Kromfohrländer in Schweden - sind sie denn so anders?
Um diese Frage beantworten zu können, muss man in Schweden gewesen sein und dies war für mich am Wochenende 9./10. August 2014 der Fall, als ich einer Einladung aus Schweden folgte, in welcher ich gebeten wurde, die jährlich stattfindende Clubschau am Sonntag, den 10. August 2014 zu richten.

Als eingefleischte Rasseliebhaberin bedeutete dies für mich ausserdem eine besondere Ehre und natürlich war ich auf die schwedischen Kromfohrländer schon deshalb sehr gespannt, denn ich konnte sie nicht nur mit den deutschen Kromfohrländern vergleichen, durch meine verschiedenen Finnland-Aufenthalte ist mir auch die finnische Zucht sehr geläufig und so hatte ich die Möglichkeit mit Schweden das dritte Land kennenzulernen, in welchem sich eine grössere, nennenswerte Zuchtpopulation von Kromfohrländern befindet.

Und es war in jeder Hinsicht ein lohnendes Wochenende!

Der Flug startete am Freitag, allerdings übernachteten wir in einem Hotel in der Nähe des Flughafen´s, da wir erst gegen 23:00 Uhr in Arlanda landeten.

Am nächsten Morgen wurden wir von einem sehr hilfsbereiten Kromfohrländerbesitzer vor dem Hotel abgeholt, welcher in der Nähe wohnte und sich netterweise bereit erklärt hatte, uns zum Treffpunkt des ersten Tages zu chauffieren. Nach einer kleinen Irrfahrt - der Hundeplatz war in keinem Navi zu finden und leider lagen auch keine Koordinaten vor - kamen wir glücklich an und der erste Eindruck war ausgesprochen einprägsam: viele, viele Kromfohrländer, bestimmt zwischen 20 - 30 Hunde, befanden sich am Platz und alle verhielten sich ausgesprochen ruhig. Auch wenn Rüden aufeinander trafen, fuhren diese sich zwar kurz hoch, entspannten sich nach ein paar Schritten Entfernung jedoch umgehend.

Auf dem Platz fand das clubinterne Agilityturnier statt, von dem ich allerdings nicht allzuviel mitbekam, denn praktisch sofort nach dem Ankommen waren wir, Freundin Lizzy und ich, in die diversen Hunde- und Züchterpläusche verwickelt.

Auch ein deutscher Einkreuzkromi hatte den Weg nach Schweden gefunden und es war schön, wenigstens kurz mit den Besitzern Kontakt aufnehmen zu können.

Interessante Gespräche folgten und es gab so viele Kromfohrländer zum Verlieben!!!!

Stunden hätten wir dort verbringen können, aber nach dem Agiliyturnier hiess es "umziehen" auf den wenige Kilometer entfernten Campingplatz, wo auch für uns eine Hütte reserviert war.

Carina, erste Vorsitzende des schwedischen Kromfohrländer-Club´s, hatte alles bestens vorbereitet und schöner hätte der Platz der Hütte nicht sein können: Direkt an einem grossen See mit Sandstrand gelegen - eine Woche Urlaub hätte man dort leicht verbringen können!

Auch der Wettergott hatte es mit diesem Wochenende gut gemeint - dem gemeinsamen Barbecue gegen Abend mit allen Teilnehmern und ihren Kromfohrländern stand nichts im Wege. Allein der von mir vorbereitete Vortrag über die geschichtliche Entwicklung des Kromfohrländer´s in Deutschland wurde zugunsten einer Trimmvorführung von mir fallen gelassen. Aber dieser wird nun das nächste Vereinsheft des schwedischen Kromfohrländer-Club´s bereichern und war von daher nicht umsonst.

(Okay, einer Veröffentlichung auf unserer homepage steht auch nichts entgegen;-)

Die Trimmvorführung kann man getrost als vollen Erfolg verbuchen - viele Kromfohrländerbesitzer wussten nicht wirklich um die Notwendigkeit des Trimmen´s und hörten interessiert meinen Ausführungen über die Fellstruktur und deren artgerechte Pflege zu - und die Besitzerin meiner "Vorführhündin" war hin und weg von ihrem "neuen" Kromfohrländer!

Viele Kromfohrländer auf dem Camp zeigten leichte Ohren oder gar Stehohren - und dies war ebenfalls ein sehr auffallender Unterschied: die Ohrenprobleme waren keine wirklichen!

Fast bei jedem Kromfohrländer liessen sich die Ohren in die richtige Position "massieren" und die schlechte Ohrhaltung rührte in aller Regel nur daher, weil die Besitzer nicht darüber aufgeklärt waren, daß die Haare innen am Ohrenansatz entfernt werden müssen, damit sie nicht das Ohr in seiner korrekten Haltung irritieren.

In Deutschland rühren die Ohrenprobleme meist von einer Verdickung des Ohrknorpel´s her, weshalb sie deutlich schwerer zu korrigieren sind - in Schweden sind es nur ein paar Haare, welche entfernt werden müssen....

Im Laufe der vielen Hundegespräche konnten wir auch den Schlüssel zu dem auffallend guten Wesen der schwedischen Kromfohrländer finden: es herrscht eine andere Rechtsprechung, welche ein gutes Wesen vorbildlich fördert und für jedes andere Land ebenfalls richtungsweisend wäre: In der Rassehundezucht werden Hunde, welche sich bei einer Ausstellung bissig/nach dem Richter schnappend zeigen, dem Dachverband gemeldet. Diese gemeldeten Hunde werden lebenslang vom Ausstellungswesen ausgeschlossen und nicht zur Zucht zugelassen. Denke ich an unsere Ausstellungszeit zurück, hätte das so manchen deutschen Kromfohrländer getroffen und auch auf der einen oder anderen Körung wären einige Hunde "durchgefallen".

 

 

 

 

 

 

 

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