Kromfohrländer lassen sich auf zwei Arten beschreiben:

Auf die reduzierte Form des Standard´s, welcher beschreibt, wie der Kromfohrländer auszusehen hat, oder

wie er sich im Allgemeinen für seine Besitzer im Wesen und seiner Gesamtheit nach innen (im Umfeld seiner Familie) und nach außen (unterwegs) präsentiert.

 

Eine Veröffentlichung des Standard´s findet sich auf vielen anderen Seiten, zu einem späteren Zeit werde ich sicherlich dazu noch eine eigene Rubrik erstellen.

 

Wir haben mehr als ein Jahrzehnt ungemein erfolgreich unsere reinrassigen Kromfohrländer ausgestellt und konnten dadurch das Ausstellungswesen in- und auswendig kennenlernen

Um es vorweg zu nehmen: wie haben diese Zeit sehr genossen. Nicht nur weil es schön ist, mit seinen Kromfohrländern erfolgreich zu sein, sondern auch, weil man sich  immer wieder mit Kromfohrländerbesitzern getroffen hat und in geselliger Runde einen interessanten Tag verbrachte, welcher oft genug mit einem anschließenden gemeinsamen Spaziergang und einem gemeinsamen Abendessen in einem netten Lokal endete.

 

Als Züchter fanden wir im Ausstellungswesen eine der Möglichkeiten, uns nicht bekannte Kromfohrländer in ihrem Wesen beurteilen zu können, denn für uns war die Anfaßbarkeit zum Beispiel durch den fremden Menschen namens "Richter" stets ein Indiz für die Wesensbeschaffenheit eines Kromfohrländer´s.

Sie dürfen nach unseren Zuchtgrundsätzen sich hier ängstlich zeigen und auch  das als Meideverhalten gezeigte Rückwärtsgehen demonstrieren - aber sie dürfen nicht nach dem Richter schnappen oder ihn gar versuchen zu beißen!

Ein Kromfohrländer ist seiner Beschreibung nach zurückhaltend - nie jedoch bissig und Hunde, welche ein solches Verhalten an den Tag legten, kamen für uns als Zuchthunde nicht in Frage, vererbt sich doch nach unserer über dreißigjährigen Erfahrung das Wesen sehr stark.

Eine These, welche leider von der Wissenschaft so nicht geteilt wird, aber von uns aufgrund des kleinen genpool´s an Kromfohrländern mit ihrer mehr oder weniger auf Deutschland begrenzten Zucht gut verifiziert werden konnte, wenn man über Jahre hinweg, wie wir, konstant die Kromfohrländerzucht und ihre nachfolgenden Generationen intensiv verfolgt.

(Die einzige im Ausland nennenswerte Zucht von Kromfohrländern findet in Finnland statt. Auch hier sind wir bestens firm, denn es ist dem Einsatz der Holderheide-Zuchtstätte zu verdanken, dass die finnische Zucht nach der Aufhebung der Quarantänebestimmungen in den 90er Jahren wieder aufleben konnte.)

 

Wie ein Kromfohrländer dem Standard nach auszusehen hat, konnten wir in Folge der vielen Ausstellungen, Konfrontation und Diskussionen mit Richtern, welche sich oft eine ganz eigene Meinung über diese Rasse bilden und beileibe nicht immer positiv ist, erfahren und zu einer seriösen Zucht gehören diese Kenntnisse unabdingbar dazu.

 

Potentiellen Käufern geht verständlicherweise das Interesse dafür ab, denn für sie steht nicht der Standard im Mittelpunkt, sondern er sucht einen Rassehund mit einer Beschreibung, welcher seinem Hunde-Ideal am nähesten kommt.

 

Und kann der Kromfohrländer dieser ideale Hund sein?

Dank Internet lassen sich mittlerweile Dutzende von Erfahrungsberichten über die Rasse lesen, Positive wie Negative und hier liegt auch der Hase im Pfeffer:

Wem ist nun zu glauben und zu trauen?

Beschreiben Züchter nicht zwangsläufig ihre Hunde in den lobenswertesten Tönen, allein schon deshalb, weil sie züchten und ihre Welpen auch frühzeitig platziert haben wollen?

Ist es nur eine Handvoll unzufriedener Kromfohrländerbesitzer, welche sich via Internet negativ äußern und so dem positiven Rassebild schaden?

Oder ist ihre Kritik berechtigt und ihre Beschreibung kein Einzelfall?

So informativ auch das www ist, so ratlos lässt es uns als Leser oft zurück.

 

 

Kromfohrländer begleiten mich seit meiner Jugend und es ist nach wie vor, trotz aller Probleme, die Rasse meiner Wahl und wird es sicherlich auch stets bleiben.

Aber, diese Wahl  bedeutet für mich schon immer, nicht die Augen vor ihren Problemen zu verschließen, denn eine Verbesserung in jeder Rassehundezucht kann nur und ausschließlich erfolgen, wenn man die Probleme der Rasse kennt und erkennt und die Bereitschaft mitbringt, sie zu verändern oder zu verbessern.

 

Und die Rasse hat zwangsläufig Probleme, denn der Kromfohrländer ist ein vorsichtiger Hund, was zu seiner ausgesprochenen Sensiblität seiner Besitzer gegenüber auch wesensmässig passt - man bekommt das Eine nicht ohne das Andere. Diese Vorsicht/ Ängstlichkeit gilt es jedoch zu kanalisieren, denn ängstliche Hunde untereinander verpaart erzeugen Nachzuchten, welche nicht stabiler im Wesen, sonder immer weniger belastbar werden.

Fehlt dann die dem Kromfohrländer eigene Beisshemmung, sind unangenehme Erfahrungen Programm und die Haltung wird deutlich erschwert.

 

Und hier treten beim Kromfohrländer zwei unterschiedliche Verhaltensformen auf:

Es gibt die sichtbar ängstlichen Hunde, welche sich unangenehmen Begegnungen durch "wegtauchen" entziehen und es gibt sichtbar entspannte Kromfohrländer, welche sich wenig ängstlich zeigen, jedoch unter Belastung sofort aktiv drohend reagieren - und leider häufig über keine Beisshemmung verfügen. 

Diese zwei Verhaltensausprägungen lassen sich durch den Halter formen, so dass ursprüngliches und ererbtes Verhalten für Laien oft nicht erkennbar ist, was für Außenstehende eine Wesensbeurteilung nicht leichter macht.

 

Um es an dieser Stelle noch einmal zu betonen: Dass ein Kromfohrländer in seiner Veranlagung ein ängstlicher Hund ist, bedeutet nicht, dass ihm dadurch ein negatives Zeugnis ausgestellt wird! Es ist nur eine Grundeigenschaft dieser Rasse und als solche sollte sie einer vollkommen objektiven Sichtweise unterliegen, will man sich der Rasse sachlich nähern.

 

Um die für sich passende Rasse zu finden, bedarf es deshalb nicht nur der nach Rassekriterien ausgerichteten Suche im Internet oder klassisch über die Literatur, es erfordert dazu vor allen Dingen auch ein unverstellter und kritischer Blick auf die eigene Persönlichkeit, um letztendlich die Wunschrasse zu finden, welche uns als Hundebesitzer weder unter- noch überfordert.

 

So passen zu einem Kromfohrländer aufgrund seines sensiblen und eher ängstlichen Wesen´s Menschen, welche ebenfalls eher empfindsam und mitfühlend sind. Er ist kein Hund der lauten Töne, sondern seine Antennen sind von Haus aus auf den Besitzer ausgerichtet und sein Wille, ihm zu gefallen und sich stets in seines Menschen Nähe aufzuhalten ist enorm ausgeprägt.

 

Dieser Wille seinen Menschen zu gefallen hat aber züchterisch auch Nachteile generiert. So ist das Sozialverhalten gegenüber seinen Artgenossen nach Abschluss der Pubertät in der Regel abweisend, sieht man davon ab, dass Kromfohrländerrüden Hündinnnen fast immer toll finden.

Eigene Beobachtungen über Jahrzehnte haben bei Kromfohrländern einen fatalen Mangel an sozialer Kompetenz aufgezeigt. Turid Rugaas hat in ihrem Buch über die Beschwichtigungssignale bei Hunden eine Übersicht der bekanntesten Beschwichtigungssignale vorgestellt. Es sind über zwanzig, und Kromfohrländer beherrschen davon nur einen Bruchteil - was eine reduzierte Fähigkeit zur sozialen Auseinandersetzung unter Artgenossen für den Kromfohrländer mit sich bringt.

Konkret bedeutet dies bei der Haltung eines Kromfohrländer´s, dass diese ihre Jugendfreunde kennen und akzeptieren, erwachsene fremde Hunde jedoch nicht an ihrer Analregion riechen lassen wollen, ein Verhalten, welches unter Artgenossen zur Kontaktaufnahme jedoch dazu gehört.

Auf der anderen Seite wollen sie jedoch selbst diese Kontaktaufnahme beim fremden Hund einfordern, was in der Folge häufig zu Unstimmigkeiten unter den Hunden führt.

Gerade in diesem Verhaltenskontext ist es für zukünftige Halter wichtig zu wissen, dass sie in aller Regel mit dem Kromfohrländer keinen Hund erwerben, welcher im Park mit anderen, fremden Hunden jederzeit seine Runden dreht und sich zu Hause dann zufrieden auf seinen Platz legt. Einzige Ausnahme: wenn es sich um Hunde seiner Rasse handelt, hier ist er in der Regel unter "Gleichgesinnten" und vermag sich dann sehr wohl gut zu benehmen...

 

Im Einkreuzprojekt werden deshalb bei den Nachzuchten mit besonderem Interesse deren soziale Kompetenz überprüft. Erfreulicherweise zeigen die meisten F1- Hunde bereits in der ersten Generation eine deutlich höhere soziale Kompetenz in Bezug auf das Sozialverhalten von Hunden untereinander und können problemlos miteinander kommunizieren.

 

Eine weitere für Kromfohrländer typische Eigenschaft betrifft das ihnen eigene Territorialverhalten. Ein Verhalten, welches sich bei unterschiedlichen Rassen ebenso findet, aber die Haltung deshalb nicht einfacher macht.

Territorialverhalten bedeutet, dass der Hund auf dem von ihm bewohntem Territorium, welches bei unseren Haushunden naturgemäß die Wohnung oder das Haus mit Garten ist, dies als seinen Besitz verteidigt.

Was grundsätzlich in vielen Rassen erwünschtes Verhalten ist, denkt man an den Schutzhundebereich, wo Hunde zur Abwehr fremder Menschen auf dem eigenen Grundstück gezielt eingesetzt werden.

Bei einem Familienhund ist hier die Wahrnehmung differenzierter. Zum Einen wünschen wir uns einen Hund, welcher anschlägt, wenn die Klingel läutet und/oder fremde Menschen sich vor der eigenen Türe befinden, andererseits wollen wir, dass unsere Freunde und die Freunde unserer Kinder problemlos zur Türe hinein dürfen und er mit ihnen einen möglichst freundlichen Umgang pflegt.

 

Viele Kromfohrländer machen jedoch starke Unterschiede in ihrem Verhalten, was Besuch allgemein betrifft. Hier reicht die Spannweite von Kromfohrländern, welche im negativen Fall nur ihnen von Welpen an bekannte Zweibeiner in ihr Territorium einlassen bis zu Hunden, welche Besuch dulden und den eher seltenen Fällen, in welchen sich ein Kromfohrländer aufrichtig über jeden Besuch freut.

 

Sind die Mutterhündinnen unter dem Argument des Züchter´s: "Die Mutter duldet keinen Besuch von Fremden bei ihren Welpen" weggesperrt, dann darf man unterstellen, dass man es mit einem Kromfohrländer zu tun hat, welcher Besuch gegenüber generell sehr misstrauisch ist.

Mutterhündinnen zeigen üblicherweise bis zur dritten Woche, also genau in der Zeit, wo die Welpen noch weitgehendst "Nesthockerverhalten" zeigen, ausgeprägten Schutztrieb. Dieser lässt kontinuierlich nach, je selbstständiger die Welpen werden. Auch sollte man sich an dieser Stelle klar machen, dass wir es mit domestizierten Haushunden zu tun haben und damit das Vertrauen unserer Hunde zu uns so groß sein sollte, dass sie von uns Besitzern wissen, dass sich ihre Welpen bei uns in besten Händen befinden und sie uns auch bei ihren Welpen im Umgang mit fremden Menschen vertrauen können!

Dazu kommt, dass Kromfohrländerhündinnen sehr früh wieder ins Schlafzimmer einziehen und ihre Welpen im Welpenzimmer alleine lassen, oft schon ab der vierten Woche. Die frühe Abnabelung der Kromfohrländer-Hündinnen von ihren Welpen spiegelt die enorme Nähe zu ihren Besitzern wieder, denn sehr schnell binden sich die Mutterhündinnen trotz Welpen wieder an ihre Besitzer und lassen ihre eigenen Welpen in aller Regel früh im "Stich" - die Aussage von Züchtern, dass "die Mutter deshalb so "aggressiv" ist, weil sie ihre Welpen schützen will" entbehrt deshalb bei Kromfohrländern jeder Grundlage.

Viele Halter haben aufgrund des Territorialverhaltens ihrer Hunde sinnvollerweise Strategien entwickelt, mit welchen sie dieses Verhalten bekämpfen. Dies reicht vom einfachen Wegsperren und späteren wieder hereinlassen des Hundes über Platzverweise bis hin zur Begrüssung des Besuches ausserhalb von Wohnung oder Haus, um gemeinsam mit dem Hund und dem Besuch das "Territorium" zu betreten und dem Hund so die Motivation zur Verteidigung zu nehmen.

 

Auch hier sollten sich Züchter ausführlich mit dem Begriff Territorialverhalten auseinandergesetzt haben und ihre Hunde korrekt einordnen können, um negative Entwicklungen, welche im Territoriaalverhalten ruhen, in eine für Familienhundehalter akzeptable Form zu kanalisieren.

 

Für Käufer sollte immer die Frage präsent sein: Ist die Mutterhündin des Welpen, welchen ich bekommen kann, in ihrem Verhalten so, wie ich mir auch meinen eigenen Hund wünsche?

Nicht nur, dass sich das Verhalten der Mutter (und natürlich des Vater´s, welchen Sie jedoch in der Regel nicht vorher kennenlernen) vererbt, auch wachsen die Welpen mit dieser Mutter auf und lernen von ihr....

Eine weggesperrte Mutter erlaubt Ihnen nicht die Beantwortung dieser für Ihre Hundezukunft wichtige Frage!

 

Am besten aufgehoben dürfen Sie sich dort fühlen, wo Sie Mutter und Welpen gemeinsam erleben, Welpen und Mutter entspannt miteinander umgehen und die Hundemutter Ihnen gerne ihren tollen Nachwuchs präsentiert!

Rassehunde wachsen in aller Regel in einem Umfeld auf, in welchem sie mit Menschen keine schlechten Erfahrungen verbinden und ihnen bedingungslos vertrauen - warum sollte eine Mutterhündin also ausgerechnet die Welpen vor Menschen schützen, wenn sie doch nie etwas Negatives von diesen erfahren hat?

 

So unterschiedlich Kromfohrländer aussehen, so unterschiedlich präsentieren sie sich im Wesen - und so heißt es als Käufer gut hinzusehen und kritisch zu bleiben, auch wenn man so einem entzückenden Hundekind kaum widerstehen kann - Verhaltensprobleme können nicht durch eine ideale Aufzucht und einen erfahrenen Hundehalter gemerzt werden - sie liegen im Wesen der Eltern begründet und um hier ein Bild zum Vergleich heranzuziehen:

Ein unmusikalisches Kind wird auch mit täglichem Musikunterricht nicht musikalischer - ein sozial inkompetenter Kromfohrländer wird nicht sozialer, auch wenn er täglich zum Welpenspielen geht...Und diese leidvolle Erfahrung haben bereits viele Kromfohrländerbesitzer vor Ihnen gemacht!

 

 

 

 

 

 

 

 

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