L- Wurf von der Holderheide,

geboren am 27. November 1999

Mutter: Distel vom Buchbach

Vater:  Pelmondo (ohne Zwingernamen gezüchtet, FCI, Import aus Finnland)

1/1  (aus 2/3)

Lenin,

Laska

Es gibt Würfe - da steckt einfach der Wurm drin! Und der L-Wurf gehörte zu so einem Wurf....Das fing schon mehr oder weniger mit der Geburt an, denn von den geborenen fünf Welpen waren die Geburtsgewichte teilweise erheblich zu gering. Und so verwunderte es auch nicht sehr, als zwei Welpen, ohne daß man eine Ursache erkennen konnte, an zwei aufeinanderfolgenden Tagen einfach leblos im Körbchen lagen. Und sicher liegt es auch an unserer Züchterphilosophie, dies zuzulassen. Als Züchter sehen wir unsere Aufgabe auch darin, vitale Welpen aufzuziehen - und nicht auf Teufel komm heraus Welpen mit allen Mitteln versuchen durchzubringen. Aufgezogen und doch durchgebracht führen sie allzuhäufig zu viel Leid bei ihren neuen Besitzern, denn die mangelnde Vitalität hat in aller Regel eine Ursache - und sollen wirklich die Käufer es bitter büßen, indem sie diese Ursache später herauszufinden?

Und so waren es nur noch Drei, welche sich dann aber sehr gut entwickelten.

Tja, bis.....Bis uns auffiel, dass mit Luftikus etwas nicht in Ordnung war. Am Anfang ist das nur ein Gefühl, welches sich noch nicht konkretisieren lässt, aber es ließ uns nicht los, weshalb wir dazu übergingen, Luftikus ganz genau zu beobachten.Er war ein so besonders entzückender Welpe: immer lustig drauf, im Gesicht ein bisschen fehlgezeichnet, was genau zu seinem Charakter passte, kurzhaarig und ein wandelnder Sonnenschein, kurzum, ein Welpe zum Verlieben! Er spielte mit seinen Geschwistern leidenschaftlich gern, fraß normal, freute sich seines Lebens und verhielt sich in der Gruppe unauffällig. Doch im Alter zwischen fünf und sechs Wochen traf uns die Erkenntnis wie ein Schlag: "Ich glaube, Luftikus ist taub!"

Danach testeten wir diese Vermutung ganz konkret und die Ergebnisse waren eindeutig - er reagierte auf kein Geräusch. Auch im Tiefschlaf konnte man ein lautes Geräusch vor seinen Ohren abspielen, er zuckte nicht einmal....

Was tun? Seine umgehend informierten zukünftigen Besitzer sahen sich der Aufgabe eines tauben Hundes nicht gewachsen und wir selbst besaßen keinerlei Information über diese Erkrankung und ihre realen Folgen.

Was macht man in solchen Fällen?  Man holt sich Rat von einem Fachmann!

Und so rief ich beim ersten Vorsitzenden des Dalmatiner-Verbandes im VDH an und schilderte ihm unsere Situation. Keinen besseren und kompetenteren Menschen hätte ich treffen können, denn ganz offen erzählte er mir von seinen Erfahrungen mit tauben Welpen, welcher er in seiner Zucht erlebt hatte. Und seine jahrzehntelange Erfahrungen als Züchter einer Rasse, wo Taubheit kein Tabuthema ist, hatte klare Einsichten zur Folge. Und der Wille, auch solchen Welpen eine Chance auf lebenswertes Leben zu geben, wurde gebrochen durch die Ignoranz von Haltern, welche auch ein Recht dieser Hunde darin sahen, sie Welpen bekommen zu lassen, billigend, dass damit bewusst weitere taube Welpen geboren werden. Konsequent wurden danach in seiner Zucht taube Welpen eingeschläfert. Eine Haltung, welche ich mit meinen Erfahrungen der Arbeit in einem Tierheim gut nachvollziehen konnte, denn nichts ist für unsere Hunde fataler, als falsch verstandene Tierliebe!

Sehr ausführlich erklärte er mir die Vorgehensweise der Audiometrie bei den Dalmatinern und mit den entsprechenden Adressen gerüstet, beendete ich ein sehr wertvolles Gespräch, welches uns in der Folge sehr nachdenklich machte.

Im Alter von acht Wochen, dem für diese Untersuchung empfohlenen Alter, meldeten wir dann Luftikus zur audiometrischen Untersuchung in der uns nächstgelegenen Klinik an, welche dennoch zwei Autostunden von uns entfernt lag. Um uns ganz auf Luftikus konzentrieren zu können, nahmen wir nur ihn mit, während unsere Hunde und die Welpen von Freunden betreut wurden. Luftikus war fröhlich und zufrieden den Tag mit uns zu verbringen, sprang ins Auto und verhielt sich, als ob er das schon immer so machen würde.

In der Klinik wurden wir gebeten zu warten, da der Tierarzt noch nicht mit dem vorherigen Patienten fertig sei. Nachdem das Wartezimmer zu langweilig für unseren Luftikus war, gingen wir mit ihm hinaus und schnell fand er ein Blatt, mit dem er sofort ein lustiges Spiel begann. Selbstvergessen hüpfte er vor sich hin und es machte Freude, ihm zuzusehen - es sind oft die einfachsten Dinge, welche unsere Welpen begeistern und sie beschäftigen....Und welch Schrecken für uns, als plötzlich ein Auto sehr schnell in die vermeintliche Sackgasse hereinfuhr! Und was taten wir ganz automatisch? Wir lockten ihn mit der Stimme zu uns! Bis wir geschaltet hatten, dass er uns nicht hören kann, war Welpe und Auto schon gefährlich nah und nur ein beherzter Satz meines Mannes rettete Luftikus das Leben. Eindrücklicher hätten wir die Gefahren, welchen ein tauber Hund ausgesetzt ist, nicht erleben können und der Schreck sass uns in den Gliedern.

Kurz darauf wurden wir zum Arztgespräch gebeten, und es wurde uns ausführlich erklärt, warum diese Untersuchung unter Vollnarkose stattfinden muss und mit welchen Ergebnissen man rechnen kann. Dieser Tierarzt wusste, wovon er redete und er führte sehr sachlich aus, warum er die Meinung vertritt, taube Hunde zu euthanasieren. Was für uns die zweite fachliche Meinung zu diesem Thema mit selbem Tenor war und auch unseren Vorstellungen einer verantwortungsbewussten Zucht entsprach.

Die Untersuchung verlief eindeutig und Luftikus wachte daraus nicht mehr auf.

Es sind Kopfentscheidungen, welche man im Sinne der Hunde, der Zucht und letztendlich für die Käufer/Liebhaber trifft - und macht sie dennoch nicht weniger schmerzhaft....

Kein Mensch, welcher sich noch nie in so einer Situation befand, kann beurteilen, wie es einem Züchter bei einer solchen Entscheidung geht und es werden sich sicherlich genügend Menschen finden, welche über uns den Stab brechen, ob unserer hier gegen das Tier gerichteten Entscheidung.

Haben diese Menschen Recht?

Zucht geht mit hoher Verantwortung einher - ist es ihre Aufgabe nur zu vermehren?

Oder vielmehr kritisch mit dem wertvollen Gut "Gesundheit" umzugehen und auch unangenehme Entscheidungen zu treffen?

Wir denken Letzteres, aber werden diese Haltung immer wieder hinterfragen und neuesten Erkenntnissen wissen anzupassen!

Wie gut im Nachhinein, dass es nur diese einzige Verpaarung mit Distel gab, denn sie selbst erkrankte mit 10 Jahren an Arthrose und ihr auf Ausstellungen sehr erfolgreicher Sohn Lenin wurde aus züchterischer Sicht gesehen glücklicherweise vor einem Deckeinsatz krank, womit weiterer kranker Nachwuchs verhindert wurde. Was leider bei seiner Schwester nicht der Fall war, denn sie wurde in der Zucht eingesetzt und generierte erwartungsgemäß zum Teil erkrankten Nachwuchs.

Das Ergebnis des Wurfes aus bildschönen Eltern waren zwei bildschöne Kinder, welche mit ihrem Aussehen, aber auch mit dem ihnen eigenen Charme zu überzeugen wussten.

Aber einmal ehrlich - was nutzt die ganze Schönheit, wenn die Hunde krank werden?

 

 

 

 

 

 

 

Herzlich willkommen auf unserer homepage!

Wir freuen uns über Ihren Besuch und wünschen

viel Freude beim schmökern und stöbern:-)