Es ist ein alter Zopf, aber hin und wieder nimmt man
auch alte Zöpfe gerne in Gebrauch:
Den Spruch, "es gibt Sachen, die gibt´s einfach nicht"!
Nun haben wir schon jahrzehntelang Welpen aufgezogen, aber so eine Bande
ist uns noch nicht untergekommen.
Dass es einzelne Kromis gibt, welche schon als Welpe ihr Talent für
Agility beweisen, haben wir eindrucksvoll an Düse (von der Weidenklinge)
gesehen. Sie hat sich schon als Welpe gerne stillvergnügt mit der
im Garten stehenden Agility- Wippe beschäftigt, lief hoch, blieb
am Kipppunkt stehen, lief wieder runter und das gleich mehrmals hintereinander
und täglich immer wieder.
Aber daß uns einmal Welpen unterkommen werden, deren höchster
Spaß es ist, eine Kinderrutsche zu benutzen, solche Welpen sind
uns noch nie unterkommen.
Die Kinderrutsche stand ganz friedlich an der Terrasse, Sockel auf der
Erde, Rutschflächenende auf der Terasse mit gepolstertem Schluss,
da die Kinder die Rutsche als Sport- und Spaßgerät "missbrauchen".
Ich selbst stand im Garten und schaute den Welpen beim Toben zu. Alle
turnten im hinteren Teil des Grüns - bis auf Unelma.
Sie stand mutterseelenallein vor der Rutsche und betrachtete sie nachdenklich.
Und ich meine "nachdenklich"!!!!!!
Nachdem sie die Rutsche eine Weile fixiert hatte, nahm sie Anlauf und
rannte die Rutsche umgekehrt hinauf - und rutschte natürlich nach
der Hälfte der Strecke wieder hinunter. Denn weiter als bis zur
Mitte reichte ihr Anlauf zur Bewältigung der Rutschfläche
nicht. Unverdrossen nahm sie wieder Anlauf, mit dem gleichen Ergebnis.
Und wieder, und wieder.
Dann hatte sie den Bogen heraus, daß man nur die Pfoten etwas
nach aussen stellen muss, und dadurch sich an den geneigten Seitenteilen
"andrücken" kann um so weiter nach oben auf die Rutsche
zu kommen. Und man konnte richtig beobachten, wie es in ihrem kleinen
Köpfchen arbeitete: Wie komme ich ganz nach oben!" hiess ihr
Arbeitsprogramm.
Mittlerweile hatten auch die anderen Welpen mitbekommen, daß Unelma
ein interessantes Projekt gestartet hatte und nun versammelten sich
nach und nach alle Welpen um die Rutsche. Und probierten natürlich
ebenfalls ihr Glück an der Rutsche. Nun war Unelma definitv im
Vorteil: Sie kam schon fast bis nach oben, während die anderen,
wie sie selbst am Anfang - nur bis zur Mitte hochkamen. Aber in schönster
Schubsmanier gönnte kein Welpe dem anderen Welpen den Platz an
der Rutsche und es entspann sich eine richtige Rangelei um den besten
Startplatz. Und man konnte den Welpen ihren Spass bei dieser Unternehmung
wirkich ansehen!
Und man glaubt es kaum - plötzlich stand Unelma oben auf der Rutsche.
Und wenn man auch nicht zu viel in die Gesichter der Hunde hineininterpretieren
soll, ich fand, sie sah so richtig mit sich selbst zufrieden aus, wie
sie da oben stand und etwas verächtlich auf die anderen Welpen
hinunterschaute;-)))
Nur dass unser Kuckuckskind Grace ihr den Erfolg nicht lange gönnte.
Auch sie nahm einen riesen Anlauf und schwupps! - da war auch Grace
oben und keine von beiden konnte sich nun halten und so rutschen sie
gemeinsam die Rutsche wieder hinunter. Um es gleich wieder zu probieren....
Eine ähnlich entspanntes Verhältnis haben sie zur Welpenwippe.
Die Welpen machen sich einfach einen Spaß daraus, darauf vor-
und zurückzulaufen, oder das Geschwisterchen nach oben zu "liften",
und auch das wird mit gleicher Souveränität gemeistert, wie
alles, was sich bewegen lässt oder mit einem Welpen "bewegt".
Und ich brauche sicherlich nicht hinzuzufügen, daß Tunnel
in jeder Variation bespielt werden.-))))
©Sybille Nass, 5. Juni 2010

Nun haben die Welpen dieses Alter erreicht, in welchem
sie viele Reize und Eindrücke sammeln sollen - und das ist mit
guten Freunden auch kein Problem;-)))
Eine knappe halbe Stunde entfernt wohnt eine Freundin mit einer Kooikerhündin
und Kindern, welche begeistert auf einen Welpenbesuch warten. Also alle
Welpen ins Auto gepackt und los ging die Fahrt "ins Grüne".
Da die Temperaturen nun einen fabelhaften Sprung von untypisch kalt
zu besten Sommertemperaturen gemacht haben, ist die Fahrt für die
Welpen unangenehm, denn es ist ihnen definitiv zu warm, obwohl sie in
sogenannten "Klimaboxen" transportiert werden. Vielleicht
hatte der Dauerniesel- und Bindfadenregen doch etwas Gutes???????
Am Ziel angekommen, gibt es erst einmal ein grosses Juchu bei Zwei-
und Vierbeinern. Wir freuen uns zweibeinermässig und Romi ist glücklich,
ihre Freundin wieder zu sehen. Aber was kommt denn da noch aus dem Auto????
Noch mehr Vierbeiner!!! Da staunte Romi nicht schlecht!
Und die Kleinen nehmen auch noch ihren ganzen Garten in Beschlag ...Da
hilft doch nur: Mitmachen!!!!
Und Romi erweist sich als sehr vorsichtige und den Welpen gegenüber
ausgesprochen aufgeschlossene Aufsicht - und stellt schnell fest, daß
man mit dem Kuckuckskind schon viel heftiger toben kann, als mit den
nur halb so grossen Zwergen.
Für die Kleinen gilt es viel zu erkunden, vor allen Dingen möchten
sie wissen, was hinter diesem komischen Gitter im Garten sitzt. Hoppelt
herum und rennt weg. Können doch eigentlich nur Hasen sein. Aber
das Interesse der buntscheckigen Schar an den Langohren erlahmt schnell
- einzig das rote Teil würde zu gerne nähere Bekannschaft
mit den Hasen schliessen.
Aber wie alles im Leben denkt Grace - die interessantesten Dinge werden
einfach verboten!
Jeder Busch, jeder Strauch und jede Ecke wird erkundet und nach so viel
Aktion und Spannung dauert es nicht allzulange, dann liegen müde
kleine Vierbeiner auf den Matten.
Nun lassen sie sich von den Kindern verwöhnen, die sie ausgiebigst
streicheln und am liebsten eines mitnehmen würden;-)))
Auf dem Heimweg verläuft die Fahrt dann ruhig und friedlich, die
kleinen Racker sind von den vielen Eindrücken so "erschlagen",
daß sie im Auto einfach nur schlafen.
Daheim angekommen, verziehen sie sich in ihre Lieblingsecke, um nach
verdienter Pause mit voller Kraft wieder im eigenen Garten herumzutoben.
©Sybille Nass,10. Juni 2010