Nachdem wir selbst eine Kromfohrländerhündin mit epileptischen Anfällen besessen und zwei weitere Pflege-Kromfohrländer mit dieser Erkrankung betreut haben, können wir auch auf diesem Gebiet leider ebenfalls mitreden.

Es handelt sich bei der Epilepsie um eine Erbkrankheit, welche sich nach unseren Erkenntnissen aufgrund des reichlich vorhandenen Datenmaterial´s bei den Kromfohrländern autosomal-rezessiv vererbt.

Wie alle autosomal-rezessiv vererbten Erkankungen ist deshalb die Epilepsie, im Gegensatz zu den Autoimmunerkrankungen, eine Erkrankung mit einer guten Bekämpfungsprognose im züchterischen Bereich. Und auch für viele Besitzer ist ein an Epilepsie erkrankter Kromfohrländer nach dem ersten Schock ein Hund, dessen Erkrankung gut zu managen ist. Dies liegt vor allem daran, daß der überwiegende Teil an Kromfohrländern nicht von der schweren Form "grand mal" betroffen ist, sondern sie erkranken am sogenannten "Scotch cramp" - eine Form, welche ihre Namen dieser Rasse verdankt, jedoch bei anderen Rassen genauso vorkommt.

Es handelt sich hierbei sozusagen um eine leichtere Form der Epilepsie, welche sich vorwiegend in Muskelkrämpfen manifestiert, im Gegensatz zur "grand mal", bei welcher Kotabsatz, Speicheln, unkontrolliertes Beissen etc. zur Beschreibung gehört.

 

Viele Kromfohrländer haben nur wenige Anfälle über die Jahre hinweg und erleiden damit keine grösseren Einschränkungen. Manche Kromfohrländer benötigen überhaupt keine Medikamente, bei einigen Kromfohrländern ist mir bekannt, daß die homöopathische Behandlung sehr erfolgreich war und auch der schulmedizinische Weg ist erfolgversprechend. Um eine adäquate Behandlung des betroffenen Hundes zu erreichen, empfehlen wir dringend, ein sogenanntes Anfallstagebuch zu führen, in welchem der Tag, der Zeitpunkt, die Dauer, die Symptome und Auffälligkeiten vor dem Anfallsausbruch niedergeschrieben werden. Anhand dieses Anfallstagebuches kann vom Tierarzt, Alternativmediziner oder Heilpraktiker das beste Behandlungsvorgehen festgestellt werden.

Der gefürchtete "status epilepticus" ist mir selbst bei "nur" drei Kromfohrländern bekannt - es bezeichnet den Anfall, aus welchem der Hund nicht mehr herauskommt und welcher zum Einschläfern/Tod führt.

 

Vor über 20 Jahren wurde zu diesem Thema eine Doktorarbeit angeregt und von Frau Machenheimer an der Universität Giessen durchgeführt, nachdem quasi von einem Tag auf den anderen eine ausgesprochen hohe Anzahl von an Epilepsie erkrankten Kromfohrländern bekannt wurde.

Ein Phänomen, welches wir im Verlauf unserer Züchterlaufbahn noch häufiger beobachten konnten: Nachdem man bei den Kromfohrländern vorher noch nie von einer bestimmten Krankheit gehört hat, werden von einem Tag auf den anderen unzählige Fälle davon bekannt und man kann sich nur wundern, woher diese auf einmal alle kommen!

(Dito bei der aktuell vermehrt auftretenden Cystinurie und Ellenbogendysplasie)

 

Die Arbeit brachte eine Vielzahl von Erkenntnissen (auch im Bereich des Wesen´s taten sich Abgründe auf), allerdings keine Verwertbaren im Bereich der Epilepsie.

Herausgefunden wurde, daß Kromfohrländer sehr empfindlich auf Narkosemittel reagieren und eher unterdosiert werden müssen, wobei die langhaarigen Vertreter eine höhere Empfindlichkeit aufwiesen.

 

Auch wenn Epilepsie kein vergleichbares Damoklesschwert wie eine Autoimmunerkrankung ist, so darf sie nicht unterschätzt werden und eine züchterische Bekämpfung ist zwingend und bei einer Erbkrankheit wie dieser selbstverständlich.

 

 

 

 

 

 

 

 

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