Jara - auch sie ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie gut es zwischen Jugendlichen und Kromfohrländer klappen kann: Vorausgesetzt die Eltern sind darüber informiert, wie ein gutes Zusammenspiel erreicht werden kann. Findet diese Aufklärung nicht statt, ist der reinrassige Kromfohrländer (im Gegensatz zum Einkreuzhund) prädestiniert dafür, der Schatten der Mutter zu werden und die Kinder/Jugendlichen können nur begrenzt mit ihrem Wunschhund selbstständig agieren. 

Wird diesem Verhalten vorgebeugt, entstehen wunderbare Jugendliche/Kromfohrländerfreundschaften, wie sie auch im Fall von Kristina vorlag.

Kristina bildete Jara von Welpen an selbstständig aus und dies sehr verantwortungsbewußt, denn forderte der Hundetrainer von Jara etwas, was ein Kromfohrländer nicht leisten kann, so verweigerte Kristina vehement die Ausführung. Wobei an diesesr Stelle nicht unterschlagen werden soll, daß ihre Mutter selbst als Hundetrainerin tätig war und ihr die notwendige Rückendeckung lieferte.

So wuchs Jara zu einer Hündin heran, welche sportlich - dem Temperament der Mutter entsprechend - gefordert wurde. Und es wundert natürlich nicht, daß auch sie ein absoluter Ball-Junkie war, die es liebte, durch den Garten zu rasen, um den geliebten Ball zu apportieren. Diese Eigenschaft wurde später für eine sehr wichtige Therapie genutzt, denn Jara wohnte - in diesem Fall leider - an einem stark begangenen Schulweg. Und es blieb auch leider nicht aus, daß Kinder anfingen Jara zu ärgern.

Dadurch wurde die sonst sehr freundliche Jara am Gartenzaun Kindern gegenüber zur Furie und besonders ein Junge wurde von ihr bösartigst angegangen.

Was niemanden unter uns Hundebesitzern erstaunt, weiß man, daß es genau dieser Junge war, welcher sich einen ganz besonderen Spaß daraus machte, Jara am Gartenzaun zu ärgern. Sich in Sicherheit vor dem Zaun wähnend, fand er es besonders "lustig" Jara zu einer Hochform von Aggression zu treiben.

Das Verhalten von Jara wurde so schlimm, daß ihre Besitzerin argwohnte, daß sie bei solch einer Gelegenheit den für Jara´s Sprungvermögen "niederen" Zaun überwinden und sich an diesem Jungen rächen würde.

So passte sie den Jungen eines Tages ab und stellte ihn vor die Wahl: entweder ein Gespräch mit den Eltern oder ein Deal mit ihr und Jara. Der Junge entschied sich für den Deal und so verbrachte er die nächsten Wochen damit, einen an einer für ihn vorbereiteten Stelle den für Jara deponierten Ball zu holen und im Garten mit Jara einige Minuten intensiv mit ihr Ball zu spielen. Und das Ergebnis? Der Junge lernte, wie toll es ist mit Hunden umzugehen und Jara störte sich nicht mehr an den Schulkindern. Eine perfekte win-win-Situation, welche alle Beteiligten zufriedenstellte.

Als Jara in ihr neues Heim zog, galten bereits vorbildliche Hausstandsregeln bezüglich des Zusammenlebens von Hunden mit Menschen, so war für die Golden-Retriever-Hündin das Sofa tabu und jegliches Betteln am Tisch war strengsten verboten....

Aber dann kam Jara - und mit ihr der Charme der Kromfohrländer:-)

Und Kromfohrländer betteln nicht am Tisch - sie vermitteln ihren Besitzern nur, daß es unglaublich nett von ihnen wäre, wenn sie von der Mahlzeit am Tisch ein wenig partipizieren könnten. Dazu sitzen sie vollkommen unaufdringlich, und zwar im wahrsten Sinne des Wortes - unaufdringlich neben dem Stuhl und schauen ab und zu mit schief gelegtem Köpfchen nach oben - nie mehr! Und fällt dann ein Bröckchen ab, strahlen sie über und über und sind glücklich darüber, so nette Besitzer zu haben, welche ihr Essen mit ihnen teilen.

Dies als Betteln zu bezeichnen? Absurd!!!!!!!!

Und tatsächlich ist es eine sehr angenehme Eigenschaft von vielen Kromfohrländern: man kann sie bedenkenlos vom Tisch füttern, sie werden dennoch nie aufdringliche Bettler, geschweige denn, daß sie in irgendeiner Form unangenehm werden und man als Besitzer es dann doch bereut, "weich" geworden zu sein.

Aber die Begeisterung der Rasse reichte noch viel weiter - so weit, daß sich die Familie entschloss, Jara ankören zu lassen und so für die weitere Verbreitung der Rasse Sorge zu tragen. Jara wurde ohne Einschränkung zur Zucht zugelassen und so konnte das Abenteuer Zucht beginnen. Alle Vorbereitungen waren getroffen, Zwingername gefunden, auch schon die Wurfkiste gebaut und endlich konnte die Fahrt zum Wunschrüden in den Norden losgehen. So viel Erwartung, so viel Freude und so viel Vorbereitung.... Umsonst! Es klappte nicht - was für eine Enttäuschung.

Und die Umstände verhinderten weitere Versuche. Diese Umstände "ruhten" in den Ohrspitzen von Jara. Sie zeigten an den Rändern ganz leichte Spuren von nekrotischer Veränderung - mal mehr, mal weniger. Nie viel und nie besorgniserregend oder behandlungsbedürftig, aber doch so, daß wir von einem weiteren Zucht/Deckversuch abrieten - zu tief sitzt die Gefahr der Autoimmunerkrankungen uns im Nacken und ein bekanntes Symptom dafür sind unter anderen eben nekrotische Ohrspitzen.

Für Jara änderte sich dadurch nichts an ihrer Lebensfreude und sie selbst blieb vom Gespenst der Autoimmunerkrankung ihr Leben lang verschont.

Bezeichnend für Jara war allerdings auch bei ihr die für Kromfohrländer typische "Anpassungsfähigkeit" und möglicherweise verbinden viele Laien diese Eigenschaft durchaus positiv, ohne zu wissen, was dieser Begriff im realen Zusammenleben mit einem reinrassigen Kromfohrländer für Auswirkungen haben kann.

Kristina entwickelte sich in den nächsten Jahren naturgemäss zu einem richtigen Teenager mit all ihren spezifischen Vorlieben und neuen Eigenschaften - und dabei spielte Jara nicht mehr die erste Geige - was in der Natur der Dinge liegt und nichts Negatives ist, im Gegenteil, es ist eine ganz natürliche Entwicklung auf dem Weg zum erwachsen werden.

Nur - Kromfohrländer lassen sich nicht "abschieben", sondern sie passen sich hervorragend den veränderten Umständen an und so zog Jara für sich die Konsequenz daraus, daß es nicht mehr Kristina war, welche sich in erster Linie um sie kümmerte, sondern ihre Mutter und zog von Kristina´s Zimmer in das elterliche Schlafzimmer um, und schlug dort fürderhin ihre dauerhafte Nachtbleibe auf.

Jara ging mit dreizehn Jahren über die Regenbogenbrücke.....

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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