht, Samir von der Holderheide. Kritisch hinsichtlich des Wesens ist dieser Rüde für uns nach wie vor ein Ausnahmehund – er zeigt auch nach über drei Jahren keinerlei Machomacken an der Leine, weicht Konflikten grundsätzlich aus und ist in seinem eigenen Territorium immer noch freundlich zu Besuch, Postboten, Kindern, etc. – Wesen, Abstammung passte, aber auch die Optik….

Wie bei allen vorangegangenen Würfen hatte Katla eine problemlose Schwangerschaft und die Geburt der ersten sechs Welpen verlief ganz normal. Nach sieben Welpen schien die Geburt abgeschlossen und sie zeitigte niederschmetternde Ergebnisse: Von sieben Welpen waren SECHS RÜDEN!!!!! Die einzige Hündin hatte corny-feet und fiel damit aus der Zucht.
Für einen Züchter ist das mit einer der schlimmsten Momente in der Zucht: Eine hervorragende Hündin zu besitzen, die keine Wünsche im Rahmen der Kromfohrländerzucht offen lässt und davon keine Nachzuchthündin zu bekommen.

Nachdem alle Helfer nach Hause geschickt waren, trat erst einmal Ruhe ein und die „schlechte Nachricht“ konnte sich setzen. Aber: „Die Hoffnung stirbt am Schluss“ – es war „nur“ eine Pause. Katla machte sie bestimmt, um die Spannung zu erhöhen;-))))
Es folgte eine letzte Hündin, wunderschön gezeichnet und ohne corny-feet.


Was nicht der Schlusspunkt der Spannung sein sollte, denn: Tara schrie nach der Geburt ohne Unterlass drei Stunden lang!
Der Vermutung auf Geburtsstress folgte die homöopathische Behandlung und nach drei Stunden war der Spuk dann auch endgültig vorbei – der Schlussakkord einer spannungsvollen Geburt war gesetzt. Nun musste sie nur noch rauhaarig werden – denn Katla ist nicht reinerbig in Bezug auf den Bart und da Samir noch keinen Nachwuchs hatte, konnte man keinerlei Prognosen, die „Bärtigkeit“ des Wurfes betreffend, stellen.

Nach fünf Wochen erstes Aufatmen: sie wird mit hoher Wahrscheinlichkeit rauhaarig – sollten wir wirklich soviel Glück haben, und eine adäquate Tochter von Katla nachgezüchtet haben???????
Ohne Frage, Tarantella wächst zu einer bildschönen und dem Standard in allen Teilen entsprechenden Hündin heran, welche auch noch dazu ein bezauberndes Wesen besitzt.

Als langjährige Züchter bleiben wir jedoch misstrauisch – und leider zu Recht.

Die niederschmetternde Nachricht: die Mutter von Samir ist an einer Autoimmunerkrankung erkrankt – was tun?????

Vorerst warten wir die Entwicklung ab. Keiner von den Geschwistern von Samir zeigt glücklicherweise bislang Anzeichen einer Autoimmunerkrankung – aber nun heißt es harte Entscheidungen treffen zu müssen.


Die Erkrankung von Samirs Mutter trat nach dem Decken in der zweiten Trächtigkeit auf – als Samir den Grundstein für den T-Wurf bereits gelegt hatte – könnte man das Rad nur zurückdrehen, wie gerne hätten wir dies getan!!!!


Die weitere Beobachtung von Samirs Mutter zeigte einen schlechten Verlauf der Autoimmunerkrankung und schweren Herzens – aber zum Wohle der Gesundheit der Hunde – beschlossen wir nun, auf einen Zuchteinsatz von Tara zu verzichten.


Es ist bitter, eine so tolle Hündin zu besitzen und jahrzehntelang Wesen und Gesundheit sich auf die Fahnen zu schreiben – und letztendlich wieder eine Hündin zu besitzen, die ihre Vorzüge in der Rasse nicht einbringen kann. Die Geschichte wiederholt sich leider immer wieder, historisch gesehen, aber eben auch züchterisch.


War es bei Ciska aber bereits zur Nachzucht gekommen, so haben wir immerhin so viel aus der „Geschichte gelernt“, dass wir diesen Fehler sicherlich nicht mehr wiederholen!


Und natürlich steht bei uns das Wohl des einzelnen Hundes an erster Stelle – Tara sollte nicht dem Risiko ausgesetzt werden, einen nicht auszuschließenden AI – Schub, initiiert durch eine Trächtigkeit und Geburt zu erleiden, denn noch gibt es nicht die Möglichkeit über einen Gentest auszuschließen, dass ein Kromi an einer AI erkranken kann…..
Damit ist „Vorsicht besser als Nachsicht“ die angesagte Zuchtstrategie!

Und der nun nicht mehr vorhandene „Zuchtwert“ ändert nichts daran, dass sie im Wesen ein echtes Schätzchen ist und vom Aussehen her für Kromfohrländer beste Webung betreibt;-))))

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Nach vielen schlaflosen Nächten haben wir uns entschlossen, für Tara einen guten Platz zu suchen. Und im November wurden wir fündig - sie hat den Besten gekriegt! Tara wohnt jetzt in unserer Nähe, mit Hundegesellschaft und einem Frauchen, welches sich ganz ihren Hunden widmet.
So wissen wir Tara bestens platziert und konnten zudem noch einen Herzenswunsch (einen Katla-Sprössling zu haben) erfüllen.

 

©Sybille Nass, November 2008

 

und hier: unsere Tara:

 

Februar '08, mit Katla

Oktober 2008, mit Ferien-Hundebesuch

Kuscheln mit Mama Katla

und hier Schlafidyll, Tara und Konstantin, Okt. '07

Toben mit Sucre, Februar 2008

April 2008

März 2009

 

 

Gesucht und gefunden - zwei echte Freundinnen, Tara und Mandy im März 2009

Mit Worten schwer zu beschreiben, in Reimform gehts eher;
wir sind berührt und danken Monika für dieses Gedicht!