Halvar, liebevoll von seinen Besitzern auf "Benny" umgetauft, gehörte nicht wirklich zu unserem Sorgenkind, aber er war anders als seine Geschwister. Und das "anders" konnten wir nicht so richtig einordnen. Er war ein fröhlicher und lebenslustiger Welpe, zeigte guten Appetit und hatte mit seinen Geschwistern jede Menge Spaß. Aber:

Sein Fell war deutlich stumpfer als dies seiner Geschwister und er "schuppte". Eine Untersuchung beim Tierarzt ergab Ohrmilben, was aber das stumpfe Fell nicht endgültig erklären konnte. Die Ohrmilben wurden behandelt und zur Sicherheit wurde er am ganzen Körper mit dem vom Tierarzt empfohlenen Mittel gewaschen. Der Tierarzt stellte ansonsten keinerlei gesundheitliche Einschränkungen fest.

Seine Besitzer freuten sich schon sehr auf den Einzug ins neue Heim, nur wir als Züchter fühlten uns nicht wirklich wohl mit dem Verkauf. Deshalb fügten wir auch Halvar einen separaten Passus in den Kaufvertrag an, welcher uns in unserer Situation am angemessensten erschien:

" Die Käufer wurden darüber informiert, daß sich der Hund zum Zeitpunkt der Übergabe nach persönlicher Einschätzung der Züchter möglicherweise nicht in einwandfreiem Gesundheitszustand befindet. Dies äussert sich insbesondere in Mattheit, stumpfem Fell im Kopfbereich, verstärkter Schuppenbildung und leichtem Haarverlust im Augenbereich, zurückzuführen eventuell auf Milbenbefall oder eine Erkrankung des Immunsystems. Es wird daher zusätzlich vereinbart, daß zum Zeitpunkt der Übergabe eine Anzahlung von DM 800,- zu leisten ist, der Rest des Kaufpreises wird fällig, wenn der Hund im Alter von sechs Monaten nicht erkrankt. Der Gesundheitszustand muss durch ein tierärztliches Gutachten bestätigt werden. Weiterhin wird vereinbart, daß der Hund binnen einer Woche nach Übergabe von einem Tierarzt zur Untersuchung vorgeführt werden muß, das Ergebnis ist den Züchtern unverzüglich mitzuteilen."

 

Was wir zu diesem Zeitpunkt nicht wussten: Mit Halvar wurde in unserem Zwinger der erste Welpe mit der Erbkrankheit "digitale Hyperkeratose" geboren.

Kein Mensch wusste zum damaligen Zeitpunkt überhaupt etwas von und über diese Erkrankung, geschweige denn, daß überhaupt von irgendeinem Züchter vorher erkannt wurde, daß bei den Kromfohrländern diese Erbkrankheit existiert.

 

Wieder spielte uns der Zufall in die Hände, denn mein Mann verliebte sich in die Irish-Terrier und in der Folge zog bei uns der Irish-Terrier-Rüde "Flynn" und etwas später die Irish-Hündin "Brandy" bei uns ein.

Und auch Irish-Terrier leiden unter Erbkrankheiten, darunter eine, welche seinerzeit nur beim Irish-Terrier beobachtet und wissenschaftlich beschrieben wurde: corny feet, sprich digitale Hyperkeratose!

Die Besitzerin von Hjördis beobachtete, nachdem sie von uns "Karlotta von der Holderheide" geschenkt bekommen hatte, daß Karlotta, wie Halvar, bei der Geburt über welliges Haar verfügte. Diese Beobachtungen führten wir gemeinsam fort und tatsächlich stellte sich im Laufe der folgenden Würfe heraus, daß alle mit welligem Fell geborenen Welpen unter corny feet litten.

Nachdem wir diese Erkrankung bei den Irish-Terrier kennengelernt hatten, konnten wir feststellen, daß nicht, wie bis dato wissenschaftlich beschrieben, nur IT´s unter dieser Erkrankung litten, nein, wir konnten nun unserem "persönlichem Empfinden" einen Namen geben und stellten damit als erste Züchter überhaupt den Zusammenhang zwischen den beiden Rassen her, welche die gleiche Erbkrankheit aufwiesen. Damit erhielten wir Zugang zu den diversen Artikeln in der Fachliteratur und wussten nun auch, mit welcher Art der Erkrankung wir es zu tun hatten.

 

Für Halvar ging die Geschichte gut aus, denn wie "hier" beschrieben, handelt es sich bei corny feet um keine lebensbedrohende Erkrankung und bis auf die Krallenpflege, die bei ihm sehr speziell war, war sein Allgemeinbefinden stets ungestört. Er wurde im Kreise seiner Familie, zu der auch diverse Katzen zählten, sehr glücklich sehr alt damit.

 

 

 

 

 

 

 

 

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