Ja, ein Kromfohrländer hat Macken - und im Text über das Wesen wurden diese bereits angerissen....

Wobei mit Macken nicht die liebevollen Eigenheiten der einzelnen Kromfohrländer angesprochen sein sollen, sondern jene, welche ihren Besitzern durchaus Kopfzerbrechen bereiten und deren Probleme sie teilweise vor echte Herausforderungen stellt.

 

Eine "Macke" stellt die bei vielen Rüden, aber auch zuweilen bei Hündinnen auftretende Leinenaggression dar.

Diese führt dazu, dass etliche, vorzugsweise Rüden-Besitzer, mit ihren Kromfohrländern Gebiete mit dichtem Hundebesatz meiden, da sich ihr Hund an der Leine auffallend rüpelhaft benimmt und sie dieses Verhalten bei ihrem Vierbeiner nicht mehr in den Griff bekommen, sondern im Gegenteil, der Hund sich immer weiter hochfährt und an ein entspanntes Gassigehen nicht mehr zu denken ist.

 

Die andere "Macke", welchen vielen Kromfohrländer-Besitzern Sorgen bereitet, ist das übersteigerte Territorialverhalten ihrer Hunde, welche Besuch nur ungern in die Wohnung bzw. zur Haustüre hereinlassen und den Besuch auch nicht sich entspannen lassen, sei es durch immer wieder aufflammendes Kläffen, sobald der Besuch zum Beispiel auf die Toilette möchte oder durch stetiges Kontrollverhalten.


Nach dreißig Jahren intensiver Kromfohrländer-Erfahrung wage ich zu behaupten, dass der Kromfohrländer im Grunde ein sehr leicht zu erziehender Hund ist und die meisten Verhaltensprobleme der Tatsache geschuldet sind, dass keine vorherige Aufklärung der Besitzer über die spezifischen Verhaltensauffälligkeiten der Rasse stattgefunden hat und dieser deshalb nicht adäquat reagieren kann und konnte und des Weiteren, dass von vielen Hundetrainern und Tierärzten sein Verhalten fälschlicherweise als Dominanz gedeutet wird mit fatalen Folgen aufgrund daraus resultierender falscher Erziehung und Haltung!

 

 Ein sehr gutes Beispiel, wie sich Verunsicherungen der Besitzer auf den eigenen Hund auswirken, wenn zum Beispiel Tierärzte nicht in der Lage sind, Kromfohrländerverhalten richtig einzuschätzen, findet sich hier.

Am Schrecklichsten  empfand ich ich hierbei die Beschreibung eines Besitzerpaares, welches auf mich zugekommen war, nachdem der Besitzer selbst vom eigenen Hund aus einem für diesen nicht erkennbaren Grund spontan gebissen worden war.

Der Welpe wurde auf dem Hundeplatz aufgrund seines "dominanten Verhalten´s" (aufreiten bei den anderen Welpen, unabhängig vom Geschlecht) bei jedem Besuch der Hundeschule massivst reglementiert und mit Gewalt auf den Boden gedrückt. ( "Er muss lernen, wer hier der "Chef" ist...)

Da der junge Hund sich dagegen wehrte und anfing um sich zu beißen, wurden diese Sanktionen mit Handschuhen weiter durchgeführt, damit sich der oder die ausführenden Hundetrainer dabei nicht verletzen konnten.

Dass diese Behandlung Verhaltensstörungen nach sich zieht wundert niemanden wirklich, oder?

 

An dieser Stelle ist es vielleicht wichtig, darauf hinzuweisen, dass es in Deutschland keinen anerkannten Ausbildungsberuf für das Training von Hunden und die Ausbildung derer Besitzer gibt!

Nachdem dieser Umstand jahrzehntelang bekannt war, wurde mittlerweile eine Prüfung eingeführt, welche Hundetrainer ablegen müssen, wollen sie auf einem Hundeplatz aktiv werden. Dass es sich hierbei um Minimalanforderungen handelt, muss ich sicher nicht groß erwähnen!

In Deutschland werden hervorragende Seminare und qualitativ hochwertige Ausbildungen von privaten Hundeschulen und Verbänden angeboten, welche zum Teil auch zertifiziert sind - wie gute Ärzte muss man jedoch auch nach einem geeigneten Hundetrainer bzw. einer guten Hundeschule ebenso mühsam suchen und diese erst einmal finden....

Machen Sie sich bitte diese Mühe, es lohnt sich!

Für Sie und für Ihren Hund, denn nichts ist Schöner, als wenn das Zusammenspiel zwischen Ihnen und Ihrem Hund stimmt und nicht durch "Macken" getrübt wird, welches zwar ihrer Liebe zu Ihrem Hund keinen Abbruch tut, aber das Zusammenleben erschwert oder zum Teil auch wirklich einschränkt...

(Zum Thema Dominanz lesen Sie bitte diesen Artikel, er ergänzt hervorragend obiges Beispiel...)

 

Leinenaggression - ein Thema, welches mittlerweile über eigene Literaturtitel verfügt und auch in Hundeschulen werden vermehrt zu diesem Thema entsprechende Seminare angeboten. Sollten Sie Betroffener sein, gibt Ihnen dieser Umstand insoweit Hoffnung, als dass Sie dieses Problem mit anderen Hundebesitzern teilen und damit ganz offensichtlich nicht alleine auf der Welt sind....

Allerdings sprechen wir hier vom Kromfohrländer, und da ist alles ein bisschen anders. Schon der Begriff "Leinenaggression" führt zu einer Fehlverknüpfung, allerdings im Kopf seiner ihn umgebenden Menschen, denn tatsächlich handelt es sich beim Kromfohrländer nicht um ein Aggressionsverhalten, sondern um den Ausdruck von Angst! Wir haben es beim Kromfohrländer mit Angstaggression zu tun, welche durch sein hochsensibles Wesen ausgelöst wird.

 

An dieser Stelle einige ausgewählte Aussagen von Kromfohrländer-Besitzern:

 

"Daß Kromis zickig sein können, war mir...bewusst geworden. Wie schwierig das werden kann, erfährt man dann leider erst, wenn man ganz gezielt danach fragt bzw. sucht, nachdem die ersten Probleme auftreten. Alle kontaktierten Kromibesitzer hatten natürlich superbrave Hunde, alles Sonnenschein;)

Zu Hause ist mein Hund tatsächlich auch ein Sonnenschein, aber unterwegs wird sie zunehmend zum Leinenrüpel. Dabei bin ich allerdings anders als unsere bisherigen Hundetrainer der Meinung, daß mein Hund eher unsicher ist und deshalb rumpöbelt. Unsere bisherigen Hundetrainer waren leider keine große Hilfe."

(Besitzerin einer Hündin, knapp zwei Jahre alt)

 

"Wir haben einen kleinen Kromi-Rüden, knapp ein Jahr alt, der eigentlich ein absoluter Traum ist -jedoch macht sich bei uns immer massiver und heftiger das Problem der Leinenaggression breit. Genau so, wie Sie es auf Ihrer homepage so anschaulich beschreiben, definiert unsere Hundeschule das Verhalten unseres Rüden ausschließlich als dickes Dominanzproblem und gibt uns entsprechende Anweisungen, maßregelnd damit umzugehen. Wir merken jedoch sehr krass, daß es so nichts bringt und unser Bauchgefühl sagt uns, daß es mit Dominanz nichts zu tun hat und das Problem ganz anders angegangen werden muss. Aber wie???"

(Besitzer eines knapp einjährigen Kromfohrländerrüden)

 

"...ist total unterschiedlich (an der Leine, Anm. Autorin) und auch teilweise schlecht einzuschätzen. Zuerst freundlich, friedlich interessiert und dann sofort wieder aggressiv. Das ist genau unser Problem."

(Besitzer eines 10-monatigen Rüden)

 

"Das teilweise unmögliche und unvorhersagbare Verhalten bei Hundekontakt an der Leine. Gerne würde ich es abschaffen und meinen Rüden so gut unter Kontrolle haben, daß er mir folgt und auch macht, was ich will, wenn die Situationen etwas heikel sind. Wenn er nämlich einen anderen Hund sieht, hört er nicht mehr so gut, da kann ich machen was ich will....."

Besitzer eines zweieinhalbjährigen Kromfohrländer-Rüden

 

"Kromfohrländer sind wirklich tolle Hunde und wir haben sehr viel Freude mit unserem Hund. Nur in den Bereichen Rüdenmacho/Leinenverhalten und Territorialverhalten haben wir unsere Probleme..."

Besitzer eines zweijährigen Rüden

 

"An der Leine stellt er zunächst die Nackenhaare auf und beginnt mit wildem Gebell. Er zerrt an der Leine und will zum anderen Hund, egal ob ihn dieser beachtet oder nicht."

Besitzer eines etwas über einem Jahr alten Kromirüden

 

"An der Leine zerrt er und bellt aggressiv. Unangeleint knurrt er den anderen Hund an, lässt sich aber meistens aus der Situation herausschicken und rennt dann einen größeren Kreis, um Stress abzubauen. Ist der andere Hund zu aufdringlich, kann es aber passieren, daß er diesen auch angreift. Allerdings hat er bisher noch keinen wirklich verletzt.(gebissen)"

Halterin eines sechsjährigen Kromfohrländerrüden

 

 Die Liste lässt sich problemlos fortführen, zeigt aber auch deutlich, daß echter Handlungsbedarf besteht.

Wobei sich die Kromfohrländerunion in zwei Lager teilt:

Das eine Lager vertritt die Meinung, daß Kromfohrländer nun einfach einmal so sind, der Ausdruck: "Kromfohrländer sind halt so, man muss sie mit ihren Macken lieben, sonst könnte man sich ja gleich eine andere Rasse kaufen..." spricht hierfür Bände.

Das andere Lager will sich mit solchen Sprüchen nicht abspeisen lassen, den Leinenterrorismus ihres Hundes nicht tolerieren und etwas ändern. Und bekommt allzugerne das Fehlverhalten des eigenen Hundes mit den Worten "Das Problem liegt aber immer am anderen Ende der Leine" um die Ohren geschlagen.

 

Territoralverhalten manifestiert sich beim Kromfohrländer in Regel in abweisendem Verhalten gegenüber Besuch, wobei der Grad der Ausprägung sehr unterschiedlich sein kann. Das Verhalten reicht von bellen, knurren, Haare sträuben über Waden zwicken bis hin zur Kontrolle des Besuch´s während der gesamten Zeit des Aufenthaltes.

Meistens beginnt das Verhalten recht harmlos mit dem Laufen zur Tür und Bellen, später steigert sich sowohl die Intensität und die Dauer des Bellens, es kommt Knurren hinzu und eine vorübergehende Beruhigung findet erst statt, wenn sich der Besuch niedergelassen hat und am besten nicht mehr aufsteht - und wehe dem, der auf die Toilette muss!

Dann geht das ganze Theater wieder von vorne los.....

"Kannst Du bitte den Hund festhalten, ich muss mal wohin" sind Kromfohrländerbesitzern nicht unbekannte Ankündigungen seitens ihres Besuches.

 

"Ich habe von meiner Züchterin mitgeteilt bekommen, daß Kromfohrländer nicht einfach sind. Aber nach vier Hunden habe ich darin kein unlösbares Problem gesehen. Nun hat meine Hündin nach einer Freundin meiner Tochter böse geschnappt, welche sie von Welpen an kennt und das verunsichert mich sehr. Besuch ist generell ein Problem, welches ich nicht zufriedenstellend lösen kann. Die Leinenaggression stellt mich nicht vor so große Schwierigkeiten wie ihr Verhalten Fremden gegenüber."

(Besitzerin einer zweijährigen Hündin)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

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