Jockey - er ist das beste Beispiel dafür, warum es so einfach ist, Hunde nach dem Aussehen zu züchten - sprich nach Schönheit - und warum es so unendlich schwer ist, gutes Wesen zu erkennen.

Aber von vorne: wie bei Jossele, sollte auch Jockey im bevorstehenden Ruhestand für Beschäftigung und Freude sorgen. Sein zukünftiges Herrchen war fit und als versierter Tennisspieler auch sehr sportlich und so sollte es auch ein sportlicher Hund werden.

Jockey eroberte das Herz seiner Besitzer im Sturm und die Begeisterung für ihren Hund blieb ungebrochen. Sie führte dazu, daß Jockey zur Körung vorgestellt und anschließend zur Zucht eingesetzt wurde.

Aber im Gegensatz zu Jossele, welcher an durchhängender Leine überall und an jedem Hund vollkommen entspannt vorbeiging, zeigte Jockey das vielen Kromfohrländer eigene Leinen-Macho-Verhalten und fiel damit sehr negativ auf - noch negativer als üblich, da sein Bruder sich so überaus vorbildlich präsentierte.

Als Züchter beider Hunde und weil wir sowohl Besitzer als auch Haltung kannten, fanden wir dies immer sehr bedauerlich, wussten wir doch, daß Jockey grundsätzlich das bessere Wesen hatte, ohne damit die Liebe seiner Besitzer gegenüber Jossele herabsetzen zu wollen - beide Besitzerfamilien liebten ihre Hunde heiß und innig!

Aber als Züchter, welcher die Priorität auch auf das Wesen legt, gibt nicht die Liebe zum Hund den Ausschlag für einen Zuchteinsatz und das, was der Hund dank Erziehung zeigt, sondern das Verhalten, was für ihn von seiner Veranlagung her typisch ist. Für uns war Jockey in diesem Fall klar der wesensfestere Hund von Beiden. Bei Jockey konnte man alles problemlos machen, ihn untersuchen, jederzeit anfassen, unbeaufsichtigt mit kleinen Kindern alleine lassen, alles Dinge, welche bei seinem Bruder nur bedingt möglich waren.

Für Außemstehende war der durch seine sportliche Auslastung und vorbildliche Erziehung jedoch Jossele der "wesensfestere" Hund und allein an diesem kleinen Beispiel kann man erkennen, wie schwer es für einen Laien ist, zu erkennen, ob ein gutes Wesen als Veranlagung vorhanden ist oder einer guten Erziehung geschuldet ist.

Nicht umsonst sind Wesenstests sehr umstritten, hat das Wesen kaum Einfluss auf einer Richterbeurteilung an einer Ausstellung und sind Wesenstests auf Körungen eher fragwürdig, wenn ihr Ablauf den Teilnehmern vorher bekannt ist. Zu sehr lässt sich der Wesenstest an einer Körung vorher einüben und trainieren, so daß es zu Verfälschungen in der Beurteilung über das Wesen eines vorgestellten Hundes kommt.

Sein rüpelhaftes Verhalten an der Leine war zeitlebens Jockey´s einziger Wermutstropfen und bis zu seinem Tod war er der Augenstern seiner Besitzer; welcher sich sowohl bestens mit den bereits im Haus lebenden zwei Katzen zu arrangieren wusste und sich auf allen Reisen stets als ein angenehmer Begleiter erwies.

Züchterisch traurig war die Tatsache, daß beide in der Zucht eingesetzten Rüden Autoimmunerkrankungen an ihre Kinder weitergaben, wobei man erst im Nachhinein schließen kann, daß maßgeblich ihr eigener Vater dafür verantwortlich war.

 

 

 

 

 

 

 

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