Franka, Franka. Sie war schon etwas ganz Eigenes.

Noch immer hingen wir sehr an dem sehr menschlichen Gedanken, "meine" Penny in ihren Kindern und Enkelkindern fortführen zu wollen und behielten, trotz des Warnschußes aus dem E-Wurf, Franka als Tochter von Ciska, deren Mutter die unersetzliche Aennchen und deren Grossmutter meine unvergleichliche erste Kromfohrländerhündin Penny, "Ruma vom Weddern" war.

Aber Franka war von ihrem Wesen her ganz anders als alle Kromfohrländer, welche wir je getroffen oder besessen hatten. Franka war ein verkappter Border Collie und als solche permanent auf Arbeitssuche. So hatten wir bis zum Zeitpunkt, als wir Franka behielten ein sehr fröhliches Hunderudel mit mehreren Hunden, Rüden und Hündinnen, welche es liebten, gemeinsam über die Wiesen zu rennen und herumzutoben, sei es beim Spiel mit Stock oder Ball, oder einfach nur so mit einem gemeinsamen Lauf aus purer Lebensfreude.

Je länger wir jedoch Franka dabei hatten und je älter sie wurde, desto weniger waren unsere anderen Hunde im Laufe der Zeit noch bereit, vergnügt herum zu rennen. Sie waren schlicht und ergreifend von Franka genervt. Diese machte sich nämlich einen Spaß daraus, den lustig laufenden Hunden hinterherzurennen und sie in die Hinterläufe zu zwicken. Nie wussten die Hunde und wir, wann so eine "Hüteattacke" erfolgte, immer kam sie aus dem heiteren Himmel für Mensch und Hund und zunehmend verloren unsere sonst so lebensfreudigen Vierbeiner die Lust am Laufen und immer mehr liefen sie von sich aus freiwillig "Fuß" neben uns, da dies die einzige Strategie war, Franka´s "Spiel" zu entgehen.

Wir mussten uns mit diesem Problem auseinandersetzen, denn es konnte nicht die Lösung sein, daß ein Hund im Rudel beim Gassi-gehen Spaß hatte und der Rest war froh, wenn sie wieder heil zu Hause ankamen.

Eine Alternative wäre es gewesen, Franka zu sanktionieren. Das hätte für die vor Temperament überschäumende Hündin bedeutet, viel an der Leine gehen zu müssen. Und das kam für uns nicht in Frage, denn das hätte zwar den anderen Hunden im Rudel geholfen, für Franka wäre es dagegen ein Desaster.

 

Wir besprachen dann eine Idee, welche uns kam, mit der Besitzerin von Bruder "Flori". Beide verstanden sich hervorragend und Heike, die Besitzerin von Flori, machte es enormen Spaß, den intelligenten Flori immer wieder vor neue Herausforderungen zu stellen und zeigte dabei eine absolut kreative Ader. Was lag nun also näher, als sie zu fragen, ob sie nicht Franka dazu übernehmen möchte?

Und das tat Heike. Franka und Flori wurden ein in Agilitykreisen überaus bekanntes Gespann, denn Heike führte beide Hunde auf Weltklasseniveau, gewann ungezählte Agilityturniere sowie Meisterschaften und startete als Krönung zweimal mit Beiden in der deutschen Mannschaft - ein toller Erfolg!

Und für uns die Bestätigung, daß wir genau die richtige Entscheidung getroffen hatten...Bei Heike konnte Franka genau das Potential entwickeln, welches in ihr ruhte und daß sie als Zuchthündin vollkommen ungeeignet war, bewies ihr erster und gleichzeitig letzter Wurf.

Denn wir hatten gemeinsam mit Heike vereinbart, daß Franka bei uns einen Wurf aufziehen soll, als Ausgleich dafür, daß wir ihr Franka kostenfrei überliessen.

Selten haben wir eine wehleidigere Hündin erlebt als Franka bei der Geburt. Sie stöhnte bei jeder Wehe und liess uns so richtig spüren, welche Zumutung sie dabei empfand, Welpen bekommen zu müssen. Und dann auch noch Welpen putzen zu müssen! Das verweigerte sie erst einmal vollkommen und überliess diese Aufgabe den Zweibeinern.

Auch liess sie die Kleinen nur dann säugen, wenn sie es genügend bequem hatte - wehe, es waren nicht genug weiche Unterlagen in ihrer Wurfschale! Erst wenn sie es "passend weich" hatte, war sie bereit, sich um ihren Nachwuchs zu kümmern.

Gut, daß Nauka so eine hervorragende Mutterhündin war und auch die anderen Rudelmitglieder sich vorbildlich um den Wurf kümmerten, denn Franka war das, was man landläufig als "Rabenmutter" bezeichnet.

Ein bestes Beispiel dafür also, daß nicht jede Hündin Mutter werden muß...

 

Franka war bis an ihr Lebensende überaus glücklich und sie wurde eine der ältesten Hunde aus unserer Zucht mit knapp 17 Jahren....

 

 

 

 

 

 

 

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