Holderheidenachwuchs Xedryc (F1) und Zayna (F2)
Holderheidenachwuchs Xedryc (F1) und Zayna (F2)

Einkreuzen ist keine Erfindung des 21. Jahrhunderts, sondern eingekreuzt wurde schon seit eh und je - allerdings unter anderen Bedingungen, als dies heute der Fall ist.

Engagierte Rassehundezüchter, welche die Gesundheit ihrer Rasse im Fokus hatten, gibt und gab es sicherlich schon seitdem es die Bezeichnung "Rassehundezucht" gibt, denn schon immer haben sich einzelne Züchter derart für ihre Rasse begeistert, daß sie weder Mittel noch Mühen scheuten, sich zum Wohl ihrer Rasse einzusetzen.- und wo offizielle Möglichkeiten nicht zur Verfügung standen, wurde im Sinne der Rasse auch zu unkonventionellen Mitteln gegriffen.

Und so kommt es, daß ein als Vater angegebener Rüde nur in den Papieren sich als Vater generierte, tatsächlich hatte sich der Züchter für einen Rüden entschieden, welcher der Zucht weitaus mehr dienen konnte. Sei es nun, um die genetische Vielfalt zu erhalten ein Hund zum Beispiel mit "falscher Farbe" (irgendwo müssen ja Fehlfarben herkommen;-) oder ein im Typ passender Rüde anderer Rasse, welcher Generationen später die Nachzüchter ins Grübeln brachte, weil es zu unerklärlichen Auffälligkeiten in ihren Würfen kam.

Es sorgten also vorausschauende Züchter schon von je her für die erforderliche genetische Vielfalt, um nicht in einer züchterischen Einbahnstrasse mit fatalen Folgen zu landen.

Aber wo viel Licht, ist auch viel Schatten und nicht immer wurden "falsche Väter" zum Wohle der Rasse eingesetzt, sondern ebenso oft stand schnöde Profilierungssucht und falscher Ehrgeiz Pate für dieses Vorgehen und nicht umsonst konnte man hier betrügerisches Verhalten unterstellen, welches zu Recht verfolgt gehört.

Und so erhält der sinnvolle, aber unerlaubte Eingriff zugunsten einer genetischen Vielfalt einen faden Beigeschmack.

Neid und Missgunst haben das Ihre dazu beigetragen, daß dieses Vorgehen heutzutage keinerlei Chance mehr hat, denn dank genetischer Vaterschaftskontrollen ist jeglicher "Mauschelei", und sei sie zu noch so heheren Zielen, ausgeschlossen.

 

Aber der "Verband des deutschen Hundewesen´s" kurz VDH hat auch dies in seinen Zuchtbestimmungen bedacht und den Züchtern eine Hintertüre offen gelassen, durch welche sie eine genetische Vielfalt dennoch erhalten können, und dies ganz ohne Betrugsverdacht.

Es ist der Weg über die Registereintragungen. Jedes Zuchtbuch eines jeden im VDH geführten Vereins hat das Recht, einen Registeranhang zu führen, in welchem jene Hunde aufgenommen werden, welche im Aussehen dem Rassetyp entsprechen, aber entweder eine Ahnentafel aus dem "falschen" Verein haben (IRJGV zum Beispiel) oder aber keine vorlegen können. Diese Hunde werden von einem anerkannten Richter begutachtet und können anschliessend registriert werden, das heisst, sie erhalten eine sogenannte "Register-Ahnentafel", welche die Besitzer berechtigt, damit auf den nationalen und internationalen Ausstellungen der FCI zu melden und auszustellen sowie diese Hunde in der Zucht einzusetzen.

Nachkommen aus Verpaarungen mit Registerhunden erhalten ebenfalls Registerpapiere, ebenso wie deren Nachkommen. Drei Generationen lang werden diese Hunde als Registerhunde geführt, danach ist über drei Vorfahren die Abstammung gesichert und mit der vierten Generation spricht man bereits wieder von einem reinrassigen Hund - und diese werden nun ganz normal im Zuchtbuch weitergeführt.

 

Bei den Kromfohrländern vertritt ein einzelner Verein, der "Rassezuchtverein der Kromfohrländer e.V." kurz RZV genannt, die Rasse der Kromfohrländer im VDH und so hängt eine Entscheidung, ob ein Hund als Registerhund anerkannt wird alleine von der Vereinshoheit des RZV ab, da er zuchtbuchführender Verein ist.

Im Moment scheint es für im Typ vorzügliche und im Wesen freundliche, eingekreuzte Kromfohrländer keine Chance zu geben, über eine Registeranerkennung für die erforderliche und dringend notwendige genetische Vielfalt zu sorgen, zu eindeutig lesen sich die offizielle homepage und die ihrer Züchter, welche jegliches Einkreuzen ungeprüft und ohne sachlichen Hintergrund verurteilen. Bedenkt man besonders, daß die Rasse überwiegend von Züchtern erhalten wird, welche nicht mehr wie ein bis drei Würfe züchten, erklärt dies den Mangel an der erforderlichen Erfahrung, um die schwierige genetische Situation zu erfassen und das mangelnde Interesse sich mit genetischen und züchterischen Fragen auseinandersetzen, denn kaum haben sie die Zucht begonnen, da hören sie ja auch schon wieder auf.

 

Das ist für die Rasse sehr schade, besonders, da der VDH genau für solche gesundheitlichen Probleme diese Hintertüre offen gelassen hat und es bleibt zu hoffen, daß es wie in Finnland und in Österreich in einer hoffnungsvollen Zukunft möglich sein wird, die Gesundheit, aber auch die Wesensmängel mit dem sinnvollen Einsatz von Registerhunden in Deutschland zu verbessern - die erfolgreiche Vorarbeit wird in verschiedenen Zuchtprogrammen mit sehr grossem Einsatz und Engagement geleistet - man kann es der Rasse nur wünschen, daß die Ressentiments gegenüber dem Einkreuzen auch in Deutschland einer sachlichen und zielführenden kynologischen Zuchtzukunft, weg von emotionalen und genetisch nicht nachzuvollziehenden Vorurteilen des Einsatzes von Registerhunden weichen.

 

Finnland verfügt bereits über den dritten Einkreuzwurf, dort handelt es sich jeweils um Hybridwürfe. Beim ersten handelte es sich um einen Wurf mit einem schwarzen Pudel, es folgte ein Parson Russel und ein Wurf mit einem Tibet Terrier, alle drei Würfe wurden registriert und die F1 - Nachzucht der Kromfohrländer-Pudel auch bereits auf Ausstellungen den Richtern vorgestellt.

In Österreich wurde mit "Xi von der Holderheide" bereits der dritte nicht ingezogene Kromfohrländer erfolgreich einem offiziellen FCI-Richter vorgestellt, anerkannt und mit Registerpapieren versehen.

 

Der Weg und die Notwendigkeit liegen klar vor uns - und so wünschen wir uns für unsere Kromfohrländer, daß auch in Deutschand dieser zukunftsträchtige Weg eingeschlagen werden kann, bevor die genetischen Verarmung weiter fortschreitet und noch schwerwiegendere Folgen hat.

 

 

                                                                                                      copyright Sybille Nass

 

 

 

 

 

 

 

 

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