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Bratislava - eine tolle Reise geht zu Ende

Bei strahlendem Sonnenschein verlassen wir Budapest und es dauert nicht allzulange, und wir haben wieder das Gefühl, die Donau gehört uns alleine. Tatsächlich ist mit uns gleichzeitig nur ein einziges Flusskreuzfahrtsschiff unterwegs und auf unserem Rückweg kommt uns ein einziges Schiff mit Schweizer Flagge entgegen. In sieben Tagen drei Flusskreuzfahrtsschiffe - bei meiner letzten Reise vor über zwei Jahren haben die Arosa-Schiffe gekoppelt angelegt, da zu wenig freie Anleger vorhanden waren. Was konkret bedeutet, man musste erst durch das direkt anliegenden Schiff durchgehen, um in das „eigene“ Schiff zu gelangen!

Die Ankunftstermine bei unserer Reise, welche ja an die „regulären“ Zeiten angelehnt waren, verschoben sich fast immer nach vorne, denn man musste an keiner einzigen Schleuse warten, was zu Nicht-Coronazeiten vollkommen normal ist und deshalb im Schiffsfahrplan eingerechnet ist. Dieser Umstand führte zum Beispiel dazu, daß wir den technischen Halt in Krems, wo üblicherweise keine Gäste das Schiff verlassen, zu einem spontanen Landgang nutzen konnten, da das Schiff eine Stunde früher als geplant in Krems festmachen konnte.

Da die Abfahrtszeit fest terminiert war, konnten wir so die „Gunst der Stunde“ im wahrsten Sinne des Wortes nutzen, und einen kleinen Abstecher nach Krems machen.

Auf der Rückfahrt hatten wir das Glück, in Esztergom an einer angestrahlten Basilka vorbeizufahren - ein Bild, welches jedes Fotografenherz höher schlagen lässt.

So wie jeder Hobbyfotograf auf dieser Reise voll auf seine Kosten kam, denn alleine die Sonnenauf- und Sonnenuntergänge hätte man sich nicht malerischer vorstellen können.

Am nächsten Vormittag erwartete uns Bratislava mit einer Stadtführung, und da die Burg mit einem Minizug besser und schneller zu erreichen ist, wurde dieser eingesetzt. Eigentlich. Denn das Bähnlein wollte partout nicht so, wie sein Führer es wollte und sprang einfach nicht an. Da war nun Organisationsgeschick gefragt, denn das Bähnchen verweigerte auch nach Kontrolle durch einen Fachmann seinen Dienst - es war mit uns seit einem Jahr zum ersten Mal in Betrieb....

Aber eine patente Reiseleiterin weiss sich zu helfen: sie begann kurzerhand die für später angesetzte Stadtführung und als der neue Zug einsatzbereit war, dirigierte sie diesen zu unserem aktuellen Standort, von dem aus es dann auf die Burg ging.

Unsere „Suzanna“ konnte spannend Historisches wie Aktuellen berichten, so daß wir einen wunderbaren, aber auch sehr realen Eindruck dieser sehenswerten Stadt mit nach Hause nehmen konnten. Nach der Besichtigung der Burg wurde die Stadtführung wieder zu Fuß fortgesetzt, nicht ohne natürlich das wohl bekannteste Motiv in Bratislava angesehen und fotografiert zu haben: „Der Gulli-Mann“. Mittlerweile hat er sogar ein eigenes Schild bekommen und man konnte ihn in seiner vollen Pracht aufnehmen, da wenig Menschen um ihn herum...

 

Der Vormittag verging so wie im Fluge und am Nachmittag wurde die Reise fortgesetzt. Allerdings näherte sie sich unerbittlich dem Ende zu, der kommende Tag war für uns ein sogenannter „Flusstag“  - allerdings durch die Wachau mit ihren vielen romantischen Dörfern, den Weinbergen und steinernen Zeugnissen aus anderen Zeiten.

 

Wir hatten eine Reise angetreten, welche Coronabedingt  bereits mehrfach verschoben werden musste und wir sind dankbar dafür, daß wir diese Reise nun tatsächlich antreten konnten. Für die crew war es eine echte Herausforderung, welche sie bewundernswert gemeistert hat.

Viele Kunden erwarteten eine Reise ohne nennenswerte Einschränkungen und zeigten sich sehr gereizt und ungeduldig gegenüber den Beschränkungen, welche den Kreuzfahrern von Behördenseite her auferlegt wurden. Auch logistisch war Spontanität gefordert, denn zum Beispiel konnten nicht alle Ausflüge wie geplant durchgeführt werden - und dennoch blieben alle Kräfte freundlich und hilfsbereit! Diese zusätzliche Belastung kostete unsere nette Gästebetreuerin in dieser Woche allerdings ganze vier Kilo, ein deutlicher Hinweis darauf, wie anstrengend solche Reisen auch für die Veranstalter sind.

 

Ermöglicht hat uns diese Reise mit meiner Schwester und mir allerdings nur den Umstand, daß Marcus zuhause den ganzen Betrieb mit Zwei- und Vierbeinern alleine gemanagt hat und uns so den Rücken dafür freigehalten hat. Keine Selbstverständlichkeit!

Marcus hat uns dann in Passau wieder eingesammelt und sicher nach Hause gebracht.

Das Fazit der Reise: sie ging viel zu schnell zu Ende, aber wir gehören definitiv zur Sparte der „Wiederholungstäter“.