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V-Wurf von der Holderheide

Woche 5

 

Gestern haben wir es aus ganz offizieller Quelle erfahren: Der Wetterdienst meldete, daß es noch nie zuvor so einen verregneten August gab. Irgendwie schien allerdings in der Zeit des U-Wurfes nicht viel anderes Wetter geherrscht zu haben, sieht man von einem heissen Juli ab, haben beide Würfe den Regen für sich gepachtet:-(((
Statt Sommerferien sind es bislang Regenferien und es bleibt zu hoffen, daß wenigstens die letzten Ferienwochen mit einem besseren Wetter versehen sind und ein silberner September sowohl für die Welpen die ersten Entdeckungsreisen in den Garten zulassen, als auch für die Kinder noch ein paar schöne Ferientage bereit hält.

Kommt man morgens in den Auslauf, so begrüßt uns nun schon eine sehr muntere Schar, welche freudig wedelnd um uns herumläuft und versucht, so viel Hundeküsse wie möglich loszuwerden.
Die "Raubtierfütterung" folgt der Begrüssung auf den Fuß und es ist eine wahre Wonne, zuzusehen, mit welcher Begeisterung die Kleinen das Futter aufnehmen.
Nach einer Woche Zufütterung mit Tartar wird nun auf die bewährte Futtermischung von Frau Prof. Dr. Kienzle umgestellt und es wird auch nicht mehr aus der Hand gefüttert, sondern nun müssen die Zwerge sich um die Futterschale versammeln und gemeinsam fressen...
Nachschlag gibt es stets noch von der Mama, welche sich liebevoll um die Kleinen kümmert und den Auslauf tadellos sauber hält.
Kooikerdame Romi hat sich ebenfalls versichert, daß die Vau-linge gut gedeihen und zeigte sich wie beim U-Wurf an den Welpen freundlich interessiert. Und die Welpen fanden es natürlich sehr spannend, ein neues Hundegesicht zu entdecken, genauso wie sie vorsichtig interessiert die Katzen im Auslauf beschnuppern - vorsichtig, denn sie haben schon gelernt, daß Katzen nicht immer freundlich sind. Samuel ist derjenige, welcher den Hundekindern stets beibringt, wie Katzensprache funktioniert, aber auch Rosine befindet sich gerade in einer Phase, in der sie von den Welpen nicht bedrängt werden will und reagiert entsprechend.
Wie kleine KInder nehmen die Zwerge mittlerweile alles in ihr kleines Mäulchen und so entstehen auch schon die ersten Zerrspiele, will Schwesterchen doch das gleiche Spielzeug ausprobieren....

©Sybille Nass, 31.8.2010

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
     

Nach ihrem Einzug bei uns hatte ich Sucre zuweilen mit in der Junghundegruppe des hiesigen Hundevereines integriert, da sie eine sehr stabile und soziale Persönlichkeit zeigte.
Besonders ist mir eine Begebenheit in deutlicher Erinnerung geblieben, als innerhalb der Junghundegruppe der Mischling "Sam" gemobbt wurde. Offensichtlich hatten seine "halbstarken" Artgenossen herausgefunden, dass er mit einer gewissen Ängstlicheit in seiner Natur ausgestattet war und fanden es nun klasse, in ihm einen Hund zu finden, der sich hervorragend "jagen" liess.
Sie nutzten dies wunderbar aus, sehr zum Schrecken von "Sam", welcher mit angelegten Ohren und weitaufgerissenen Augen über den Platz hetzte, seine Verfolger ihm hinterher.
Noch bevor ich selbst reagieren konnte, hatte Sucre sich in Marsch gesetzt, peilte genau den Abstand zwischen Sam und seinen Verfolgern an, "drückte" mit der Schulter - ohne den Hund zu berühren! - den ersten Verfolger in die entgegengesetzte Richtung, mit dem Erfolg, dass die anderen Hunde ebenfalls die Richtung wechselten.
Sam sah seine Chance zu entkommen, verschwand hinter dem Geräteschuppen und die Hunde, des Opfers entwendet im wahrsten Sinne des Wortes, nahmen ein eigenes, neues Spiel auf, während Sucre sich in einem Bogen ruhig von der Konfliktsituation entfernte, ohne die Halbstarken überhaupt eines weiteren Blickes zu würdigen.
Der Grund warum ich diese Begebenheit erzähle?

Nun, die Welpen haben mittlerweile das Alter erreicht, wo sie feststellen, dass die Geschwister hervorragende Sparringspartner sind und überhaupt ausprobiert wird, wo beim einzelnen Geschwister so die individuelle Schmerzgrenze liegt.
Was heisst, es geht durchaus auch laut zu und hin und wieder ordentlich zur Sache.
Was heisst, die Kampfgeräusche sind für den unbeteiligten Beobachter erschreckend, für Insider nicht wirklich gefährlich, allerdings bedürfen sie der Kontrolle.
Und hier zeigt sich wieder Sucres enorme soziale Kompetenz: sobald die kleinen Gefechte ausufern, ist sie wie die Feuerwehr bei den Kontrahenten, kontrolliert jedoch erst das Verhalten, bevor sie einschreitet und ist es ihr zu heftig, schiebt sie die Welpen einfach voneinander weg und der Fall ist erledigt.

Für ein echtes highlight hat sie auch in anderer Weise gesorgt - besser gesagt: sie und Grace.
Grace, von Maggie als echtes Ziehkind aufgenommen und gesäugt, hört, wie alle Welpen an der Milchbar versammelt sind, denkt sich: okay, das hat bei Maggie funktioniert, müsste doch bei der nächsten Mama auch funktionieren.

Gedacht, getan, ab zu Sucre und an einer Zitze angedockt. Wir waren alle so verblüfft, daß wir erst einmal sekundenlang nur schauen konnten - während Grace seelenruhig weiternuckelte und Sucre ohne Kommentar das "Riesenbaby" mittrinken liess. Die Bilder sprechen für sich - und das Verhalten eindeutig für Sucre;-)))))

Auch sonst fängt nun der Erkundungsdrang zu Buche zu schlagen, die ersten Kontakte mit den Katzen werden geknüpft, mal zum Vorteil der Welpen, zuweilen auch zum Vorteil der Katzen. Aber ganz sicher lernen sie jetzt perfekt die Katzensprache kennen....
Und war erst die Terrasse ihr bevorzugtes "Revier", so wird nun jeden Tag ein Stück mehr vom Garten erobert - was den Vorteil hat, dass nun viele kleine Seen im Grün verlaufen und auch die ersten Häufchen werden im Garten gesetzt - der erste Schritt zur Stubenreinheit ist damit getan.

Nachdem in diesen Tagen auch der Wettergott ein Einsehen hat und uns wenigsten am Tag ein paar schöne Stunden beschert, geniessen die Zwerge zusammen mit ihrer Mama das frisch gemähte Grün.

©Sybille Nass, 5.9.2010

 

 
 
 
 
 
 
 

 


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