Viva Vanilla

Mit Viva Vanilla haben wir die Gelegenheit, einmal das Vorgehen für das Einkreuzen genauer zu beleuchten, denn Viva Vanilla ist eine sehr typische F1-Hündin, das heisst eine Hündin der ersten Generation aus Fremdhund x Kromfohrländer.

Um zu einem sinnvollen Ergebnis in der Zucht zu kommen, ist es unabdinglich, sich die Vorzüge der eingesetzten Hunde, aber auch die nicht in das Ziel gehörenden Punkte der in die Zucht einzusetzenden Hunde anzusehen und gegenüberzustellen:
Da wäre auf der einen Seite einmal die Mutter von Viva Vanilla: Sucre, eine aus Frankreich importierte Grand Basset Griffon Vendéen-Hündin

Ihre Vorzüge, die uns bei unserem Ziel, einen gesünderen und leichter händelbareren Hund unterstützen sind:

  • Einwandfreies Sozialverhalten mit der Fähigkeit, alle Beschwichtigungssignale sowohl empfangen, als auch aussenden zu können.
  • Sie greift bei Hundemobbing ein, ohne aber den von mir wenig geschätzten "police caracter" zu zeigen, also jegliche Hundespiele unterbinden zu wollen.
  • Ein tolles, harsches Haar mit richtig guter Unterwolle, das sie für jedes Wetter unempfindlich macht.
  • Eine sehr hohe Sensibilität, die sie mit sehr hoher Bindungsbereitschaft an ihre Besitzer verknüpft.
  • Sie liebt alle Kinder und für die eigenen Kinder spielt sie auch Babysitter.
  • Sie arbeitet für ihr Leben gern und lernt wahnsinnig schnell. Clickern ist eine ihrer Lieblingsbeschäftigungen.
  • Sie ist nicht wasserscheu und unempfindlich im Gelände.
  • Der Grand Basset gilt selbst als sehr gesunde Rasse ohne bekannte Erbkrankheiten.
  • Die Rasse ist gescheckt, eine Grundvoraussetzung für die Züchtung von Schecken.
  • Sucre hat gaaanz lange Ohren - die Gefaht von Stehohren wie bei den reinrassigen Kromfohrländern besteht definitv nicht.
  • Sie wurde vom Vorbesitzer wegen ihrer Nichteignung zur Jagd abgegeben.
  • Ihre für diese Rasse nicht typischen, zum Kromfohrländer jedoch passenden, harmonischen Gebäudeproportionen.
  • Sie verfügt über einen schwingenden, gleichmässigen Trab ohne Passveranlagung.
  • Fressen und Trinken sind bei ihr in einem guten Verhältnis, weder ist sie verfressen noch mäkelig, sie trinkt viel und gerne.
  • Geringe Bellneigung.
  • Keine in der Abstammung erkennbare Inzucht.
  • Sucre ist eine ruhige, ausgeglichene, nicht Arbeit einfordernde Hündin, die mit zehn Minuten Nasenarbeit am Tag ausgelastet ist.


Natürlich muss der Züchter bei einem Einsatz einer fremden Rasse die Punkte erkennen, die diesem Ziel nicht dienen, was bei Sucre sind:

  • Eine natürliche Jagdveranlagung, gering ausgeprägt, jedoch vorhanden mit Spur- und Sichtlautäusserung.
  • Ihre eigene Größe, mit über 50cm Schulterhöhe ist sie deutlich zu gross und zu schwer - kein Hund, den man mal schnell unter den Arm klemmt.
  • Sie besitzt sehr viel lose Haut mit Wamme, was sie einem anderen Konstitutionstyp als dem Kromfohrländer zugehörig macht.
  • Ihr Kopf ist durch einen Hinterhauptstachel gekennzeichnet, die Lefzen sind lose und sie leidet an dem für die Rasse typischen Ektropium.
  • Ihr Fell neigt zum Verfilzen und muss regelmässig gebürstet werden.
  • Sie ist insgesamt keine elegante Hündin und mit ihrer kräftigen Rute kann sie allerhand Unheil anrichten.
  • Im Auto benötigt sie defininitv viel Platz.
  • Futterressourcen werden von ihr gegenüber anderen Vierbeinern verteidigt.


Kommen wir zum Vater von Viva Vanilla, dem reinrassigen Kromfohrländerrüden "Rumo von der Holderheide" und seinen Vorzügen:

  • Kromfohrländer bleiben stets bei ihren Besitzern und können in Wald und Flur mangels Jagdtrieb ohne Leine laufen.
  • Rumo hat immer ein sauberes Fell, der Dreck fällt, ist er getrocknet, einfach vom Haarkleid ab.
  • Die Grösse ist ideal, er findet überall Platz und zur Not kann man ihn auch schnell in den Arm nehmen.
  • Er hat ideales, rauhes Haar mit guter Unterwolle, leicht zu trimmen und zu pflegen.
  • Kromfohrländer lernen schnell und gerne.
  • Durch ihre intensive Nähe zu ihrem Besitzer verstehen sie deren "Worte" und reagieren darauf, Bindungen mit "symbiotischem Charakter" sind nicht ungewöhnlich.
  • Sie sind ausgesprochen sensibel.
  • Ihre Anpassungsfähigkeit ist nahezu legendär, das macht sie zu einem einmaligen vierbeinigen Begleiter.
  • Es sind sehr sportliche Hunde, die sowohl hundesportlich wie auch beim Wandern,Joggen, Radfahren, Reiten fröhliche Begleiter sind.
  • Ihre Begeisterung für ihre Besitzer ist überschwänglich und ihre Freude ist Lebensfreude pur - das macht richtig gute Laune.


Die Nachteile der Kromfohrländer sind der Grund, warum wir das Projekt einkreuzen initiiert haben, in der Kurzfassung sind dies:

  • Die hohe Inzucht mit all ihren Nachteilen, vermehrtes Auftreten von Erkrankungen, zunehmend in den Jahrgängen auch vermehrt kleine oder leere Würfe.
  • Gesunkene Vitalität, die Lebenserwartung ist gegenüber dem statistischen Vergleichswert  vergleichbarer Hundegrössen deutlich geringer.
  • Kromfohrländer verfügen nicht über ein ausreichendes Signalverhalten, um sozial agieren zu können.
  • Rüden sind häufig an der Leine regelrechte "Macho´s"  und führen sich entsprechend auf, zickige Hündinnen sind keine Seltenheit.
  • Viele Kromfohrländer entwickeln im Laufe ihrer Jahre eine starke Überempfindlichkeit gegenüber Reizen wie Schüssen, Knallkörpern etc. mit entsprechenden Folgen.
  • Im Gegensatz zu anderen Rassen trinken Kromfohränder zu wenig, eine Nieren-Empfindlichkeit könnte damit erklärt werden.
  • Prostataprobleme führen für zu viele Rüden zu einer medizinisch indizierten Kastration.
  • Reinrassig sind sie nicht als Rasse zu erkennen, die unterschiedlichen Fellvarianten sowohl Typen in Kopf und Gebäude sind kein Kennzeichen der Rassehundezucht.
  • Kromfohrländer sind keine Kinderhunde, sie akzeptieren alle Familienmitglieder, auch die Kinder, für ihre Orientierung ziehen sie jedoch Erwachsene vor.
  • Fremde Kinder werden wie fremder Besuch behandelt, an den Freunden der Kinder sind sie desinteressiert.
  • Das Territorialverhalten vieler Kromfohrländer ist zu ausgeprägt, darunter kann Besuch in manchen Fällen sehr leiden.
  • Kromfohrländerrüden tolerieren in der Regel auf ihrem Gebiet keine anderen Rüden, ausser sie kennen sich "von Kindesbeinen an".
  • Es treten so viele unterscheidliche Erbkrankheiten auf mit so vielen erkrankten Kromfohrländern, daß eine verantwortungvolle Zucht und Abgabe der reinrassigen Kromfohrländer für uns als Züchter mit über zwanzig Jahren Erfahrung nicht mehr akzeptabel war.
  • Es war uns als Züchter nicht mehr möglich, für uns gesundheitlich akzeptable Paarungspartner für unsere Hündinnen zu finden.



Folgende Zielsetzungen wurden mit Viva Vanilla erreicht:

  • Sie ist deutlich kleiner als ihre Mutter, etwa so gross wie ein grosser Kromfohrländerrüde.
  • Sucre´s Standardvorfahren sind bei keinem Geschwister durchgeschlagen, Viva Vanilla und ihre Geschwister verfügen über ein sehr harmonisches Gebäude.
  • Viva Vanilla hat deutlich kürzeres Haar bei hervorragender Qualität.
  • Im Winter kann Viva Vanilla auch eine Stunde lang im Garten im Schnee sitzen, ihr hervorragendes Fell lässt sie nie frieren.
  • Kinder liebt sie über alles, die eigenen wie auch fremde Kinder.
  • Egal wie sehr die Kinder mit Viva toben - nie ist sie übelnehmerisch oder ist es ihr zu viel - ihre Belastung Kindern gegenüber scheint grenzenlos.
  • Sie hat anliegende Lidränder, das Ektropium der Mutter wurde durch diese Verpaarung kompensiert.
  • Ihr Sozialverhalten gegenüber anderen Hunden ist einwandfrei, für eine endgültige Aussage muss man allerdings noch ein Jahr warten.
  • Mit momentan 14 Kilo entspricht das Gewicht der Grösse.
  • Ihr fehlt der Jagdtrieb der Mutter. Auch wenn das Rudel wegläuft, kehrt sie nach kurzer Zeit ohne Abrufen alleine und selbständig zu uns zurück.
  • Sehr robuste Psyche, bei "erschreckenden" Situationen und Geräuschen erholt sie sich sehr schnell.
  • Straffe Haut und keine Wammenbildung, damit passt sie sich dem Kromfohrländertypus an.
  • Ihre Ohren sind nur halb so gross wie die ihrer Mutter, immer noch so lang, daß nie geklebt werden müsste;-)))
  • Ausgeprägtes Trinkverhalten, Nierenprobleme sind bei ihrem Wasserkonsum nicht zu erwarten.
  • Sie kennt kein Futtermäkeln.
  • Viva Vanilla ist ungemein anhänglich und besitzerbezogen.
  • Es zeichnet sie ein sehr schönes Gangwerk aus mit gleichmässigem Trab.
  • Der Hinterhauptstachel ist nur noch im Ansatz vorhanden, die Lefzen liegen an.



Was ist zu berücksichtigen, wenn Viva Vanilla selbst in die Zucht geht?

Viva ist im Typ noch zu sehr "Griffon", was bei ihr eine Paarungsempfehlung mit einem reinrassigen Kromfohrländer zur Folge hätte.
Dafür spricht auch ihre Größe, denn auch hier besteht noch Handlungsbedarf - noch etwas kleiner dürfen ihre Kinder sein.
Wie ihre Mutter hat sie die Veranlagung, Futterressourcen zu verteidigen. Da dieses Verhalten Probleme bereiten kann, sollte der Rüde davon frei sein.
Eine gewisse Sturheit kann man bei ihr nicht verleugnen - wenn sie nicht will, will sie nicht. Basta!

Resumée:

Mit Viva Vanilla haben wir eine F1-Hündin, wie wir sie uns idealer nicht vorstellen können ( mal abgesehen davon, daß es Züchter gibt, die hellgeborene Hunde von Haus aus ablehnen, was für uns aber keine relevante Größe ist). Sie ist die perfekte Sozialpartnerin für unsere Irish-Terrier-Junghündin "Grace" und bei den Kindern eine beliebte Sparringspartnerin. In den ersten Monaten zeigte sie ein kaum zu bändigendes Temperament, welches sich mittlerweile in "sehr moderat" gewandelt hat, und man kann davon ausgehen, daß sie je älter, je ruhiger wird. Aber das wird erst die Zeit erweisen, wir berichten im gegebenen Alter davon.
Ihre Robustheit macht sie zu einer sehr unkomplizierten Begleiterin und die den Kromfohrländern typische ängstliche Grundhaltung fehlt ihr vollkommen.
In unserem Hunderudel ist sie vollständig integriert, weder Katzen noch Hühner verlocken sie zu unerlaubten Tätigkeiten und so hoffen wir, daß sich all diese Eigenschaften im Laufe der Zeit noch festigen und sie später in der Zucht - neben ihrem Leben als unser Familienhund - uns den gesteckten Zielen einen Schritt näher bringt

Dem Ziel ein weiterer Schritt näher - die F2 - Generation, die Kinder von Viva Vanilla

Mittlerweile haben wir unsere Viva in der Zucht eingesetzt und sie mit einem Rüden angepaart, welcher ebenfalls aus einer F1 - Generation stammt.

Im Frühjahr 2013 brachte Viva den Z-Wurf von der Holderheide zur Welt und nach einem Jahr kann man ein erstes Urteil über diesen Wurf fällen:

Betrachtet man Viva und ihre Geschwister, dann ist der V-Wurf ein in sich sehr homogener und gleichmässiger Wurf, in welchem sich die Geschwister im Typ alle sehr ähneln, wie es auch genetisch bei einer Hybridverpaarung (beide Elternteile sind reinrassig, gehören jedoch unterschiedlichen Rassen an) zu erwarten ist.

Unserem Zuchtkonzept folgend ( u.a. keine zu schnelle Rückkreuzung mit einem reinrassigen Kromfohrländer) wurde Viva wieder mit einem F1 - Rüden, ein rauhaariger Schecke mit ausgezeichnetem Wesen und in sehr gutem Kromfohrländertyp (Haarqualität zu weich und etwas zu lang sowie Farbe zu dunkel, zwei Punkte, welche wir zugunsten Typ und prima Wesen gut akzeptieren konnten) verpaart und wenn man den Wurf nun als erwachsene Hunde betrachtet, dann ist in der F2- Generation der Kromfohrländertyp deutlich erkennbar. Für Laien sind aus diesem Wurf einige Hunde nicht mehr von einem reinrassigen Kromfohrländer zu unterscheiden, Kenner würden den Unterschied an der Grösse erkennen, die Hündinnen entsprechen in der Grösse reinrassigen Kromfohrländerrüden und bei den Rüden liegen einige Z-linge immer noch über der Standardhöhe. Man kann hier aber gut feststellen, daß Grösse ein züchterisch einfach zu bearbeitender Faktor ist, denn Zino weist bereits Kromfohrländer - Standardgrösse auf.

Wiesen die V-linge noch eine gelungene Mischung von Griffon-Kromfohrländer-Köpfen auf mit ziemlich langen (und sehr schönen;-) Ohren, so setzt sich in der F2 -  Generation bereits deutlich der typische Kromfohrländerkopf mit den dazu passenden Ohren durch. Fast alle Hunde besitzen eine tolles, rauhes und leicht trimmbares Haar, alle sind Menschen gegenüber sehr freundlich und auch nach wie vor allen Hunden gegenüber aufgeschlossen. Etwas schwarz hat sich in den Masken und im Haar manifestiert und auch die von Anton als Trägertier mitgebrachte Stromung ist in diesem Wurf noch zu finden. Aber auch dies ein Punkt, welcher züchterisch einfach zu bearbeiten ist und momentan "nur" ein Zeichnungsfehler ist. Ein Punkt, den es in der Weiterzucht zu beachten gilt, jedoch keine nachteilige Wirkung hat.

Der Griffoneinschlag ist nur noch rudimentär zu erkennen und in der nächsten Generation sollte er weitgehendst gemerzt sein und rein genetisch dürfen wir auf Welpen setzen, welche von reinrassigen Kromfohrländern in ihrem Erscheinungsbild nicht wirklich zu unterscheiden sind. Aber sie besitzen durch ihren erweiterten Genpool eine dadurch bedingte höhere gesundheitliche Fitness und auch in ihrem Sozialverhalten rechnen wir mit einer höheren sozialen Kompetenz, als diese in der ursprünglichen Form vorliegt.

 

Zettl, Zino, Zorro, Zebo und Zwirn
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Zigeunerle, Zayna und Zumba
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