Als sich Herrchen und Frauchen von Jossele bei uns zum ersten Mal vorstellten, hatten sie eine ganz konkrete Vorstellung davon, was sie von "ihrem" neuen Hund erwarteten:

Er sollte bei der bevorstehenden Rente mit dafür sorgen, daß Herrchen in Bewegung blieb und den Ruhestand mit Leben erfüllen. Und Bewegung schien angebracht, Herrchen´s Hobby Fußball schauen in Kombination mit dem guten bayerischen Bier schlug sich sichtbar nieder... Nachdem die Chemie stimmte und Jossele der geeignete Kandidat für diese Ansprüche war, zog in den bis dato kinder- und hundelosen Haushalt der erste Vierbeiner ein.

Es begann der Prozess des Lernen´s, denn wie bei vielen anderen Hundehaltern auch, mischten sich selbsternannte Fachleute in seine Haltung ein, Menschen, welchen man sich als Ersthunde-Halter oft hilflos ausgesetzt fühlt. Und so wurde Jossele, nachdem sein Besitzer einer regelrechten Ernährungs-Gehirnwäsche durch solch einen Fachmann unterzogen worden war, zum Trockenfutter-Verwerter - stets ist es der den Besitzer an seiner empfindlichsten Stelle treffende Satz, mit welchem dieser Berufsstand zu überzeugen weiss:

"Sie wollen doch Ihrem Hund nicht schaden, oder? "

Und da kein Besitzer seinem Hund schaden will, sondern ihm in aller Regel nur das Beste will, ist Überzeugungstätern hiermit Tür und Tor geöffnet!

(Was für die Überzeugungstäter der Futtermittelindustrie gilt, trifft natürlich genauso auf die der Pharmaindustrie zu...)

Jossele magerte Monat für Monat ab und ähnelte bald mehr einem Knochengerüst denn einem Hund und Futterprobleme sind nicht unbekannt bei unseren Kromfohrländern.

Den Durchbruch bzw. die Veränderung brachte dann eine Hundeausstellung in Stuttgart. Nachdem Herrchen zum dutzendenmalsten gefragt wurde, an welcher Krankheit "Joschi" leiden würde, folgte ein Grosseinkauf quer durch die Angebote der Futterindustrie und in der Folge endete die Fütterungserfahrung im Selbermachen seines Futter´s. Das mit viel Liebe von Frauchen bereitete Futter wurde dankbar angenommen und nicht viel später präsentierte sich ein Hund in bestem Futterzustand.

"Es ist noch kein Hund vor dem vollen Futternapf verhungert" - wieviel Ignoranz und Unkenntnis steckt hinter dieser von Futterfachleuten viel zitierten Binsenweisheit...unsere Hunde müssen die Folgen ausbaden.

Was viele Hundebesitzer und Laien ebenfalls nicht wissen: Hunde können lachen!

Sehr besorgt erzählte Joschi´s Herrchen uns eines Tages, daß er wohl erwachsen wird und "schwierig", da er Ansätze zeigen würde zu beissen. Da wir uns das nun gar nicht vorstellen konnten, fragten wir nach - einer Ahnung folgend - ob er denn dabei knurren würde.

Die klare Antwort: NEIN.

Lachen zeigt sich gewöhlich in ganz bestimmten Situationen und typischerweise lässt es sich nicht auf Befehl hervorzaubern, aber es ist eine besonders nette und sympathische Art und Weise unserer Hunde, sich auszudrücken. Wer diese Form der Kommunikation allerdings nicht kennt, sieht nur "Zähne" und fühlt sich von dieser Reihe blitzendem Weiss durchaus beeindruckt. Ich erinnere mich genau daran, wie die Käuferin von unserem Goya sich nicht bei uns reintraute, weil unsere Irish-Hündin "Brandy" sie ungemein nett fand und voller Freude anlachte - ein pures Mißverständis, welches falsch interpretiert fatale Folgen haben kann.

Wir klärten Herrchen über das Lachen seines Hundes auf und als unsere "Brandy" ein Lachen vormachte, liess er sich vollkommen davon überzeugen, daß nicht eine "Bestie" in ihrem Hause lebt, sondern ein lachender Vierbeiner.

 

Joschi´s Herrchen erwies sich sowohl als sehr diszipliniert wie auch ambitioniert: Beide besuchten regelmässig die entsprechenden Kurse im Hundeverein und legten mit Bravour die erste Begleithundeprüfung ab.

Was folgte, kann man nur als kometenhaften Aufstieg bezeichnen, denn Herr und Hund entschieden sich für die Sparte "Turnierhundesport" und diese Entscheidung hatte weitreichende Folgen!

Wie sollte Joschi´s Frauchen einmal treffend äussern:

"Nie hätte ich mir vorstellen können, wie sehr ein Hund unser Leben verändern kann - und wir dadurch ganz Deutschland kennenlernen!"

Heinz und Joschi erwiesen sich als wahres Dreamteam, liessen zunehmend ihre zwei- und vierbeinige Konkurrenz hinter sich und wurden in der Turnierhundeszene bekannt wie die "bunten Hunde". Unzählige Erfolge fuhren die Beiden ein und was für einen Besitzer hatte Joschi nun!!!!!!

Bierbauch? Vergangenheit!

Sportlich schlank präsentierte sich sein Herrchen und ein Fitnesscenter sorgte nun dafür, daß dies auch so blieb.

"Hunde fördern die Gesundheit" - noch nie war ein Begriff zutreffender!

 

 

So gesundheitsfördernd auch Jossele für seinen Besitzer war, so wenig traf das auf ihn selbst zu. Mit einem Jahr entzündete sich immer wieder anfangs eine einzige Kralle, im Laufe der Zeit aber auch mehrere, betroffen waren von diesen Entzündungen stets verschiedene Krallen. Unterschiedliche Tierärzte wurden mit dieser Problematik aufgesucht und die Behandlung wurde immer schwieriger. Eine alternativ behandelnde Tierärztin fand dann die richtige Behandlungsmethode für Jossele und bekam die Erkrankung in den Griff.

Ohne daß bei ihm je die Diagnose "Lupoide Onychodystrophie" gestellt wurde, sogar seine behandelnde Tierärztin selbst jegliches erbliches Krankheitsgeschehen auschloß und einen Deckeinsatz befürwortet hatte, gehen wir selbst als Züchter und Besitzer des Vater´s davon aus, daß es genau diese Erkrankung war, unter welcher er litt und welche er auch an seine Kinder leider weitergegeben hat...

Auch wenn unsere Käufer stets über die vorhandenen Krankheiten der Kromfohrländer  im Gespräch aufgeklärt wurden und wir dies auch im Kaufvertrag unter einem eigenen Punkt:

"...5. Die Käufer wurden über die zum Zeitpunkt der Übergabe bekannten rassespezifischen Krankheiten und Wesenseigenarten der Kromfohrländer informiert.

Dies sind insbesondere Anfallskrankheiten, Entzündungen im Gelenksbereich, Nierenerkrankungen, Grauer Star (HC), Autoimmunerkrankungen sowie deutliche Zurückhaltung gegenüber Fremden."

aufführten, um dies auch zu dokumentieren, ist es immer wieder traurig, wenn ein Hund aus unserer Zucht dann wirklich erkrankt.

In Jossele´s Fall konnte er trotz der Erkrankung erfolgreich im Turnierhundesport mitmischen, aber den Fortschritt seiner Erkrankung konnte niemand aufhalten und so starb er mit 11 Jahren viel zu früh, auch wenn es ein Trost ist, daß er zehn glückliche Jahre haben durfte.

 

 

 

 

 

 

 

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