Vier typische Vertreter der Haarvarianten
Vier typische Vertreter der Haarvarianten

Ganz grundsätzlich existieren in der Hundewelt vier Fell- bzw. Haararten:

Kurzhaar, Langhaar, Rauhaar und Lockenhaar

 

Oben links in der Collage ein typischer Vertreter für die langhaarige Variante: Ein Langhaardackel

Oben rechts in der Collage ein Lagotto Romangnolo (Trüffelhund) für das Lockenhaar

Unten links ein Dobermann unkupiert, stellvertretend für die kurzhaarigen Rassen, sowie

unten rechts ein Welshterrier mit seinem typischen rauhaarigen Fell

 

 

Das kurzhaarige Fell. Wir kennen es von den Rassen Dobermann, Rottweiler, Boxer, französische Bulldogge - und wir finden es beim kurzhaarigen Kromfohrländer.

Kurzhaarig bedeutet dichtes, bis ca. drei Zentimeter anliegendes und festes Haar am kompletten Körper. Wie bei Boxer, Dobermann und Co ist auch der kurzhaarige Kromfohrländer durch Bartlosigkeit gekennzeichnet und er besitzt auch keine Fahnen und Hosen.

Verführt das kurze Fell viele Hundeanfänger dazu, mit dieser Varietät das pflegeleichteste Fell bezüglich der Haarpflege zu verbinden, so fühlt er sich insofern häufig eines Besseren belehrt, als dass kurzhaarige Hunde in aller Regel über das ganze Jahr ihr Haar hinweg verlieren und es hat außerdem die unangenehme Eigenschaft, sich sehr dauerhaft in Polstern und Bezügen festzusetzen.

 

Das langhaarige Fell, irrtümlich häufig auch als "glatthaarig" bezeichnet. Hierzu zählen der klassiche altdeutsche Schäferhund, Spitze, aber genauso der Golden Retriever und irische oder englische Setter, Kooikerhondje sowie natürlich auch der langhaarige Kromfohrländer.

All diese Rassen zeichnet ein Fellwechsel aus, bei welchem das Deckhaar das bleibende Haar charakterisiert und die Unterwolle gewechselt wird. Erkennbar wird dieser Fellwechsel, wenn quasi  in "Flocken" Unterwolle im Deckhaar hängt und vom Besitzer ausgekämmt werden muss. Die Unterwolle wird in einem Durchgang abgestossen, was heisst, ist der Hund mit dem Haarwechsel fertig, sieht er eine Zeitlang aus wie das viel zitierte "zerrupfte" Huhn. Beim Spitz ist von seiner Haarpracht nach dem Haarwechsel eine Zeitlang nur noch wenig zu erkennen und erst, wenn er wieder "aufgehaart" hat, zeigt er sich wieder in voller Schönheit.

Auch der langhaarige Kromfohrländer wechselt die Unterwolle, welche im Haarwechsel ausgekämmt werden muss, während das Deckhaar sein bestehendes Haarkleid ist.

Das lockige Fell. Berühmt-berüchtigster und leider deshalb verkannter Vertreter ist der deutsche Pudel. Besitzen alle drei anderen Haarvarianten Unterwolle, so ist ein typisches Merkmal der lockenhaarigen Hunde das Fehlen desselben. Keine Unterwolle bedeutet, daß das Haar wächst und, wird es nicht "gebändigt", sehr schnell verfilzt und verzottelt. Lockenhaarige Hunde sind deshalb die klassichen "Scherhunde" - sie sollten regelmässig mit der Schermaschine geschoren werden. Daß dabei der Kreativität der Hundefriseure und Besitzer oft keine Grenzen gesetzt sind, kennen die meisten unter Ihnen, denkt man an die Bilder aufgestylter Pudel mit ihren manchmal bis an die Geschmacklosigkeit grenzenden Haartrachten.

Dank der technisch ausgereiften Schermaschinen ist die Pflege der Lockenhaarigen heutzutage keinerlei Problem mehr, allein, sie müssen dennoch regelmässig gekämmt werden, sollen sie nicht verfilzen.

Die für uns als Züchter rauhaariger Kromfohrländer wichtigste Haarart ist naturgemäß das rauhaarige Fell. Die bekanntesten Vertreter für diese Haarart dürften alle rauhaarigen Terrier, wie Irish-Terrier, Airdale- und Welsh-Terrier sowie der dank Hundefutterwerbung überaus bekannte Westhighland White Terrier, kurz Westie genannt, sein. Aber auch alle Schnauzer und der Rauhaardackel zählen selbstverständlich dazu.

Die rauhaarigen Hunde verfügen ebenfalls über "doppeltes" Haar, bestehend aus Unterwolle und Deckhaar. Im Gegensatz zur langhaarigen Variante wechselt der rauhaarige Hund jedoch das Deckhaar, während die Unterwolle aus bleibendem Haar besteht. In Ihnen zeigt sich auch, inwieweit der Mensch in natürliche Abläufe züchterisch durch Domestikation eingegriffen hat.

Vermag sich die langhaarige Variante von Hunden in der Natur, wie es sicherlich die Vorfahren unserer Hunde auch getan haben - beim Fellwechsel selbst helfen, indem es tote Unterwolle im dornigen Gestrüpp abstreift und dadurch die Fellpflege ohne menschliches Zutun zu grossen Teilen selbst steuern konnte, so ist dies bei den rauhaarigen Hunden, welche ihre Entstehung einer Laune des Menschen zu verdanken haben, nicht mehr der Fall. Unseren Hunden wurde in den rauhaarigen Vertretern eine Fellart angezüchtet, wie sie in der Natur nicht vorkommt und als Folge dessen besitzen unsere "Rauhaarigen" ein Fell, welches beim Fellwechsel der "Nachhilfe" ihrer Besitzer bedarf. Das abgestorbene Deckhaar sitzt zu fest in der Haarwurzel, als  daß sich ein Hund dies selbst "abstreifen" könnte. Es gehört für einen auf das Wohl seines rauhaarigen Hundes bedachten Besitzer´s also grundsätzlich dazu, den Hund im Fellwechsel aktiv zu untersützen. In der Fachsprache nennt man diese Hilfe "Trimmen".

Trimmen hat deshalb auch nichts mit irgend einer "Fellmanipulation" zu tun, wie mancherorts behauptet wird, sondern dient ausschließlich der korrekten Haarpflege, und als solche wird sie auch von allen anerkannten Kynologen und Fachleuten angesehen.

In manchen Kromfohrländerkreisen ist es verpönt, zu trimmen, manchmal gar verboten. Der Hintergrund hierfür liefert der Standard des Kromfohrländers, welcher Haar verlangt, welches nicht länger als sieben Zentimeter sein darf. Hier stehen oft Befürchtungen im Raum, ein Hund, welcher zur Zucht eingesetzt werden soll und zu langes Haar besitzt, könnte manipuliert werden und es bestünde Gefahr, daß Kromfohrländer dank "Trimmen´s" in die Zucht gelangen, welche von ihrer Felllänge her ungetrimmt nicht zugelassen werden würden.

Hier existiert leider ein vollkommen falscher Ansatz, welcher möglicherweise auch auf Unkenntnis bezüglich der Fellarten und ihrer Eigenschaften beruht.

Ein rauhaariger Hund zeichnet sich stets durch harsches und im Haarwechsel gut zu entfernendes Haar aus. Auch der rauhaarige Kromfohrländer sollte in seiner Variante diesen Anforderungen entsprechen. (Anmerkung: Deshalb haben Mischpaarungen von Langhaar-Kromfohrländern mit rauhaarigen Kromfohrländern bezüglich des Haarkleides fatale Folgen sowohl im Geno,- als auch im Phänotyp!)

Grundsätzlich ist für den rauhaarigen Hund also nicht die Felllänge, sondern die Haarqualität das entscheidende und für die Zucht maßgebliche Merkmal -  nicht die Haarlänge.

Die Haarlänge als solche existiert demgemäß bei einem rauhaarigen Hund von Haus aus nicht, denn frisch abgetrimmt erscheint er ziemlich kurz, mittelfristig hat er längeres Haar und wenn das Haar abgestorben und matt ist, findet kein Wachstum in die Länge mehr statt. Dann muss wieder abgetrimmt werden, und der Kreislauf beginnt von Neuem.

Ein rauhaariger Hund hat also keine "Länge" , sondern eine bestimmte, züchterisch erwünschte Haarqualität.

 

"Aber mir gefällt doch mein Hund so wuschelig", ist ein Zitat, welches immer wieder von Besitzern zugewucherter Kromfohrländer zu hören ist.

Das glaube ich auch gerne, ABER: Haben diese Besitzer sich je Gedanken darüber gemacht, wie ihr Hund sich dabei fühlt?

Bestimmt nicht, denn sonst würde ihr Hund so nicht aussehen. Hunde haben, wie Menschen auch, durchaus ein Gefühl für das Wohlbefinden bezüglich ihres Körper´s. Und so wie langhaarige Hunde sich zur Not selbst helfen können und durch´s Gebüsch streifen, um die lästige, tote Unterwolle loszuwerden, so will auch der rauhaarige Hund das juckende, abgestorbene Deckhaar entfernt haben.

Was kann er aber tun, wenn er sein totes Haar im Gebüsch nicht abstreifen kann?

Nun, Hunde sind kluge Tiere und vermögen mit ihren Besitzern durchaus zu kommunizieren. Sie tun dies, indem sie sich exzessiv auf dem Teppich, und hier am liebsten auf den diversen Spielsachen wälzen. Für die Hunde das ganz klare Signal an ihre Besitzer: "Schaut her wie es mich juckt, tut doch mal was dagegen!" Leider ein in vielen Fällen von den Besitzern mißinterpretiertes Signal, welches von ihnen entweder als Spielaufforderung angesehen wird, als Besitzanzeige oder als "Beschäftigungs-Aktion" betrachtet wird.

Manche Hunde mögen ob dem Unvermögen ihrer Besitzer, diese Form der Hundesprache zu verstehen, verzweifeln. Allein, unsere Hunde sind Mißverständnisse gewöhnt und dank ihrer hohen Anpassungsfähigkeit nehmen sie es auch geduldig und langmütig hin, ungepflegt und missverstanden durch die Welt zu gehen. Umso glücklicher sind sie jedoch, liest "Ihr" Besitzer diese Zeilen, wenn in Zukunft die vom Hund angezeigten Bedürnisse in punkto Fellpflege erfüllt werden...

 

 

 

 

 

 

 

Herzlich willkommen auf unserer homepage!

Wir freuen uns über Ihren Besuch und wünschen

viel Freude beim schmökern und stöbern:-)