Vielleicht sollte man, bevor man sich an das Thema "Einkreuzen" begibt, einen ganz kleinen Exkurs unternehmen und hinterfragen, was Rassehundezucht überhaupt ist!

Rassehunde heißen deshalb so, weil eine hinterlegte Beschreibung des idealen Rassetypus Züchter dazu anhält, dieses Ideal anzustreben und versuchen zu vervollkommenen, wobei ein gewisser Interpretationsspielraum gegeben ist und nicht immer der rein optische Zug, sondern auch Wesensmerkmale das Ideal wiederspiegeln können und das Aussehen gegenüber bestimmten Wesenseigenschaften geringere Beachtung im "Standard" erfährt.

Der prominenteste Fall von einer höheren Wertschätzung von Wesensmerkmalen gegenüber dem des Aussehen kennen wir beim Jack Russel Terrier, bevor er seine Anerkennung im internationalen Hundeverband, der "FCI",  erhielt - sein Züchter, Pfarrer Russel, legte ganz klar viel mehr Wert auf die Jagdpassion als auf die Einheitlichkeit bezüglich des Aussehens. Dies hat sich erst geändert, als die kontrollierte Zucht innerhalb der FCI einsetzte.

Was uns zum "üblichen" Vorgehen in der Rassehundezucht führt und wofür hier auch der moderne Russel-Terrier steht: Heute gibt es ihn in zwei Varianten, den kurzbeinigen, "Jack-Russel-Terrier" genannten Typ und den hochläufigen "Parson-Russel-Terrier", beide mit eigenem Standard und klar getrennt sowohl in der Zucht als auch auf Ausstellungen.

Klassische Hundezucht, so wird uns beispielhaft in dieser Rasse gezeigt, besteht im Bemühen, Hunde zu züchten, welche über einen ausgesprochenen "Wiedererkennungswert" verfügen und dieses Bemühen ist von den offiziellen Verbänden angestrebt und erwünscht.

Man hat damit zwei Möglichkeiten als Züchter: Man unterwirft sich diesem procedere und vertritt diesen Gedanken der Rassehundezucht, züchtet also möglichst "schablonierte" Hunde, oder man verfolgt eigene Ziele, welche dieser Zuchtform gegenläufig sind und kann seriös erklären warum man dies tut, hat dann allerdings keine Chance, in der "herkömmlichen" Zucht Anerkennung zu finden.

Obere Reihe: der hochbeinige Parson, untere Reihe: der niederläufige Jack - Russel Terrier
Obere Reihe: der hochbeinige Parson, untere Reihe: der niederläufige Jack - Russel Terrier

Der Züchter ist - im Idealfall - ein Liebhaber seiner Rasse, welche er in- und auswendig, einschließlich des Standards kennt und für dessen Verbesserung er bereit ist auch einen sehr hohen Aufwand zu leisten: kein Weg ist ihm zu weit, um einen tollen Rüden einzusetzen, Zuchtbücher werden gewälzt und die Abstammung seiner eigenen Hunde kann er im Schlaf hinunterbeten. Sei es an Ausstellungen oder Treffen, stets finden sich Gleichgesinnte, wird gefachsimpelt und Erfahrungen ausgetauscht.Es herrscht kein "mainstream" unter Züchtern, weit gefehlt, denn jeder Züchter legt den Standard in seinem Rahmen ein bisschen anders aus: Der eine Züchter sieht seine Hunde bevorzugt eleganter, dem anderen Züchter ist das Wesen dafür wichtiger, der Dritte will den Ausstellungssieger stellen, der Vierte sucht in seiner Zucht das optimale Gebäude oder die tolle Fellqualität verdient vermehrt sein Augenmerk und ein weiterer Züchter verfolgt intensiv die gesundheitlichen Aspekte - aber was all diese Züchter trotz ihrer "Verschiedenheit" eint: Sie alle kennen ihre Rasse, den Standard und haben ein Ziel vor Augen, welches letztendlich der Rasse in ihrer Weiterentwicklung dient.

Und dann wachen wir aus unserem Traum auf.....

Und widmen uns der Realität, in welcher ein zukünftiger Kromfohrländerzüchter in einem FCI-Verband seine Hündin auf einer Körung vorstellt, dann anhand der Epilepsiewerte seiner Hündin und der vom Verein zur Verfügung gestellten Rüdenliste versucht einen vom Wert her passenden Rüden zu finden, möglichst bereits mit Deckerfahrung, um sicherzustellen, dass es auch klappt und auch nicht allzuweit vom eigenen Wohnort entfernt. Ausstellungen kennen unsere Züchter in aller Regel nur vom Hörensagen und dass es einen Standard gibt wissen sie, aber eigentlich nicht mehr, geschweige denn dessen Inhalt. Sie finden ihren eigenen Hund fehlerlos und suchen am liebsten einen Rüden, welcher der eigenen Hündin ähnlich ist. Die Frage, den Rüden vorher anzusehen stellt sich nicht wirklich, es muss reichen, wenn die Hündin läufig ist. Erfahrung ist ein Fremdwort, eine theoretische, vom Verein vorgeschriebene Züchtertagung klärt ihn über den vor ihm liegenden bürokratischen Marathon auf und häufig bekommt man ein Filmchen über eine Geburt zu sehen - Ende gut, alles gut!

Auf der offiziellen homepage des deutschen FCI-Vereines wird dem Interessenten die Frage gestellt: "Sie suchen einen Züchter, der Sie kompetent berät und auch nach dem Welpenkauf betreut?" Und im Folgenden, wenn Sie diese Frage mit "Ja" beantworten können, so seien Sie richtig.

Hm, passt nicht zu dem im Absatz vorher beschriebenen Szenario und auch die Besitzerin eines von mir betreuten reinrassigen Kromfohrländerrüden wird diese Frage gegenteilig bescheiden, denn ihr Rüde leidet an einer Autiommunerkrankung. Die Züchterin hat ihr mitgeteilt, dass Autoimmunerkrankungen nicht erblich sind und der Hund sicher "nur" unter einer Futtermittelallergie leide. Der informierte Verband hat auf die Meldung der Besitzerin des betroffenen erkrankten Rüden mit Nicht-Interesse reagiert. Kein Einzelfall! Die Züchterin will mit der Schwester des betroffenen Rüden züchten, was aber auch Vorstandsmitglieder von einem Zuchteinsatz ihrer Hunde unter gleichen Bedingungen nicht abhält - warum sollte es also einen "normalen Nur-Züchter" also stören?

Nicht alles was glänzt ist Gold und ÜBERALL wird vollmundig für "seine Sache" geworben.

Wer etwas "verkaufen" möchte, wird sich möglichst perfekt präsentieren wollen. Was dahinter steckt, dies auf die Richtigkeit zu prüfen bleibt Aufgabe des Interessenten, welcher allerdings aufgrund des www sehr viele Möglichkeiten hat, dies zu tun.

Und nicht anders verhält es sich bei den verschiedenen Zuchtgemeinschaften, welche sich dem Einkreuzen bei der Rasse Kromfohrländer verschrieben haben.

Geeint sind diese Zusammenschlüsse in ihrem Ziel, die Gesundheit der Rasse zu verbessern. 

In aller Regel handelt es sich bei den Züchtern um aus dem offiziellen Verein ausgetretenen Züchter, welche aufgrund der im FCI-Verein gemachten Erfahrungen ihr Heil woanders suchen und sich nicht dem Credo anschließen wollen, dass es sich bei den Kromfohrländern um eine gesunde Rasse handelt.

Geteilter Meinung sind sie allerdings bei der Umsetzung dieses Ziels.

Der älteste Zusammenschluss hat seinen ersten Wurf 2006 zu verzeichnen und bis heute sind dort 36 Würfe gefallen.

199 Welpen wurden bis zum Herbst 2015 in das Zuchtbuch eingetragen, von diesen Nachzuchthunden wurden allerdings innerhalb der Zuchtgemeinschaft lediglich sechs Hunde für die Weiterzucht verwendet und diese hatten jeweils einen einzigen Wurf.

Gezüchtet wird ausschließlich mit rauhaarigen Hunden, getreu der Mendelschen Regel fallen nach wie vor auch kurzhaarige Hunde, welche (bislang) nicht zur Zucht zugelassen sind.

 

 

 

 

 

 

 

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