· 

Budapest

Eine der Attraktionen von Budapest für Touristen ist eine Flussfahrt auf der Donau, denn alle wichtigen Sehenswürdigkeiten lassen sich von einem Schiff aus ganz entspannt besichtigen. Wir bekommen diesen Service ganz umsonst, als wir in die Stadt einlaufen: das Parlament, über 300 Meter lang und mit noch viel mehr Türmen und Türmchen, die fünf Brücken, die Margareteninsel, bekannte Thermalbäder, das Schloss und die Burg - mit uns mittendrin, denn das Schiff hat in der Stadt einen zentralen Ankerplatz zwischen Freiheits- und  Kettenbrücke.

Nachdem wir einen freien Nachmittag zur Verfügung haben, nutzen wir die Gelegenheit, um die wenig bekannte Felsenkirche auf der Buda-Seite zu besichtigen. Eine Entscheidung, welche wir nicht bereuen, denn zum Einen ist sie wirklich sehenswert und zum Anderen auch angenehm kühl - bei fast 40 Grad ein nicht unwichtiger Aspekt.

Das bekannte Gellert-Thermalbad liegt der Kirche gegenüber, aber auch hier sind keine Besichtigungen dank Corona möglich und so schlendern wir an der schönen Fassade aussen vorbei und flanieren gemütlich noch ein paar Straßen weiter.

Die Hitze lässt uns den Abstecher nicht lange genießen und so kehren wir ins klimatisierte Schiff zurück und lassen uns mit einem hervorragendes Abendessen auf dem Schiff verwöhnen.

Um 21:00 Uhr ist der Treffpunkt für eine besondere Stadtbesichtigung: Budapest bei Nacht!

Mit dem Bus und DREI Stadtführern für eine Gruppe mit knapp über 30 Leuten geht es los und der erste Weg führt uns zu einem Fotostop des Parlamentes. Was für eine Kulisse! 

Es geht durch die Stadt weiter zum Heldenplatz, welcher angestrahlt einen ganz anderen Eindruck als tagsüber hinterlässt. Nebenan ist die grosse Eisbahn umgebaut für das public viewing der gerade stattfindenden Fußballeuropameisterschaft. Wäre dies nicht der Fall - auch hier wären wie wieder ganz alleine unterwegs...

An weiteren Sehenswürdigkeiten vorbei führt uns der Weg hinauf zur Burg, wo wir einen weiteren Fotostop einlegen. Ein fantastisches Nachtbild entsteht und kurz darauf geht es weiter auf die Burg, wo alle Gäste aussteigen, um den Blick von oben über die Stadt bei Nacht erleben zu können. Nun wissen wir auch, warum wir drei Stadtführer dabei haben: wir werden aufgrund der Coronabedingungen in drei Gruppen aufgeteilt und starten mit Abstand und in großer Entfernung zueinander. Kenntnisreich und kurzweilig kommen wir so an die Burgmauer und haben Budapest bei Nacht vor uns liegen - es hat sich definitiv gelohnt, diesen Ausflug zu buchen, nicht nur wir geraten hier ins Schwärmen! 

Am nächsten Morgen lockt die große und durch ihr Keramikziegeldach auffällige Markthalle, die zwar Touristenmagnet, aber auch nach wie vor von den Einheimischen zum Einkauf genutzt wird. Und tatsächlich treffen wir überwiegend auf ansässige Kundschaft, welche an den unterschiedlichen Obst und Gemüse, Fleisch- und Wurstwaren, den Bäckernständen  usw. ihren Einkauf tätigen. Der Aufgang zur Galerie mit den Souvenirläden offenbart dann ganz deutlich das Corona-Desaster. Gerade einmal ein Drittel der Stände sind besetzt und wir wandeln tatsächlich alleine durch die schmalen Gänge.

Auch in der Fussgängerpassage wiederholt sich dieses Bild - wo sich noch vor zwei Jahren, bei meinem letzten Besuch, Menschenmassen durchgeschoben haben, hat man überall freie Sicht und gut die Hälfte der Läden haben Leerstand und sind zu vermieten.

Die erneute Hitze treibt uns bereits mittags auf das klimatisierte Schiff und so genießen wir noch in der Lounge bei kühlen Getränken einen ruhigen Nachmittag. Schließlich heißt es wieder einmal „Leinen los“ in Richtung Bratislava.