Eumel von der Holderheide, genannt "Floh" - Krankengeschichte

Krankengeschichte von "Iden von der Holderheide"

Iden, bereits mit eingebundener Rute...
Iden, bereits mit eingebundener Rute...

Iden von der Holderheide wurde am 5.6.1998 geboren und ist am 21.5.1999 gestorben.

Er wäre natürlich noch nicht von selbst gestorben, wir mussten ihn einschläfern lassen.

Dabei hätten wir ihn schon viel früher erlösen sollen.

Iden war anfangs ein völlig normaler Welpe, verspielt, unheimlich schlau und richtiggehend albern.

Irritiert war ich von seinem leicht nach metallisch (Blut/Eisen?) riechenden Atem, der mir bereits kurze Zeit nach seinem Einzug bei uns auffiel.

Im Alter von 20 Wochen hatte er plötzlich eine Penisentzündung, gleichzeitig schonte er seit dem Morgen seine rechte Hinterpfote und hinkte. Seine extrem trockene Haut gefiel mir auch  nicht und als ich am Abend des selben Tages die schuppige Rutenspitze entdeckte, war ich schon alarmiert, denn schließlich wussten wir ja von den Kromi-typischen Autoimmunerkrankungen.

Schuppen, Haare und Haut lösten sich ab, die Schwanzspitze wurde dunkelviolett, sah roh aus, blutete aber nicht.

Drei Tage später hat Iden erhöhte Temperatur, frisst kaum, wenn er doch etwas isst, erbricht er es wieder und er ist unglaublich müde. Am Nachmittag fängt die Schwanzspitze nach heftigem Spiel (er ist ja eigentlich ein verspielter Welpe) zu bluten an, die Ohrspitzen sind geschwollen, die Nasenspalte ist entzündet, die Lymphknoten geschwollen wie Golfbälle.

Ein Nagel an der rechten Hinterpfote ist entzündet, der gesamte Zeh geschwollen.

Es muss sehr schmerzhaft sein, denn er kann kaum laufen. Am nächsten Tag ist der Zeh wieder vergessen, Iden ist gut drauf und frisst wieder. Er wird homöopathisch behandelt und es scheint gut anzuschlagen.

Wir liessen eine große Blutuntersuchung machen, die Ergebnisse sind aber vollkommen unbefriedigend:

Albium, antinukleäre Antikörper, Waaler-Rose-Test, Coombs-Test, Sarkoptes-AK,... alle Test's sind negativ.

Die Urinuntersuchung ergibt, daß er sowohl Kalziumoxalatkristalle als auch Struvitkristalle im Urin hat, seine Penisentzündung rührt von einer Vorhautverengung, die operativ behoben werden sollte.

Drei Wochen nach den ersten Krankheitsanzeichen ist die Nase entsetzlich entzündet, Zahnfleisch und Gaumen geschwollen, der Maulgestank faulig, alle Backenzähne sind gleichzeitig locker und müssen gezogen werden.

Als er sechs Monate alt ist wird die Vorhautverengung operativ korrigiert, es verheilt schlecht und ändert nichts an der ständigen Entzündung.

Immer wieder sind Zehen bzw. das Krallenbett entzündet, Zahnfleisch und Gaumen sind ebenfalls entzündet. Bei einem gesunden Hund sieht der Gaumen waschbrettartig geriffelt aus und ist relativ hart. Bei Iden war der Gaumen völlig glatt, weich und immer gerötet.

Außerdem sabbert (speichelt) er ständig, hat dadurch immer verklebte, feuchte Barthaare und stinkt fürchterlich aus dem Maul.

Die Nasenspalte ist dauerentzündet, bei Aufregung blutet es unvermittelt, die Haut um die Augen ist stark gerötet und fast kahl, die Augen selbst auch meistens entzündet und tränen.

Durch Antibiotikum und Cortison erzielen wir immer nur kurzzeitige Besserungen, z.Bsp. stagniert die Mundschleimhautentzündung etwas, wird aber auch nicht wirklich besser.

Da keine bahnbrechende Wirkung eingetreten ist, schleichen wir die Medikamente wieder langsam aus.

Iden ist jetzt sieben Monate alt und wir wollen noch einmal eine homöopathische Behandlung mit Eigenbluttherapie versuchen.

Die nächsten Monate ging es mal auf und mal ab. Wirklich geholfen hat eigentlich nichts.

Immer wenn eine entzündete Kralle endlich ausgefallen war, war er ein paar Tage zumindest an den Füssen schmerzfrei - bis das nächste Krallenbett zu eitern anfing.

Die Mundschleimhautentzündung war mal stärker, mal schwächer. Die Rutenspitze heilte ab, um sich kurz darauf wieder zu entzünden und brach dann wieder auf.

Die Penisspitze war immer entzündet und blutete oft unvermittelt, die Nase ebenfalls.

Trotz seiner Krankheit hat sich Iden unheimlich viel Mühe gegeben uns zu gefallen und in seinen schmerzfreien Zeiten immer viel gespielt.

Aber diese schmerzfreien Zeiten hielten immer nur 2-3 Tage an, dann kam ein neuer Schub mit neuen Katastrophen.

Eigentlich war der Rachen, der gesamte Mund-  und Nasenraum permanent entzündet und wund.

Schmerzen in dieser Region sind für Menschen schlimm, für Hunde mit ihrer Riechkapazität bestimmt entsetzlich!

Irgendwann war Iden nur noch ein dürres Häufchen Elend mit struppigem, klebrigen Fell und bandagierten Gliedmassen.

Am 21.5.1999 haben wir ihn dann endlich erlöst, das ist jetzt über ein Jahrzehnt her und es macht mich immer noch sehr traurig, daß wir ihn so lange leiden liessen....

 

                                                                                                        Antje Gamm, 1.7.2010

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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