Experiment einer Betreuung über what´s app + Bericht der Besitzerin - Juli 2015

Ben
Ben

Anfang des Jahres 2015 erhielt ich wieder einmal mehr einen Hilferuf einer frustrierten Kromfohrländer-Rüdenbesitzerin und wie es der Zufall wollte, passten in diesem Fall alle Komponenten so gut zusammen, dass ein Experiment einer Betreuung via what´s app gute Erfolgsaussichten bot. Mit einer Freundin war ich an einem Wochenende im März auf dem Weg in den Norden, denn um das Projekt erfolgreich starten zu können, war ein persönliches Treffen unabdingbar. Dieses ließ sich an diesem Wochenende ermöglichen und wir hatten genau eine Stunde Zeit, um die grundlegenden Dinge zu besprechen. Die Besitzerin von "Ben" hatte sicherheitshalber ihre zwei erwachsenen Töchter mit zu diesem Treffen gebracht, frei nach dem Motto "Sechs Ohren hören mehr als Zwei", was sich als sehr hilfreich erwies, denn die sehr komprimierte Einführung in das kommende Training von mir erforderte vollste Konzentration. Die Voraussetzungen waren ideal: eine hochmotivierte Besitzerin, ein Kromi, welcher "nur" Leinenmachoverhalten zeigte, jedoch kein Territorialverhalten (also auch nicht zu viele Baustellen auf einmal bearbeitet werden mussten), die Möglichkeit eines persönlichen Kennenlernens vorab und ein im Wesen angenehmer Hund - und dass wir, die Besitzerin und ich, uns auf Anhieb verstanden war sicher das Sahnehäubchen obendrauf;-)

Das Experiment konnte losgehen und wie es funktionierte, das können Sie folgendem Bericht entnehmen:

Im Alter von acht Wochen ist unser Kromirüde "Ben" bei uns eingezogen. Unser Sonnenschein stellte unser Leben erst einmal wieder auf den Kopf. Ben ist immer gut drauf und jederzeit zu Späßen aufgelegt. Wir besuchten die Welpenstunden, die Vorschule und den Junghundekurs in einer nahegelegenen Hundeschule. Die Welpenstunden waren vollkommen unauffällig und auch in der Vorschule war er ein Musterschüler. Die ersten Schwierigkeiten kamen im Junghundekurs. Ben ließ sich schwer arbeiten, er schnüffelte, lief den Hündinnen hinterher, ritt auf, markierte verstärkt und legte erstes Rüpelverhalten an der Leine an den Tag.

Bei uns im Haus gab es nie Probleme. Ben führte alle gängigen Kommandos sicher und zuverlässig aus. Wir hatten noch nie ein Problem damit, Besuch zu empfangen. 

Sobald es aber nach draußen ging, hatten wir einen völlig anderen Hund an der Leine. Selbst eine einigermaßen gute Leinenführigkeit ließ sich kaum durchsetzen.

Im Alter von 10 Monaten wurde dieses Verhalten immer schwieriger zu händeln, so dass wir uns entschlossen eine Hundetrainerin für Privatstunden zu engagieren. Leider hatte die sehr nette Trainerin keinerlei Erfahrung mit Kromfohrländern. Inzwischen entwickelte sich jeder Spaziergang zum Spießrutenlauf. In dem Augenblick, wo Ben einen anderen Rüden wahrnahm, warf er sich in die Leine, knurrte, bellte und war kaum mehr zu halten. Nach so einer Begegnung war dann auch der restliche Spaziergang kein Vergnügen mehr, denn Ben hat sich jede Mal derartig aufgeregt, dass er nur noch völlig hektisch durch die Gegend lief.

Ich fing an im Internet zu recherchieren ob es vielleicht Halter gab, die ähnliche Probleme wie wir hatten. Bei dieser Recherche fand ich die homepage von Azzurro. Die Halterin beschrieb genau die gleiche Problematik und auch das gezielte Kromi-Training mit Sybille.

Kurz entschlossen setzte ich mich mit Sybille per E-Mail in Verbindung. Nur wenige Stunden nach meinem Hilferuf schrieb sie mir zurück, stellte ganz gezielte Fragen und bot mir spontan ein persönliches Treffen an. Ich war überwältigt von ihrem Hilfeangebot,welches ich sofort gerne annahm. Bei diesem Treffen zeigte sie mir, wie ich Ben an der langen Leine führen sollte und gab mir viele Tipps für das gezielte Training mit ihm. Wir verabredeten, dass ich das Training zuhause in möglichst stressfreier Umgebung durchführen, und dass ich wöchentlich kleine Videoclips aufzeichnen sollte. Die Videoclips haben wir dann über what´s app ausgetauscht. So konnten wir einerseits Ben´s Fortschritte sehen und andererseits konnte Sybille mich bei Fehlern zeitnah korrigieren.

Ben´s Leinenführigkeit wurde in der ihm bekannten Umgebung von Woche zu Woche besser. Das ging nicht von heute auf morgen, es dauerte und es war kontinuierliches konzentriertes Training. Als nächste Aufgabe vereinbarten wir das "Platz-Bleib"-Kommando beim Spaziergang zu üben und zwar so, dass es 100% sitzt. Und 100%-ig heißt, dass Ben dieses Kommando immer sofort ausführt und zuverlässig auf "Platz" bleibt. Auch für diese Übung habe ich Wochen gebraucht, denn was im Haus ohne Ablenkung super klappte, war draußen unter sehr viel Ablenkung nicht ganz einfach.

Die Hundebegegnungen, mittlerweile auch mit Hündinnen, wurden immer dramatischer. Er wurde an der Leine unberechenbar und ich wurde immer trauriger. Denn solche Spaziergänge waren weder für Ben noch für mich schön. Ich war am Ende meiner Kräfte.

Sybille beruhigte mich zunächst und lud Ben und mich in die Holderheide ein, um den nächsten Trainingsschritt zu beginnen. Ben bekam ein Halti angepasst. Das Halti-Anlegen und tragen war bei Ben völlig problemlos. Am nächsten Tag haben wir uns dann in der Innenstadt von Regensburg getroffen und Sybille zeigte mir ganz genau und ausführlich, wie ich mit dem Halti trainieren sollte. Hier ist mir noch einmal klar geworden, wie wichtig das "Platz-Bleib"-Kommando ist...

Nach einiger Zeit übergab sie mir die Leine und ICH sollte Ben durch die belebte Innenstadt führen und .....ES FUNKTIONIERTE! 

Ich konnte es kaum glauben. Seit diesem Tag trainieren wir fleißig. Wir haben bereits einen gemeinsamen Urlaub mit Ben verlebt. In diesem Urlaub war er beim Stadtbesuch in Bozen dabei, hat mehrere Seilbahnfahrten ( eine davon mit einem großen Rüden in der Gondel) ohne Stress mitgemacht und begleitet uns problemlos bei allen Restaurantbesuchen.

Wir trainieren weiterhin jeden Tag mit Ben und es wird noch einige Zeit dauern, bis wir alle Hundebegegnungen mit Bravour meistern, aber wir sind auf dem richtigen Weg und das gemeinsame Training macht Spaß. Wir werden jeden Tag besser und wir werden ein immer besseres Team. 

Mit Sybille verbindet mich mittlerweile eine ganz liebe Freundschaft.

Danke liebe Sybille für all deine Zeit, deine lieben Worte, dein Verständnis, deine Unterstützung, deinen Rat, deine Kompetenz, und, und, und....DANKE!


                                                              Petra Wiebe mit Captain Ben vom Falkensteiner Strand

Privattraining bei Familie Thiele mit Azzurro von Monte Salza, Juli 2012

Azzuro
Azzuro

Unser Kromi-Rüde....

 

Bis zur Pubertät lief alles einigermaßen normal......aber dann.....

Die ersten Probleme tauchten im Alter von ca. 8 Monaten auf. In der Hundeschule war Azzuro überhaupt nicht mehr ansprechbar, konnte nicht mehr gearbeitet werden. Er ist jeder Hündin hinterher und gemacht was ER wollte. Geschnüffelt, aufgeritten und markiert - überall und dauernd. Nix anderes mehr. Es wurde von Woche zu Woche schlimmer.

Nach acht Wochen intensivster Auseinandersetzung mit dem Thema, haben wir uns für die Kastration entschieden. Die Entscheidung dazu fiel uns nicht leicht. Wir haben mit vielen Personen gesprochen, um ihre Meinung gebeten - Züchterin, Hundetrainerin, Tierärztin, Rüdenbesitzer usw. Nach langem Für und Wider haben wir uns bei Azzuro für die Kastration entschieden. Er kam einfach nicht mehr zur Ruhe, konnte auch zu Hause nicht mehr entspannt sein. Nach dem Eingriff hat sich sein Verhalten innerhalb der ersten Woche stark geändert: Er konnte zur Ruhe kommen, sich in sein Körbchen legen und entspannt schlafen ohne ständig aufzupassen, was in der Wohnung vor sich geht. Auf dem Hundeplatz war er sofort zu arbeiten. Er hatte nicht mehr den Drang sich nur für Hündinnen zu interessieren. Er war zu arbeiten und es machte richtig Spaß. Endlich ein Hund, mit dem man auch arbeiten konnte.

Aber dann!.... Dann kam der besagte Tag, wo man über Nacht einen anderen Hund hat.

An der Leine war es nicht mehr möglich an anderen Rüden vorbeizukommen, ohne daß er ausrastete. Es war der Horror. Jeder Spaziergang war stressbehaftet und ein Spießrutenlauf. Man war nur au Ausschau nach den anderen Hunden, hoffte auf Hündinnen und hielt bis zum Ende jeden Spazierganges den Atem an.

Stadtspaziergänge, gemütlich im Eiskaffee sitzen, Besuche von Veranstaltungen etc. waren nicht mehr möglich. Es wurde immer schlimmer. Selbst die Hundetrainer konnten mir keinen Lösungsansatz sagen, bzw. mir in dieser Situation weiterhelfen.

Wir waren verzweifelt. Hatten uns so sehr auf unseren Hund gefreut und dann DAS!

Es konnte uns niemand helfen, bis ich im Internet über Sybille´s homepage "stolperte".

Die Lage spitzte sich so zu, daß Sybille eine Woche nach meinem Notruf bei ihr zu uns nach Hause kam.

Es war für uns sehr spannend. Wir konnten uns in keinster Weise vorstellen, wie Sybille arbeitet und das schaffen wollte.

Wir holten Sybille Samstag spät abends vom Bahnhof ab und quatschten bis tief in die Nacht über alles und die Welt.

Sonntagmorgen nach demFrühstück gab es für uns alle Theorie (auch für unsere Tochter). Sybille verpackte die Informationen so gut, daß es immer wieder spannend war, Neues zu erfahren. Dann kamen die ersten "Aha"-Erlebnisse. Ein für mich beeindruckendes Aha-Erlebnis war, dass der Kromfohrländer nur einen Bruchteil der Beschwichtigungssignale beherrscht, deshalb ist die Kommunikation mit Artgenossen so schlecht!

Nach einer Lektion Theorie verstanden wir so langsam die Kromi-Rüden-Welt. Realisierten dann, dass wir unbewusst gravierende Fehler gemacht hatten!

Man darf beim Kromi nicht alles anwenden, was in einer Hundeschule gelehrt wird, für unsere Kromi´s gelten andere Regeln.

Nach einer ordentlichen Portion Theorie mussten wir Sybille zeigen, wie wir mit Azzuro spazierengehen. Dort gab es keine Beanstandungen und wir waren froh, dass wir nicht alles falsch gemacht hatten.

Nach einer verdienten Mittagspause, die wir alle brauchten, wurde Azzuro "eingenordet". Da wir diese Übung schon oft praktiziert hatten und Azzuro das konnte, brach Sybille die Übung nach ein paar Minuten ab. Wieder mal ein gutes Gefühl nicht auf ganzer Linie versagt zu haben.

Dann kam des "Hardcore-Training" mit Azzuro´s "Feind", unserem gleichaltrigen Nachbarrüden. Sybille zeigte uns, wie wir mit Azzuro arbeiten müssen, um seine Aggressionen gegen den Nachbarrüden in den Griff zu bekommen. Es ist nicht einfach, aber machbar und wir haben jetzt einen Lösungsansatz, mit dem wir arbeiten können.

Damit war der erste Tag arbeitstechnisch vorbei. Wir genossen danach die Geselligkeit und erlebten einen AHA-Effekt nach dem Anderen.

Hätten wir dieses Wissen gehabt, als Azzuro bei uns einzog wäre es nie zu diesem ausgeprägten Rüden-Macho-Problem gekommen.

 

Anmerkung: Es ist sehr schade, dass man solche Info´s nicht bekommt, wenn man sich für einen Kromi-Rüden entscheidet. Wie wir in unserer Recherche über das Internet erfahren haben, geht es sehr vielen Kromi-Rüden-Besitzern so wie uns.

 

Am zweiten Tag mit Sybille gingen wir nach dem Frühstück auf die Suche nach Rüden. Wenn uns das jemand zwei Tage vorher gesagt hätte, ihr sucht übermorgen Rüden, dann hätten wir es nicht geglaubt. Also auf in die Stadt. Ich hatte immer noch Bedenken, gab Azzuro auch im Parkhaus in Sybille´s Hände, traute mir diese Situation nicht zu.

In der Fußgängerzone angekommen war nach zwei Metern schon der erste Rüde in Sicht. Das Training war in vollem Gange. Als ich die Reaktion von Azzuro beobachte, fasste ich Mut und versuchte mein Glück. Ich ging genau nach Sybille´s Anweisung vor - und glaubte es nicht, aber ich konnte es auch.

Fußgängerzone rauf, Fußgängerzone runter. Es waren gar nicht genug Rüden in der Stadt. Wir setzten uns nach einiger Zeit in eine Eisdiele. Azzuro legte sich unter den Stuhl und wir konnten in aller Ruhe unser Eis essen. Es gingen Rüden sehr nahe an unserem Tisch vorbei. Die einzige Reaktion von Azzuro war ein gelegentliches Aufstehen und den Rüden hinterher schauen. Ich kann es heute noch kaum glauben. Das konnte doch nicht so EINFACH sein.

Die Grundkenntnisse "Sitz", "Platz" und "Bleib" saßen bei Azzurro schon im Vorhinein sehr gut. Das "Einnorden" kannte er auch schon, das hatten wir oft geübt. Und dieses Zusammenspiel erleichterte uns die Arbeit sehr.

Auf dem Rückweg zum Parkhaus sagte uns Sybille, dass sie mit gutem Gewissen abreisen kann, wir hätten verstanden wie es geht.

Ein grundlegender Satz von Sybille, den wir uns immer wieder ins Gedächtnis rufen ist:

"Ihr habt keinen Hund, Ihr habt einen Kromfohrländer!"

 

Jetzt sind seit dem Training gut 10 Wochen vergangen und....

.....für uns hat ein neues, entspanntes Leben begonnen.

Wir müssen  nicht mehr überlegen, können wir Azzurro mitnehmen?

Wird es dort andere Rüden geben?

Sondern wir nehmen ihn einfach mit ohne darüber nachzudenken.

Wir suchen uns mittlerweile Veranstaltungen, wo wir auf jeden Fall auf Rüden treffen werden, um das Geübte immer wieder zu festigen und es wird immer besser.

Wir wissen ja jetzt, wie ein Kromi tickt und haben keine Probleme mehr mit Rüdenbegegnungen.

Wir sind Sybille so dankbar für Ihr Wissen, welches sie uns vermittelt hat.

Es ist schade, dass wir Sybille nicht vor dem Einzug von Azzurro bei uns kennengelernt haben. Dadurch hatten wir nicht das Wissen, welches wir gebraucht hätten und welches man in der Hundeschule nicht bekommt, da diese Kromis nicht so kennen wie sie sind.

Es ist aber toll, dass wir Sybille überhaupt kennenlernen durften und es dafür nicht zu spät war.

Unser Fazit:

Es ist nie zu spät mit dem Training zu beginnen.

Für uns ist es wichtig, dieses Rüden-Macho-Verhalten publik zu machen, um Anderen Mut zu machen und zu sehen, dass es auch anders geht. Man keine Angst vor Rüdenbegegnungen haben muss, sondern diese am Ende sucht.

Das Training und das Wissen von Sybille haben uns den Spaß und die Freude an unserem Hund wiedergegeben.

 

Vielen Dank sagen Azzurro, Yvonne, Thomas und Vanessa

 

Nachtrag: Azzurro hat eine eigene Homepage, in welcher über ihn ausführlich berichtet  und auch der weitere Verlauf bezüglich des Training´s beschrieben wird - ein Besuch lohnt sich!

www.azzurrodemontesalza.beepworld.de

 

 

 

 

 

 

 

Herzlich willkommen auf unserer homepage!

Wir freuen uns über Ihren Besuch und wünschen

viel Freude beim schmökern und stöbern:-)