Mit dem Fazit möchte ich auf eine Tatsache aufmerksam machen, welcher meiner Meinung nach zu wenig Beachtung hinsichtlich der Frage, ob ein Rüde oder eine Hündin gehalten werden soll, geschenkt wird.

Dazu möchte ich Sie vorab an unseren Erfahrungen aus unserer Irish-Terrier-Zucht teilhaben lassen, denn praktische Beispiele führen zu einem viel besseren Verständnis, als wenn man es allein bei grauer Theorie belässt....

Unser erster Irish-Terrier-Wurf (finchhatton´s Irish Terrier, VDH/KfT) bestand aus sechs Rüden und drei Hündinnen und wir stellten sehr schnell fest, daß bei den Hündinnen keinerlei "Absatzprobleme" bestanden, die Rüden jedoch deutlich schwieriger gut zu platzieren waren. Nach fünf Monaten hatte dann auch der letzte "Finchhatton" seinen wirklich tollen Platz gefunden und wir waren zufrieden, alle Neun gut untergebracht zu haben. Was wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht wussten:

Es gibt Kromfohrländerrüden und es gibt Irish-Terrier-Rüden. Und auch wenn es aus beiden Rassen Rüden sind, so trennt die Rassen bezüglich des Geschlecht´s ein gewaltiger Unterschied.

Denn: Ein Kromfohrländerrüde stellt seine Besitzer nicht in Frage. Wenn er auf dem Sofa sitzt, dann ist er vordringlich daran interessiert, daß Sie als Besitzer neben ihm Platz nehmen und er freut sich, wenn er das Sofa mit Ihnen teilen darf.

Ein Irish-Terrier-Rüde bringt es durchaus fertig, auf das Sofa zu springen, sich breit hinzusetzen und DANN knurrt er sie an, um festzustellen, wem das Sofa nun eigentlich gehört: Ihm oder Ihnen. Und Sie tun gut daran, diese Frage mit ihrem Iren zu klären!

 

Was ich Ihnen anhand diesen Beispiels erklären möchte, ist, daß die Frage, ob Rüde oder Hündin nach Kriterien versucht wird zu beantworten, welche den Kern nicht treffen, sondern häufig an der Sache vorbei gehen.

Die Frage sollte vielmehr andersherum gestellt werden:

Für welchen Typ Hund bin ich geeignet?

Traue ich mir es zu, einen auf dem Sofa knurrenden Irish-Terrier-Rüden so in die Schranken zu weisen, daß er in Zukunft weiß, wem das Sofa gehört?

Oder möchte ich von vorneherein solchen Konflikten aus dem Weg gehen und achte darauf, einen "weichen" Hund zu bekommen, welcher meine Führungsansprüche erst gar nicht in Frage stellt?

Und wenn ich hier von Führungsansprüchen schreibe, dann - um sofort Missverständnisse zu vernmeiden - meine ich den gegenseitigen Respekt, welcher erforderlich ist, wenn ein Mensch- Hunde- Team für beide Teile und seine Umwelt befriedigend funktionieren soll.

 

Und um weiteren Missverständnissen vorzubeugen: Auch Irish-Terrier-Hündinnnen können ihre Besitzer in Frage stellen, ebenso, wie es unter den Rüden dieser Rasse Exemplare gibt, welche ihre Besitzer nie hinterfragen würden.

Bei Kromfohrländern konnte ich noch nie beobachten, daß sie je ihre Besitzer in Frage gestellt hätten und Ursachen von Rüdenproblemen bei reinrassigen Kromfohrländern sind in meinen Augen und von meinen Erfahrungen her stets aus einem vollkommen anderem Problemkreis entstanden.

 

Auch wenn es rassebedingt Unterschiede geben mag, muss uns bewusst sein, daß sich Hunde nie in Schubladen stecken lassen und dies auch bei unseren verschiedenen Hunderassen nicht der Fall sein kann, denn bei jedem einzelnen Hund handelt es sich um ein Individuum.

Ob Sie den zu Ihnen passenden Hund bekommen, hängt also nicht von der Frage nach "Rüde oder Hündin " ab, sondern zum einen von Ihrer Fähigkeit einer kritischen Selbstbetrachtung und zum anderen von Ihrem glücklichen "Händchen" bei der Wahl, welchen und woher Sie Ihren Hund bekommen.

 

 

 

                                                                             copyright Sybille Nass, September 2014

 

 

 

 

 

 

 

 

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