Kastration - ein heißes Eisen.....


Wer sich in den Medien über dieses Thema auf dem Laufenden gehalten hat, weiß, daß dieses Thema ein heiß umstrittenes ist, welches allzugerne die Befürworter und Gegner in zwei unversöhnliche Lager spaltet: Dies derjenigen, welche eine Kastration bejahen und derer, welche eine Kastration prinzipiell ablehnen.

 

Diese Polemisierung schadet unseren Hunden, denn hier handelt es sich um ein Thema, welches im Interesse unserer Vierbeiner objektiv und sachlich betrachtet werden sollte, denn eine Kastration ist nicht umkehrbar. Es ist ein operativer Eingriff und kann unvorhersehbare Folgen haben.

 

Mein Anlass, diesen Bericht hier zu schreiben ist ein sehr tragischer: Die Besitzer von "Zwetschge von der Holderheide" haben sich nach reiflicher Überlegung dafür entschieden, ihre junge Hündin (sie war noch kein Jahr alt) kastrieren zu lassen.

Zwetschge ist nach der Narkose nicht mehr aufgewacht.

Während der Narkose schien noch alles in Ordnung zu sein, am Ende zeigte Zwetschge jedoch Herzkammerflimmern, alle sofortigen Reanimierungsversuche schlugen fehl. Bei der Tierärztin handelte es sich um die Tierärztin, welche bereits die anderen Tiere von Zwetschge´s Familie behandelte und es lag ein gegenseitiges Vertrauensverhältnis vor. Es handelte sich um eine Routineoperation und keine anderen Vorkommnisse deuteten auf Probleme hin.

Auch in den nachträglich angestellten Recherchen über die Todesursache von Zwetschge konnte die Tierärztin kein befriedigendes Ergebnis finden, es war der erste Fall in ihrer Praxis, wo eine Hündin nach der Kastration nicht mehr aufwachte, entsprechend geschockt war auch sie von diesem katastrophalen Ende der OP.

 

Das einfachste wäre nun natürlich die Feststellung:

"Sie hätten Zwetschge ja nicht kastrieren müssen!"

 

Und wem hilft diese Aussage? Niemanden!

Sie tut nur den Besitzern weh und bringt ihnen Zwetschge nicht mehr zurück, eine Hündin, welche sie von Herzen geliebt haben. Sie war der Sonnenschein der Familie...

 

Was allerdings hilft, ist eine sachliche Auseinandersetzung mit dem Thema "Kastration", um Entscheidungen zu treffen, welche im Sinne unseres Hundes sind, wir sogar manchmal gezwungen sind, sie zu treffen.

Aber unter dem Gesichtspunkt einer genauen Betrachtung, was die Kastration bedeutet, wann sie indiziert ist und welche Alternativen es dazu gibt. Ohne ein Lager für oder gegen eine Kastration zu bilden, sondern darauf ausgerichtet, was für den eigenen Hund die richtige Entscheidung ist und unter Einbeziehung aller dafür relevanten Punkte.

 

Um sich diesem Thema sinnvoll zu nähern erscheint mir es dennoch sinnvoll, die Argumente der zwei Lager, Befürworter und Gegner einer Kastration, aufzuführen um eine Diskussionsgrundlage zu schaffen.

 

PRO:

  • Bei der Hündin keine Läufigkeit
  • Keine ungewollten Welpen
  • Keine hormonell bedingten Verhaltensveränderungen
  • Herabgesetzter Sexualtrieb des Rüden
  • Keine Gefahr durch triebbedingtes Streunen bei Hündin oder Rüde
  • Keine Scheinträchtigkeit/ Gesäugeentzündung/Gebärmutterentzündung bei der Hündin
  • Keine Belästigung durch Rüden, wenn Hündin läufig ist
  • Ungestörte Auslaufmöglichkeiten/Sportmöglichkeiten
  • Bei Frühkastration kein Auftreten von Gesäugetumoren bei Hündinnen
  • Abgeschwächte Ausprägung der digitalen Hyperkeratose bei Kastration vor der ersten Läufigkeit bei der Hündin und ca. mit 6 Monaten beim Rüden
  • Vermindertes Aufreten von Prostataproblemen bei Rüden
  • Reduktion der Bildung von Harnsteinen bei Rüden

 

Kontra

 

  • Gegen das Tierschutzgesetz
  • Operativer Eingriff mit Narkoserisiko
  • Einschränkung der psychischen Entwicklung bei Kastration des nicht-erwachsenen Hundes
  • Fellveränderung bei bestimmten Fellarten/Hunderassen
  • "Hunde werden dick"
  • Potente Rüden reiten bei kastrierten Rüden fallweise penetrant auf
  • "Kastrierte Hündinnen sind zickiger"
  • "Jede Hündin sollte einmal im Leben einen Wurf aufgezogen haben"
  • Rüden verlieren mit der Kastration ihr maskulines Gepräge
  • Bei Rüden kann der Hormonchip verwendet werden
  • Inkontinzenz als Folge einer Kastration
  • Störungen des Bewegungsapparates aufgrund einer Lagerungsproblematik

 


In der Regel sind die Fronten zu diesem Thema so verhärtet, daß eine sinnvolle Diskussion kaum möglich ist, wie ich dies auch auf einem Seminar, veranstaltet von Clarissa von Reinhard erfahren durfte.

Hier lag der mainstream eindeutig im Lager der Kastrationsgegner und wollte man sich als Teilnehmer an der Diskussion beteiligen, aber nicht die "erwünschte" Position einnehmen, hatte dies bei mir konkret ein Sprechverbot zur Folge.

Eine Diskussion über dieses doch so wichtige Thema wurde somit von Anfang an im Keim erstickt, denn die Devise hiess hier: Hunde werden nicht kastriert! Punkt!

 

Das ist um so trauriger, weil für Menschen, welche solche Entscheidungen zu treffen haben, keinerlei Möglichkeit besteht, objektiv herauszufinden, was für ihren Hund das Beste ist -  und so dienen Diskussionen, wie oben beschrieben, nur dazu, Menschen eine Plattform zu bieten um ihre eigene Meinung zu transportieren und nicht, um einer Allgemeinheit Informationen zugänglich zu machen, welche ihnen in einem Entscheidungsprozess helfen.

 

Kastrationen sind stets Einzelfallentscheidungen,

dies an dieser Stelle vorab. Keinesfalls sollte man sich von einem mainstream leiten lassen, sondern ausschließlich das Wohl unseres Hundes sollte uns am Herzen liegen.

Und deshalb müssen alle Entscheidungen für oder gegen eine Kastration im Sinne des eigenen Hundes abgewogen werden und erst danach ist es überhaupt möglich eine zum Hund passende Entscheidung zu fällen!

 

Es erscheint mir das sinnvollste Vorgehen, zuerst zu den einzelnen Punkten sowohl auf der Pro als auch auf der Kontraseite Stellung zu nehmen, um anschließend die noch fehlenden Zusammenhänge zu erläutern.

In über dreissig Jahren Hundehaltung, gemischter Rudelhaltung, Zucht und Ausbildung haben sich zu diesem Thema bei uns viele Erfahrungen angesammelt, weshalb ich zu den einzelnen Punkten jeweils eine persönliche Stellungnahme oder Erfahrung beisteuern möchte, um die Aussagen in eine konkrete Situation zu betten oder in den entsprechenden Zusammenhang zu bringen.

 

Um jegliche "Lastigkeit" in eine Richtung zu verhindern, werde ich im Wechsel jeweils hintereinander auf ein Pro und auf ein Kontra-Argument eingehen.

 

Pro: Bei der Hündin keine Läufigkeit

Nach einer erfolgten Kastration findet kein Zyklus und damit auch keine Blutung mehr statt - keine in der Wohnung oder im Haus tropfende Hündin mehr, kein lästiges an- und ausziehen von einem Läufigkeitshöschen.

Ein Argument für eine Kastration, welches mehr oder weniger ausschließlich der Bequemlichkeit der Besitzer dient oder einem ausgeprägten Putzfimmel der Besitzer gedankt ist und auf keinen Fall ein konkreter Kastrationsgrund.

 

Kontra: Gegen das Tierschutzgesetz

Paragraph 6 des Tierschutzgesetzes verbietet das vollständige oder teilweise Amputieren von Körperteilen oder das vollständige oder teilweise Entnehmen oder Zerstören von Organen oder Geweben eines Wirbeltieres.

In diesem Zusammenhang möchte ich es nicht versäumen darauf hinzuweisen, daß diese Gesetztestexte einen ungemein vielfältigen Bereich abdecken müssen, so auch die Haltung und (Aus)Nutzung von Labortieren zu Forschungszwecken.

Deshalb wird es immer schwierig bleiben, starre Vorschriften zu erlassen, welche in jedem Bereich zuverlässig passen und in der betreffenden Situation auf das einzelne Individuum Umwelt- und Haltungsgerecht zugeschnitten ist.

Nicht immer ist eine medizinisch indizierte Kastration der für eine Kastration vorliegende Grund, was uns jedoch auf keinen Fall dazu verleiten sollte, ein anderes Argument für eine Kastration prinzipiell abzulehnen - auch wenn auf dem ersten Blick der Gesetzestext keinen anderen Ausweg zulässt.

Auch ist ein Paragraph, nur weil er nun "in Beton gegossen ist", sprich im Gesetz verankert wurde, nicht zwingend in allen Bereichen für richtig zu halten - auch Gesetze sind "nur" von Menschen gemacht und durchaus deshalb mit Mängeln behaftet!

Hierzu möchte ich Sie an unseren Erfahrungen des Kupieren der Ruten bei unseren Irish-Terrier-Welpen teilhaben lassen. Unser erster Irish-Terrier-Wurf fiel noch in dem Zeitraum, als das Kupieren der Ruten (und der Ohren) üblich und Standard war.

Auch wir liessen unsere Welpen kupieren. Dazu kam der Zuchtwart kurz nach der Geburt und in unserem Beisein wurden die Ruten "abgeknipst".

Was sich hier schrecklich anhört, war eine Sache von Sekunden - und weder für die Hündin, für den Welpen oder für uns in irgendeiner Form unangenehm. Das Schmerzempfinden von neugeborenen Welpen ist so reduziert, daß man mit gutem Gewissen sagen kann, daß dies kein für Menschen sichtbar für den Welpen unangenehmer Vorgang war, weder schrien sie, noch waren sie unruhig noch hatten sie einen erkennbaren Schock.

Zwei Würfe wurden in unserem Beisein so kupiert, keiner der Welpen hatte in irgendeiner Form nachher Probleme mit Wundheilung oder gar einem Trauma.

Ausklammern möchte ich an dieser Stelle ausdrücklich eine Diskussion über den Sinn oder Unsinn des Ruten kupierens!

Bei Bekannten konnten wir das Pendant bei den Ohren beobachten und hier handelt es sich definitiv um einen massiven Eingriff, welcher nur unter Narkose vom Tierarzt durchgeführt werden kann. Der Eingriff erfolgte in der Zeit des aktiven Sozialspiel´s der Welpen (7. - 8. Woche), welches nach dem Kupieren der Ohren weiterhin bei den Welpen mit den eingebunden Ohren stattfand. Jeder der weiß, wie temperamentvoll Welpen toben, kann sich selbst bestens vorstellen, wie grausam schmerzhaft das Spiel in der Folge untereinander war, wenn die Welpen sich gegenseitig an den Verbänden zogen oder gar dort hineinbissen!

Und dennoch wurde das Rutenkupieren zuerst verboten und das Kupieren der Ohren (wenn ich mich recht erinnere) wurde erst zwei Jahre später eingeführt.

Für mich vollkommen unverständlich im tierschutzrechtlichen Sinn, denn eindeutig wurden beim Kupieren der Ohren dem Welpen deutlich mehr Schmerzen zugefügt, als je beim Kupieren der Ruten dies der Fall war, weshalb nach meinem Empfinden und unserer Erfahrung es viel hundegerechter gewesen wäre, hätte man zuerst ein Ohrenkupierverbot eingeführt!

 

Pro: Keine ungewollten Welpen

Ich kann ihn fast schon hören, den Aufschrei: Aber es liegt doch in der Verantwortung jedes Hündinnenhalters selbst, daß er in der Zeit der Läufigkeit seiner Hündin die entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen ergreift und so ungewollten Nachwuchs verhindert.

Das mag unter idealen Bedingungen durchaus so sein und in unserer Familienhundehaltung gehe ich von diesen Voraussetzungen mit gutem Gewissen aus.

Ich selbst bin jedoch auf dem Land aufgewachsen und dort werden Hunde immer noch an der Kette gehalten und zwar Hündinnen wie Rüden. Und Sie dürfen versichert sein, kein Landwirt kümmert sich im geringsten darum, ob sein Rüde eine gewisse Zeit (meistens wurden die Hunde zur Stallzeit von der Kette gelassen) herumstreunert und dabei eine Hündin beglückt, noch wissen die Bauern je, wann ihre Hündinnen in der Regel läufig werden und ergreifen entsprechende Vorsorgemaßnahmen. Und diese Hunde sind durchweg groß und wenig "süß"!

Nach meinem Wegzug wurde eine Hündin eines Bauern aus dem Ort, um welche ich mich immer wieder kümmerte, von einem der zur Stallzeit streunenden Rüden gedeckt und sie brachte an der Kette einen großen Wurf alleine und selbstständig auf die Welt.

Die Kinder des Bauern verliebten sich prompt in einen der Welpen und da die Bauernfamilie keine zwei Hunde halten wollte, wurde die Mutterhündin nach der Aufzucht der Welpen umgebracht, damit weiterhin nur ein Hund für den Hof zuständig war. Und glauben sie mir, dieses Vorgehen war kein Einzelfall, so grausam das auch klingen mag.....Wie oft wünschte ich mir, die Bauern würden in die Kastration ihres Hundes und ihrer Katzen investieren. Heerscharen mit von Katzenschnupfen verseuchten Katzenwelpen müssten nicht dahinvegetieren und würden früher oder später dem Tod anheim fallen und keine Hundemutter müsste an der Kette ihre Welpen aufziehen, welche prall und lustig überall herumtoben dürfen, während die Hündin bis auf die Rippen abgemagert ist, da sie den Luxus einer Zufütterung wegen der Welpen nicht hat.

 

Kontra: Operativer Eingriff mit Narkoserisiko

Sie kennen es von ihren möglicherweise durchgeführten Operationen: das Aufklärungsgespräch mit dem zuständigen Narkosearzt, welcher Ihnen danach einen Zettel zur Unterschrift reicht, auf welchem Sie unterschreiben, daß Sie über das Risiko einer Nakose aufgeklärt wurden.

Was hier für Menschen gilt, greift eins zu eins auch bei den Narkosen unserer Vierbeiner - jede Narkose bedeutet ein Risiko und ist eine Kastration beim Rüden ein kurzer, außen liegender Eingriff, so handelt es sich bei der Hündin um eine ungleich umfangreichere und länger andauernde OP.

Ist eine Narkose unumgänglich, sollte das Risiko deshalb so gering wie möglich gehalten werden. Dazu gehört, eine möglichst moderne Narkoseart zu wählen, wozu die Inhalationsnarkose zählt - hier ist eine deutlich bessere Überwachung möglich als bei einer Spritzennarkose. Leider mussten wir zur Kenntnis nehmen, daß es Tierärzte gibt (aber hoffentich nicht mehr gibt!) welche das Gewicht eines Hundes zur Narkosedosierung schätzten, statt das zu operierende Tier auf der Waage genau zu wiegen und so die optimale Dosierung zu verabreichen.

Auch können innerhalb von Hunderassen unterschiedliche Auswirkungen von Narkosen beobachtet werden, welche aber nicht als Allgemeinwissen in Tierarztpraxen vorausgesetzt werden können:

Eine Reihenuntersuchung in Giessen über Kromfohrländer hatte zum Beispiel als Nebeneffekt zum Ergebnis, daß langhaarige Kromfohrländer eine bis zu einem Drittel geringere Dosis benötigen, als für ihr Gewicht üblich - für das eine oder andere Tier eine möglicherweise lebenswichtige Information!

 

Pro: Keine hormonell bedingten Verhaltensveränderungen

Vielen Hündinnenbesitzern ist nicht klar, daß auch eine nicht gedeckte Hündin den gleichen Zyklus durchläuft, wie eine gedeckte Hündin. Das heisst im Klartext, daß nicht gedeckte Hündinnen den gleichen Verhaltensänderungen unterworfen sind wie eine gedeckte Hündin und sie sich deshalb in der Praxis zum Beispiel um den Wurftermin herum anderen Hunden gegenüber aggressiver verhalten, da sie ja quasi "werfen" und zum Schutz der Welpen fremde Hunde mit ihrer "Aggression" auf Distanz halten.

Das Gesäuge verändert sich sichtbar und einige Hündinnen fangen an, ihr Spielzeug wie Welpen zu behandeln. Das sind die "klassichen Symptome", welche am bekanntesten sind, jedoch kann auch das für viele Besitzer nicht einzuordnende zeitweise auftretende Futtermäkeln oft diesem hormonellen Umstand zugeordnet werden.

Zu einem Problem wird in diesem Zusammenhang die sogenannte "Scheinschwangerschaft", welche in einem ernsten Verlauf zu einer Gesäugeentzündung und im schlimmsten Fall bis zu einer Gebärmutterentzündung führen kann, welche einer tierärztlichen Behandlung bedarf.

Hündinnen, welche also unter einer wiederkehrenden, starken Scheinschwangerschaft regelrecht "leiden", das bedeutet sowohl physisch als auch psychisch betroffen sind, gehören zu einer Klientel, wo eine Kastration tatsächlich eine Erleichterung für die Hündin bedeutet und wegen der Gefahr von Gesäugeentzündungen und mehr, tatsächlich anzuraten ist.

Alternativ wird empfohlen, betroffene Hündinnen einen Wurf aufziehen zu lassen, um den angegebenen Gefahren wie Gesäuge- und Gebärmutterentzündungen zu entgehen, allerdings ohne die Garantie, daß dann bei der auf den Wurf folgenden Läufigkeit die Ursache tatsächlich beseitigt wäre und es nicht mehr zu überschiessenden Symptomen kommt.

Auch stellt sich hier natürlich die Frage, ob die Aufzucht von Welpen im Verhältnis zum nicht garantierten veränderten Zyklusverhalten angebracht ist, denn genauso wenig wie die Garantien auf ein Ausbleiben des veränderten Verhaltens gegeben werden können, ist auszuschliessen, daß sich die hormonell bedingte Scheinschwangerschaft auf die Töchter vererbt und damit ein vorhandenes Problem möglicherweise an die nächste Generation weitergegeben wird.

Eine sehr liebenswerte Hündin aus unserer Zucht zeigte während der Läufigkeit - und zwar definitiv nur in dieser Zeit - übersteigerte Aggression gegenüber Zwei- und Vierbeinern, welche bis hin zu regelrechter Bissigkeit führte, sowohl gegenüber Menschen als auch Hunden.

Ausserhalb der Läufigkeit zeigte sie sich freundlich und aufgeschlossen gegenüber allen ihre bekannten Menschen, zurückhaltend aggressionslos gegenüber ihr unbekannten Menschen. Fremden Hunden wich sie normalerweise aus, mit ihren Hundefreunden war sie sehr verspielt.

Umso verstörter war ihr Frauchen, wenn sie sich in der Läufigkeit wie ausgewechselt zeigte und nur noch um sich biss. Selbst in der Standhitze wurden Rüden von ihr resolut vertrieben und nicht eine Sekunde liess sie einen Rüden auch nur in die Nähe ihres interessanten Hinterteil´s gelangen.

Als Züchterin riet ich der Besitzerin bei solch übersteigertem Verhalten zur Kastration und ab diesem Zeitpunkt zeigte die Hündin keinerlei Aggressionen mehr gegen Zwei- und Vierbeiner, was für deutliche Entspannung und Ruhe sowohl bei Frauchen als auch bei ihrer Hündin sorgte, zumal im Innenstadtbereich lebend, keinerlei Ausweichmöglickeiten bestanden, welche eine Alternative hätten bieten können.

 

Auch bei den Rüden bedeutet eine frühe Kastration eine Hemmung der hormonell bedingten Verhaltensänderungen.

Nicht zu verwechseln sind Kastrationen in dieser Hinsicht mit zu erwartenden Verhaltensänderungen, welche nicht den Trieb betreffen, sondern deren Ursache in einem anderen Kontext zu finden ist.

Kastrationen bei Rüden, besonders bei jungen Rüden, führen in der Regel zu einer längeren Spielfreudigkeit und triebbedingten Auseinandersetzungen mit Rüden wird vorgebeugt. In der Folge kann sich auch kein unerwünschtes Verhalten gegenüber fremden Rüden manifestieren, was bei triebbedingtem Aggressionsverhalten unter Rüden gerne passiert.

Gerade bei Rüden wird im Allgemeinen eine Kastration als "Frevel" angesehen, und ohne ihren männlichen Besitzern nahetreten zu wollen, leiden besonders diese unter der Vorstellung, daß ihr Rüde danach nicht mehr "kann".

Allerdings sollte uns als artgerechte Hundehalter zu denken geben, welchem Stress heute Rüden gerade in Städten ausgesetzt sind, wo in der Nachbarschaft nacheinander die eine oder andere Hündin läufig wird und unsere Rüden dank ihrer überragenden Nasenleistung diesen Geruch anhaltend vor sich haben, aber auf der anderen Seite nie zum Zuge kommen dürfen - und gerade sehr triebige Rüden leiden extrem unter dieser Situation!

Wo Kater und Hengste ganz selbstverständlich kastriert werden und sich kein Mensch große Gedanken um deren psychisches Wohlbefinden aufgrund einer erfolgten Kastration macht, kommt es bei Hunden bezüglich der Rüden zu einem regelrechten "hype", welcher Diskussionen über diesen Punkt noch nicht einmal zulassen, sondern in aller Regel in einer Aussage gipfelt, daß die Kastration eines Rüden in keiner Form vertretbar ist, ohne dies mit sachlichen Argumenten überhaupt untermauern zu wollen.

Daß ein Rüde unter der Vielzahl von ihn umgebenden immer wieder läufig werdenden Hündinnen leidet, wird dabei gerne unterschlagen, oder, noch paradoxer, es wird darauf hingewiesen, daß die Hündinnenbesitzer ihre Hündinnen kastrieren sollen, damit die Rüden diesem Stress nicht ausgesetzt sind.

Dabei ist es der Rüde, welcher multipotent ist und jederzeit für reichlichen Kindersegen sorgen kann - was auf dem Lande auch geschieht - und nicht die Hündin, welche zyklusbedingt nur wenig Nachwuchsleistung aufbringt.

Sollen sich also dauerhaft die Insassenzahlen in den Tierheimen reduzieren, wäre eine Kastration von Rüden langfristig das überzeugendere Konzept, um dies zu erreichen.

Nicht verschwiegen werden sollte auch der Umstand, daß hypersexuelle Rüden häufig zu Prostataproblemen neigen und früher oder später schon alleine aus diesem Grund unter das Messer kommen!

Leider wird Rüdenbesitzern, welche verhaltensauffällige Rüden ihr eigen nennen, gerne eine Kastration empfohlen, damit sich die Verhaltensprobleme in den Griff bekommen lassen. Deshalb an dieser Stelle noch einmal der Hinweis: es lassen sich ausschliesslich triebbedingte Probleme mit einer Kastration beseitigen, hier gehört dazu, daß ihr Rüde immer wieder eine Lücke im Zaun findet und sich selbstständig macht, was die bekannten Risiken mit sich bringt.

Manifestes Rüden-Macho-Verhalten verschwindet üblicherweise NICHT mit einer Kastration!!!!!

 

Kontra: Einschränkung der psychischen Entwicklung bei Kastration des nicht erwachsenen Hundes

Der Trend der Tierärzteschaft bezüglich Frühkastrationen bezieht sich in aller Regel auf Hündinnen, welche frühkastriert laut amerikanischer Studien keine Gesäugetumore zu erwarten haben. Zu einer Frühkastration von Rüden hingegen wird im Allgemeinen von den Tierärzten aus nicht geraten.

Wissenschaftliche Studien haben belegt, daß Hunde, welche vor der Pubertät kastriert wurden, deutlich juvenilere Verhaltensweisen beibehielten, als ihre nicht kastrierten Geschlechtsgenossen.

Wird eine Frühkastration vorgenommen, wird die Entwicklung zur Erwachsenenreife gehemmt und die hormonelle Weiterentwicklung des Hundes gestoppt.

 

Pro: Herabgesetzer Sexualtrieb bei Rüden

Um die Problematik für Rüden in der Stadt verständlich zu machen, verwende ich gerne einen bildhaften Vergleich:

"Stellen Sie sich die Wüste vor und Sie sind am verdursten. Nun hält ihnen jemand einen Becher Wasser vor Sie, immer wenn Sie jedoch diesen greifen wollen, wird er Ihnen entzogen. Wie fühlen Sie sich dabei?"

Frustriert, das dürfte jedermann und jederfrau klar sein.

So können Sie sich aber auch das Seelenleben eines triebhaften Rüden vorstellen, welcher tagtäglich den wohlriechenden Duft von Hündinnen vor sich hat und nie darf. Wie sollte er sich anders fühlen, als frustriert. Und daduch auch dauerhaft gestresst und es sollte die Frage erlaubt sein, ob dies tatsächlich im Sinne unserer Rüden ist, hier nicht durch eine Kastration abhelfen zu dürfen.

Jung kastrierte Rüden heben ausserdem nicht mehr überall ihr Bein, sondern, wie Hündinnen fangen sie nach der Kastration an, sich wie diese hinzusetzen und die Blase in einem Zuge zu entleeren, was zum Beispiel bei Harnnsteinanfälligkeit ein nicht unbedeutender Vorteil ist.

Das Triebverhalten ist nach der Kastration stark vermindert, was bedeutet, daß keine Gefahr des Abhauens besteht, wenn in der Nachbarschaft die Mädels läufig werden.

Sehr triebhafte Rüden können sich häufig nicht mehr auf ihre Besitzer konzentrieren, sondern sind im Freien überwiegend damit beschäftigt, die aktuelle "Hundezeitung" zu lesen, achten überhaupt nicht mehr darauf, wo sich ihre Besitzer befinden und verhalten sich draußen wie "ferngesteuert". Nach der Kastration ist ein triebhafter Rüde dagegen wieder in der Lage, sich am Besitzer zu orientieren und mit ihm gemeinsam etwas zu unternehmen.

 

Kontra: Fellveränderung bei bestimmten Fellarten/Rassen

Nach der Kastration verändert sich die Struktur des Haarkleides bei einigen Rassen, aber sicherlich auch bei Mischlingen mit entsprechender Abstammung.

Beim Cockerspaniel wuchert nach der Kastration gerne das sogenannte "Welpenhaar", was häufig dazu führt, daß eine korrekte Haarpflege nicht mehr erfolgen kann, sondern der Cocker geschoren werden muss, mit all den damit verbundenen Nachteilen.

Rauhaarige Hunde sind häufig nach der Kastration nicht mehr so leicht zu trimmen, da das Haar weicher wird und sich schlechter zupfen lässt.

Wohlgemerkt: dies ist nicht bei allen Hunden immer gleich und die Fellveränderung muss nicht zwangsläufig erfolgen, aber sie findet in vielen Fällen statt und hat vom Pflegegesichtspunkt aus nachteilige Folgen, auf welche oft vor der Kastration von seitens der Berater nicht hingewiesen wird.

 

Pro: Keine Gefahr durch triebbedingtes Streunen von Rüde oder Hündin

Hier gibt es wenig Diskussionsgrundlage. Jeder Hundebesitzer, dessen Rüde sich schon einmal aufgemacht hat, um eine Hündin zu besuchen und dabei eine befahrene Straße überqueren musste und jeder Hündinnenbesitzer, welcher in der Standhitze nur mit Mühe sie am Weglaufen hindern konnte, weiß um die Gefahren von Autoverkehr oder, auf dem Lande lebend, der von Jägern ausgehenden Bedrohung.

Triebbedingtes Streunen lässt sich durch die Kastration definitiv verhindern und vermindert entsprechend das Risiko des Hundes, eines Tages von einem Auto an- oder schlimmer noch überfahren zu werden.

 

Kontra: "Hunde werden dick"

Glauben Sie mir: sie werden es in aller Regel tatsächlich.

Daran ist zwar "ursächlich" die Kastration schuld, dennoch entbehrt diese Aussage jeglicher sachlichen Grundlage.

Daß kastrierte Hunde dick werden, liegt normalerweise daran, daß nach der Kastration die Fütterung nicht umgestellt wird. Und dies ist häufig der Fall, da die beratende Person es unterlassen hat, darauf hinzuweisen, daß nach einer Kastration der Grundumsatz eines Hundes geringer ist und er deshalb einen geringeren Verbrauch hat. Dies bedeutet, die Futterration muss gegenüber derjenigen vor der Kastration in der Regel mindestens um ein Drittel reduziert werden. Da dies oft nicht getan wird, nimmt der Hund wenig, aber stetig zu und oft merken die Besitzer von dieser langsamen Zunahme erst, wenn Aussenstehende sie mit der Bemerkung: "Der ist aber dick geworden", hinweisen.

Mäkelig fressende Kromfohrländer sind nach einer Kastration oft leichter zu füttern, da sie nicht mehr so anspruchsvoll sind wie vor der Kastration. Musste hier jeden Tag etwas anderes gefüttert werden und wurde der Napf nie vollständig geleert, so nehmen sie nach der Kastration das Futter williger und sind nicht mehr ganz so wählerisch, was das Füttern durchaus vereinfacht.

 

Pro: Keine Scheinträchtigkeit/Gesäugeentzündung/Gesäugetumore bei der   Hündin

Jede Hündin durchläuft, auch wenn sie nicht gedeckt ist, hormonell eine Trächtigkeit mit den Symptomen einer realen Trächtigkeit, wobei diese wenig, aber auch sehr stark ausgeprägt sein können.

Eine Scheinträchtigkeit alleine ist deshalb kein Kastrationsgrund, da es sich dabei um einen vollkommen natürlichen Ablauf handelt.

Allerdings zeigen Hündinnen je nach individueller Veranlagung zum Teil sehr starke Symptome einer Scheinträchtigkeit, welche sehr bedenklich sind und eine Kastration in Betracht gezogen werden sollte. Dies ist der Fall, wenn die Hündin unter der Scheinträchigkeit leidet, die Milchleiste geschwollen ist und akute Entzündungsgefahr besteht und die Hündin ausserdem psychisch in Mitleidenschaft gezogen ist, weil sie dauernd ihre Spielsachen "bemuttert". In fortgeschritteneren Stadien werden diese Spielsachen wie reale Welpen gegenüber der Umwelt verteidigt, was zu sehr problematischen häuslichen Situationen führen kann, besonders wenn Kinder im Haushalt leben.

Mit der Kastration werden diese Probleme dauerhaft gelöst und es besteht keine Gefahr von Gesäugeentzündungen durch Scheinschwangerschaft und das Auftreten von Gesäugetumoren ist verringert.

 

Kontra: Potente Rüden reiten bei kastrierten Rüden fallweise penetrant auf

Immer wieder kann man beobachten, daß kastrierte Rüden von potenten Rüden in auffallend penetranter Weise belästigt werden. Sie versuchen immer wieder, bei den Kastraten aufzusteigen und lassen freiwillig oft nicht ab, sondern müssen von ihren Besitzern geradezu "heruntergeholt" werden.

Auch wenn diese Folge einer Kastration nicht gar so häufig auftritt, so führen Besitzer von kastrierten Rüden, welche diese "magnetische" Wirkung haben, ein sehr eingeschränktes Leben, denn Spaziergänge werden zu einem regelrechten Spiessrutenlaufen und führen dazu, daß man anfängt Hundekontakte zu meiden, um seinem Hund einen einigermassen entspannten Spaziergang zu ermöglichen.

Soziale Kontakte, welche für uns und unsere Hunde so bereichernd sein können, fallen so komplett weg.

Ein Rüde aus unserer Zucht war leider so ein Kandidat. Sobald er beim Holderheidetreffen aus dem Auto gestiegen war, hatte er eine regelrechte Schar von Verehrern an sich "hängen" - im wahrsten Sinne des Wortes - und das war für den armen Kerl furchtbar.

Und sichtbar für jeden, denn seine Rute reichte unter dem Körper durch bis fast zwischen die Ohren hinauf, so krümmte er sich, um der Bedrängung zu entgehen. Eine weitere Teilnahme an einem Holderheidetreffen verbat sich danach, denn ein weiteres Intermezzo dieser Art wollten seine Besitzer ihm dann doch lieber ersparen, was sie auf der anderen Seite sehr schade fanden, hatten sie doch gerne am Holderheidetreffen teilgenommen.

 

Pro: Keine Belästigung durch Rüden, wenn Hündin läufig ist

Glücklich im Fall der läufigen Hündin ist, wer in einer Wohnung wohnt. Diese ist abgeschlossen und kein Rüde kommt ungebeten hinein.

Anders hingegen, wenn der Hündin ein Garten zur Verfügung steht. Es ist unglaublich, wie findig Rüden werden können, um zu ihrer Angebeteten zu kommen. Jede noch so kleine Lücke wird genutzt, was dazu führt, daß man den Zaun doppelt und dreifach kontrollieren muss und ein unbeaufsichtigter Aufenthalt einer läufigen Hündin trotz Zaunes möglicherweise unerwartete Folgen hat.

Aber ob Wohnung oder Haus mit Garten, die Rüden der Umgebung haben schnell raus, wo sich eine läufige Hündin befindet und Spaziergänge gestalten sich mitunter sehr schwierig, laufen Rüden frei im Auslaufgebiet herum. Und kein Weg kann so abgeschieden sein, als daß ein Rüde nicht doch der Spur folgt und einen entspannten Spaziergang verhindern könnte.

Versucht man dieser Situation zu entgehen, indem man die Hündin in´s Auto packt, ist auch dies kein Garant für einsame Spaziergänge.

Unser ein Ort weiter lebender Dackelmischlingsrüde zum Beispiel hatte keinerlei Problme, der Spur des Auto´s zu folgen und drei Kilometer weiter wieder den Anschluß an unsere Hündinnen zu finden.

Auch hier beseitigt eine Kastration diese Unanehmlichkeiten dauerhaft.

 

Kontra: "Kastrierte Hündinnen sind zickiger"

Solche "Pauschalaussagen" sind meines Erachtens sehr fragwürdig und dienen wohl eher einer allgemeinen Polemik, als daß sie zu einer sachlichen Disskussion bezüglich des Kastrationsthema beitragen.

Richtig ist allerdings, daß sich kastrierte Hündinnen anders verhalten als nicht-kastrierte Hündinnen, was sich allein schon aus dem unterschiedlichen Hormonstatus einer nicht-kastrierten Hündin gegenüber einen kastrierten Hündin ergibt.

Auffällig bei unseren wenigen kastrierten Hündinnen war auf jeden Fall, daß sich die Hündinnen vor der Kastration gerne an der Aufzucht der Welpen beteiligt haben, dies aber unterliessen, sobald sie kastriert waren. Sie interessierten sich weder für die Saugwelpen, wenn diese quietschten, noch waren sie bereit, sich aktiv an der Welpenbetreuung zu beteiligen. Viel mehr versuchten sie, den Welpen aus dem Weg zu gehen und wollten in Ruhe gelassen werden. Ihr Allgemeinverhalten innerhalb des Rudel´s veränderte sich allerdings durch die Kastration nicht und auch konnten wir keine Verhaltensänderung mit anderen Hunden beobachten.

Jede Hündin ist ein Individuum, von daher reagiert jede Hündin anders auf eine Kastration. Voraussagen, wie sich die Hündin nach einer Kastration verändern wird, sind in keinem Fall möglich!

Reinrassige Kromfohrländerhündinnen sind meines Erachtens nach jedoch als Kriterium insgesamt kein Maßstab, denn generell ist ihre Bereitschaft mit vollkommen fremden Hunden Kontakt aufzunehmen ausgesprochen gering ausgeprägt und viele reinrassige Kromfohrländerhündinnen sind bedauerlicherweise von Haus aus "zickig", unabhängig davon, ob sie kastriert sind oder nicht.

 

Pro: Ungestörte Auslaufmöglichkeiten/Sportmöglichkeiten

Besonders im Sportbereich ist dies ein oft ins Feld geführtes Argument, denn kastrierte Rüden sind nicht mehr durch ihren Trieb "abgelenkt" und Hündinnen fallen nicht aus, wenn sie läufig sind und aufgrund der Läufigkeit von Veranstaltungen ausgeschlossen werden.

Dem ist nichts hinzuzufügen, denn ein nicht kastrierter Rüde reagiert auf sich in der Nähe befindliche, gut riechende Hündinnen und kann sich wunderbar ablenken lassen, oft sehr zum Ärger seines Hundeführer's, welcher dadurch gerne in Stress gerät, was sich wiederum sehr negativ auf den Hund auswirken kann.

Und mit einer läufigen Hündin an einer Veranstaltung kann man die "Begeisterung" der anderen Hundehalter an ihren Gesichtern ablesen und auf der Stirn steht deutlich geschrieben: "Kann der "xxxxx" mit seiner läufigen Hündin nicht zu Hause bleiben!?"

Hierbei stehen die kleinen xxxxx für die diversen Schimpfwörter, mit welchen Hündinnenhalter ganz generell tituliert werden, trauen sie es sich, mit ihrer Hündin in einem öffentlichen Bereich zu bewegen;-)

 

Kontra: "Jede Hündin sollte einmal im Leben einen Wurf aufgezogen haben"

Bei einem solchen Argument sollte man natürlich sofort die Gegenthese formulieren und fragen: "Warum muss eine Hündin einen Wurf aufziehen?"

Ich neige dazu, gerne Vergleiche zwischen Hunden und Menschen zu ziehen und deshalb sei an dieser Stelle die Frage erlaubt: "Muss man als Frau Kinder haben, um sich "vollwertig" zu fühlen?" Sicherlich eine sehr provokativ gestellte Frage, aber sie weist dorthin, wo die Aussage, daß "jede Hündin einmal im Leben Welpen gehabt haben soll" angesiedelt werden sollte: In den Bereich der emotionalen, persönlichen Vorstellungen, welche mit einer sachlichen Auseinandersetzung nicht unbedingt vereinbar ist.

Eine Hündin kann nicht "sprechen" und uns somit mitteilen, ob sie Welpen haben möchte oder nicht und auch diese Aussage ist schon insofern wissenschaftlich nicht haltbar, denn sie würde ja unterstellen, daß ein Tier die Instinkte und ihre Natur zu überwinden mag, was bekanntermaßen nicht der Fall ist....

Entscheidend dafür, ob eine Hündin in unserer Obhut Welpen bekommen soll, hängt deshalb maßgeblich davon ab, ob ihr Gesundheitszustand und ihr Alter keine Risiken für sie und ihre Nachzucht birgt, ob die Aufzuchtsmöglichkeiten passend sind und für die Welpen gute Plätze gefunden werden können.

Und erst wenn eine Hündin einen Wurf aufgezogen hat, kann man an ihrem Verhalten erkennen, ob sie dies "gerne" getan hat, oder ob sie auf diese Erfahrung in Zukunft verzichten kann (und der verantwortungsbewußte Halter eine weitere Bedeckung erfolgreich verhindert).

Als Züchter spricht man in diesem Fall von "guten Muttereigenschaften" und "schlechten Muttereigenschaften", was in der Zucht nicht unerheblich ist, ist der Unterschied von einer "guten Mutter" zu einer "schlechten Mutter" doch gravierend bei der Aufzucht von Welpen.

So haben wir eine sehr erfolgreiche Agility-Hündin gezüchtet, mit welcher wir auch Nachwuchs planten. Schon bei der Geburt zeichnete sich ab, daß diese Hündin dem "freudigen Ereignis" nichts Positives abgewinnen konnte und daß sie Welpen den Popo säubern soll fand sie geradezu ekelhaft. Auch war ihr ein bequemes Liegen wichtiger, als die Tatsache, ob ein Welpe sich gerade unwohl fühlte und quietschte und eigentlich ihrer Aufmerksamkeit bedurfte. Dafür, fand sie, waren die Züchter zuständig, die hatten ihr ja das "Übel" eingebrockt. Dankenswerterweise fanden sich im Rudel genügend Mama´s, welche sich dann um die "Kuckuckskinder" kümmerten, denn ihre Mutter gehörte definfitv zur Fraktion der Rabenmütter und hätte man sie fragen können, ob sie Welpen hätte haben wollen, sie hätte dies vehement verneint;-)

Eine mir bekannte Kromfohrländerzüchterin hatte hingegen genau das gegenteilige Problem: deren Hündin hatte so starke Muttereigenschaften, daß sie sich mit der Abgabe der Welpen ungemein schwer tat und in eine regelrechte Depression verfiel, als die Welpen alle abgegeben waren. Nachdem sie dieses Verhalten auch bei den Welpen der behaltenen Tochter aus dem A-Wurf zeigte, beschlossen sie, aus Rücksicht auf die Gefühle der Hündin, keine Welpen mehr aufzuziehen.

 

Pro: Bei Frühkastration kein Auftreten von Gesäugetumoren bei Hündinnen

Das klassische Kastrationsargument der Tierärzte.

Aber wie immer gilt auch hier: jede Medaille hat zwei Seiten und so verallgemeinert stimmt diese Aussage nicht, sondern es muss differenziert werden zwischen den unterschiedlichen Rassen.

Die wissenschaftlichen Erkenntnisse, daß Hündinnen, welche vor der ersten Läufigkeit kastriert werden keine Gesäugetumore bekommen, stammt aus den USA und postuliert ausserdem, daß jede weitere Läufigkeit das Risiko der Hündin, an einem Gesäugetumor zu erkranken kontinuierlich ansteigen lässt.

Dem steht die Tatsache entgegen, daß gerade Kromfohrländerhündinnen nur eine sehr geringe Neigung haben, überhaupt an einem Gesäugetumor zu erkranken.

Da wir sehr engagiert seit dreissig Jahren die Kromfohrländerzucht und ihre - auch gesundheitliche - Entwicklung verfolgen, sind uns viele Erkrankungen bekannt und der Kromfohrländer deckt leider eine beachtliche Bandbreite an Erkrankungen ab, allerdings sind mir aus dem Kopf nur zwei Fälle überhaupt von einem Gesäugetumor bei Kromfohrländerhündinnen bekannt, was bei der Menge an mir bekannten Hündinnen statistisch gesehen ein so geringes Auftreten ist, daß eine Operation aufgrund der möglichen Gefahr des Auftreten´s von einem Gesäugetumor irrelevant ist.

Ganz anders hingegen sieht es bei unseren Irish-Terriern aus. Hier ist die Wahrscheinlichkeit des Auftreten´s von Gesäugetumoren sehr hoch, auch unsere erste Irin hatte mit diesem Problem zu kämpfen und will man nicht in höherem Alter die Gesäugeleiste entfernen lassen, so ist eine Frühkastration durchaus bedenkenswert!

Nicht vergessen sollte man bei den Gesäugetumoren, daß sie leicht tastbar sind und nachdem wir unsere Familienhunde regelmässig untersuchen, dürfte keinem Hundehalter diese Veränderung entgehen, weshalb das Damoklesschwert der Tumore bei den Gesäugetumoren eines ist, welches gut in den Griff zu bekommen ist.

 

Kontra: Rüden verlieren mit der Kastration ihr maskulines Gepräge

Da stellt sich häufig die Frage, auf was sich das "maskuline Gepräge" genau bezieht.

Betrifft es die Hoden, dann ist es mit dem "maskulinen Gepräge" nach der Kastration tatsächlich vorbei - denn da ist einfach nichts mehr....

Beim Chippen schrumpfen die Hoden auf Haselnussgrösse, auch da ist von den Hoden kaum mehr etwas zu erkennen.

Allerdings bezieht sich das "maskuline Gepräge" in der Regel auf die Statur und die Ausstrahlung des Hundes und als maskulin werden, bewegt man sich im Ausstellungsterrain, Rüden bezeichnet, welche rein von ihrem Äusseren her sofort als solche zu erkennnen sind. Es handelt sich hierbei um Rüden, welche sich in aller Regel an der oberen Grössengrenze eines Standard´s bewegen, sehr kräftig im Körperbau sind mit dazu passenden Köpfen und sich auch in der Bewegung sehr selbstbewusst präsentieren. Sie geben ein wahrlich tolles Bild ab, jedoch hat Anders Hallgren bewusst auf die daraus für die Zucht resultierenden Nachteile hingewiesen, weshalb man eine maskuline Ausprägung immer auch im Kontext der Zucht sehen sollte.

Wichtig hierbei zu wissen ist allerdings, daß es zu dieser sichtbar maskulinen Ausprägung bei vielen Rüden erst kommt, wenn sie im Deckeinsatz waren, und sich daduch körperlich verändern. Nicht jeder Rüde hat also per se eine maskuline Ausstrahlung, auch wenn sich diese hin und wieder bei Rüden finden lässt, welche noch nie gedeckt haben.

 

Pro: Abgeschwächte Ausprägung der digitalen Hyperkeratose bei Kastration vor der ersten Läufigkeit bei der Hündin und ca. mit 6 Monaten beim Rüden

Um es gleich vorwegzunehmen: die folgenden Aussagen beruhen ausschließlich auf praktischen Erfahrungen aus unserer Zucht und haben (leider noch) keine wissenschaftliche Absicherung erfahren.

Da die digitale Hyperkeratose momentan nur bei zwei Rassen beschrieben ist, beim Irish Terrier und beim Kromfohrländer, ist das wissenschaftliche Interesse entsprechend gering und auch der Erfahrungswert der Tierärzte zwangläufig nicht sonderlich hoch.

In unserer Zucht haben wir allerdings beobachtet, daß die digitale Hyperkeratose bei den früh kastrierten Hunden nie eine sehr schlimme Form angenommen hat, wie wir sie bei nicht-kastrierten Kromfohrländern erlebten, welche massive Probleme an den Ballen durch tiefe Rissbildung und zahlreiche Auswucherungen hatten und daraus resultierende Stellungsprobleme nicht von der Hand zu weisen waren.

Von anderen Züchtern werden unsere Erfahrungen abgelehnt, mit der Begründung, es fehle für solche Aussagen der wissenschaftliche Hintergrund.

Nun, ich denke, real betrachtet wird dieser Hintergrund mangels Interesse der Wissenschaft daran nie beleuchtet werden und auf der anderen Seite ist er für uns auch nicht wirklich von Bedeutung, denn wichtig ist uns, daß unseren Hunden geholfen ist.

Und wenn eine Kastration die schlimme Ausprägung der digitalen Hyperkeratose verhindert, wie in der Praxis bewiesen, dann können wir gerne auf den wissenschaftlichen Beweis verzichten - entscheidend für uns ist das Wohl der Hunde und nicht, was die Wissenschaft davon hält.

Allerdings muss ein Züchter, um solche Aussagen überhaupt treffen zu können, zum Einen erst einmal eine beträchtliche Anzahl an Kromfohrländern gezüchtet haben und zum Anderen müssen sich dann auch genügend erkrankte Tiere finden, an welchen solche Aussagen festgemacht werden können - was bei den im Durchschnitt ein bis maximal drei Würfe aufziehenden Kromfohrländerzüchtern nicht der Fall ist und dadurch auch keine vergleichenden Aussagen zustande kommen können.

Ein weiterer Vorteil für die Rasse ist hierbei sicherlich, daß mittlerweile, wie bei den Iren schon deutlich länger usus, eine Ballenkontrolle anläßlich der Körung durchgeführt wird und betroffene Hunde in aller Regel nicht mehr in die Zucht kommen, was langfristig zu einer deutlichen Verringerung des Auftreten´s der digitalen Hyperkeratose führt.

Zwar kann dann eine Verifizierung der oben getroffenen Aussage noch weniger durchgeführt werden, aber sicherlich stimmen mir alle Leser zu, wenn ich meine, daß eine Verringerung der Erkrankungsrate absolut im Vordergrund stehen sollte und alle anderen Erwägungen diesbezüglich unerheblich sind.

 

Kontra: Bei Rüden kann der Hormonchip verwendet werden

Der Hormonchip macht eine Kastration überflüssig - oder vielleicht doch nicht?

Ja, der Hormonchip ist auf jeden Fall eine Alternative zur Kastration. 

Mit dem Hormonchip kann man auf jeden Fall feststellen, wie sich der eigene Hund verändert und ob diese Veränderungen langfristig für oder gegen eine Kastration sprechen.

Im Gegensatz zur Kastration bedeutet das Setzen eines Hormonchip´s eine zeitlich begrenzte Hemmung der Reproduktionsfähigkeit des Rüden und der damit verbundene Abbau des Sexualtriebes lässt die Einschätzung der Auswirkungen einer Kastration zu, ohne sofort eine endgültige und irreversible Entscheidung treffen zu müssen.

Bei den uns bekannten und mit einem Hormonchip für 6 Monate versehenen Rüden hielt die Wirkung des Hormonchip´s bis zu einem Jahr bzw. länger an und es dauert tatsächlich auch ziemlich lange, bis die Hoden wieder ihre ursprüngliche Form angenommen haben.

Umstritten sind die Auswirkungen auf Fruchtbarkeit.

Ich zitiere aus der homepage eines Tierarztes: "Studien belegen, daß sich ein Jahr nach der Implantation eines 6-Monat´s Chip´s der Testesteronspiegel bei 80% der Hunde wieder normalisiert hat. Bei kleinen Hunden unter 10 KG Körpergewicht hält die Wirkung jedoch oftmals länger an als die angegebenen 6 bzw. 12 Monate. Auch wurde nicht untersucht, ob die Hunde anschließend tatsächlich wieder zeugungsfähig waren, so daß allgemein vom Einsatz des Chip´s bei Zuchtrüden abgeraten wird".

Verfolgt man das Zuchtgeschehen, so hört man immer wieder von Hündinnen, welche von vorher gechipten Rüden nicht tragend wurden, auch in Kromfohrländerkreisen ist davon zu lesen und zu hören, weshalb bei Zuchtrüden sich wohl überlegt werden muß, ob man einen Chip setzt, denn selbst wenn der Rüde wieder "normal" ist, wird die Tatsache, daß der Rüde gechipt war, einige Hündinnenbesitzer von dem Einsatz dieses Rüden abhalten, da ihnen das Risiko zu groß ist.

 

Pro: Vermindertes Auftreten von Prostataproblemen bei Rüden

Um es gleich vorweg zu nehmen: Prostataprobleme betreffen unserer Erfahrung nach überwiegend Hunde mit ausgeprägtem Sexualverhalten. Und dazu gehören die Kromfohrländerrüden.

Wir konnten regelmässig beobachten, daß unsere siebenwöchigen Welpen bereits in diesem frühen Alter bei ihren Geschwistern aktiv aufstiegen und auf dem Hundeplatz lautete ein beliebter Spruch:

"Was ist weiss-braun und immer am rammeln?"

Ein Kromfohrländer;-)

Diese Rüden unterliegen einer Dauerreizung und von daher sind Prostataproblem eine logische Folge des überschiessenden und kaum kontrollierbaren Triebes.

Manche Rüden weisen bereits im ersten Lebensjahr Blut im Urin auf und diese Symptome müssen als ernstzunehmende Warnzeichen aufgefasst werden und jeder Besitzer sollte sich im Klaren darüber sein, welche Konsequenzen dies hat - eine Kastration ist früher oder später in der Regel unumgänglich.

 

Kontra: Inkontinenz als Folge der Kastration

Inkontinenz bedeutet, daß der kastrierte Hund spontan Harn verliert und dies nicht kontrollieren kann. In aller Regel passiert dies im Schlaf und von den Hunden unbemerkt. Nachgesagt wird die Neigung zu Inkontinenz den eher großwüchsigen und schwereren Rassen, allerdings können wir diese  Erfahrung nicht bestätigen, denn sehr viele Kromfohrländerhündinnen wurden nach der Kastration inkontinent.

Inkontinenz kann sowohl homöopathisch als auch konservativ-tiermedizinisch behandelt werden.

Etliche Hündinnen aus unserem Bekanntenkreis reagierten auf keinerlei alternativmedizinische Behandlung und mussten ihr Leben lang täglich die entsprechende Tablette einnehmen, um eine Inkontinenz zu verhindern.

Zu bedenken ist ausserdem bei Inkontinenz der psychische Aspekt der Hündinnen.

Kromfohrländer sind ausgesprochen reinliche Hunde, welche regelrecht unter Stress geraten, wenn sie den spontanen Harnabgang bemerken. Sie zeigen dann deutliches Meideverhalten und fühlen sich sichtbar unwohl. Dies ist eine nicht zu unterschätzende Komponente und kann zu ernsten Problemen im Verhalten führen, weshalb unter Umständen auch geringes Harnträufeln behandelt werden muss, welches man ansonsten als gegeben hinnehmen und keine Medikamente einsetzen würde.

Inkontinenz wird als Harnträufeln bezeichnet, bitte lassen Sie sich durch diesen Begriff nicht in die Irre führen, denn das "träufeln" klingt sehr verharmlosend - es kann sich durchaus auch um kleine "Seen" handeln, welche spontan nach der Kastration abgehen können und das ist eine ganz andere Sache, als wenn es sich nur "um ein paar Tropfen" handelt.

Von Inkontinenz scheinen überwiegend Hündinnnen betroffen zu sein.

Im Vergleich zu den uns bekannten Fällen bei Hündinnen treten bei den Rüden so wenig Fälle auf, daß Inkontinenz nach unserer Einschätzung bei Rüden zu vernachlässigen ist.

 

Pro: Reduktion der Bildung von Harnsteinen bei Rüden

Betrifft die Inkontinenzproblematik überwiegend die Hündinnen, so verhält es sich bei der Harnsteinbildung genau umgekehrt: hiervon sind praktisch nur die Rüden betroffen.

Durch das rüdentypische Harneinhalteverhalten entleeren die Rüden ihre Blase nur successive und nicht auf einmal, wie es beim überwiegenden Teil der Hündinnen üblich ist. Dies führt gerne zu "Verdichtungen" in der Blase und fördert eine Kristallbildung, weshalb den Rüden häufiger die Möglichkeit geboten werden sollte, ihre Blase zu entleeren.

Früh kastrierte Rüden hingegen zeigen überwiegend eine komplette Blasenentleerung, was eine Harnsteinbildung erfolgreich verhindern kann.

Rüden mit manifestem Markierungsverhalten hingegen ändern dieses in aller Regel nach der Kastration nicht, weshalb die Kastration keinen Einfluss mehr auf eine Harnsteinbildung nehmen kann und damit keinen Kastrationsanlass mehr darstellt.

 

Kontra: Störungen des Bewegungsapparates aufgrund einer Lagerungsproblematik

Auf Probleme der Lagerung bei Operationen von Hunden allgemein wird eher selten eingegangen. Falsche Lagerungen während einer OP und ihre Folgen sind aus dem humanmedizinischen Bereich allerdings hinreichend dokumentiert.

Daraus resultierend kann man durchaus unterstellen, daß es auch bei Hunden anlässlich einer Operation zu Lagerungsschäden kommen kann.

Bei einem uns bekannten Rüden gehen wir davon aus, daß Bewegungsbeeinträchtigungen nach der erfolgten Kastration durch eine falsche Lagerung entstanden waren.

Ein Nachweis über Wirkung und Ursache wird sich meines Erachtens nach nicht feststellen lassen, was sicherlich mit ein Grund dafür sein dürfte, daß Lagerungsfolgen kein Thema im tiermedizinischen Bereich sind.

Möglicherweise ist betroffenen Besitzern, deren Hunde nach einer Operation Auffälligkeiten zeigten, auch nicht bewusst, daß für diese Veränderungen Lagerungsschäden die Ursache sein könnten und stellen keinen Zusammenhang her zwischen erfolgter Operation und danach auftretenden Veränderungen.

Als Mensch kann man den Zusammenhang zwischen OP und Folgeschäden sehr leicht herstellen. Nach der Tumorentfernung aus meinem Ringfinger hatte ich grosse Schmerzen nicht etwa im operierten Finger - der tat natürlich auch ordentlich weh - sondern man hatte mir offensichtlich den kleinen Finger während der Operation so weit weggebogen, daß die Schmerzen dort um ein Vielfaches stärker waren.

Da Hunde sich nicht äussern können, bedarf es Hundebesitzer, welche ihre Hunde ganz genau kennen und entsprechende Veränderungen in den richtigen Kontext bringen können. Werden lagerungsbedingte Einschränkungen befürchtet, lohnt es sich, diese abzuklären und entsprechend zu behandeln, um langfristige Folgen/Schäden zu verhindern.

 

 

Zusammenfassung


Mit der Darstellung der diversen Argumente habe ich versucht, eine möglichst breite Übersicht über die unterschiedlichen Ansichten  zum Thema Kastration vorzustellen.

Ich hoffe, es ist mir gelungen, Ihnen als Leser zu verdeutlichen, daß für eine Kastration keine allgemeingültige Aussage existiert.

Sollten Sie also über eine Kastration ihres Hundes nachdenken, dann ist es für Sie wichtig, die für IHREN Hund entscheidenden Punkte herauszufinden und alle Faktoren zu berücksichtigen, welche eine Kastration ausserdem beeinflussen können, um die für ihren Hund passende und richtige Entscheidung zu treffen.

Ich möchte an dieser Stelle ausdrücklich betonen, daß ich KEIN Kastrationsgegner bin.

Tendenziell neige ich dazu, eher die Kastration eines Rüden zu empfehlen, da diese multipotent sind und über ihren - wenn vorhandenen - Trieb teilweise sehr schlecht steuerbar und in einem "hündinnenreichen" Umfeld einem sehr hohen Stress ausgesetzt sind.

Von den uns bekannten Kastrationen waren diese der Rüden stets die weniger problematischen und von überwiegend vorteilhaften Veränderungen geprägten Kastrationen.

Bauchweh bereitet mir persönlich bei den Kastrationen der Hündinnen der deutlich längere und massivere Eingriff, welcher definitiv höhere Risiken birgt und der Nutzen, so man von diesem sprechen möchte, mir bei den Hündinnen gegenüber den Rüden viel geringer erscheint.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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