Höher, weiter, schneller.... So könnte man Aennchen´s Lebensmotto umschreiben.

Kein Bereich, in dem sie nicht dabei war und umso tragischer scheint ihr Ende.

 

Aber fangen wir damit an, wie alles begann: Es begann mit einem Schock, der Schock, als ich Penny unerwartet früh verlor und auf einmal ohne meine vierbeinige Seelenverwandte zurückblieb, eine Zeit der furchtbaren Trauer.

Und hier zeigt sich wieder, wie eng und unverbrüchlich die Kromfohrländerfamilie in Zeiten der Not und Trauer zusammensteht:

 

Die Besitzer von Penny´s Tochter "Eule" fühlten den Schmerz mit mir und entschlossen sich spontan, mit ihrer Hündin einen Wurf zu machen, um mir über den Schmerz zu helfen und mir eine Tocher von "Eule" zu schenken, welche die Nachfolge von Penny antreten kann und so die Seele von ihr mich weiterhin in ihrer Enkelin begleiten kann.

 

Aus diesem und allein aus diesem Grund entstand der A-Wurf von der Blutenburg und nie werde ich diese innige Beziehung, welche wir pflegten vergessen und ich bin dankbar, so liebe und selbstlose Menschen kennengelernt zu haben. Sie haben mein Leben in mehr als einer Hinsicht bereichert!

 

Fünf Rüden und zwei Hündinnnen schenkte "Nicky", wie "Eule" gerufen wurde, das Leben und ich durfte mir unter den beiden Hündinnen meine Favoritin aussuchen.

Eine Hündin war dunkelgeboren und eine Hündin hellgeboren. Die hellgeborene Hündin hatte ausserdem eine Zeichung, welche Penny sehr ähnlich war und so entschied ich mich für das dunkelgeborene Aennchen, da ich auf keinen Fall Vergleiche mit Penny anstellen wollte und auch nicht sie in Form der "neuen" Hündin vor Augen haben wollte.

 

So zog nach neun Wochen Aennchen zu meinem damaligen Freund und jetztigen Mann und mir und füllte die entstandene Leere wieder mit Leben und Lachen.

Aber so unterschiedlich Penny und Aennchen auch vom Aussehen waren, so ähnlich waren sie sich im Wesen, was mir den Anfang nicht wirklich leicht machte, zu sehr erinnerte mich Aennchen´s Art an meinen schlimmen Verlust.

Aber auch dieser Schmerz veränderte sich und die Freude nahm immer grösseren Raum ein - und sie war mehr als berechtigt. Was war Aennchen nicht für eine tolle Hündin: ausgeglichen, freundlich, souverän, ungemein anhänglich und so wie ihre Grossmutter einfach ein Traum von einem Hund.

Stundenlange Spaziergänge im Pasinger Stadtpark kennzeichnen das erste Jahr, viele gemeinsame Ausflüge und wunderschöne Familientreffen, nachdem die Mutter in der gleichen Stadt wohnte.

Und die erste Ausstellung, denn Aennchen verfügte nicht nur über ein ausgezeichnetes Wesen, sondern auch über alle äusserlichen Kennzeichen, welche einen vorzüglichen Kromfohrländer auszeichnen. War ihre erste Ausstellung schon ein grosser Erfolg (Jugendbeste), so waren auch die weiteren Ausstellungen mit vielen Titeln und Anerkennungen gesegnet - was kein Wunder war, denn Aennchen verfügte über ein sehr seltenes Talent:

Sie war eine sogenannte "Zeigerin".

Schien sie gerade noch in der Box tief und fest geschlafen zu haben und machte weder einen aufmerksamen noch interessierten Eindruck, so änderte sich das schlagartig, kaum daß sie den Ring betrat: Wach und aufmerksam trabte sie elegant ihre Runde, lief in gleichmässigen Trab vor und zurück und vor dem Richter wusste sie sich selbst in Positur zu stellen.

Sie liebte Ausstellungen ganz einfach und genoss die Bewunderung, welche sie bekam - und sie bekam sie gerne und häufig, denn ihr Charme war einfach umwerfend.

Kurz gesagt: sie war der perfekte Hund!

 

Aber aufgrund des gemachten Verlustes von Penny wollten wir nie mehr einen Hund alleine halten und so gesellten wir nach einem Jahr eine Kromfohrländerhündin dazu, "Kira vom Weddern".

Ganz selbstverständlich nahm Aennchen die Kleine unter ihre Fittiche und kümmerte sich liebevollst um sie, spielte und tobte mit ihr, kuschelte mit ihr und Beide wurden unzertrennlich.

Auch zwei Hauskätzinnen zogen zwischenzeitlich ein und hier zeigte sich ebenfalls Aennchen´s souveränes Wesen, welches für grosse Harmonie zwischen Hunden und Katzen sorgte.

Was sich im kleinen Rudel in Ansätzen zeigte, bewies sich im Laufe der Zeit, als mehr Vierbeiner unsere Familie bereicherten im Grossen und findet sich nur unter wenigen Hunden: Aennchen war eine geborene Rudelführerin.

Ich selbst habe sicher an die 30 Hunde aufgezogen und über eine kürzere (mindestens jedoch ein Jahr) oder längere Zeit bzw. bis zu ihrem Lebensende geführt, kein Hund zeigte je ein so eindeutiges Führungsverhalten wie Aennchen. Vollkommen ruhig und leise war sie in der Lage, jederzeit zwischen den Hunden sowie zwischen Hunden und Katzen zu schlichten und für andauernde Harmonie im gesamten Rudel zu sorgen. Man konnte sie dafür nur bewundern und nie mehr haben wir danach einen Hund gehalten, der so souverän und gleichzeitig ruhig agieren konnte. Es ist ein Erlebnis, welches Menschen ein Leben lang prägt.

 

Da wir nicht mehr länger in der Stadt leben wollten, suchten wir ein kleines Häuschen ausserhalb und wurden auch bald fündig. Hier konnten wir den Traum verwirklichen, mit Aennchen zu züchten, was wir dann auch in der Tat umsetzten.

Und hatte Penny stets leichte Geburten, so lernte mein Mann nun gleich die Kehrseite der Zucht kennen. Ein scheinbar nicht enden wollender Blutverlust begleitete die Geburt des A-Wurfes und Aennchen kam nur knapp an einer Bluttransfusion vorbei.

Zwei Hündinnen und einem Rüden schenkte sie das Leben, wobei der Rüde nicht überlebte. Alaska und Annabell nannten wir die Zwei und war die Geburt auch schrecklich, so erwies sich die Aufzucht als kinderleicht. Mit zwei Welpen machten wir uns erst gar nicht die Mühe, einen Welpenauslauf aufzustellen, sondern die zwei Kleinen waren einfach immer um uns herum und wurden vom ganzen Rudel betreut, was zu dieser Zeit aus Aennchen als Mutter, Kyra, Danny (eine langhaarige Abgabe-Kromfohrländerhündin, welche sich in unserer Obhut zur Vermittlung befand) und den beiden Rüden "Janko" und "Flynn" nebst Katzen bestand.

Dabei bildeten Aennchen und Kyra eine Einheit und Flynn übernahm die Vaterrolle - beste Voraussetzungen für eine gelunge Aufzucht also.

 

Nachem wir unseren Traum von einer Tochter von Aennchen für uns weiterhin wahrmachen wollten, liessen wir Aennchen von Kopf bis Fuss untersuchen, um Gefahren für einen weiteren Wurf auszuschliessen. Der Tierarzt gab uns sein Okay, es waren keinerlei Ursachen festzustellen, welche für die Probleme des A-Wurfes verantwortlich waren.

Der C-Wurf barg jedoch den gleichen Schrecken. Vorgewarnt, hatten wir bereits vor der Geburt den Tierarzt informiert und so wurde sofort nach Geburt des ersten Welpen ein Kaiserschnitt mit anschliessender Kastration vorgenommen, damit es sicher zu keiner weiteren Bedeckung mehr kommen konnte. Von vier weiteren Welpen überlebten zwei und so erhielten wir unter schlimmen Bedingungen unsere heiss ersehnte Aennchen-Tochter "Ciska", die ihrer Mutter wie aus dem Gesicht geschnitten erschien.

 

Soweit die schönen Seiten. Weniger schön, aber uns zu diesem Zeitpunkt nicht auffallend, da mit einer schlüssigen Erklärung durch Kromfohrländer-Fachleute versehen, schien uns der Zustand von Aennchen´s Rutenspitze. Immer wieder blutete diese am Ende und war haarlos. "Das rührt vom Anschlagen der Rute an den Türrahmen her, wenn die Hunde sich so freuen", hiess die gängige Begründung, welche wir mangels gegenteiligen Wissen hinnahmen.

Immer wieder banden wir die Rute ein, sie heilte ab, es wuchsen ein paar Haare, nur um kurze Zeit später erneut zu bluten. Die Rute wurde unser ständiges "Sorgenkind".

Dann verletzte sich Aennchen beim Rennen schwer, als sie versehentlich an einer Stange "vorbeischrammte", aber sie wohl doch noch vorher touchierte.

Zur blutigen Rute gesellten sich daraufhin wechselnde Lahmheiten, welche wir mit allen denkbar medizinisch möglichen Mitteln versuchten zu beheben. Eine Diagnose konnten die Ärzte trotz und mit Röntgenbildern und Ultraschall nicht stellen, so daß weder die Ärzte einen Behandlungsanhalt hatten noch wir wussten, woran wir mit Aennchen waren.

 

Aber wir blieben nicht untätig und bald hatten wir einen Kontakt zu Besitzern, deren Hündin die gleichen Symtome wie die von Aennchen aufwies. Niederschmetternd für uns, denn diese Hündin verstarb vierjährig.

Der sensibilisierte Blick verhalf uns zu weiteren Erkenntnissen, denn bei der Durchsicht unseres umfangreichen Bilderarchiv´s stellten wir fest, daß nicht Aennchen allein über eine kahle Rutenspitze verfügte und wir fingen an intensiver zu recherchieren, wobei uns eine mit der Rasse vertraute Tierärztin unterstützte.

In den folgenden zwei Jahren beschäftigten wir uns umfassend mit dem Thema der Autoimmunerkrankungen im Zusammenhang mit den Kromfohrländern und das traurige Ergebnis daraus bestand in der Erkenntnis, daß ein eindeutiger Zusammenhang zwischen kahler Rutenspitze und Autoimmunerkrankungen bei Kromfohrländern vorliegt.

 

Aennchen starb fünfjährig, ihr Obduktionsbericht gibt als Todesursache eine Lungenentzündung an. Wir waren verzweifelt und machten uns das erste Mal Gedanken darüber, ob für uns auch eine andere Rasse in Frage käme.

 

Ihr Ende kam viel zu schnell, schneller als wir es uns je hätten träumen lassen......

 

 

 

 

 

 

 

 

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