· 

Urlaub im Hundehotel Waldeck

Zum ersten Mal in meinem Leben wartete im September auf mich ein Urlaub in einem Hundehotel. Gebucht in Kombination mit einem Hundekurs, welcher täglich von 10:00 bis 12:00 Uhr angeboten wurde, durchgeführt von einer ortsansässigen Hundetrainerin.

Und gebucht, weil Karamba ein ganz typischer „Corona-Hund“ ist, die auf fremde Hunde sehr ängstlich und abweisend reagiert, nachdem wir unsere Kontakte aufgrund der Ansteckungsgefahr extrem eingeschränkt hatten. Meine Überlegung richtete sich dahin, daß in einem Hundehotel genügend Hunde anwesend sind, um Karamba in näheren Kontakt zu bringen und sie einen entspannteren Umgang mit ihren Artgenossen erfahren kann.

Selbstverständlich begegnen uns auf meinen vielen Radtouren immer wieder fremde Hunde - da hat Karamba aber gelernt, einfach daran vorbeizulaufen, was sie sehr zuverlässig tut, selbst wenn die fremden Hunde in der Leine hängen und wütend kläffen.

Aber ich wollte ihr zum Einen nicht nur die Angst vor fremden Hunden nehmen und ihr die Möglichkeit geben, spielerischen Kontakt mit Hunden aufzunehmen und sich auch mit fremden Artgenossen in einer Gruppe wohlzufühlen, sondern im Laufe des Kurses auch sehen, was ihr im Bereich Hundeausbildung denn wirklich Spaß macht. Und dafür schien mir dieser Kurs perfekt, da man jeden Tag in eine anderes Themengebiet reinschnuppern konnte.

Rippchen wollte ich mitnehmen, damit sie wieder mit einer neuen Herausforderung konfrontiert wird. Sie ist eine hochintelligente Hündin und hat  so perfekt gelernt, mit ihrer Blindheit umzugehen, daß Besuchern nicht bewusst ist, daß es sich bei ihr um einen komplett blinden Hund handelt.

Wie würde sie eine neue Umgebung mit fremden Hunden aufnehmen? Spaziergänge in komplett fremder Umgebung und zwei fremde Zimmer, da ich an der Spiel und Spass - Woche nur noch mit einem Zimmerwechsel teilnehmen konnte…

Selbstverständlich wurde sie von mir auf diese Herausforderung bestens vorbereitet: bereits im Vorfeld hatte ich sie auf eine Glocke konditioniert, welche ich stets bimmeln liess, wenn ich mich mit ihr - frei, nur mit einer vier Meter langen Schleppleine am Geschirr - auf kleine Spaziergänge in ihr bekannter Umgebung aufmachte. Es ist unglaublich, wie schnell sie den Glockenreiz mit mir verknüpfte und sich ganz zuverlässig an diesem Ton orientierte!

Da man ihr die Blindheit äußerlich nicht ansieht, bekam sie natürlich noch ein Blindenhalstuch von mir gemacht, um andere Hundehalter auf ihre Einschränkung rechtzeitig aufmerksam machen zu können!

Außerdem hatte ich mein Rad dabei, weshalb sie auch noch lernen musste, im Fahrradkorb zu sitzen, damit sie mich mit Karamba am Rad begleiten konnte, denn länger als eine halbe Stunde kann man sie nicht alleine lassen. Nach dieser Zeitspanne zeigt sie deutliche Verlustängste und wird sehr unruhig, was ich ihr in einer ihr fremden Umgebung erst recht nicht zumuten wollte.

Eine Faltbox gehörte somit auch zum Gepäck, um beide Hunde die notwendige Sicherheit zu geben, eine geschützte Liegefläche zu haben, egal wieviele Hunde sich im Urlaub um uns herum befinden.

Und so startete ich am Samstag, den 11. September in das Abenteuer Hundeurlaub.😊