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Wien und Estergom

Wien erkunden wir auf eigene Faust - und die Wiener Straßenbahn macht eine kleine Sightseeingtour sehr einfach: die Hälfte des Wiener Stadtringes fährt man mit der Linie 1 und den zweiten Teil übernimmt die Linie 2 - vorbei an allen wichtigen Sehenswürdigkeiten.

Auch hier gilt in allen öffentlichen Verkehrsmitteln die Maskenpflicht - keine grosse Umstellung also. Ein kleiner Fußmarsch führt uns anschliessend zum Stephansdom, vor welchem gerade eine bunte Tangogruppe öffentlich übt - wunderbar anzusehen mit dem Dom im Hintergrund.

Ein weiteres Ziel ist der Prater und Corona sei Dank können wir ohne jegliche Wartezeit in einer Gondel des berühmtesten Riesenrades Platz nehmen und eine grandiose Aussicht genießen. Wir sind zu viert in dieser grossen Gondel und das ist Luxus pur -wir können den Rundumblick von oben in Ruhe genießen.

Auch für einen lieben Besuch möchten wir die noch verbleibende Zeit in Wien nutzen und dieser führt uns  - leider- in ein Wiener Krankenhaus. Eigentlich ist nur einer einzigen Person der Zutritt gestattet und es darf auch nur ein Besuch pro Tag von den Patienten empfangen werden - zu Coronazeiten im Krankenhaus liegen ist alles andere als angenehm, wenn kaum noch Abwechslung den Aufenthalt erträglich machen kann. Aber mit netten Worten kommt man in der Regel immer weiter und ausnahmsweise dürfen wir zu Zweit kommen.

Unser Zeitfenster von anderthalb Stunden vergeht wie im Fluge und die öffentlichen Verkehrsmittel bringen uns wieder zurück zum Schiff, wo es eine Stunde später heisst:

“Leinen los“ Richtung Ungarn.

In der Abenddämmerung dem Flusslauf der Donau zu folgen ist heisst, viele malerische Momente zu erleben - wir können das Vorbeiziehen der Landschaft gemütlich auf dem Oberdeck bei einem kühlen Cocktail genießen und der frische Wind auf Deck macht die brütende Hitze erträglich.

Als gewohnte Frühaufsteher treibt es uns am Morgen früh an die frische Luft und um fünf Uhr herrscht um uns herum noch keinerlei Bewegung. Nur die Vögel zwitschern am Ufer entlang um die Wette. War bis Wien der Donauradweg ein ständiger Begleiter, so säumen hier Wälder das Ufer, immer wieder reichen Donauarme ins Innere des Landes und nur die kleinen „Datschas“ finden sich in regelmässigen Abständen beidseits der Ufer.

Und dann taucht sie auf einmal in der Ferne am rechten Ufer auf: die Basilika von Estergom. Prominent auf einem Hügel liegend beherrscht sie das Bild. Auf der ungarischen Seite, denn die davorliegende Brücke bildet in der Mitte die Grenze zur Slowakei. Und wo rechts die beeindruckende Basilika alle Eindrücke überstrahlt, sind es auf der slowakischen Seite graphisch wirkende Hochhäuser, welche die linke Donauseite kennzeichnen.

Nach dem Anlegemanöver wartet ein kleiner Minizug auf uns, welcher uns unter den informativen Ausführungen unserer Reiseleiter hoch zur Basilika bringt. Hier wurden die ungarischen Könige gekrönt und entsprechend ist das Umfeld. Und die Schatzkammer zeigt uns die ganze Pracht der Zeremonienstücke - kunstvollst gearbeitet und Vieles in reinem Gold. Raritäten von unschätzbarem Wert - Fotografieren verboten!

Auch hier: kaum Betrieb, unsere Gruppe wird in noch kleinere Gruppen geteilt und so können die kulturellen Eindrücke tatsächlich wirken: Kein Gedränge, kein Geschiebe, kein Lärm und keine Hektik. Ein absoluter Vorteil für uns Besucher - an die andere Seite mag man gar nicht denken und die vielen geschlossenen Café‘s und Restaurants sprechen eine ganz eigene Sprache.

Zurück auf dem Schiff zurück werden die Leinen umgehend losgemacht und unser Schiff nimmt endgültig Fahrt auf in Richtung Budapest.