Flynn - schon bei seinem Abholen zeigte er uns, was es hiess einen Irish-Terrier zu besitzen. Er war kaum im Auto, da nagte er bereits die Kopfstütze vom Fahrersitz an.

Unser damaliger Tierarzt prägte den Ausspruch: "Ein Irish hat das Gehirn in den Zähnen", aber davon wussten wir zu diesem Zeitpunkt noch nichts. Wir waren Kromfohrländer gewöhnt, welche ihren Menschen nie von der Seite weichen und von zu Hause kannte ich unsere Spitze, die auch nie von der Seite ihrer Besitzer wichen.

Und so liessen wir Flynn alle Freiheit, welche wir auch bislang unseren Hunden gewährt hatten, ganz im Vertrauen darauf, daß sie uns nicht "im Regen stehen lassen würden" - was keiner unserer Hunde bis dato getan hatte.

 

Aber daß wir nun ein anderes Hundemodell im Hause hatten, merkten wir allein schon am Futterverhalten von Flynn. Da gab es keine Diskussionen, was es heute gab, sondern er lebte mit der Einstellung: Futter muss umgehend vernichtet werden!

Wir machten Bekanntschaft mit unserem ersten Schlingfresser - nach den mäkeligen Kromfohrländern durchaus nichts Nachteiliges;-)

Aber, durch ihn lernten wir auch das typische Futterressourcenverhalten kennen, denn seine von uns geklaute Brezel wollte er durchaus nicht freiwillig hergeben und knurrte uns an, mit klarer Ansage: "Die gehört jetzt mir!"

Okay, Diskussionen mit den Hunden gab es bei uns noch nie und so lernte  Flynn sehr schnell, daß in diesem Haushalt nur eine Sorte das Sagen hatte, und die hatte zwei Beine. Ein zweiter Versuch, denn es lebten ja zwei Zweibeiner im Haus bedurfte es dennoch, konnte ja sein, daß einer der Zweibeiner sich auf der Nase herumtanzen liess, aber auch da musste Flynn einsehen, daß es nichts half. Und was ist ein echter Ire?

Jawohl, einsichtig! Und so war dieses Thema bis an sein Lebensende abgeschlossen und was uns besonders in diesem Bereich beeindruckte, war auch seine Haltung unseren Kindern gegenüber, welche er ja erst in seinen mittleren Jahren kennenlernte.

Jederzeit durften sie in seiner Futterschüssel herumrühren, während er schnell sein Futter herunterschlang und nicht eine Sekunde wäre er auch nur auf die Idee gekommen, Torsten oder Konstantin anzuknurren, geschweige denn, von der Futterschüssel zu vertreiben. Aber das ist ein Vorgriff auf seine spätere Zeit....

 

Noch hatten wir einen jungen, begeisterungsfähigen und temperamentvollen Irishrüden um uns, der nicht nur uns um den Finger gewickelt hatte, sondern auch seinen älteren Rudelkollegen "Janko", und zusammen mit den Kromfohrländermädels machte es ihm riesig Spaß, gemeinsam über die Felder und Wiesen zu stieben und die pure Lebenslust im gemeinsamen Lauf herauszulassen. Was war es eine Freude, dieser Hundemeute zuzuschauen, wenn sie sich gegenseitig über weite Flächen jagten und mit glücklichen Hundegesichtern lächelnd und hechelnd zu uns zurückkehrten?

Können Hunde glücklicher sein als in diesem Moment?

Wir konnten es uns nicht vorstellen, aber Flynn belehrte uns eines Besseren, denn es kam der Tag X, an welchem er seinen ersten Abstecher in den Wald machte und darin verschwand. Zu diesem Zeitpunkt schockte uns das gar nicht so sehr, wir vertrauten darauf, daß er sicher gleich wieder kommen würde und liefen mit unserer Hundemeute den bekannten Rundweg weiter, sicher, daß Flynn gleich wieder zurückkehren würde.

Ca. zehn lange Minuten dauerte es, bis er wieder zu uns aufgeschlossen war und er lachte sichtlich, so zufrieden war er mit sich und der Welt.

Und es blieb nicht bei diesem einen Ausflug und zunehmend wurden wir Zweibeiner frustrierter, denn trotz guter Grundausbildung wollte er einfach nicht einsehen, was wir gegen einen kleinen Jagsausflug haben sollten. Flynn wollte jagen, basta. Und da er das mit wunderschöner Lautstärke, Hetzlaut genannt, bekannt gab, dauerte es nicht allzulange, bis sich die ersten Schwierigkeiten mit den örtlichen Jägern einstellte - nicht zu Unrecht natürlich, das wussten wir wohl.... Doch wie das Problem beheben?

Flynn hatte nicht "ein bisschen Jagdtrieb", es war seine absolute Passion - und damit hatten wir nun gar nicht gerechnet, geschweige denn waren wir darauf vorbereitet.

Es mag Hundetrainer geben, die von sich behaupten, einen Hund mit einem derart ausgeprägtren Jagdtrieb in den Griff zu bekommen. Ich habe nach unseren Erfahrungen mit Flynn daran berechtigte Zweifel, vor allen Dingen dann, wenn so ein Hund im Rudel mitläuft und die reale Gefahr besteht, daß auch die nicht jagenden Hunde zum Weglaufen verführt werden.

Es half alles nichts, Flynn musste an die Flexileine, sollte er kontrollierbar bleiben.

Aber es gab immer noch Situationen, in welchen wir ihm vertrauten und ihn von der Leine liessen - dann wenn zum Beispiel das Gelände überschaubar schien, tat es uns doch in der Seele weh, ihn nicht mehr frei mit seinen Meutemitgliedern über die Wiesen toben zu sehen.

Aber auch dieses Vergnügen blieb von kurzer Dauer, denn eines Tages entdeckte er bei diesem Freilauf eine Schafherde. Und wir trauten unseren Augen kaum: Flynn umkreiste die Herde und trieb sie kontinuierlich zusammen!!!!!!!!!!!

Können Sie sich das vorstellen? Peinlicher geht nicht, man möchte im Boden versinken und auf der anderen Seite wieder herauskommen. Flynn war so in seiner Arbeit vertieft, daß jeglicher Einfluss auf ihn von uns vergebens war und wir auf sinnloses Rufen gleich verzichteten. Paradoxerweise warf uns dies der Schäfer danach am meisten vor: dass wir ihn nicht abgerufen hatten......

Sie können sich also folgendes Bild vorstellen: eine weit überschaubare Auenlandschaft, ein roter Pfeil, der eine Schafherde einkreist, ein furchtbar wütender Schäfer und zwei Schäferhunde, welche hinter unserem Flynn her waren. Perfekter kann das Chaos nicht sein!

Was sich darin zeigte? Flynn war absolut furchtlos. Ihn beeindruckte - im Gegensatz zu uns - an dieser Situation gar nichts.

Wir fingen unseren "roten Teufel" mit Mühen ein, entschuldigten uns gefühlte 10 000 mal beim Schäfer und machten, daß wir Land gewannen.

Aber immer noch waren wir nicht geheilt und wollten ihm eine, wenn auch begrenzte - Möglichkeit, sich zu "strecken" bieten und gewöhnten uns an, ihn zwischen mir und meinem Mann hin- und herlaufen zu lassen, zusammen mit den anderen Hunden.

Das klappte anfänglich gut, bis zu einem Weihnachtsmorgen des Jahres - habe ich vergessen. (Mein Gedächtnis bezüglich Jahreszahlen und Zahlen überhaupt ist denkbar schlecht, leider). Am Ortsrand war mein Mann vorausgelaufen und ich hielt die Hundemeute, um sie loszulassen und ihnen ihren Spurt zu gönnen. Taten auch alle. Bis auf Flynn. Er drehte in Richtung Ortschaft um und verschwand. Um wenige Minuten später mit einem weissen Hasen mit roten Augen im Maul, tot, aber äusserlich unverletzt, zurückzukehren. Da war die Begegnung mit dem Schäfer noch harmlos, als das, was wir jetzt auf uns zukommen sahen, denn was, wenn Flynn nun den geliebten Hasen eines Kindes im Maul trug? Und das an Weihnachten - schlimmer geht wohl nicht!

Aber kneifen gilt nicht. Also zurück auf Los und an der ersten Haustür geklingelt. Der Hausherr öffnete und auf unsere Frage, ob er oder ein Familienmitglied Hasen besitzen würden, bejahte er. Ob er nachschauen könne, ob die Ställe intakt wären.

Volltreffer. Flynn hatte das Hasengitter mit seiner Pfote einfach aufgerissen, einen Hasen herausgeholt und ihn uns brav gebracht. Was wir umgehend beichteten, mit den Herzen in den Hosen.

Und wissen Sie, was dann passierte? Aus tiefster Seele sagte der Besitzer: "Gott sei Dank, einer weniger!" Selten waren wir sooooooo erleichtert!

Danach war es endgültig vorbei mit seiner Freiheit, in Zukunft musste er seine Energien an der Flexi, wahlweise mit den Hunden oder am Rad ablaufen.

 

Nun haben Sie mit einer Seite von Flynn Bekanntschaft gemacht, der jagenden, welche viele Hundebesitzer als massgebliche Eigenschaft von einem Kauf eines solchen Hundes abhalten würde und einer der Hauptgründe für viele Interessenten ist, sich zum Beispiel einem - nicht jagenden - Kromfohrländer zuzuwenden. (Mal abgesehen davon, daß es natürlich auch reinrassige jagende Kromfohrländer gibt!)

Aber Flynn bestand nicht aus seiner Jagdleidenschaft allein, er war ein Hund, wie man ihn selten bekommt und im Lichte dessen, ist seine Jagdpassion nur ein kleines Stückchen eines Ganzen und erst das Ganze macht einen wahren Hund aus:

Flynn war der geborene Beschützer! Keiner, aber wirklich kein Mensch hätte mir etwas Böses tun können, wenn ich Flynn dabei hatte. Er hatte unwahrscheinlich feine Antennen und ein faszinierendes Gespür für Menschen, wobei er hier auch feste Grundsätze pflegte. War er bei Tageslicht ein freundlicher Hund, zu Besuch, aber auch zu wildfremden Menschen, so änderte sich das, sobald es dunkel wurde. Dann liess er grundsätzlich keinen fremden Menschen näher als zwei Meter an mich heran. Man durfte mit mir reden, aber weder näher kommen noch anfassen.

Das demonstrierte er sehr eindrücklich bei einer Joggerbegegnung, die unglücklicher hätte nicht sein können. Der Jogger war unterwegs und ich war mit den Hunden unterwegs und begegnet sind wir uns genau an einer vollkommen unübersichtlichen Stelle, wo der Jogger nicht anders konnte, als frontal in mich hineinzulaufen.

So schnell konnte ich gar nicht reagieren, wie Flynn diesen für ihn potentiellen Angreifer in die Pobacke gebissen hatte - aber weiteres Übel konnte ich glücklicherweise abwehren.

Es handelte sich um einen netten Jogger, welcher nach meinen Erklärungen verstand, warum ihn Flynn gebissen hatte und nach dem Adressenaustausch regelte unsere Versicherung den Schaden. Es tat mir leid, daß es hier wirklich den Falschen getroffen hatte, aber ich wusste nun definitv, daß Flynn mich ohne zu Zögern schützen würde.

Und er bewies seinen sechsten Sinn für Gefahr noch öfter. Zum Beispiel bei einem sehr dubiosen Wasserableser, welchen er bei Tag anknurrte, was, wie beschrieben, nicht zu seinem normalen Verhalten zählte. Ihn knurrte er sofort an und so liess ich den Mann auch nicht ein, was sich hinterher als genau richtig herausstellte.

Aber er schützte nicht nur uns Menschen. Er schützte auch sein Rudel.

So hatte ich alle Hunde an der kurzen Leine, nur Flynn lief wie nun üblich an der Flexi, als uns ein grosser, fremder Hund mit gesträubtem Haar entgegenkam. Sofort lief Flynn voraus und bewegte sich quer zu uns vorwärts, um uns mit seinem Körper abzuschirmen. Und im Rudel eine tragende Hündin, der schlechtmöglichste Zeitpunkt für eine Auseinandersetzung.

Ich machte Flynn frei und wohl wissend, daß er über ein absolut intaktes Sozialverhalten verfügte, verliess ich mich darauf, daß er diesen Konflikt lösen würde.

Er fackelte nicht lange und vertrieb erfolgreich den fremden Vierbeiner, ohne daß es zu einer blutigen Auseinandersetzung kam und wir konnten in Ruhe unseren Spaziergang fortsetzen. Wieder einmal hatte er seine Souveränität gezeigt und uns bewiesen, daß ein jagender Hund nur eine Seite der Medaille ist. Die andere ist unschätzbar!

 

Flynn versuchte zeitlebens nie unser Bett zu erobern. Stets schlief er im Schlafzimmer auf seinem Platz, nie zeigte er Ambitionen, sich auch auf dem Bett Streicheleinheiten abzuholen oder uns zu bedrängen.

Das änderte sich schlagartig, als ich schwanger wurde und mein Mann arbeitsbedingt nachts nicht zu Hause war. War ich nachts alleine, sprang er neben mich ins Bett und passte auf.

Interessanterweise war er auch der einzige Hund, welcher das Kind im Bauch erspürte, was wir eher von unseren Hundemädels erwartet hatten, welche schon Hundekinder aufgezogen hatten. Aber er war es, der sich an meinen Bauch drückte um regelrecht "hineinzuhorchen" und definitv erkannte, daß hier sich etwas veränderte.

So war es auch nicht weiter erstaunlich, daß Flynn unsere zwei Buben ganz selbstverständlich akzeptierte und in sein "Schutzprogramm" mit aufnahm.

 

Und er wurde erst recht unersetzlich, als wir an unseren jetzigen Wohnort umzogen. Was wir nämlich nicht vorher wussten: die Nachbarn besassen eine ältere Schäferhündin, aber keinen Gartenzaun. Und diese Hündin pflegte, wurde sie uns ansichtig, sich ohne eine Sekunde zu zögern auf uns zu stürzen und dies beileibe nicht in freundlicher Absicht. In aller Regel konnte der Besitzer das Schlimmste verhindern, aber die Spaziergänge wurden für uns zum Spiessrutenlauf, denn immerhin hatte ich einen Kinderwagen zu schieben mit Kleinkind, ein weiteres Kleinkind mit den Leinen der Hündinnen an der einen Hand und an der anderen Hand Flynn mit seiner Flexileine - und immer erst die Strasse vor der Tür, welche an der Nachbarshündin vorbeiführte, bevor wir zu den Wiesen und Wegen kamen, wo die Hunde frei laufen konnten.

Spannend, aber durchaus unerwünscht, so lässt sich die Situation am besten umschreiben, aber auch durch nichts zu umgehen, ausser wir würden alles, Hunde und Kinder, in das Auto packen und erst vom Haus entfernt losmarschieren. Was auch keine Lösung war.

Auf dem Rückweg kam uns die Hündin dann eines Tages schon weit vor dem Garten entgegen und lauerte in Angriffsstellung. Wieder einmal liess ich Flynn frei, welcher uns den Weg mit meinen zwei Kleinkindern und den anderen Hunden freihielt, während er mit der Nachbarshündin kämpfte. So kamen wir alle ungeschoren nach Hause und bevor ich nach Flynn sehen konnte, stand er bereits vor der Tür, aus einigen Wunden blutend, aber stabil.

Nach diesem Vorfall war klar, daß es so nicht weitergehen konnte, die Situation war einfach zu gefährlich für uns alle und kein anderer Weg bot Aussicht auf Ausweichen, so daß wir handeln mussten. Wir würden uns mit den Besitzern der Hündin ernsthaft unterhalten müssen, ein Gang, welcher in der Nachbarschaft wahrlich kein leichter ist.

Was wir zu diesem Zeitpunkt nicht wussten: Flynn hatte die Hündin tierarztreif gebissen.

So sollte am nächsten Tag dieses Problem angegangen werden, denn erst wenn die Nerven sich beruhigt hatten und eine "normale" Unterhaltung möglich ist, macht so ein wichtiges Gespräch Sinn. Bevor wir jedoch die Nachbarn aufsuchen konnte, besuchte uns wie so häufig unser Nachbarsmädel mit einer Information, welche weitere Gespräche ad absurdum führte: Die Hündin war eingeschläfert worden.

Keiner weiss bis heute, warum sie eingeschläfert wurde, ob es an den Wunden lag, welche Flynn ihr zugefügt hatte oder ob der Besitzer sich der weiteren Gefahr bewusst geworden war oder vielleicht auch Beides - wir selbst waren froh, uns nun unbehelligt auf unsere Spaziergänge begeben zu können, ohne in permanter Gefahr und in Habacht-Stellung die ersten Meter gehen zu müssen, nie wissend, ob wir gleich angegriffen werden, ob die Hündin draussen ist oder drin, oder wenn sie draussen angeleint war, ob die Leine wohl halten würde.

Und waren zu Lebzeiten der Hündin wir die einzigen Spaziergänger mit Hund auf diesem Weg, so änderte sich auch dies nach ihrem Tod - nicht nur wir hatten sie so kennengelernt, auch andere Hundebesitzer hatten wohl ihre eigenen Erfahrungen mit dieser Hündin gemacht.

Dennoch können die Umstände, welche zum Tod der Hündin geführt haben jeden Hundefreund nur traurig stimmen, unter anderen Umständen dürfte sie vielleicht noch leben.....

 

Noch etwas lehrte uns Flynn: er war ein toller Vater für unsere Hundekinder, etwas, was man von unseren beiden Kromirüden nun gar nicht behaupten konnte, denn Kromfohrländer mögen im besten Fall ihren Nachwuchs mal bewedeln, in aller Regel tolerieren, wenn sie nicht ständig damit in Kontakt sind - unsere zwei Helden fanden die Hundekinder einfach nur lästig. Wie anders dagegen Flynn. Mit Engelsgeduld liess er sich beklettern, umtoben, schubsen und stubsen - er lag seelenruhig inmitten der Hundekinder und waren sie müde, so kuschelten sie sich an ihn und schliefen bei ihm gut behütet ein. So war er, der selten Vater dieser Kinder war, ein ruhender Pol, an welchem sich die Kleinen gut orientieren konnten und von dessen Sozialverhalten sie rundum profitierten. Kein Wunder, daß sie ihn dafür heiss und innig liebten!

 

Als er dann in die Jahre kam, liess diese Geduld verständlicherweise nach und mit zunehmendem Alter schützten wir ihn vor den wilden Attacken der Kleinen, so wie wir uns seinem altersbedingtem Rhythmus anpassten - ein alter Hund benötigt andere Aufmerksamkeit als ein junger Hund und Flynn wurde älter - allerdings nicht sichtbar älter, denn kein einziges weisses Haar zeigte sich in seinem Gesicht und er erweckte in uns den Eindruck, als ob er wirklich uralt werden könnte.

Nur ein einziger schlimmer Vorfall, eine beginnende Darmverschlingung, welche wir rechtzeitig behandeln lassen konnten war bei ihm je ausser den üblichen Impfterminen angestanden, sieht man von einem Raufhändel ab, bei welcher er sich in der Unterzahl befand - drei gegen Einen - und mit einem grossflächig abgerissenen Hautteil an der Schulter heimkam, welches mit über 20 Stichen wieder angenäht werden musste.

 

Klar, er hatte kleine Wucherungen, eine am After, welche wir wegoperieren liessen, da sie ihn drohte zu beeinträchtigen, aber diese sind bei Terriern nicht unüblich und boten uns deshalb kein Anlass zur Sorge.

Umso härter traf es uns, als er eines Samstags mit dreizehn Jahren deutliches Schmerzempfinden zeigte, so schlimm, daß mein Mann umgehend die Tierklinik aufsuchte. Er brachte Flynn wieder mit nach Hause und mit ihm sein Todesurteil: inoperabler Darmkrebs. Er kam nur zum Verabschieden nach Hause, am Montag sollte er eingeschläfert werden, dabei hatte mein Mann jede Menge Schmerzmittel, um ihm einen Abschied ohne Schmerzen zu ermöglichen.

Es ist einer dieser Fälle, in denen alles schiefgeht. Mein Mann musste arbeiten, ich hatte zwei kleine Kinder ohne Möglichkeit einer Fremdversorgung und nachts hatte Flynn solche Schmerzen, daß ich ihm alle Schmerzmittel auf einmal verabreichte. Zehn Minuten Schmerzfreiheit schenkten sie ihm, danach ging es wieder los. In dieser Zeit hatte ich versucht, die in der Nähe liegenden Tierärzte zu erreichen - Fehlanzeige.

So fasste ich mir das Herz und rief eine Bekannte an, deren Gatte Jäger war und fragte in meiner Not, ob sie ihren Mann bitten könne, Flynn von seinem Leid zu erlösen.

Es sollte Schicksal sein, daran glaube zumindest ich, denn Flynn starb im Wald, als er in der Luft nach Wild witterte. Er starb in seinem Element und so denke ich, daß er schlussendlich einen glücklichen Tod hatte. Nie werden wir ihn vergessen....

 

 

 

 

 

 

 

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