breeders spirit

Was treibt einen Züchter an, eine Rasse zu züchten? Nicht Züchter, welche ein, zwei, drei, vier Würfe aufziehen. Nein, Züchter, welche sich einer Rasse "verschrieben" haben, welche diese prägen und wo man den Namen oft sogar mit der Rasse verbindet: Ich denke da zum Beispiel an Walt Weisse, ein Name, untrennbar mit den Molossern verbunden. Inge Angehrn, eingefleischte Züchterin von englischen Bulldoggen und "versehentliche" Gründerin einer neuen Rasse: des Continental Bulldog.

Warum investieren Menschen ungezählte Stunden, Wochen, Jahre, Emotionen, Liebe und unvorstellbar viel Geld in eine einzige Rasse?

Es sind nur sehr, sehr, SEHR wenige Züchter, welche sich so intensiv mit einer einzigen Rasse auseinandersetzen und es sind Ausnahmezüchter - soviel steht fest.

Und es ist mehr als nur ein Hobby - es ist eine Lebenseinstellung, denn jedes andere Hobby kann  ruhen - nicht so Hunde: Hunde unterliegen einer andauernden Verantwortung und es braucht Stehvermögen, um über Jahrzehnte als Züchter aktiv und erfolgreich zu sein.

Diese Züchter eint ein einziger Wille: der Wille, eine Rasse zu verbessern - er führt dazu, an ungezählten Fortbildungen teilzunehmen, sich selbst ständig durch das Studium der diversen Fachliteratur fortzubilden, den Rassestandard rauf und runter auswendig herunterbeten zu können, sich mit genetischen und gesundheitlichen Aspekten "herumzuschlagen", wegen eines einzigen Hundes tausende von Kilometern zu reisen, Unmögliches möglich zu machen, immer heißen Kaffee im Haus für den ungezählten Besuch zu haben, immer wieder von Neuem eine Lanze für die eigene Rasse zu brechen, Diskussionen mit anderen Züchtern zu führen, von A nach B zu fahren, um eine Ausstellung zu besuchen und von C nach Z, um an einem Treffen teilzunehmen. Züchten in diesem Sinne, heißt Hindernisse überwinden, Schicksalsschläge meistern und sich auch mit den Tiefen der Hundezucht auseinandersetzen zu müssen - daran zu wachsen und nicht aufzugeben!

 


Aus der Fülle des Lebens hat es genau dieser eine Hund geschafft, in unser Leben zu treten und hat dieses verändert.

Frau Schleifenbaum ist ein Paradebeispiel einer solchen Züchterin: ihr Name ist untrennbar mit der Rasse der Kromfohrländer verbunden und auch sie hat genau die oben beschriebenen Eigenschaften gezeigt und damit einen "Mischling" zu einem Rassehund geadelt.

 


"Ruma vom Weddern" ist in mein Leben getreten und hat es von Grund auf verändert - nie hätte ich gedacht, dass der Kauf eines Hundes je solche Folgen haben kann!

Es ist eine ganz Reihe von Umständen und Fügungen, welche bestimmte Ereignisse bedingen und uns schließlich zu dem werden lassen, was wir sind.

Bei mir fing es ganz harmlos mit dem Wunsch nach dem idealen Reit-Begleithund an, welchen ich in Perfektion durch "Penny" (Ruma von Weddern) erhielt.

Der Kontakt zur Züchterin riss nach dem Kauf nie ab und durch deren Inspiration besuchte ich später Hundeausstellungen und dank ihrer Unterstützung wurde aus allein "meiner" Hündin auch eine Zuchthündin.

Und ja: vielleicht braucht es genau solche Vorbilder wie das ihre, um einen "breeders spirit" generieren zu können, denn Frau von Westarp ist für mich die zweite, große Persönlichkeit, welche die Rasse Kromfohrländer geprägt hat: ihr unermüdliches Werben allein für die Rasse Kromfohrländer ist unbeschreiblich. Kein Weg war ihr zu weit, keine Einladung zu viel, kein Gespräch zu anstrengend und keine Mühe zu viel.

Ja, dieses Verhalten hat mich definitiv geprägt und ich verdanke ihr viel!!!!

Es ist traurig, dass ihr Einsatz in der Vereinsgeschichte der Kromfohrländer einen in meinen Augen so geringen Platz einnimmt, sie hätte mehr verdient!

Auf der anderen Seite gibt es nur noch wenige Menschen, welche sich so weit zurückerinnern können und wenn eine Vereinsgeschichte nicht geschrieben wird, fallen auch solche Menschen wie Frau von Westarp dem Vergessen anheim. Vielleicht vermag so ein kleiner Artikel wie dieser das Vergessen etwas verringern, ich wünsche es mir sehr...


Der "breeders spirit" - Prozess erfolgte schleichend: Eine Fahrt zur Ausstellung hier, eine Fahrt dort - ein kleiner Erfolg hier und ein größerer dort. 

Ein erster erfolgreich aufgezogener Wurf, dem der Zweite folgt, Züchter, welche mich an ihren Erfahrungen aktiv teilhaben lassen, hier sei besonders Familie Blankenagel mit dem Zwinger "vom rauhen Stein" genannt, welche mich selbstlos unter ihre Fittiche nahm und alle ihre Erfahrungen mit mir teilten.

Man wird immer mehr von der Rasse "gepackt" und ist bereit, immer mehr Zeit und Energie darauf zu verwenden - allein auf der Grundlage der Liebe zu diesem einen ersten Hund!

Dies alles in der Zeit meiner Ausbildung nach erfolgreich abgelegtem Abitur, praktischen Arbeit und folgendem Studium - immer parallel und immer mit Hund dabei!


Und so läutet auch der Tod meiner ersten Hündin meinen prägenden zweiten Lebensabschnitt ein, denn die Besitzerin einer Tochter von Penny schenkte mir und meinem damaligen Freund (und heutigem Mann) eine Tochter ihrer Hündin - ganz speziell für mich, da sie nicht mit ansehen konnte, wie ich um meine Hündin trauerte. Sie wusste intuitiv, dass mich eine Enkeltochter aus diesem Tal würde holen können und so war es dann auch: Aennchen von der Blutenburg ist bis heute unvergessen und bleibt immer eine sehr besondere Hündin, welche nicht nur durch ihre einmalige Persönlichkeit bestach, sondern ebenso durch ihre Führungsqualitäten, denn die Zahl der Hunde hatte sich verdoppelt - und dabei ist es nicht geblieben...

Familien wir Familie Thee aus München beweisen mir, wie gut es Menschen mit mir meinen und kompensieren all die anderen schlechten Erfahrungen mit Menschen, welche man macht, sobald sich ein gewisser Erfolg in züchterischer Hinsicht einstellt.

(Unsere Hunde haben ALLE Titel in unterschiedlichen Klassen, zu unterschiedlichen Zeiten und unter großer Konkurrenz seinerzeit gewonnen - heute stellen wir nicht mehr aus. Die Zeiten und Interessen haben sich mittlerweile zu sehr geändert.)

 


Aennchen wurde Opfer einer Autoimmunerkrankung und damit der Auslöser für uns, meinen Mann und mich, sich mit der Thematik Gesundheit auseinanderzusetzen. Eine weitere Materie wurde nun erforscht und Wissen vertieft - der "breeders spirit" hatte nun auch meinen Mann gepackt.

Heute macht es uns Herr Google und pinterest einfach, Kontakte zu knüpfen, Informationen auszutauschen und Erfahrungen zu teilen - vor dreißig Jahren musste dafür das "altmodische" Telefon die Hauptaufgabe übernehmen und es wurden noch Briefe ausgetauscht! Immer umfangreicher wurde unsere Datensammlung zu erkrankten Kromfohrländern und die Thematik so intensiv, dass auch ein offizielles "Wegschauen" nicht mehr möglich war - das Thema Gesundheit kam auch im Rassezuchtverein an und prägte ihn in der Folge.

Und ab hier könnte man sagen, begann unsere "Drift", denn unsere Erfahrungen in Sachen Zucht und Rasse waren nun so umfassend, dass wir uns in der Lage sahen, eigene Meinungen zu den verschiedenen Aspekten der Zucht von Kromfohrländern hinsichtlich Wesen und Gesundheit zu bilden und uns somit nicht mehr einer gewissen "Vereinskonformität" beugen wollten.

Unser Bild einer verantwortungsvollen Zucht war ein Anderes, als dieses des Vereines, was zwangsläufig irgendwann zu einem Bruch führen muss.

Was hier in knappen Worten zusammengefasst werden kann, war in Wahrheit ein jahrelanger Prozess der Ablösung, verbunden mit vielen Fragen und "Hinterfragungen", bis hin zum Suchen sogar einer Alternativrasse.

(Und nein, es waren nicht die Irish Terrier, diese haben wir aus reiner Liebhaberei parallel gehalten und eine allerkleinste Zucht aus der Freude an ihnen betrieben.)


Und tatsächlich ist es der "breeders spirit", welche Züchter über alle Hindernisse hinweg zu immer weiteren Einsätzen für die Rasse befeuert - und gegen eine unüberwindlich erscheinende Mehrheit, welche einem mainstream folgt und der gegenüber man sich hilflos und ausgegrenzt fühlt.

Mit einher gehen aber - und das ist nicht zu unterschätzen - wertvolle Erfahrungen über die Hunde hinaus. In Finnland konnte ich dank der Hunde Land und Leute viel besser und näher kennen lernen, als dies gemeinhin als Tourist möglich ist und auch die Einblicke in eine durchaus andere Denkart geben Anlass, eigene Denkmuster zwar nicht in Frage zu stellen, aber sie zu erweitern und gegebenenfalls zu verändern.

Breeders spirit erfordert ein sich ständiges Anpassen an neue Erkenntnisse, neue Erfahrungen, veränderte Umstände, eine extrem hohe Flexibilität und Anpassungsfähigkeit, um alte Muster im Sinne einer positiven Weiterentwicklung abwerfen zu können und sich auch selbst neu zu justieren. Das geht, wie in meinem Fall, bis an die gesundheitlichen Grenzen, wenn plötzlich sich die Meinungen teilen und daraus ein heftiger Konflikt entsteht. Aber auch hier ist es wieder der "breeders spirit" mit der Unterstützung von Freunden, Bekannten, Verwandten  und Käufern, eben dieser unschätzbare wertvolle Teil der Zucht, nämlich den Mitmenschen, welche uns als Züchter motivieren und tragen und ohne deren Unterstützung auch bei uns der "spirit" schon längst erloschen wäre - unser tiefster Dank gehört ihnen - Danke!!!!!


 

 

 

 

 

 

 

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